Flucht in den Tod

Tausende Menschen sterben jedes Jahr bei dem Versuch, auf dem Bootsweg von Afrika nach Europa zu gelangen. Weil die EU mit Gewalt versucht, die Flüchtlingsflut aufzuhalten, wird das Überleben für die Flüchtlinge noch schwerer.

  • 01.01.1970
    Legale Einwanderung aus Afrika nach Europa ist fast unmöglich. Deshalb versuchen Schätzungen zufolge jedes Jahr rund 120.000 Afrikaner, auf Booten Europa zu erreichen. Wer es bis dahin schafft, hat Glück. Doch bis zu 7.000 von ihnen sterben jedes Jahr bei dem Versuch.
     
  • 01.01.1970
    Die Zurückweisung ohne Möglichkeit auf Asylantrag verstößt gegen die Genfer Menschrechtskonvention. Jeder Flüchtling hat das Recht, einen Asylantrag zu stellen. Die Frontex-Patrouillen versuchen, dieses Recht zu unterlaufen, indem sie Flüchtlingsboote zur Umkehr zwingen.
     
  • 01.01.1970
    Staaten wie der Senegal erlauben solche Operationen auch in ihren Hoheitsgewässern. Im Gegenzug erhalten sie zum Beispiel Exporterleichterungen für einheimische Waren. So stranden immer mehr Flüchtlinge in Nordafrika. 80.000 Illegale fingen allein die marokkanischen Behörden im vergangenen Jahr ab.
     
  • 01.01.1970
    Für die Asylsuchenden bedeuten die Frontex-Aktionen vor Westafrika, dass sie das Risiko komplizierterer Routen in Kauf nehmen müssen. Das bedeutet längere Wege, höhere Gefahr, mehr Durst. Zudem starten die Schlepper oft waghalsige Wendemanöver, wenn sich Patrouillen nähern.
     
  • 01.01.1970
    Viele tausende Kilometer Außengrenze der EU lassen sich nicht abschotten, auch nicht durch ein Budget von 100 Millionen Euro. Das belegen die ansteigenden Flüchtlingszahlen. Die Politik der Abschottung verweigert sich dieser Tatsache. Die Folge sind maßlos überfüllte Flüchtlingslager auf Inseln wie Malta oder der italienischen Insel Lampedusa.
     
  • 01.01.1970
    Die EU braucht eine gemeinsame Migrationspoltik, die die Möglichkeit für legale und dauerhafte Einwanderung vorsieht. Die Fluchtursachen Hunger und Krieg müssen stärker bekämpft werden. Kernprämisse der Grenzsicherung und der Flüchtlingspolitik muss der Schutz der Menschenrechte sein.
     
  • Europa hat die Schotten dicht gemacht. Im Jahr 2005 wurde die „Europäische Agentur für die operative Zusammenarbeit an den Außengrenzen“ (kurz Frontex) geschaffen. Das Ziel: Die Löcher an den Außengrenzen der EU zu stopfen, durch die vor allem im Mittelmeerraum jedes Jahr tausende Flüchtlinge nach Europa gelangen. Als Frontex seine Arbeit aufnahm, hatte die Behörde ein Budget von 6,2 Millionen Euro. In diesem Jahr sollen es rund 100 Millionen sein.

    Besonderes Aufsehen erregten in den vergangenen Jahren die Operationen im Mittelmeerraum. Boots-Patrouillen sollten verhindern, dass afrikanische Flüchtlingsboote europäisches Gebiet erreichen. Die Situation wurde 2006 weiter verschärft durch die Schließung der Enklaven Ceuta und Mellila in Nordafrika. Diese europäischen Gebiete auf dem afrikanischen Kontinent nutzten viele Menschen als rettende Inseln. Doch die Verzweiflung der Menschen ist stärker als jeder Zaun.

    Für die Flüchtlinge bedeutet Europa Rettung vor Armut und Krieg. Doch die meisten Asylsuchenden, die sich die Überfahrt nach Europa bei Schlepperbanden teuer erkaufen, riskieren ihr Leben.

    Jedes Jahr lassen tausende ihr Leben

    Im Jahr 2007 waren in Afrika über zwei Millionen Menschen auf der Flucht. Im vergangenen Jahr schafften 37.000 die Überfahrt nach Italien. Das sind 75 Prozent mehr als im Jahr davor. Wie viele Menschen ertranken, lässt sich nur erahnen.  Allein in den Jahren 1997 bis 2002, als die Zahl der Flüchtlinge insgesamt noch geringer war, ließen schätzungsweise rund 10.000 Menschen ihr Leben allein in der Meerenge zwischen Marokko und Spanien - ein riesiges Seegrab namenloser Flüchtlinge.

    Die Flüchtlingssituation vor den Südküsten Europas ist eine menschliche Katastrophe, die durch Armut, Ungerechtigkeit und falsche Politik entstand. Was die EU ihr entgegensetzt, ist eine militärische Lösung.

    Wir müssen legale und dauerhafte Einwanderung ermöglichen, nicht nur für hochqualifizierte Zuwanderer.

    Die Rechte und Teilhabemöglichkeiten von Migrantinnen und Migranten am gesellschaftlichen Leben der EU müssen wir schützen und stärken.

    An unseren Außengrenzen müssen die Menschenrechte eingehalten werden. Dafür muss Frontex parlamentarisch kontrolliert werden. Damit weniger Menschen gezwungen sind, ihre Heimat zu verlassen, bedarf es nachhaltiger Entwicklungszusammenarbeit, fairem Handel und besserer Agrarpolitik.

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Im Angesicht der Katastrophe

60.000 Menschen demonstrieren gegen Atomkraft, während sich in Japan die Lage an dem beschädigten Atomkraftwerk Fukushima zuspitzt.

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Exportmeister

Deutschland exportiert Waffen - nicht selten in Staaten, die diese zur Repression ihrer Bevölkerung einsetzen

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Heute: Defekte Brennstäbe

Vattenfall musste weitere Pannen zugeben. Grüne Demonstranten forderten die endgültige Abschaltung von Krümmel!

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Die Menschenwürde schützen

Auf dem Festakt zum 25-jährigen Bestehen lobt Claudia Roth die Arbeit von Pro Asyl und betont deren aktuelle Wichtigkeit.

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Wettlauf der Schäbigkeit

Claudia Roth zum Prozess gegen Seeleute, die Flüchtlinge vor der italienischen Küste aufnahmen

Kommentare

Andre
06-09-12 20:17
Bei aller demokratischer Toleranz und parteilicher Unabhängigkeit: bei Euch Grünen hat man stets den Eindruck, dass ihr primär die Migranten, dann Menschen aus anderen Ländern und erst zuletzt die Interessen und - vor allem - den Majoritätswillen der eigenen Bürger/innen auf Eurem Plan habt. Wenn wir z. B. vor 20 Jahren eine demokratische Urabstimmung über die Einwanderungspolitik gehabt hätten, sähe Vieles heute anders aus. Aber das wollt Ihr ja nun ganz und gar nicht - dann lieber Stuttgart 21 und nach verlorener demokratischer Abstimmung weitere antidemokratische Agitationen. - Bei Euch hat man oft den Eindruck: "Und willst du nicht mein "Bruder" sein, dann erkläre ich dich für von übervorgestern. Grün - Nein danke!
Ertan
23-05-11 16:38
Liebe Freunde! Ich wähle noch 20 Jahren ab heute nicht mehr Grün, wenn ich so was lese, was soll aus deinem Land werden wen ihr erst mal an der Macht seit? Ein Entwicklungsland?
Malte-Thorben-Lèon
23-05-11 16:20
Und wie soll Afrika jemals auf die Beine kommen, wenn Fachkräfte und kräftige junge Männer ihr Land verlassen, anstatt es aufzubauen?
Das ist selbstsüchtig und die Förderung der Landflucht alles andere als nachhhaltig.
Ausserdem ist es schädlich für die Umwelt, wenn Deutschland überbevölkert wird.
Oder können wir uns heute noch allein mit dem versorgen, was wir ökologisch verträglich innerhalb Deutschland erzeugen können?
Nein, weder Nahrung noch Energie.
Grün - Deutschland schafft sich ab
23-05-11 16:18
Dank den tollen grünen stehen jetzt den Migranten (Vorallem aus dem islam) alle Tore offen. Ich bin deutscher und fühle mich jetzt schon als Minderheit, als fremd im eigenen Land ! Ihr kopfwascher wisst nicht was ihr mit DE anstellt!!!!! Wichtig für euch ist nur Geld Geld Geld und Wählerstimmen (von den islamisten, daher auch unsere "gute" Integrationspolitik die seit 50 Jahren bestens funktioniert 'Ironie)!
Ron
23-05-11 16:07
@Nicole
24-02-11 12:47


Liebe Nicole,

ich glaube ich kann für alle hirr sprechen, wenn ich Dir sage dass wir NICHTS gegen die afrikanischen Menschen haben!

Wir oder bessergesagt ich (jetzt spreche ich wieder für mich) halte es aber für eine Tat der Unmöglichkeit alle Afrikaner oder nur ein Bruchteil in Europa aufzunehmen.

Das hat gar nichts mit einer Problemlösung zu tun, wir helfen nur dabei, dass man vom Problem wegrennt und kämpfen im besten Fall gegen die Symptome an.
Wogegen man aber ankämpfen sollte ist das Problem an der Wurzel!

Stell Dir vor wir nehmen alle paar Jahre paar Afrikaner auf, aber in der Zwischenzeit werden neue in den Heimatländern geboren, inwiefern helfen wir den Leuten dauerhaft?
Ron
23-05-11 15:40
Warum "braucht die EU eine gemeinsame Migrationspoltik, die die Möglichkeit für legale und dauerhafte Einwanderung vorsieht." ?????

Soll man den Menschen nicht vor Ort helfen? Was hat das Land dadurch, wenn dessen Einwohner zu uns fliehen? Wieso fliehen sie wenn es jetzt Demokratie gibt?

Das kann doch nicht auf Dauer gut gehen, wenn jeder Mensch auf der Welt welcher unzufrieden ist nach Deutschland kommt und dauerhaft hier verbleibt.

Das ist einfach nur sinnfrei.
Tobias
05-05-11 07:35
Ich finde das ist eine sehr gute Website. Ideal für unser Projekt an der Schule.
Marcel
09-04-11 12:27
wie kann man verantworten eine solche masse von menschen aufzunehmen, ohne zu wissen wer diese menschen sind. Da ich multikulturell aufgewachsen bin würde ich nie behaupten das die mehrheit der Migranten kriminell ist, aber ich bin auch nicht naiv und sage das die alle gut sind. Man muss doch wissen wer da überhaupt zu uns kommt und wenn auch nur 20% dieser menschen kriminell sind gibt es gute gründe zu sagen das man erstmal allen den zugang zu unserem kontinent verwehrt. denn die oberste priorität sollte doch der schutz aller hier lebenden menschen sein, also logischerweise áuch aller migranten die schon hier leben. die einzige möglichkeit ist für entwicklung in deren länder zu sorgen. und vorallem die waffen transporte in länder zu stoppen in denen krieg herrscht bzw. in denen kriminelle an der macht sind. achso und wenn ihr die flüchtlinge stoppen wollt, dann stoppt die schon bevor sie losfahren und nicht erst wenn es zu spät ist. die grünen immer mit ihren realitätsfernen ideen :P
ani
29-03-11 03:43
Die Politiker aus Europa sollten lieber in den Fortschritt und erneuerbare Energien in Nordafrika investieren, zumindest das die armen Menschen da gerecht leben können und genug zu essen und trinken haben. Paar Beispiele ,Brunnen bauen, solaranlagen in der Wüste aufstellen, moderne agrarwirtschaft forantreiben, Bildungchancen ausbauen was der Frauendiskriminierung in vielen Ländern dort entgegenwirkt,usw.

Und innenpolitisch sollten wir uns um bessere Intergration kümmern, indem wir ganztags Schulen einführen und schon im Kindergarten drauf achten, dass alle Kinder die deutsche Sprache von klein an lernen. Höhere Strafen für Wiederholungstäter einführen und die Jugendlichen schon ab 10 Jahren bei begangenem Verbrechen zur Verantwortung ziehen, damit man den Kinder so früh wie möglich Auswege und Alternativen zu einer kriminellen Laufbahn bietet.
wolfgang
04-03-11 17:52
Leider tritt die EU in der Frage des Grenzschutzes wie ein
verschlafener Nachtwächter auf. Statt FRONTEX mit Geld und
Waffen auszustatten, werden Gelder an afrikanische Potentaten
gezahlt. Man muß seine Grenzen selber schützen.
Kommentar

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