AKW-Ausbau in Temelin stoppen
Bis zum 5. Juni können auch deutsche Bürgerinnen und Bürger noch Einspruch gegen den Neubau zweier Atomreaktoren im tschechischen Grenzgebiet einlegen. MEHR
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Ein neuer Report des Club of Rome zeichnet ein düsteres Bild von der Zukunft unseres Planeten. Dennoch lohnt es sich, für ein Umdenken zu kämpfen. MEHR
Bundesrat beschließt mit einer Zweidrittelmehrheit eine grundlegende Überarbeitung der schwarz-gelben Solarkürzung. Eine Schlappe für Röttgen. MEHR
Der Bund hätte nie komplett aus der Verantwortung bei der Bildung entlassen werden dürfen, sagen Sylvia Löhrmann und Cem Özdemir. MEHR
Wie viel Basisdemokratie steckt im grünen Delegiertenprinzip? Ein Gastbeitrag von Till Westermayer. MEHR
Der Entzug der Eishockey-WM 2014 wäre ein Zeichen gegen das Lukaschenko-Regime. MEHR
20 Jahre nach dem ersten Erdgipfel trifft sich die Weltgemeinschaft erneut in Brasilien. Ein Dossier der Böll-Stiftung. MEHR
Bei der Energiewende agiert die Bundesregierung planlos und bremst die Entwicklung mit falschen Entscheidungen aus. MEHR
Das Betreuungsgeld hilft niemandem wirklich weiter. MEHR
Tausende Menschen sterben jedes Jahr bei dem Versuch, auf dem Bootsweg von Afrika nach Europa zu gelangen. Weil die EU mit Gewalt versucht, die Flüchtlingsflut aufzuhalten, wird das Überleben für die Flüchtlinge noch schwerer.






Europa hat die Schotten dicht gemacht. Im Jahr 2005 wurde die „Europäische Agentur für die operative Zusammenarbeit an den Außengrenzen“ (kurz Frontex) geschaffen. Das Ziel: Die Löcher an den Außengrenzen der EU zu stopfen, durch die vor allem im Mittelmeerraum jedes Jahr tausende Flüchtlinge nach Europa gelangen. Als Frontex seine Arbeit aufnahm, hatte die Behörde ein Budget von 6,2 Millionen Euro. In diesem Jahr sollen es rund 100 Millionen sein.
Besonderes Aufsehen erregten in den vergangenen Jahren die Operationen im Mittelmeerraum. Boots-Patrouillen sollten verhindern, dass afrikanische Flüchtlingsboote europäisches Gebiet erreichen. Die Situation wurde 2006 weiter verschärft durch die Schließung der Enklaven Ceuta und Mellila in Nordafrika. Diese europäischen Gebiete auf dem afrikanischen Kontinent nutzten viele Menschen als rettende Inseln. Doch die Verzweiflung der Menschen ist stärker als jeder Zaun.
Für die Flüchtlinge bedeutet Europa Rettung vor Armut und Krieg. Doch die meisten Asylsuchenden, die sich die Überfahrt nach Europa bei Schlepperbanden teuer erkaufen, riskieren ihr Leben.
Im Jahr 2007 waren in Afrika über zwei Millionen Menschen auf der Flucht. Im vergangenen Jahr schafften 37.000 die Überfahrt nach Italien. Das sind 75 Prozent mehr als im Jahr davor. Wie viele Menschen ertranken, lässt sich nur erahnen. Allein in den Jahren 1997 bis 2002, als die Zahl der Flüchtlinge insgesamt noch geringer war, ließen schätzungsweise rund 10.000 Menschen ihr Leben allein in der Meerenge zwischen Marokko und Spanien - ein riesiges Seegrab namenloser Flüchtlinge.
Die Flüchtlingssituation vor den Südküsten Europas ist eine menschliche Katastrophe, die durch Armut, Ungerechtigkeit und falsche Politik entstand. Was die EU ihr entgegensetzt, ist eine militärische Lösung.
Wir müssen legale und dauerhafte Einwanderung ermöglichen, nicht nur für hochqualifizierte Zuwanderer.
Die Rechte und Teilhabemöglichkeiten von Migrantinnen und Migranten am gesellschaftlichen Leben der EU müssen wir schützen und stärken.
An unseren Außengrenzen müssen die Menschenrechte eingehalten werden. Dafür muss Frontex parlamentarisch kontrolliert werden. Damit weniger Menschen gezwungen sind, ihre Heimat zu verlassen, bedarf es nachhaltiger Entwicklungszusammenarbeit, fairem Handel und besserer Agrarpolitik.