Exportmeister

Deutschland ist weltweit der drittgrößte Exporteur von Rüstungsgütern. Anders als Autos und Bohrmaschinen können Rüstungskonzerne ihre Maschinengewehre und Panzer aber nicht einfach so auf den Weltmarkt werfen. Der Bundessicherheitsrat, ein geheim tagendes Gremium der Bundesregierung, muss den Verkauf von Waffen für jeden Staat einzeln genehmigen. Doch nach welchen Kriterien eigentlich?

  • 01.01.1970
    In Saudi-Arabien werden Jahr für Jahr mehrere hundert Menschen öffentlich enthauptet, tausende mit öffentlicher Auspeitschung geahndet. Folter ist in Saudi-Arabiens Gefängnissen weit verbreitet. Politische oder religiöse Betätigung führt zu Schikanen und willkürlichen Inhaftierungen. Die Bundesregierung erteilte im Jahr Genehmigungen für Rüstungsgüterverkäufe im Wert von 45,5 Mio. Euro an Saudi-Arabien.
     
  • 01.01.1970
    Amnesty Internaional berichtet von willkürlichen Festnahmen, Folter, sexuellen Misshandlungen und Tötungen durch Polizei und Armee. In einigen Bundesstaaten wurde die Justiz zur Verfolgung politischer Aktivitäten eingesetzt. Die Bundesregierung genehmigte im Jahr 2007 den Verkauf von Gewehren, Maschinenpistolen und dazugehörigen Ersatzteilen im Wert von 11,3 Millionen Euro an Mexiko.
     
  • 01.01.1970
    Tausende Anwälte, Menschenrechtsaktivisten und Journalisten wurden im vergangenen Jahr willkürlich inhaftiert. Folterungen und Mißhandlungen von Verdächtigungen werden in einigen Regionen routinemäßig durchgeführt. Die Bundesregierung genehmigte im Jahr 2007 den Verkauf von Rüstungsgütern an Pakistan im Wert 163,8 Millionen Euro.
     
  • 01.01.1970
    Verschiedene Wahlen wurden von zahlreichen gewalttätigen Auseinandersetzungen begleitet. Angehörige von Polizei und Sicherheitskräften waren für Hunderte von aussergerichtlichen Hinrichtungen verantwortlich. Die Bundesregierung genehmigte im Jahr 2007 den Verkauf von Rüstungsgütern an Nigeria im Wert 4,3 Millionen Euro.
     
  • 01.01.1970
    Im Jahr 2007 wurden mit einem Antiterrorgesetz längere Inhaftierungen ohne Anklageerhebung, Einschränkungen des Rechts auf freie Meinungsäußerung sowie unfaire Prozesse legalisiert. Etwa 18.000 Personen sind bereits ohne Gerichtsurteil inhaftiert. Die Bundesregierung genehmigte im Jahr 2007 den Verkauf von Maschinenpistolen und dazugehörigen Ersatzteilen im Wert von etwa 2,6 Millionen Euro an Ägypten.
     
  • 1998 verabschiedete der Europäische Rat einen Verhaltenskodex, der auch für Deutschland gilt und den Verkauf von Rüstungsgütern an die Einhaltung der Menschenrechte koppelt. Die EU-Staaten sollen „keine Ausfuhrgenehmigung erteilen, wenn eindeutig das Risiko besteht, dass das zur Ausfuhr bestimmte Gerät zur internen Repression benutzt werden könnte“.

    Leider ist das Dokument rechtlich unverbindlich. Denn allzu oft bestimmen eher geostrategische Erwägungen die Entscheidung der Bundesregierung, ob Waffen in ein bestimmtes Land verkauft werden dürfen. Das Parlament hat kaum Einflussmöglichkeiten, denn die Berichte über Genehmigungen sind oft unvollständig oder erscheinen erst im Nachhinein.

    Rüstungsexporte müssen ethisch verantwortbar sein und kontrolliert werden. Ihre Kontrolle ist ein wesentlicher Baustein einer Politik der zivilen Krisenprävention. Die Grünen fordern seit Jahren, die Transparenz und parlamentarischen Kontroll-möglichkeiten zu verbessern.

    Pakistan, Saudi-Arabien, Ägypten, Mexiko und Nigeria sind aus unterschiedlichen Gründen wichtige Partner Deutschlands. Doch sollten sie auch Waffen von uns erhalten? Lest hier nach und macht Euch selbst ein Bild.

    Quellen: Amnesty International sowie Berichte der Gemeinsamen Konferenz Kirche und Entwicklung (GKKE)

    Rüstungsexportbericht der GKKE (PDF-Datei)

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Deutschland muss abrüsten!

Warum Waffen nicht in Privathaushalte gehören.

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Im Angesicht der Katastrophe

60.000 Menschen demonstrieren gegen Atomkraft, während sich in Japan die Lage an dem beschädigten Atomkraftwerk Fukushima zuspitzt.

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Dann eben ohne die Amerikaner

Der Waffenhandel muss gesetzlich geregelt und einer menschenrechtsbasierten Außenpolitik verpflichtet sein, fordern Claudia Roth und Katja Keul.

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Flucht in den Tod

Jedes Jahr sterben tausende Menschen bei dem Versuch, über den Bootsweg von Afrika nach Europa zu gelangen – denn Europa jagt sie mit Waffengewalt

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Bescherung für die Energiekonzerne

Während Schwarz-Gelb die Laufzeitverlängerung durch den Bundestag peitschte, wurde draußen demonstriert - und drinnen widersprochen.

Kommentare

Bernhard
31-05-11 17:30
Ausstieg aus dem Rüstungsexport.
Kanzlerin Merkel mit ihrem Wirtschaftstross möchte gerne Indien 128 Eurofighter schmackhaft machen. Ein Miliardengeschäft. Wann hört der Rüstungswahn endlich auf. Ich kann nur hoffen, daß meine Partei, die Grünen, diesem Irrsinn bald ein Ende machen werden.
proallesanderwasnichtgrünist
21-12-10 17:03
Deutsche Wertarbeit wird halt überall auf der Welt geschätzt und zeigt Deutschlands technologische Überlegenheit
Achmed
08-12-09 12:04
Haus Straße beide nix licht ...
bechmed
08-12-09 12:02
wo is denn kein licht mehr? im haus oder in der straße?
Achmed
08-12-09 11:58
Machen schrauben an meinen fernseher dann macht bzzzzt dann nix mehr licht warum?
Lothar Kurtz
26-11-09 17:52
RAUS AUS AFGHANISTAN
Franz Josef Jung
Donnerstag 26. Nov. 2009
Lothar Kurtz zur bevorstehende Presse Konferenz um 18:00 Uhr wegen Franz Josef Jung
Sehr geehrter Herr Trittin
Es ist nicht nur die Verschleierung von Informationen die Sie Herrn Jung vorwerfen sollen, Wer sich die Anhörung zu dem Vorfall in Kunduz life im Bundestag bei Phoenix angeschaut hat, hat gesehen in welcher arroganter und Menschenverachteten Weise sich Herr Jung mit seinem Kollegen Witze machend auf der Parlamentsbank gezeigt hat während wenige Meter von ihm entfernt über tote unschuldige Menschenopfer berichtet wurde. Deshalb ist es höchst Bedenkenswert Herrn Jung mit einem neuen Ministeramt zu betrauen.
Lothar Kurtz
Straubing
robert
16-10-09 11:57
Punkt eins: hatten die Grünen keinen Sitz in Bundessicherheitsrat um die Waffenexporte zu verhindern.
Punkt zwei: über die Rüstungsindustrie die auch Arbeitsplätze schafft lästern aber selbst die Zustimmung für den Einsatz in Afghanistan geben.
Punkt drei: zahlen die Beschäftigten der Rüstungsindustrie keine Steuern?
ich würde sagen lieber den Ball flach halten als lospoltern. aber so kann man auch von eigenen Fehlern ablenken
Ingo Schillak
15-10-09 09:54
Warum überhaupt Waffen exportieren?
Ist Deutschland ethisch soo armseelig, dass wir
so etwas dulden müssen, dass sich Menschen an
der Gewalt gegen andere Menschen bereichern?
Peter S
13-10-09 15:25
Auch die Grünen sind nicht schuldlos an dem derzeitigen Zustand! Erst der Kosovokrieg, dann Afghanistan, also hier waren die Grünen an der Regierung beteiligt.
Ja, liebe Grüne, auch ihr habt Eure Unschuld verloren. Auch darum werden die Linken immer stärker. Hauptschuld haben die SPD und die Grünen!
Ich kann Euch leider so nicht mehr wählen. Das habe ich mehr als 20 Jahre getan und finde es eine Schande, was aus dieser Partei geworden ist.
Kurt
06-10-09 00:08
@ Bader

Vielleicht sollte nicht die AK-47 als Rüstungsexport gezeigt werden ....sondern der Audi mit dem D-Kennzeichen auf der Heckklappe :p
Kommentar

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