Zwangsprostitution und Frauenhandel bekämpfen

600 – 800 Frauen zwischen 18 und 25 Jahren werden jährlich vom Bundeskriminalamt als Opfer von Zwangsprostitution erfasst. Über die tatsächlichen Zahlen kann nur gemutmaßt werden. Die Anzahl der Minderjährigen unter den Betroffenen ist nicht bekannt. Um die Frauen und Mädchen aus dieser Situation zu befreien, gilt es, ihnen einen verlässlichen Schutz zu gewähren. Um sie für Aussagen zu gewinnen und ihnen Perspektiven aufzuzeigen, braucht es in erster Linie ein Aufenthaltsrecht und garantierten Zeuginnenschutz.

Ein Fenster mit geschlossenen Läden und rotem Licht., Foto: Steve Lokomotiv/ flickr.com (CC BY-NC 2.0)
Opfer von Zwangsprostitution und Frauenhandel brauchen dauerhaften Schutz und ein eigenständiges Aufenthaltsrecht Foto: Steve Lokomotiv/ flickr.com (CC BY-NC 2.0)

„Frauenrechte sind Menschenrechte, also universell gültig und unteilbar“, erklärt Astrid Rothe-Beinlich, frauenpolitische Sprecherin der Grünen. "Das gilt ohne wenn und aber auch für Frauen, die zur Prostitution gezwungen werden." Das Frauen von manchen Formen der Menschenrechtsverletzung in besonderem Maße betroffen sind, wird bei dem Thema der Zwangsprostitution in Deutschland besonders deutlich. Die von Zwangsprostitution sowie Frauen- und Mädchenhandel Betroffenen, befinden sich in extremen Abhängigkeitsstrukturen. Sie können sich selbst nur schwer zur Wehr setzen und Gehör verschaffen, da sie faktisch rechtlos sind. Gerade deshalb sind konkrete Schritte von Seiten der Politik notwendig. Opfer von Menschenhandel und Zwangsprostitution sind täglich schwersten Gewalttaten ausgesetzt und leben unter menschenunwürdigen Bedingungen. Die Regierung Merkel versagt hier auf ganzer Linie.

Nach Angaben des Bundeskriminalamts (BKA) gab es 2011 einen Anstieg der abgeschlossenen Ermittlungsverfahren wegen Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung. Diese beliefen sich 2011 auf 753 Verfahren, dass bedeutet einen Anstieg um drei Prozent. Der Bericht berücksichtigt jedoch nur die abgeschlossenen Verfahren; daher muss von einer hohen Zahl von unentdeckten oder Fällen ohne Ermittlungsverfahren ausgegangen werden.

Schon an dieser Zahl wird deutlich, dass eine Bekämpfung der Ursachen von Menschenhandel und seiner Folgen aufgrund der aktuellen Gesetzeslage selten oder gar nicht stattfinden kann. Die Befunde zeigen, dass es durchschnittlich weniger als zwei Tatverdächtige pro Verfahren gibt. Daraus kann geschlossen werden, dass es lediglich zur Erfassung vereinzelter Mittäter kommt, es aber wenig Erfolg in der Ermittlung von Strukturen, innerhalb derer diese Form des Menschenhandels stattfindet, gibt. Die wahren Täter müssen endlich zur Verantwortung gezogen werden, um den Menschenhandel wirklich zu bekämpfen. Dies scheitert viel zu oft an der fehlenden Bereitschaft und Möglichkeit der Opfer zur Aussage. Hintergrund dafür sind fehlende Schutzmechanismen, die die Opfer mit Rechtsansprüchen ausstatten. Derzeit profitieren maßgeblich die Frauenhändler und Zuhälter davon, dass die betroffenen Frauen, so sie entdeckt werden, schnell abgeschoben werden und somit gar keine Chance haben, ihre Zwangslage darzustellen und gegen ihre Peiniger und deren Hintermänner auszusagen.

Ohne staatliche Hilfe kann Opferschutz nicht funktionieren

Außerdem zeigt sich im Bericht des BKA eine eindeutige Differenzierung der Geschlechter zwischen Opfer und TäterInnen: Die Opfer dieser Gewalttaten sind fast ausschließlich Frauen, die Tatverdächtigen zu 76 Prozent Männer. Die Formen der Gewalt, welche die Betroffenen ertragen müssen, unterscheiden sich genauso wie die Wege auf denen sie in diese bedrohlichen Situationen geraten sind. Für uns ist klar: Der Einsatz für die Rechte dieser Frauen ist ein Einsatz für Menschenrechte und braucht unser aller Unterstützung.

Auch wenn ein Großteil der Opfer (85 Prozent) bereits eine europäische Staatsbürgerschaft und somit eine legale Aufenthaltsgenehmigung für Deutschland hat, gibt es immer noch eine beträchtliche Anzahl von Betroffenen, die nicht darüber verfügen. Es sind gerade diese Frauen, die aufgrund ihres unsicheren Aufenthaltsstatus keine Anzeige erstatten. Ihnen zu helfen wird daher so gut wie unmöglich. Aber auch um ihre psychische und körperliche Genesung zu ermöglichen, bedarf es eines dauerhaften Bleiberechts. Ebenso braucht es effektive Zeugenschutzprogramme, denn auch die Frauen mit gültigem Aufenthaltstitel sind aus Angst vor Racheaktionen und Repressalien viel zu oft nicht bereit, oder in der Lage, gegen die TäterInnen auszusagen. Ein vertrauenswürdiges Angebot zum Zeuginnenschutz und die Möglichkeit eines sicheren Lebens, kann zur Unterstützung der Ermittlungsarbeit beitragen.

Ziel muss sein, die Opfer zu stärken und die TäterInnen zu überführen, damit diese abscheulichen Verbrechen wirkungsvoll und nachhaltig bekämpft werden können. Zudem braucht es umfassend Aufklärungsarbeit und Prävention in den Herkunftsländern, um Frauen und Mädchen gar nicht erst in derartige Zwangslagen zu bringen.

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Kommentare

ali
10-12-12 15:19
genau die grünen bekämpfen die prosti und den frauenhandel. allen voran der ehemalige herr goetjes. sitzt momentan im knast. hatte sicherlich eine schwere kindheit und war deswegen ein wenig fehlgesteuert. man stelle sich mal vor, bei anderen parteien wäre dies passiert. nicht auszudenken wie die "betroffenheitsclaudi" wieder losgelegt hätte. ich versteh ja, kann ja überall mal passieren. trotzdem bleibt die frage, welche anforderungen man bei den grünen erfüllen muß um geschäftsführer zu werden und damit verantwortung über diese beträge die veruntreut wurden (immerhin zum teil steuergelder) zu erreichen. dass man im leben nicht viel zu wege gebracht haben muß um in der politik etwas zu werden zeigt sich ja wohl mehr als eindeutig am spitzenpersonal der grünen (natürlich nicht bei allen, aber bei vielen).
A17
10-12-12 07:05
Ach Leute, offene Grenzen und Bleiberechte bringen sicher manche Probleme mit sich, aber wollen wir es echt wieder anders? Das man allerdings die Probleme auch benennen und angehen muss, die sich daraus ergeben, finde ich auch....

Man mag sich deutlich gegen Prostitution aussprechen, alles ok. Schwierig finde ich aber den Ansatz einiger Kommentatoren, Prostitution per se mit ZWANGS-Prostituion gleichzusetzen. Das geht so nicht. Und grundsätzlich: Auch ein Verbot der Prostitution halte ich absolut für falsch: Genau wie bei einigen Drogen führt das doch nur dazu, dass das ganze in den Untergrund verschwindet und noch weniger kontorllierbar wird... Siehe Schweden z.B.... Nur weil etwas verboten ist, ist es ja nicth weg... Die Gesetzgebung von Rot-Grün, auch wenn sie in der Praxis eher gescheitert ist, zur Anerkennung und rechtlichen Besserstellung dieses Berufsstandes ging m.E. in die richtige Richtung...

Dass sich die Grünen dem Thema Zwangsprostitution annehmen, finde ich sehr gut, ein bisschen reichlich spät, aber immerhin! Und ich bin gespannt, was man da nun so gegen machen will... Ich werde im kommenden Wahlkampf bei meinen Abgeordneten an diesem Thema dranbleiben und nachfragen...
Kein Grüner
04-12-12 16:19
"Die Grünen" haben doch in Zusammenarbeit mit der SPD erst die Schleusen für mehr Prostitution und weniger Überprüfungsrechte des Staates geschaffen.
Tut doch nicht so scheinheilig !!!!!!!!!
Jens
01-12-12 13:42
Die Grünen haben sicherlich Recht damit sich um Menschenrechte zu kümmern. Dies geschieht aber sehr einseitig. In Deutschland werden Menschenrechte täglich mit Füßen getreten. Es werden Menschen auf Grund ihrer Meinung eingesperrt. Der aktuelle Fall Mollath zeigt, dass auch Menschen die Korruption aufdecken zwangspsychiatrisiert werden. Ein Bauer der seinen Viehbestand durch Gentechnik komplett verloren hat und deshalb gegen den Konzern Syngenta vorgegangen ist wurde eingesperrt (eigentlich ein grünes Thema aber die Grünen hat es nicht interessiert). Auch Menschen die alternative Heilmethoden anbieten oder aufdecken, dass die sog. alternativen Energien oft die versprochenen Effekte nicht erzielen werden rücksichtslos verfolgt, während Totschläger mit Migrationshintergrund auf Bewährung freigelassen werden mit fadenscheinigen Begründungen. Menschenrechte gelten für alle nicht nur für die von den Grünen definierten Opfergruppen.
Dieter
01-12-12 13:25
Einige Länder wollten das Schengen-Abkommen wegen der gestiegenen Kriminalität und insbesondere wegen solchen Erscheinungen wie gestiegener organisierter Kriminalität, Menschenhandel usw. bereits aufkündigen. Das Geschrei der Grünen war gigantisch wegen des angeblichen Verrats an der europäischen Idee die man angeblich um jeden Preis aufrechterhalten müsse. Wie immer haben die Grünen die Probleme erst mitgeschaffen die sie jetzt bejammern.
blubb
30-11-12 22:25
Ich bin für Prostitutionsbekämpfung in deutschen Parlamenten. Speziell auch die grüne Wahlseilschaft würde davon profitieren und nicht zuletzt unsere ach so tolle Demokratie. Zur Volksverarschung gezwungen wird freilich niemand.
Chantalle
30-11-12 21:54
Prostitution ist Menschenverachtung, ist Frauenhandel, ist unsittlich und jugendgefährdend (fragt mal die normalen Bürger z.B. in Berlin an der Kurfürstenstraße, die ihre Kinder täglich mit den normale Frauen degradierenden Freiergeschäften und Prostituierten konfrontiert sehen müssen). Der Ansatz der Grünen und SpD zur Nicht-Kriminalisierung war vieleicht gut gemeint, aber wie beim dosenpfand ist es leider nach hinten los gegangen, weil es keine Verhinderungsmöglichkeiten von Prostitutíon mehr gibt. Soll das sexuelle Selbstbestimmung sein, wenn Frauen x-mal am Tag die Beine breit machen müssen, womöglich noch für wenige Euro!! Solange es vor allem weibliche Prostitution gibt, werden Frauen nicht gleichberechtigt sein!!!
Gast
29-11-12 22:30
Typisch Grüne: Erst die Geschäftsgrundlage für diese Menschenhändler schaffen oder bejubeln (offene Grenzen, Bleiberechte, Alimentierung, Globalisierung) und dann die Folgen und Zustände bejammern. Aber anstatt die richtigen Konsequenzen aus der verkorksten (oder so gewollten) Politik zu ziehen dient das Jammern nur als Vorwand um noch mehr Aufenthaltsrechte zu fordern.
Die Menschenhändler und Zuhälter werden von der linksgrünen Kuscheljustiz nicht angetastet. Selbst bei Tötung gibts nur Bewährungs"strafen".
Wo ist der Eimer....
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