Schnapsidee Herdprämie

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Bundeskanzlerin Merkel spricht beim Betreuungsgeld ein Machtwort. Was denkst Du darüber?

Ist schon putzig, dass Frau Merkel ein Machtwort gegen die Gutscheine der FDP spricht. Das ist man normalerweise von ihr nicht so gewöhnt. Ich hätte mir aber gewünscht, dass Frau Merkel auch ein Machtwort gegen diese ganze Schnapsidee Betreuungsgeld, oder wie wir es nennen "Herdprämie", spricht. Der Hintergrund ist, was die schwarze-gelbe Koalition plant ist nichts anderes als Eltern zu belohnen, wenn sie ihre Kinder nicht in den Kindergarten schicken. Das schadet Kindern.

Was sollte stattdessen gemacht werden?

Man müsste im ersten Schritt dafür sorgen, dass überhaupt jedes Kind ab dem ersten Lebensjahr einen Kita-Platz hat. Da fehlen noch immer eine Menge. Das wären alleine im Westen Deutschlands 300.000, die man ausbauen müsste. Das ist gut angelegtes Geld. Kostet zwar auch eine Menge Geld. Aber dieses wird investiert in Prävention, in Jugendliche, die mit gleichen Chancen starten ins Leben, und gut vorbereitet sind aus das, was später auf sie zukommt in der Schule. Da ist jeder Cent besser angelegt, als ein Steuersenkungsversprechen von FDP und CSU, für die wir das Geld nicht haben.

... und sonst noch?

Ich habe momentan mein Telefon auf stand-by, weil ich jeden Augenblick einen Anruf bekommen kann, dass ich zum zweiten Mal Vater werde. Also in den nächsten Tagen könnte es soweit sein. Und ich habe mit meiner Mitvorsitzenden Claudia Roth besprochen, dass ich mich dann bis zur Klausur im Januar zurückziehe. Bis dahin bin ich zu Hause und helfe mit bei der Erziehung der Kinder. Bei zwei Kindern gibt es da schon eine Menge zu tun. Aber die Grünen werden in der Zeit nicht dicht machen, denn wir haben einen Bundesvorstand, der weiterarbeitet und eine Doppelspitze mit Claudia Roth.

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30 grüne Jahre (21): Joschka Fischer über die rot-grüne Bundesregierung 1998

Joschka Fischer über Lust und Last des Regierens, Schlafmangel im Dienst und die Haltung als Außenminister. Teil 21 der "Grünen Geschichte(n)".

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Wir kämpfen für mehr Gerechtigkeit

Die BDK beschloss am zweiten Tag den sozialpolitischen Leitantrag.

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Optimistisch kämpfen

Kopenhagen gescheitert, Weltklimarat in der Kritik, keine neuen Mittel für den Klimaschutz. Klimaexperte Hermann Ott will sich von diesen Widerständen nicht aufhalten lassen. Ein Interview.

Kommentare

Hiltrud
04-07-11 17:23
Zunächst: Ich bin Hausfrau und Mutter von drei Kindern. Aus Überzeugung. Auch wenn ich es manchmal in vielerlei Hinsicht frustrierend finde.

"...Eltern zu belohnen, wenn sie ihre Kinder nicht in den Kindergarten schicken." In der Regel besuchen Kinder den Kiga ab einem Alter von 3 oder 4 Jahren. Was ist mit den Jahren davor?

"Bei zwei Kindern gibt es da schon eine Menge zu tun." Ach wirklich. Vielleicht ist deshalb ja die Geburtenrate so niedrig. Vollzeitjob, unbezahlte Überstunden, Kinder, Haushalt - nicht jeder hat soviel Energie. Oder Geld (Gehalt/Lohn) für die Haushaltshilfe. Oder ein gutes soziales Netz. Oder den Willen, die Kinder abzugeben.

Wie honorieren die Grünen Familienarbeit, Hausarbeit, Erziehungsarbeit? Gibt es da irgendeine Anerkennung? Muß ja gar nicht sofort oder materiell sein. Aber eine ordentliche Altersversorgung wäre schon schön.

Inzwischen denke ich, jede Gesellschaft hat die Kinderbetreuung, die sie verdient - oder die sie sich von den jeweiligen Machthabern (Wirtschaft) auf die eine oder andere Weise diktieren lässt.

Schlimm ist doch das geringe Ansehen und die wirtschaftliche Geringschätzung von Familienarbeit. Wahlfreiheit hat man da nicht wirklich. Und als Familienfrau kommt man sich da manchmal ganz schön blöd vor.

Sicher, für einige Kinder wäre eine Ganztagsbetreuung ab der Geburt ein Segen. Aber das ist der eigentliche Skandal: dass es so viele Menschen gibt, die nicht mehr in der Lage sind, halbwegs vernünftige Eltern zu sein. Fragt da einer nach Ursachen und Abhilfe?

Bisher bin ich ja Stammwähler. Ohne gesunde Umwelt geht es nicht. Aber manchmal kommen mir ja doch erhebliche Zweifel...
(das ist keine Drohung, sondern beschreibt meine Stimmung)

Alles Gute für den Nachwuchs!
Dr. Ludwig Paul Häußner
29-11-09 21:29
Gründes Menschenbild - postfeudal?

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Ich wähle seit 30 Jahren die GRÜNEN und bin seit 2006 Miglied der GRÜNEN Karlsruhe Stadt.

In den letzten drei Jahren habe ich mit Verwunderung wahrnehmen können, welches Menschenbild in der GRÜNEN Partei mehr oder weniger ausgesprochen herrscht.

Meine Gründe für den Parteieintritt waren: bedingungsloses Grundeinkommen statt grüner (vormundschaftlicher) Grundsicherung, kein Ausstieg aus dem Atomaustieg (deshalb die Option Jamaika-Koalition) und kein Afgahnistaneinsatz.

Da wird von bildungsfernen Schichten gesprochen, gemeint sind damit unsere MitbügerInnen der "Unterschicht". Diesen traut man praktisch nicht viel zu. Was GRÜNs ihnen aber zutrauen ist, dass sie das Betreuungsgeld einfach für sich beantspruchen und versaufen oder verrauchen.

War es doch Rot-Grün, die den Afghanistan Militäreinsatz (eine kriegsähnliche Situation - zu Guttenberg) beschlossen haben - und zu dessen Finanzierung die Tabaksteuer erhöht haben?

Das Motto war wohl "Frieden schaffen durch mehr paffen!"

Insofern dürften die damals für Rot-Grün Verantwortlichen geradezu froh sein, wenn die "bildungsfernen Schichten" das Betreungsgeld verrauchen. Denn auf Zigretten sind 80% Steuern. Ein gutes Geschäft für alle Etatisten.

Nein! Kindergeld und Betreuungsgeld könnten die Vorstufe für ein bedingsloses Kindergrundeinkommen sein.

Den Eltern ist zuzutrauen, aus Liebe zu ihren Kindern, dass sie mit diesen Geldern verantwortlich umgehen. Alles andere grenzt an Diskriminierung: die bildungsferne Schicht als Ausgestoßene der Gesellschaft?

Wie lautet doch Artikel 6 unseres Grundgesetzes?

Artikel 6 GG

(1) Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung.

(2) Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht. Über ihre Betätigung wacht die staatliche Gemeinschaft.

(3) Gegen den Willen der Erziehungsberechtigten dürfen Kinder nur auf Grund eines Gesetzes von der Familie getrennt werden, wenn die Erziehungsberechtigten versagen oder wenn die Kinder aus anderen Gründen zu verwahrlosen drohen.

(4) Jede Mutter hat Anspruch auf den Schutz und die Fürsorge der Gemeinschaft.

(5) Den unehelichen Kindern sind durch die Gesetzgebung die gleichen Bedingungen für ihre leibliche und seelische Entwicklung und ihre Stellung in der Gesellschaft zu schaffen wie den ehelichen Kindern.

Ein Menschenbild geht von folgender Aussage aus:

"Vertauen ist gut. Kontrolle ist besser."

Ein anderes Menschenbild geht von dieser Aussage aus:

"Zutrauen veredelt den Menschnen, ewige Vormundschaft hemmt sein Reifen".

Wollen wir wirklich unzählige Menschen in Sachen Betreuungsgutschein unter Vormundschaft stellen?

Dr. Ludwig Paul Häußner, Bündnisgrüne Karlsruhe-Stadt
Nein
28-11-09 21:09
Auf der einen Seite sind wir dagegen Bildung nach wirtschaftlichen Intressen auszurichten - und auf der anderen Seite sind wir dagegen das Kleinkinder mehr Zeit mit ihren Eltern verbringen, als vom staat erzogen zu werden?!
Uwe Stöcker
28-11-09 19:45
Die Herdprämie ist wieder einmal genau das, was einkommensstärkeren Familien zu Gute kommt. So wie das Elterngeld Doppelverdienern den Rücken stärkt und bspw. Alleinerziehende benachteiligt.
Gerade bildungsferne Familien werden dazu neigen, das Geld mitzunehmen und somit ihren Kindern die Chance nehmen, frühzeitig zu lernen.
Das Geld wäre sinnvoller im Ausbau der U3-Betreuung und der qualitativen Verbesserung der KiTas und KiGas angelegt (und damit meine ich nicht so einen Mumpitz wie KiBiz!!). Dort kommen Kinder aus sozial schwachen Familien nämlich immer noch viel zu kurz. Der Weg aus der Armut funktioniert nur über Bildung. Bildung muss dorthin, wo sie fehlt. Man erreicht nichts, wenn man Familien dafür belohnt, ihre Kinder von der Bildung fern zu halten.
Harald Mayer
28-11-09 17:45
Über das Betreuungsgeld kann man sicher streiten. Aber es gibt auch noch andere Möglichkeiten außer Barauszahlung oder Gutschein. Warum das Betreuungsgeld nicht als fiktiven Lohn für die Mutter oder den Vater nehmen, die für das/die Kind(er) zuhause bleiben und entsprechende Einzahlungen in das Sozialversicherungssystem vornehmen. Dann würde sich eine Wahlfreiheit zu Gunsten der Kindererziehung nicht so negativ auf die Erwerbsbiographie (Rente mit 67 / Rentenhöhe etc.) auswirken.
Nein
26-11-09 22:56
Und welche Gründe gibt es dann noch Kinder zu bekommen? Wenn ich mein Kind erst in die Kita schicke, dann in die Ganztagsschule und wenn es auszieht merke ich, dass ich ihm doch lieber die letzte verbleibende Freizeit gestohlen hätte, um ein Stückchen Verbindung zu ihm aufzubauen?!

Sollte eine Mutter nicht frei entscheiden können, ob es ihr Kind dem Staat in die Hände gibt oder lieber selber bei ihm ist?
Ohne die "Herdprämie" haben einkommensschwache Eltern bei dieser Entscheidung sehr zu leiden, oder?
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