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Schlecht angesehen, schlecht bezahlt

Die Anzahl der Pflegebedürftigen nimmt zu. Schon jetzt fehlt es an einer flächendeckenden und qualitativ hochwertigen Pflegeinfrastruktur. Aufgrund von schlechten Arbeitsbedingungen und wenig Anerkennung in der Pflege ist auch kein Nachwuchs in Sicht. Um in Zukunft nicht vor unlösbaren Problemen zu stehen, müssen Pflege-Berufe in den Fokus politischer Auseinandersetzung rücken und die Arbeitsbedingungen müssen deutlich verbessert werden. Erster Teil unserer Artikel-Serie "Wer pflegt uns?".

Eher eine Ausnahme: Ein Pfleger mit einer Frau. Foto: jpquinlan/Flickr.com (CC BY-NC-SA 2.0)

Der demografische Wandel ist in vollem Gange. Wir leben in einer alternden und immer älter werdenden Gesellschaft. Die Pflegebedürftigkeit nimmt stetig zu.

In den letzten zehn Jahren ist die Anzahl der Pflegebedürftigen um 16 Prozent gestiegen. Heute sind 2,34 Millionen Menschen in Deutschland pflegebedürftig. Das stellt unsere Gesellschaft vor enorme Herausforderungen, denn bereits jetzt fehlt es an einer flächendeckenden und qualitativ hochwertigen Pflegeinfrastruktur und an qualifiziertem Personal. Dies betrifft sowohl die häusliche und ambulante als auch die stationäre Pflege.

Der Personalmangel in der Pflege ist seit Jahren offensichtlich und nimmt stetig zu. Beruflicher Nachwuchs ist nicht in Sicht. Schuld daran sind auch die Bedingungen, unter denen die Pflegekräfte arbeiten. Die Arbeit der Pflegerinnen und Pfleger ist nicht nur körperlich sondern auch psychisch oft sehr anstrengend. Schließlich sind sie ständig mit Krankheit und Tod konfrontiert. Dies führt unter anderem dazu, dass Pflegende überdurchschnittlich oft krank sind und besonders häufig an psychischen Erkrankungen und Überlastungssymptomen leiden. Hinzu kommt, dass diese wichtige Arbeit durchweg sehr schlecht bezahlt ist, Aufstiegschancen kaum vorhanden sind und das Berufsfeld auch gesellschaftlich keine besonders hohe Wertschätzung erhält. Gerade die Kombination dieser beiden Problematiken senkt das Interesse von Berufsanfängerinnen und Berufsanfängern in die Pflege einzusteigen und führt so zu immer größeren Pflegeengpässen. Auch mit einer zunehmenden Anzahl an ausländischen Pflegekräften ist dieser Personalmangel nicht aufzufangen.

Wenn wir nicht in Kürze vor unlösbaren Problemen in der Pflege stehen wollen, gilt es jetzt umzusteuern, Konzepte zu entwickeln, auszubilden, besser anzuerkennen und auch in der Politik dafür entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen. Es ist höchste Zeit für mehr Aufmerksamkeit für die Pflege.

Ein Frauenberuf in Männerregie?

Pflegeberufe gelten nach wie vor als typische Frauenberufe.
2009 waren 87 Prozent der Pflegenden weiblich und nur 13 Prozent männlich. Auffällig ist dabei, dass es einen starken Unterschied gibt zwischen der direkten Pflege und der Organisation der Pflege. In der direkten Pflege, in der unmittelbar mit den Betroffenen gearbeitet wird, verweilen Männer oftmals nur sehr kurz, bevor sie dann in Führungspositionen aufsteigen und so keinen direkten Kontakt mehr zu den zu Pflegenden und den Pflegebedürftigen haben. Die Führungspositionen in der Pflege sind nach unterschiedlichen Studien ca. 50 bis 60 Prozent männlich besetzt. Es lässt sich also mit Recht behaupten, dass die Pflege ein Frauenberuf in Männerregie ist.

Doch woher kommt dieser überwältigende Frauenanteil in der Pflege? Wie ist der große Unterschied zwischen der direkten Pflege und der Führungsebene zu erklären? Auch hier spielen mehrere Gründe eine Rolle und bedingen sich gegenseitig. Zum einen ist der Berufszweig aus historischen Gründen weiblich konnotiert. Die professionelle Pflege entstand aus von (Ordens-)Schwestern geleisteter Pflegearbeit, die fast ausschließlich ehrenamtlich geleistet wurde. Erst langsam entwickelte sich hieraus ein bezahlter Beruf. Bis heute werden zwei Drittel der Pflege ehrenamtlich geleistet und noch immer ist die Bezahlung in der professionellen Pflege verhältnismäßig gering.

Ignoranz gegenüber der Komplexität von Pflege

Die schlechte Bezahlung wird oftmals damit begründet, dass die Tätigkeiten, die zur Ausübung der Pflege notwendig sind, in Arbeitsbeschreibungen nicht als qualifizierte Tätigkeiten eingestuft werden und dafür notwendige Kompetenzen nicht in den Arbeitsbeschreibungen auftauchen. Dadurch werden diese als nicht eigens zu erlernende – und damit zu bezahlende - Kompetenzen wahrgenommen. Hinzu kommen Meinungen wie "Es reiche aus, einen Löffel halten zu können", die an Ignoranz gegenüber der Komplexität von Pflege kaum noch zu überbieten sind. Die körperlichen und psychischen Belastungen der Tätigkeiten werden schlicht ignoriert und dementsprechend auch finanziell nicht gewürdigt.

Gesundheitsversorgung muss rund um die Uhr gewährleistet werden, und fordert den Pflegenden ein großes Maß an Flexibilität bei der Arbeitszeit ab. Rund 70 Prozent der Pflegenden arbeiten "ständig, regelmäßig oder gelegentlich im Schichtdienst". Außerdem wird häufig an Sonn- und Feiertagen gearbeitet. Hinzu kommt die große körperliche Anstrengung. Im Rahmen des Mikrozensus gaben 16 Prozent der in der Pflege Beschäftigten an, dass sie in den letzten zwölf Monaten arbeitsbedingte Gesundheitsprobleme hatten. Hiermit liegt der Anteil der Betroffenen mehr als doppelt so hoch wie in anderen Gesundheitsberufen und der Gesamtgesellschaft. Als häufigste Ursachen wurden "Zeitdruck und Arbeitsüberlastung" sowie das "Heben von schweren Lasten" genannt.

Die enorme körperliche und psychische Belastung gepaart mit dem Zeitdruck, der sich in Minutenvorgaben für jede Handlung ausdrückt, führt dazu, dass die Pflegenden häufig überfordert sind. So kommt es auch zu Übergriffen von Pflegenden auf Pflegebedürftige. Viel häufiger tritt jedoch der umgekehrte Fall auf. Pflegende werden in ihrem Berufsalltag immer wieder beschimpft, bedroht und gewalttätig angegangen.

Hinzu kommt weiterhin, dass 71 Prozent der Pflegenden teilzeitbeschäftigt sind. Zusammen mit dem geringen Lohnniveau reicht bei einer Teilzeitbeschäftigung jedoch der Verdienst oftmals nicht zum Leben, geschweige denn zu einer wirklichen sozialen Absicherung.

Eingefahrene Rollenbilder

Nach wie vor ist die Ansicht weit verbreitet, dass Fürsorge und "sich um Menschen kümmern" Eigenschaften sind, die Frauen "von Natur aus" in sich tragen. Das Rollenbild der sorgenden Frau, als Mutter, Schwester, Gattin, Schwiegertochter ist fest in unserer Gesellschaft verankert und wird insbesondere von Konservativen auch heute noch immer wieder vorgetragen und vorgeschoben. Pflege und Sorge werden so zu Tätigkeiten, die Frauen - angeblich allein auf Grund ihres biologischen Geschlechts – per se können. Dies führt nicht nur dazu, dass die geleistete Arbeit weniger gewürdigt und schlechter bezahlt wird, sondern suggeriert gleichzeitig auch, dass Männer diese Fähigkeiten nicht hätten und auch nicht erlernen können.

Doch warum gilt das Waschen eines Autos als erlernbare und wichtige Fähigkeit, das Waschen eines Menschen jedoch nicht? Die Zuschreibung, die Pflege sei ein Frauenberuf, führt dazu, dass junge Männer nur selten auf die Idee kommen, diesen Beruf zu ergreifen und auch in der Familie überwiegend Frauen ältere Angehörige pflegen. Wenn Männer dies doch tun, müssen sie oftmals gegen Vorurteile von Familie und Freunden ankämpfen. Ein Pfleger berichtet beispielhaft, dass zu Beginn seiner Tätigkeit die meisten Freunde und Verwandten noch voller Wertschätzung und Zustimmung über den gewählten Beruf waren. Mit der Zeit wurden jedoch Stimmen laut, die fragten, ob er nicht mal "was Richtiges" machen möchte.

Arbeitsbedingungen müssen deutlich verbessert werden

Wenn wir der immer größeren Zahl von Pflegebedürftigen dauerhaft würdig und fachlich gerecht werden wollen, müssen sich die Arbeitsbedingungen für Frauen und Männer in der Pflege deutlich verbessern. Vorurteile, dass Männer für den Pflegeberuf schlechter geeignet wären als Frauen, müssen abgebaut und der Beruf von Pflegern zu einem neuen Leitbild einer geschlechtergerechten Gesellschaft werden. Die Pflege als qualifizierter Beruf braucht ein ihrer Wichtigkeit und Verantwortlichkeit der Tätigkeit entsprechendes Ansehen.

Das Lohnniveau muss deutlich steigen und die Arbeitsbedingungen müssen verbessert und abgesichert werden. Nur so werden sich in Zukunft Frauen und Männer selbstverständlich und bewusst für Pflegeberufe entscheiden und diese wichtige Aufgabe wahrnehmen. Grundsätzlich halten wir eine Unterscheidung in vermeintliche Frauenberufe und vermeintliche Männerberufe für ein Relikt, das es endlich abzulegen gilt.

Die Pflege und das auf Respekt gründende "Kümmern" um Menschen ist Aufgabe der gesamten Gesellschaft. Daher ist es wichtig, dass Care-Berufe endlich in den Fokus rücken und diese wichtige und schwere Arbeit auch die Anerkennung bekommt, die sie verdient.

Mit dieser Artikel-Serie möchten wir einen Beitrag dazu leisten, das Thema stärker in die politische Debatte zu bringen und die Aufmerksamkeit auf die immer noch bestehenden Probleme zu richten.

Da zu den Care-Berufen jedoch nicht nur die professionelle Pflege gehört, werden wir uns in der Folge auch mit Menschen in der ehrenamtlichen Pflege befassen, die Sicht auf die Pflege von der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer-Seite beleuchten, die soziale Akzeptanz von Männern in Frauenberufen untersuchen sowie die Situation in der Krankenpflege darstellen.

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36,5 Stunden unbezahlte Arbeit

Unentgeldliche Pflegearbeit wird oft nicht geschätzt. Eine politische Debatte über die private Pflege ist dringend notwendig.

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Was zu tun bleibt

Auch wenn die Frauenbewegung viel erreicht hat ist sie noch lange nicht am Ziel.

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Mind the gap

Die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen wird vom Institut für deutsche Wirtschaft mit methodischen Tricks klein gerechnet. Ein Interview mit Astrid Rothe-Beinlich.

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Pflege

Unser Ziel ist ein leistungsfähiges Gesundheitssystem, das die medizinische Versorgung für alle Menschen bereitstellt.

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Die Karte der Ungerechtigkeit

Männer und Frauen sind gleichberechtigt? Von wegen! Wir zeigen die Lohnunterschiede zwischen den Geschlechtern in der EU

Kommentare

Jürgen B.
30-04-13 11:39
Der Artikel ist von 2011!
Seitdem hat sich absolut nicht geändert, im Gegenteil, es wird immer schlimmer.
Meine Frau macht derzeit eine Ausbildung zur Altenpflegerin (drei Jahre immerhin).
Die Qualität der Kolleginnen, welche meist garnicht ausgebildet sind, ist alarmierend und gleichzeitig beschämend für das System. Abgesehen davon, dass 50% permanent "krank" sind. Auffällig oft an Feier- und Brückentagen.
Aber unter uns: Bei der Bezahlung und diesen Arbeitsbedingungen darf man sich nicht wirklich wundern. Zuletzt kamen Leiharbeiter aus Polen und Rumänien!!!
Da möchte man nicht "gepflegt" werden!

Also, ihr Grünen, dann macht mal was!! Ihr seid auch schon ganz schön alt...aber sorry, ich vergass, ihr bekommt ja fette Renten!!
Redaktion
25-04-13 11:31
Hallo Tim,
Wir Grüne betrachten das Verhältnis von Kirche und Staat insgesamt als eine für beide Seiten gewinnbringende Partnerschaft. Dies kann aber nicht heißen, dass wir nicht in einigen kritischen Bereichen, wie etwa dem besonderen Arbeitsrecht, welches die Kirchen genießen, diese Privilegien kritisch hinterfragen und hier in einigen Bereichen eine eindeutige Klärung herbeiführen möchten.

Religionsrechtliche Grundlage für die eigenständige Gestaltung des Arbeitsrechts der Kirchen bildet Artikel 140 Grundgesetz, der in diesem Zusammenhang auf Artikel 137 Absatz 3 Satz 1 der Weimarer Reichsverfassung verweist. Danach ordnet und verwaltet jede Religionsgesellschaft ihre Angelegenheiten selbstständig innerhalb der Schranken der für alle geltenden Gesetze. Dieses verfassungsrechtliche Selbstbestimmungsrecht schafft den Kirchen gegenüber dem Staat einen unantastbaren Freiheitsbereich, der das Recht gewährt, die eigenen Angelegenheiten selbst zu regeln. Dies umfasst auch die Gestaltung der Arbeitsverhältnisse der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im kirchlichen Dienst und die Beteiligungsrechte der Mitarbeiterschaft in Belangen der Einrichtung.

Unser Anliegen ist es, die rechtlichen Regelungen des Religionsverfassungsrechts den tatsächlichen Gegebenheiten in Deutschland anzupassen. Im vergangenen November hat unsere Bundestagsfraktion ein öffentliches Fachgespräch zu diesem Thema abgehalten. Die Ergebnisse dieses Gesprächs können Sie hier nachlesen:
http://www.gruene-bundestag.de/themen/religion/kirchliches-arbeitsrecht-im-21-jahrhundert_ID_4386310.html

Auf unserem letzten Bundesparteitag hat unsere Partei zudem den Beschluss gefasst, dass Betriebsverfassungsgesetz dahingehend zu ändern, dass die Anerkennung als Tendenzbetrieb gemäß Paragraph 118 BetrVG nur für Betriebe in kirchlicher Trägerschaft gilt, die mehrheitlich vom jeweiligen Träger finanziert werden.

Gruß,
Jasper Bauer
Onlineredaktion gruene.de
Tim K.
25-04-13 08:41
Es ist erfreulich, dass das Thema Pflege bei den Grünen angekommen ist. Leider höre und lese ich erstaunlich wenig zu den Praktiken der sog. freien Tragern Diakonie und Caritas.
Diese beide zusammen beschaftigen ca. 1 Millionen Menschen in Deutschland, ganz legal außerhalb der Tarifgemeinschaft!! Das bedeutet Lohndumping, Outsourcing und Dauerbefristungen. Die Politik schweigt dazu seit Jahren.
Wenn ihr wirkliche Gleichstellung wollt, müsst ihr die Abschaffung dieses kirchl. Sonderweges fordern bzw. umsetzen. Die Kirchen haben kein Recht auf eine Sonderbehandlung und lassen sich zudem auch alle ihre Angebote an die Gesellschaft, fast Komplett, gegenfinanzieren (selbst die Gehälter ihrer PfarrerInnen, Priester). Also was spricht für einen weiteren, meist frauenunfreundlichen Sonderweg bei den weltgrößten Arbeitgebern?
Joachim K.
25-01-13 14:49
Ich freu mich , daß die Grünen das Thema Pflege aufnehmen.
Bleibt jetzt nur noch abzuwarten, ob bei einem Regierungswechsel auch wirklich etwas getan wird in der Pflege.
ich bin selbst als exam. Pfleger in einem ambulanten Dienst in Führungsposition tätig, und sehe uns schwierigen Zeiten entgegen gehen.
Bei unserem Herrn Bahr trifft man mit Anfragen und Anregungen auf starkes Desinteresse, es scheint ihm wohl sch...egal zu sein.
Deshalb hoffe ich auf Grün.
Tut was!!
Roesger
18-11-12 12:47
Ich freue mich, daß das Thema Pflege auch von den Grünen anscheinend registriert wird.

Seit Jahren ist in der Bezahlung der sozialen Berufe kein Fortschritt erkennbar.

Aber vielleicht seit Ihr so still, weil Ihr entscheidend dazu beitragen habt, daß menschliche Arbeitskraft ausgebeutet wird.

Oder habt Ihr Hartz 4 nicht mit verabschiedet?

Damit verbunden ist auch das Thema Finanzen - ein Thema, das dazu geführt hat, das ich mich von den Grünen entfernt habe. Im Bundestag haben die Grünen alles durchgesunken, abgenickt, was mit den Rettungsschirmen zusammenhängt.
Immer wieder wurden Beschlüsse negiert, der Bürger nimmt alles schon ohne Nachfragen hin.
Und auch in Gesprächen vor Ort treffe ich auf Unverständnis mit meinen Fragen!
Wollt Ihr eine Gesellschaft die nur noch twittert, googelt und simst?
Das persönliche Gespräch ist eliminiert?
Woran liegt das? Informationsdefizite?
Wo bleiben die Gelder?
Kommen sie bei den Menschen an?
*************
Und nun zum Artikel Pflege!
In unserer Gesellschaft werden 2 Gruppen vorgeführt:

Alte und Gebrechliche - siehe Artikel!

Junge! Kinder, Schüler und Studenten!

Wie kann es sein, daß vor Jahren das Thema KITA verabschiedet wurde. Heute fehlen immer noch 200.000 Plätze!

Wo sind Eure mahnenden Stimmen?

In Hamburg sind 2.000 Studenten ohne Wohnung. Sie kampieren in Turnhallen, von einer Wolldecke getrennt.

Wo waren Eure mahnenden Stimmen, Ihr wart in Hamburg in der Regierungsverantwortung! Wo seid Ihr heute?

Seit Jahrzehnten türmt das Land Billionen € Schulden auf! Ihr wart in der Verantwortung, was habt Ihr vor, um auch Euren Kindern Zuversicht geben zu können?

Der Bundestag wird vergrößert auf 700 Abgeordnete!

Warum laßt Ihr das zu, ohne die Stimme zu erheben? Unser Land verfügt über eines der größten Parlamente.

Ihr lehnt doch Größenwahn ab, oder?

Bei dem Thema Steuerverschwendung höre ich nichts, aber auch garnichts!

Aus meinem Verständnis ist es die Aufgabe einer Opposition auch etwas zu sagen, wenn man anderer Meinung ist.

Oder ist das Schweigen als OK zu interpretieren?

Empfehlung:

In den nächsten Jahren gehen viele 68èr in den Ruhestand. Einige haben sich angepaßt - sieht man ja in der Politik. Andere haben immer noch ihren eigenen Kopf - ohne Vakuum.

Die haben Euch im Aufbruch und Aufschwung Eurer Partei begleitet.

Vergrätzt und unterschätzt sie nicht!

So, und nun genieße ich mein Joggen - im Wald durch das raschelnde Laub!
Stefan R.
04-10-12 23:01
Es sind nicht nur die Arbeitsbedingungen, die verbessert werden müssen.

Fangen wir doch mal ganz von vorne an. Es müssen die Ausbildungsbedingungen verbessert werden.
Ich lerne derzeit den Beruf des Heilerziehungspflegers in Bayern. Um diesen Beruf ausführen zu dürfen muss ich VOR Ausbildungsantritt ein 2 jähriges Vorpraktikum absolvieren. Klingt an sich nicht schlecht. Wer diese Arbeit machen will, kann so mal in die Arbeit der Pflege von behinderten Menschen "reinschnuppern". So kann ich mir im klaren werden, ob ich ich beruflich eigne. Klingt doch super....

Die Krux an der Sache ist aber die, dass man in diesem Praktikum einen Hungerlohn bezahlt bekommt, obwohl man ca. 40 Std. die Woche arbeitet. In welchem Ausbildungsberuf gibt es denn sowas? Zwei Jahre bevor ich überhaupt mit der eigentlichen Lehre beginnen DARF ,erstmal für fast nichts zu arbeiten.
Habe ich die 2 Jahre überstanden (was entweder nur geht wenn man zu Hause wohnt, oder wenn die Eltern einen finanziell unterstüzten und man noch einen Nebenjob nimmt) beginnt die 3 jährige Ausbildung.
Diese ist schulisch und wird meist nicht in staatlichen Schulen, sondern in privaten Bildungsinstitutionen angeboten.
Dort muss ich dann monatlich noch ein Schulgeld berappen.
Wenn man sich dann vor Augen hält, dass es dann Einrichtungen gibt, die ihren "Praktikanten" während der Ausbildung nicht einmal ein Gehalt zahlen, dann muss man sich nicht fragen, dass die Ausbildung in der Pflege nicht attraktiv ist.

Da kann ich mich auch bei einem Discounter an die Kasse stellen.
Der zahlt wenigstens dafür, dass ich arbeite und ich muss dabei niemanden auf die Toilette begleiten.
Kommentar

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