Frauenrat tagte zum Thema Rente

Der zweite ordentliche Bundesfrauenrat von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN tagte am 20./21. Oktober in Berlin. Im Zentrum der Debatten stand die Sozialpolitik, allen voran die Eckpunkte des grünen Bundesfrauenrats für eine geschlechtergerechte Rente und die eigenständige Existenzsicherung.

Astrid Rothe-Beinlich steht an einem Redepult und hält eine Rede., Foto: gruene.de (CC BY-NC 3.0)
Astrid Rothe-Beinlich begrüßt die Delegierten des Bundesfrauenrats und beginnt mit ihrer politischen Rede. Foto: gruene.de (CC BY-NC 3.0)

Auf dem 2. Bundesfrauenrat im Jahr 2012 in Berlin wurde über kommenden Herausforderungen der grünen Frauenpolitik diskutiert. Die Delegierten berieten gemeinsam über Konzepte zur Bekämpfung der Altersarmut von Frauen, grüne Sozialpolitik und die Rolle der Frauenpolitik im Bundestagswahlkampf 2013.

Den Auftakt am Samstagmittag machte die frauenpolitische Sprecherin und Mitglied des Bundesvorstandes Astrid Rothe-Beinlich. Sie betonte in ihrer Begrüßungsrede wie wichtig die Frauenpolitik als eigenständiges Politikfeld bei BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN ist und wie entscheidend unser Durchhaltevermögen in der Frauenpolitik auch für die Zukunft sein wird. „Das Kämpfen und Streiten für Gleichberechtigung - echte Gleichberechtigung - ist wie das Schwimmen gegen den Strom.“ Mit Bezug auf die aktuelle Bundesregierung führte sie fort: „Wer da aufhört zu kämpfen, wird zurücktreiben.“ Weiter ging es mit dem Bericht aus der grünen Bundestagsfraktion. Mit Zielstrebigkeit würde auch hier an frauenpolitischen Themen wie der Frauenquote in der Privatwirtschaft oder einer Überarbeitung des Prostitutionsgesetzes, gearbeitet, berichtete Monika Lazar (MdB).

Drei Frauen sitzen an einem Tisch auf der Bühne. Rechts im Bild ein großer Blumenstrauß., Foto: gruene.de (CC BY-NC 3.0)
Renate Künast (mitte) und Brigitte Loose von der Deutschen Rentenversicherung (rechts) diskutierten über Altersarmut von Frauen und das grüne Konzept einer Garantierente. Moderiert wurde die Diskussion von Anja Kofbinger (links im Bild). Foto: gruene.de (CC BY-NC 3.0)

Im Fokus der inhaltlichen Auseinandersetzung stand die eigenständige Existenzsicherung von Frauen im allgemeinen und das Thema Altersarmut im besonderen. Im Experteninnengespräch mit Brigitte Loose (Deutsche Rentenversicherung Bund - Input: Frauenalterssicherung: Stand und Perspektiven - PDF) wurden die aktuellen Daten zur Altersarmut und Erwerbsbiographien von Frauen diskutiert. Hierbei wurde deutlich, dass besonders Frauen die bereits jetzt Probleme mit der eigenen Existenzsicherung haben, dieses Problem durch das aktuelle Rentensystem ins Alter weitertragen werden. Deutlich wurden auch Unterschiede in den Erwerbslebensläufen der Frauen in den alten und neuen Bundesländern.

Im Anschluss präsentierte Renate Künast die Konzepte der grünen Bundestagsfraktion für eine Rentenreform. Besonders die Frage der Kompensation von Erziehungszeiten vor 1992 und die Riesterrente wurden kontrovers diskutiert. Finanzielle Argumente dürften keine Rechtfertigung für die Weiterführung von Ungerechtigkeiten sein, zumindestens sollten wir diese auch weiterhin klar benennen. Zudem wurden statt privater Rentenvorsorge ein realitätsnahes Modell zur beitragsfinanzierten Rentenvorsorge gefordert. Positives Feedback erhielt daher im Anschluss auch der Antrag des Präsidiums „In Würde altern“ der Kriterien für eine geschlechtergerechte Rentenversicherung aufstellt, er wurde einstimmig bei einer Enthaltung angenommen.

Vier Frauen mit Blumensträußen vor grünem Logo., Foto: gruene.de (CC BY-NC 3.0)
Das neu gewählte Präsidium des Bundesfrauenrats: Astrid Rothe-Beinlich, Brigitte Lösch, Anja Kofbinger und Judith Hasselmann (v.l.n.r.). Nicht im Bild, aber trotzdem wiedergewählt: Sina Doughan. Foto: gruene.de (CC BY-NC 3.0)

Am Nachmittag wurden bei der Wahl des Präsidiums des Bundesfrauenrats für die kommenden zwei Jahre Sina Doughan, Judith Hasselmann, Anja Kofbringer und Brigitte Lösch mehrheitlich wiedergewählt. Der Frauenrat dankte ihnen ebenfalls für die Arbeit der letzten zwei Jahre.

Mit bekräftigenden Worten von Claudia Roth über die Wichtigkeit von Frauenpolitik im Wahlkampf 2013, besonders in Abgrenzung zur Steinbrück-SPD, wurde der Sonntagmorgen gestartet. Claudia Roth machte deutlich wie wichtig das Konzept der eigenständigen Existenzsicherung für die grüne Frauenpolitik ist. Positiv, aber bestimmt wies Elisabeth Schroedter MdEP auf die Herausforderungen der Gleichstellungspolitik in der EU hin. Um Deutschland als zwölften Mitgliedsstaat mit Frauenquote für die Privatwirtschaft durchsetzen zu können, brauche es weiterhin großen Einsatz.

Eine junge Frau steht am Redepult., Foto: gruene.de (CC BY-NC 3.0)
Gesine Agena hält den Bericht der GRÜNEN JUGEND. Foto: gruene.de (CC BY-NC 3.0)

Von Engagement auf internationaler Ebene kann auch Gesine Agena von der GRÜNEN JUGEND berichten, die ein Vernetzungsprogramm mit jungen Frauen in Tunesien vorstellt. Die Grüne Jugend habe auf Frauen- und Genderpolitik dieses Jahr einen Schwerpunkt gelegt. Der kommende Bundeskongress der GRÜNEN JUGEND wird sich ausführlich mit dem Thema beschäftigen.

 

Beschluss des Bundesfrauenrates

In Würde altern (PDF)

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Bundesfrauenrat

Der Bundesfrauenrat koordiniert die frauenpolitische Arbeit zwischen den Gremien.

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Arbeit. Geschlecht. Gerecht.

Wie sieht ein geschlechtergerechter Arbeitsmarkt aus? Grüne Frauen tagen Mitte September in Leipzig auf der Bundesfrauenkonferenz.

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Bericht zum Bundesfrauenrat 2010

Der Bundesfrauenrat tagte am 1. und 2. Oktober 2010 in Berlin.

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Wir müssen jetzt handeln

Auf der Bundesfrauenkonferenz wurde zwei Tage über einen geschlechtergerechten Arbeitsmarkt diskutiert.

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Machen Sie Platz, Frau Schröder!

Die Frauen in Deutschland brauchen eine Ministerin, die sie würdig vertritt.

Kommentare

h.i.
20-11-12 15:23
den Kommentaren von Frau Stephanie Walter und h. g. ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen
h.g.
31-10-12 20:44
Sehr geehrte Stephanie Walter, ich bin zwar keine sie, wie dies ihre Anrede vermuten lässt, was allerdings aus meinem Namenkürzel, welches ich verwende, da man trotz vielgepriesener Meinungsfreiheit, diese dennoch nicht unbedingt gefahrlos praktizieren kann, auch nicht hervorgeht. Was sie über diese Meinungsfreiheit schreiben ist leider die Wirklichkeit. Auch die Grünen, die ursprünglich auszogen alles besser zu machen, und viele ihrer Anhäger neigen eher dazu Andersdenkende zu verunglimpfen, was allerdings bei säntlichen Parteien der Fall ist. Ihr Engagement ist bewundernswert und verdient höchstes Lob, in einer Gesellschafft in der die Kinder schon im Kleinkindlater den Eltern "abgenommen" werden sollen und in der Ganztagsschule seine Fortsetzung findet. Da beide Eltern arbeiten sollen, werden sie wohl kaum in der Lage sein, vom Berufsleben gestresst sich noch am Abend ihren Kindern zu widmen, Irgendwann werden diese Eltern alt und pflegebedürftig auf sich gestellt sein, da die Kinder ein intaktes Familienleben (heutzutzage von diversen Kreisen als angestaubt bezeichnet) nie kennengelernt haben und zu kaum eine richtige Beziehung aufbauen konnten. Die Alten, welche oft genug ein über vierzig Jahre langes Berufsleben hinter sich gebracht haben und somit eifrig in die Rentenkasse gezahlt, und oft genug viel Geld in ihre Kinder investiert haben, dürfen , wenn es nicht reicht auch über 65 oder noch viel älter , weiter arbeiten. Wenn dies dann nicht mehr geht, werden sie nunmehr als lästige Schmarotzer angesehen, welche die Sozialsysteme ausbeuten. Die Politik interessiert sich für diesen Personenkreis, wie ich bereits erwähnte erst zum nächsten Wahltermin, um es dann ganz schnell wieder zu vergessen. Vermutlich ist es weitaus schicker, sich mit jungen Frauen in Tunesien und anderswo zu beschäftgen. Wenn man sich die aufopfernde Arbeit der sog. Trümmerfrauen nach Kriegsende vor Augen hält, kann es einen nur noch entsetzen, wenn die sog."Mädchenmannschaft" den Grünen scheinbar nahe stehend, diesen Begriff mittlerweile umwidmen und für ihr feministische Arbeit in Anspruch nehmen. Hier zeigt sich deutlich wieviel Respekt man vor diesen Personen mittlerweile hat, die immerhin mit den Grundstein für den heutigen Wohlstand gelegt haben. Die besten Grüße an Frau Walter un meine Hochachtung.
Stephanie Walter
27-10-12 18:29
Sehr geehrte h.g., Ihr Beitrag deutet und leuchtet unseren Zustand in der BRD wieder. Ich unterstütze gerade den Petitionsauftakt "Rosenblätter im Irrgarten", und hoffe, dass in sämtlichen Parteien unseres Rechtsstaates sich alle Politiker Gedanken machen, wie unsere Zukunft im Alter verbessert werden kann, egal ob Weib ob Mann. Die Ausbeutung im gesamten Sozialwesen macht nicht einmal halt in Pflegeheimen oder problematischen Krankenanstalten, und dieses Problem ist nicht erst seit Jahren bekannt. Schlimm genug die Ausbeutung an Kindern denen man schon seit Jahren die Zukunft raubt. Vertrauen wird missbraucht und in eine bestimmte politische Instruktion gelenkt, egal welche Parteienorder gerade regiert. Meinungsfreiheit hoch propagiert, aber wenns um die Wurst geht steht der Knüppel gegen alle traumatisierten und aufbegehrenden Bürger bereit. Wie soll hier noch ein Staatsvertrauen aufgebaut werden wenn schon morgen neue Repressalien drohen. Ich erwarte von allen Frauenverbänden, gleich welcher Sache, respekt gegenüber Minderheiten, verlorenen Müttern und Vätern und denen, die an unserem Gesellschaftleben überhaupt nichtmehr teilnehmen dürfen. Dazu gehören auch diejenigen, denen man keine Freiheit mehr gönnt und hinter verschlossenen Justiztüren dass unmenschlichste zuführt. Man sollte nicht nur über den Tellerrand schauen um etwas zu verbessern, sondern sich auch um die bemühen denen jegliches tägliches Überleben nichtmehr garantiert wird.
Stephanie Walter, Pforzheim
h.g.
26-10-12 15:33
Interessante weise wurden in den von sieben Jahren unter Rot/Grün auf Bundesebene die Renten de facto gekürzt und zwar mit der Begründung: wir dürfen die kommenden Genarationen nicht noch stärker belasten. Altersarmut war zu dieser Zeit bei den Grünen wohl kein Thema. Nachdem man nunmehr erkennen mustte, was man damals in Puncto Sozialabbau so alles angerichtet hat, wird nunmehr der politische Gegner dafür vearntwortlich gemacht und bei jeder Gelegenheit für Dinge kräftig attackiert, die man selbst beschlossen hat.
Wenn man sieht, was die Grünen so alles fordern, fragt man sich, warum dies eigentlich nicht in diesen Jahren erledigt wurde, oder hatte man die sozial Schwachen und Rentner zu dieser Zeit nicht auf dem (Wahl) Zettel. Auf der Suche nach Wählerstimmen erinnert man sich nun an dieses Stimmenpotenzial und versucht ihnen das zu geben, was man ihnen genommen hat bzw. nicht geben wollte. Dazu gesellen sich Ökosteuer, EEG, sog. Gesundheitsreform u.v.m.
Zu den traditionellen Zielgruppen: Lehrer, selbsternannte Klimaschützer, Pazifisten
(wer schickte als erster wieder deutsche Soldten in den Krieg?), vermeintliche Interektuelle, gutgläubige Studenten usw. versucht man jetzt eifrig die Alten zu gewinnen.
Unter dem Deckmantel der Gleichstellung werden Frauen gegen Männer aufgewiegelt (besser Du als irgendein Kerl)
Das Ganze scheint mir doch arg durchsichtig. Anstatt sich auf Schwulen und Lesben, sowie sog. Frauenpolitik zu setzten, welche bei den Grünen allerdings so gut wie nichts mit der Gleichberechtigung zu tun hat, sollte die traditionelle Familienform gestärkt und gefördert werden, anstatt sie permamnet zu verunglimpfen und als angestaub zu bezeichnen. Die traditionelle Familie ist kein Relikt, wie von den Grünen immer wieder behauptet wird , aus der Adenauer-Ära oder ein verstaubtes Überbleisel aus den Fünfzigern, sondern eine lebendig gebliebene Form des Zusammenlebens, welche sich bestens bewährt hat, wobei die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau selbstverständlich zu beachten ist, was bei den , von Grünen so verhätschelten Muslimen nicht unbedíngt Usus ist.
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