Frauenhäuser müssen Pflichtaufgabe sein!

Am Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen wird am 25. November 2012 zum 26. Mal auf Frauen als Opfer von Gewalt aufmerksam gemacht. Neben der zentralen Aufgabe von Staat und Gesellschaft zur Prävention, muss die Versorgung der von Gewalt betroffenen oder bedrohten Frauen sichergestellt werden. Seit den 1970er Jahren haben sich bundesweit Frauenhäuser und Beratungsstellen etabliert, die von Gewalt Betroffenen und ihren Kindern Zuflucht und Unterstützung anbieten. Die Finanzierung der Häuser ist unklar, daher möchten wir eine staatliche Verpflichtung für die Finanzierung und Bereitstellung der Frauenhäuser und ihrer Beratungsstellen.

Eine Frau schaut aus dem Fenster, Foto: Zora0/flickr.com (by nc-sa-2.0)
Etwa 40.000 Frauen jährlich, flüchten in Deutschland vor Gewalt in ein Frauenhaus. Foto: Zora0/flickr.com (by nc-sa-2.0)

Jährlich fliehen laut Deutschem Fürsorge Verein etwa 40.000 Frauen und ihre Kinder vor Gewalt aus ihrem häuslichen Umfeld. Sie suchen Schutz in Einrichtungen, wie den Frauenhäusern. Platz ist dort jedoch nicht für alle Betroffenen und so kommt es immer wieder vor, dass Frauen trotz Schutzbedarfs nicht aufgenommen werden können. Die Zahl der schutzsuchenden Frauen, die von den Frauenhäusern aufgrund mangelnder Plätze abgewiesen werden mussten, belief sich in 2011 auf 9.000 Frauen – die jedoch zum Teil an andere Schutzeinrichtungen weiterverwiesen werden konnten. Die genaue Zahl kann also nicht festgestellt werden. Hinzu kommt, dass auch die Beratungsstellen und Einrichtungen nicht alle Frauen in Not erreichen können, daher muss von einer hohen Dunkelziffer von Frauen ausgegangen werden, die keine Hilfe bekommen.

Zum Jahreswechsel 2011/2012 gab es in Deutschland laut Bericht des Bundesministeriums 353 Frauenhäuser und 41 Flucht-, Schutz-, bzw. Zufluchts- wohnungen. Diese haben eine Kapazität von 6.000 Plätzen, in denen jährlich etwa 15 000 bis 17 000 Frauen mit ihren Kindern unterkommen.

Die Frauen, die Zuflucht in Frauenhäusern suchen, sind meist Opfer von häuslicher Gewalt. Männern bleibt der Zutritt zu den Häusern verwehrt und es gilt zum Schutz der Frauen der Grundsatz der Anonymität. Die Aufnahme der Adressen von Frauenhäusern in öffentlichen Verzeichnissen gibt es daher nicht. Ein Hilfetelefongesetz, das die Vermittlung von Frauen an Frauenhäuser und Beratungsstellen bundesweit regeln soll, wurde einstimmig vom Bundestag beschlossen. Diese bundesweite Telefonnummer ist ein Schritt in die richtige Richtung. Problematisch und zugleich entlarvend für die Bundesregierung dabei ist jedoch, dass die dahinterstehenden Institutionen, also die Frauenhäuser und Fachberatungsstellen nicht in ausreichendem Maße vorhanden sind. Selbst wenn Frauen an die entsprechenden Stellen weitergeleitet werden, bleiben sie oftmals schutzlos, wenn sie aus Platzmangel und wegen der fehlenden Finanzierung abgewiesen werden müssen.

Die Finanzierung ist weiterhin ungesichert

Problematisch ist also vor allem die Finanzierung der Frauenhäuser. Sowohl autonome, als auch nicht-autonome Frauenhäuser werden durch öffentliche Mittel teil- oder komplett finanziert. Die besonderen Regelungen der Bundesländer bestimmen dabei die Zuwendung für die einzelnen Personen nach dem Sozialgesetzbuch. Der Status von Auszubildenden und Studentinnen ist hierbei besonders schwierig, da sie nur in seltenen Fällen einen Anspruch auf Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch haben. Auch die Zuständigkeit für Frauen, die Frauenhäuser außerhalb ihres Wohnorts in Anspruch nehmen wollen, ist nicht geklärt. Die Finanzierung der Einrichtungen wird von den Bundesländern, Städten und Landkreisen übernommen, diese Regelungen sind bundesweit aber nicht einheitlich. Wollen Frauen außerhalb ihres Wohnortes Hilfeeinrichtungen in Anspruch nehmen, so wechseln sie damit den Zuständigkeitsbereich und die Finanzierung ihres Aufenthalts wird erneut unklar.

Gerade die Situation von Frauen, die aus persönlichen Gründen Schutz jenseits ihres eigentlichen Wohnortes suchen, lässt eigentlich keine bürokratische Prüfung und Antragstellung zu, da sie unmittelbare Hilfe benötigen. Die Verbände der Frauenhäuser fordern daher einen schnellen und unbürokratischen Weg, um den Frauen die Hilfe, die sie benötigen, geben zu können, ohne lange Antragsverfahren und Wartezeiten. Die Probleme sind schon seit Jahren bekannt. Trotzdem gibt es bis heute immer noch keine konkreten Konzepte zur Verbesserung von Seiten der Bundesregierung. Das Problem wird schlichtweg ignoriert, eine längst überfällige Neuregelung der Frauenhausfinanzierung die die Finanzierung auf breitere und unbürokratischere Füße stellt bleibt aus.

Wir unterstützen daher eine staatliche Verpflichtung für die Finanzierung und Bereitstellung der Frauenhäuser und ihrer Beratungsstellen und damit einhergehend eine dauerhafte Absicherung der Frauenhausfinanzierung.

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Kommentare

VeganFreiwild
09-01-13 20:14
Ist Ihnen schon einmal der Einfall gekommen das Gewalt gegen Frauen die seit Jahrzehnten stark zunimmt inn Verbindung mitn Ihrem feminismus stehen.
Sie selber tragen die Verantwortung für großes Leid.
Jens
14-12-12 19:16
Irgendwo muss das viele Geld für die Eurorettung(en) eingespart werden. Also regt Euch nicht über unklare Finanzierungen auf....
Gast
27-11-12 14:30
An "Auch Gast:"

Geschlechter sind aus meiner Sicht keine Klischees sondern Fakt. Die angeblich naturverbundenen Grünen-Politiker ignorieren aber die Natur (Fortpflanzung nur durch verschiedene Geschlechter möglich) und auch die Naturgesetze (z.B. Gesetz der Polarität als eines der hermetischen Gesetze). Aber so sind sie eben die Grünen.

Würden die Grünen die Natur respektieren oder verstehen, dann würden sie z.B. gegen die Entnahme von großen Mengen "Biomasse" zur Energieerzeugung eintreten weil diese "Biomasse" den bestehenden natürlichen Kreisläufen entrissen wird.
Von Gesetzmäßigkeiten der Physik und simplen wirtschaftlichen Prinzipien haben die Grünen auch noch nichts gehört sonst würden sie die sog. erneuerbaren Energien längst als Unfug verworfen haben. (z.B. mehr konventionelle Energie aufwenden als Öko-Energie erzeugen und dann von Nachhaltigkeit reden)
Mel
26-11-12 14:18
Gewalt gegen Frauen ist gwenerell zu verurteilen, aber ebenso von Migranten ausgeübte Gewalt gegen ihre eigenen Frauen und Mädchen im Sinne von Drangsalieren und "Ehrenmorde" ausüben etc.etc., aber auch gegen alle anderen, eben auch deutsche Mitbürger. Leider verschließen die Grünen die Augen davor, daß bereits in Schulen deutsche Kinder von dominierenden und oft durch Sitzenbleiben schon älteren ausländischen Schülern fertig gemacht werden.
Es fehlt aber auch eine klarere Positionierung der Grünen zum Thema Gewalt gegen kleine Jungen, hier das schon von anderen angesprochene Thema der Beschneidung und der damit verbundenen Gewaltausübung und nicht wieder gut zu machenden Körperverletzung. Kinder haben ein Recht auf Unversehrtheit!
Matthias
25-11-12 21:13
Schade, dass die Grünen Frauen immer nur als Opfer sehen und sich auch nur um die Rechte von Frauen und Mädchen kümmern, vielleicht noch um Schwule, aber das wars dann. Rechte für Männer und Jungen kommen bei den Grünen nicht vor. Gewalt durch Frauen gegen Männer wird totgeschwiegen. Beim Schutz von Jungen ist der Parteitag zu feige Position zu beziehen, da wird zu Gunsten der political correctness schon mal ein Auge zugedrück, ist doch egal, wenn Jungen jetzt wieder Eigentum der Elten werden, die frei über sie verfügen können, hauptsache die Mädchen bleiben geschützt, weil bei denen ist das natürlich alles ganz anders. Frauen und Mädchen können ins Frauenhaus flüchten, Jungs kommen unters Messer. Das sind Grüne menschenrechte *kopfschüttel*
Anonym
25-11-12 13:42
Auch Männer und Jungen können wehrlose und unschuldige Opfer sein. Daher wäre es im Sinne der Gleichberechtigung erforderlich, ebenso "Männerhäuser" zu errichten.
Auch Gast
24-11-12 18:10
Es ist sicher richtig, dass die Grünen eine sichere Finanzierung für
Frauenhäuser fordern. Für eine Partei die nicht in Geschlechterklischées denkt, fehlen
mir aber ein paar Worte zu Männerhäusern.Der Bedarf wird wohl geringer sein als der an Plätzen in Frauenhäusern. Gerade in großen Städten wäre das aber sicher einen Gedanken wert.

P.S: Stimme Gast 1 zu.
h.g.
24-11-12 15:49
@Gast, zuerst sollte man nicht unbedingt von Einwanderen sprechen. Kanada ist ein Einwanderungsland, Deutschland nicht. Ein Teil der sog. Einwanderer ist, wie wohl allgemein bekannt, in erster Linie auf Transferleistungen aus. Für negative Folgen dieser unkontrollierten Zuwanderung wird, obwohl von den Grünen so gewollt, dann der politische Gegner verantwortlich gemacht. Claudia Roth, die von der Basis abgeschossene und von den Deligierten wiedergewählte Grünenchefin möchte am liebsten jeden hier aufnehmen, wobei Muslime bei ihr besonderen Vorzug genießen zu scheinen.
Falls es dann, von Imigranten verursachte Probleme gibt, so werden diese sowohl von den Grünen, als auch von deren Sympatisanten in Politik Presse usw. ausgeblendet, oder aber der politsche Gegner einer falschen Integrationspolitik bezichtigt. Wenn hier einerseits eine unsinnige Frauenquote gefordert wird, Frauen und Männer gegeneinander aufgehetzt werden, andererseits die Unterdrückung der Frau in gewissen Kulturkreisen ideologisch verblendet, verschwiegen und muslimischen Frauenrechtlerinnen keine, oder kaum nennenswerte Beachtung geschenkt wird, so ist dies einmal mehr ein Beweis Grüner Wiedersprüchlichkeit,
bei der zwar alle in unser Land kommen sollen, die Probleme aber ausgeklammert werden, oder der Allgmeinheit aufgebürdet werden sollen. Wieviel notleidende Frauen aus anderen Kulturkreisen haben denn schon Frau Roth und ihre Mitstreiter schon bei sich aufgenommen ?
Im übrigen kann nicht ständig der Staat, also die Allgemeinheit für familiäre Probleme aufkommen, bzw. haftbar gemacht werden.
Dass die Frauen 23% vweniger verdienen als Männer, wird von den Grünen zwar immer wieder gebetsmühlenartig behauptet, ist lediglich ein statistischer Wert und kann leicht zerpflückt werden. Wiedersprüche im Grünen Gemischtwarenladen wohin man schaut.
Gast
23-11-12 14:05
Ausgerechnet die von den Grünen favorisierten Einwanderer bestimmter Kulturkreise nehmen es mit den Frauenrechten nicht so genau. Wie wollen die Grünen diesen Widerspruch lösen? Oder stören sich die Grünen, wie so oft, nicht an der Widersprüchlichkeit ihrer Politik?
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