Ziel verfehlt!
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Am 31. Oktober 2000 wurde die Resolution 1325 vom UN-Sicherheitsrat verabschiedet. Sie soll die Einbeziehung und Berücksichtigung der besonderen Rolle von Frauen bei der Prävention und Beilegung von Krisen und Konflikten fördern. Doch auch nach zehn Jahren hat sich in Deutschland wenig getan. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN machen sich schon seit langem für die Umsetzung dieser Resolution stark. Wir wollen an dieser Stelle in einer Porträtserie Frauen aus Kriegs- und Krisenregionen wie Bosnien, Afghanistan und dem Iran selbst zu Wort kommen lassen, um auf die Notwendigkeit der Umsetzung der Resolution aufmerksam zu machen.

Mein Name ist Advija Ibrahimovic, ich bin 26 Jahre alt und das jüngste Mitglied der Organisation Zene Srebrenica, der Frauen von Srebrenica. Ich lebe in Tuzla, aber ich komme aus einem Dorf in der Nähe von Srebrenica. Meine Mutter wurde von serbischen Nachbarn Anfang des Krieges im Jahr 1993 erschossen. 1995 waren mein Vater, mein Bruder und meine Schwester wie viele nach Potocari geflüchtet. In dem Ort in der Schutzzone Srebrenica hatte die UN ihr Hauptquartier und wir suchten Schutz vor den Tschetniks. Aber die serbischen Täter kamen dennoch – und holten unter anderem meinen Vater. Ich verlor auch einen Onkel und viele Cousins, alle sehr junge Männer. Sie starben bei dem Versuch, durch den Wald in sicheres Gebiet zu flüchten. Vor zwei Jahren rief mich das Zentrum für die Identifizierung vermisster Personen an. Sie hatten Knochen meines Vaters gefunden, vom Unterarm, aus der Brust, vom Bein. Die serbischen Täter verlegten immer wieder Leichen von einem Grab ins andere. Die Unmenschen wollten, dass wir nie herausfinden, was genau passiert ist und wo unsere Angehörigen sich befinden.
Inzwischen studiere ich Krankenpflege an der Universität Tuzla, ich bin so gut wie fertig mit dem Studium. Ich lebe mit meinem schwer traumatisierten Bruder zusammen. Ich werde immer weiter für Gerechtigkeit und Wahrheit kämpfen und dafür, dass wir alle Brüder, Ehemänner, Väter finden, die von den serbischen Tätern getötet wurden. Meine Mission ist, über den Genozid zu reden, damit wir ihn nicht vergessen und solche Verbrechen auf der Welt verhindern können.
Organisation Zene Srebrenica will eigentlich nicht politisch sein, wir brauchen die Politik allerdings, um unsere Ziele durchzusetzen. Was unsere Ziele sind? Nach dem Genozid begannen die Frauen nach den Männern und Jungen zu suchen. Wir waren uns sicher, dass sie 8000 Menschen nicht an einem Tag töten konnten. Doch niemand Offizielles von der UN wollte 1995 nach Srebrenica kommen, weil es als unsicher galt. Heute macht unsere Organisation das gleiche wie früher: Wir suchen immer noch nach Wahrheit und Gerechtigkeit. Wir wollen, dass all die Killer gefasst und verurteilt werden, die frei herumlaufen dürfen. Jeden elften des Monats demonstrieren wir in Tuzla und tragen Kissen mit den Namen der Vermissten und Toten mit uns.
Die Identifizierung der Opfer geht viel zu langsam voran. Viele Frauen sterben, bevor ihre Angehören gefunden sind. Auch die Wahrheitsfindung und die Verurteilung der Täter dauern eindeutig zu lang. Wir sind natürlich nicht zufrieden mit dem Karadzic-Prozess in Den Haag. Vor zwei Jahren wurde er verhaftet und ist immer noch nicht verurteilt. Das Gericht erlaubt ihm, sich zu produzieren, all seine Lügen zu erzählen und so die Opfer noch mal zu beleidigen.
Die Situation für Frauen hat sich bereits verändert. Es gibt heute mehr Frauen in politisch einflussreichen Positionen. Sie sind ganz selbstverständlich Ministerinnen und Bürgermeisterinnen, und deshalb ändern sich die Ansichten über Frauen. Nach dem Krieg haben insbesondere Frauen aus meiner Region sich sehr dafür engagiert, dass man sich noch an die Toten erinnert und Kriegsverbrecher verfolgt werden. Die Frauen wollten, dass die Welt von ihrem Anliegen weiß.
Es ist wichtig, Frauen in politische Prozesse, vor allem beim Wiederaufbau in Krisen- und Konfliktregionen einzubeziehen. In Bosnien sind die Frauen die Oberhäupter der Familie und deshalb für politische Aufgaben hervorragend vorbereitet. Sie können komplizierte Konflikte geschickter managen als Männer und würden alles tun, um die Ihrigen zu schützen. Ich glaube, in der Region wäre alles besser, wenn eine Frau Präsident wäre.