Fleischeslust
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"Da gibt es keinen gesetzgeberischen Handlungsbedarf", sagte Dr. Achim Dercks Anfang dieses Jahres. Herr Dercks ist stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages. Er sprach während einer Anhörung im Familienausschuss des Bundestages über die ungleichen Löhne von Männern und Frauen.
Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach sich in einem Interview mit der Zeitschrift EMMA gegen rechtliche Konsequenzen aus - obwohl ihr durchaus bewusst sei, dass Frauen im Schnitt immer noch bis zu 10 Prozent weniger verdienen als Männer. Sie wolle höchstens "von seiten der Politik immer wieder mahnen und Druck machen.”"
Kein Handlungsbedarf Frau Merkel, Herr Dercks? Unsere Karte zeichnet ein ganz anderes Bild. So traurig wie in Deutschland ist es in keiner anderen Industrienation Europas um die Gleichbehandlung von Männern und Frauen bestellt. Schlechter sind die Verhältnisse nur noch in Zypern, Estland und der Slowakei.
Warum das so ist? Dafür gibt es viele Gründe. Zum Beispiel werden typische Frauenberufe prinzipiell schlechter bezahlt als typische Männerberufe.
Häufig ist die Ursache in den unterschiedlichen Erwerbsbiografien zu finden. Frauen erziehen die Kinder und führen den Haushalt. Deshalb arbeiten sie häufig in Teilzeit. Teilzeit bedeutet: niedrigerer Lohn, weniger Berufserfahrung, geringere Aufstiegschancen. In der Folge verstärkt sich die traditionelle Rollenverteilung. Der Mann hat den Vollzeitjob, verdient mehr Geld, steigt auf.
Die zweite Ursache für den geringeren Verdienst von Frauen: Sie arbeiten in Berufen, die schlechter bezahlt sind als die typischen Männerdomänen. Eine Krankenschwester oder Altenpflegerin hat körperlich und geistig schwere Arbeit zu leisten. Ihre Tätigkeiten werden nicht angemessen entlohnt. Die Rechtslage macht es Frauen nicht einfacher. Es gibt kein Gleichstellungsgesetz, auf dessen Grundlage Frauen Gerechtigkeit einfordern können. Und wenn sie den Gang vor den Kadi wagen, folgt Problem Nummer zwei: Lohndiskriminierung stichhaltig nachzuweisen, ist fast unmöglich. Deshalb ziehen zuwenig Frauen in den Kampf für gerechte Bezahlung.
Kampf und Durchsetzungsvermögen sind auch bei Gehaltsverhandlungen nötig. Doch darin schlagen sich Männer häufig erfolgreicher als Frauen. Frauen sind in ihrem Verhalten konsensorientierter und weniger aggressiv.
Nicht natürlicherweise, denn solche Unterschiede zwischen Mann und Frau entstehen durch Sozialisation, also Erziehung, Medien, gesellschaftliche Normen und persönliche Erfahrungen. Sozialisation prägt ebenso das männliche Verhalten, bewusst oder unbewusst. Häufig befördert ein Chef bei gleicher Bezahlung eher einen Mann. Und so bleiben die Vorstandsvorsitzenden unter sich.
Diese Faktoren bilden einen Kreislauf, der nur schwer zu durchbrechen ist.
Kann es sein, dass auch nach 50 Jahren Kampf für die Gleichberechtigung niemand in der Lage ist, gleiche Löhne für Frauen und Männer durchzusetzen? Nicht die Wirtschaft, nicht die Gesellschaft und auch nicht der Staat?
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN wollen das nicht länger hinnehmen. Wir fordern:
https://www.wwresource.de/b90gruene/step2.php
Hintergrundinformationen als PDF: