83 Tage länger arbeiten fürs gleiche Geld

Der Equal-Pay-Day am 23. März markiert symbolisch den Tag, bis zu dem Frauen über den Jahreswechsel hinaus rechnerisch weiterarbeiten müssen, um das durchschnittliche Jahreseinkommen der Männer zu erreichen. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN beteiligten sich auch in diesem an Aktionen zum Equal-Pay-Day am Brandenburger Tor.

Demo zum Equal Pay Day am 23. März 2012 am Brandenburger Tor.

Frauen werden vielerorts noch immer nur deshalb schlechter bezahlt, weil sie Frauen sind. Die für die Gleichstellung zuständige Ministerin Schröder verhindert weiter wichtige Reformen zur Frauenförderung und unternimmt nichts, um etwas an dieser Lohnungleichheit zu ändern. Ministerin Schröder ist und bleibt damit eine Fehlbesetzung.

Männer verdienen nicht nur rund 22 Prozent mehr als Frauen, sie erhalten auch häufiger Sonderzahlungen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie Gewinnbeteiligungen und werden öfter befördert.

Veraltetes Alleinernährermodell

Die Steuer- und Sozialgesetzgebung orientiert sich beispielsweise mit dem Ehegattensplitting oder den Plänen für ein Betreuungsgeld von Schwarz-Gelb nach wie vor am veralteten Alleinernährermodell und setzt so falsche Anreize. Hinzu kommen fehlende Kinderbetreuungs- und Infrastrukturangebote.

Auch die Wirtschaft ist auf das große Potential gut ausgebildeter Frauen angewiesen. Sie kann es sich nicht leisten, auf diese qualifizierten Fachkräfte zu verzichten. Einzelne gute Beispiele reichen aber nicht aus. Freiwillige Maßnahmen sind trotz Zusagen der Wirtschaftsverbände wirkungslos geblieben. Gebraucht wird endlich ein Gleichstellungsgesetz für die Privatwirtschaft.

Frauen in Führungspositionen

Der eklatante Frauenmangel in Führungspositionen der Wirtschaft ist nicht nur ein Gerechtigkeitsproblem, sondern auch volkswirtschaftlich unsinnig. Die herrschende Männerdominanz in Führungsetagen ist ein Hindernis für Innovation und Entwicklung. Deshalb fordern die Grünen nach norwegischem Vorbild eine 50 Prozent Quote für jedes Geschlecht in den Aufsichtsräten - für frischen Wind und bessere Kontrolle.

Gesetz zur Lohngleichheit

Frauen arbeiten häufiger im Niedriglohnsektor und in prekärer Beschäftigung. Diesen Frauen würde ein gesetzlicher Mindestlohn zugute kommen und dazu beitragen, die Lohnschere zu schließen.

"Wir fordern Ministerin Schröder auf, endlich gegen diese skandalöse Ungerechtigkeit aktiv zu werden. Freiwillige Verpflichtungen zeigen keine Wirkung", sagen die grüne Bundesvorsitzende Claudia Roth und Astrid Rothe-Beinlich, frauenpolitische Sprecherin von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN. "Wir wollen ein Gesetz zur Lohngleichheit, das Unternehmen verpflichtet, Diskriminierung zu bekämpfen und die Möglichkeit bietet, wirkungsvolle Sanktionen zu erlassen. Das Prinzip ‚Gleicher Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit‘ muss endlich zur Realität gemacht werden."

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♀ = ♂ - 23 Prozent

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit und eine eigenständige Existenzsicherung. Die Grünen fordern effektiven Schutz vor Lohndiskriminierung bei Frauen.

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Männerdominanz ist Innovationshemmnis

Astrid Rothe-Beinlich fordert, das Missverhältnis zwischen Frauen und Männern in deutschen Führungsetagen zu beseitigen.

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Gleicher Lohn, gleiche Arbeit

Wie erreichen wir wirkliche Gleichberechtigung? Unsere Spitzenfrauen antworten

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Meilensteine der Frauenbewegung

146 Jahre Frauenbewegung. Unsere Chronik zeigt die entscheidenden Momente. Was wurde erreicht, was gibt es noch zu tun?

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Teilzeit? Nur freiwillig und abgesichert!

Annelie Buntenbach (DGB) über die Probleme von Teilzeitbeschäftigung und die längst überfällige Aufwertung von Care-Arbeit.

Kommentare

Knigge
24-09-12 10:06
Sie haben recht, gleiche Bezahlung muss sein. Sie ist ein Grundrecht ebenso wie die Gleichberechtigung auf allen Gebieten des Lebens. Wer sich dagegen ausspricht, der lebt in einem anderen Jahrhundert.
Doch liebe Damen und Herren muss ich Ihnen bei Ihren statistischen Daten widersprechen, die Sie leider aus politischen Gründe, trotz besseren Wissens, immer und immer wieder falsch darstellen. Die 22 Prozent ergeben sich auf Grund der unterschiedlichen Branchen in denen Männer und Frauen arbeiten. So ist der Ingenieursberuf, den leider auch heute noch zu selten Frauen ergreifen, nun einmal besser bezahlt als jener einer Lehrkraft in Schule oder Kindergarten. Genauso werden in dieser Statistik keine Überstunden erwähnt, die in der Regel von Männer (statistich belegbar) häufiger geleistet werden. Gleiches gilt für den Bruch im Lebenslauf den eine Schwangerschaft nun mal faktisch bedeutet.
Wir müssen nicht die Symptome bekämpfen (Frauenquote) sondern dort ansetzen, wo eine reelle Benachteiligung der Frau auf dem Arbeitsmarkt ihre Ursache hat. Ein erster Schritt wäre es das BEtreuungsangebot für Kinder auszubauen, um jenen Frauen die es wollen, einen schnellen Weg zurück in das Berufsleben zu ermöglichen. Vielleicht sollte man auch einfach mal über eine generelle Arbeitszeit für alle Branchen und Hierarchiebenen nachdenken, um es so zu ermöglichen, im gehobenen oder hohen Management tätig zu sein und trotzdem ein Familienleben zu führen. Denn dies sind mittlerweile die wahren Gründe, warum Frauen seltener in Führungspositionen zu finden sind.
28-03-12 17:56
Nicholas Rockefeller sagte dazu folgendes: “Der Feminismus ist unsere Erfindung aus zwei Gründen. Vorher zahlte nur die Hälfte der Bevölkerung Steuern, jetzt fast alle weil die Frauen arbeiten gehen. Ausserdem wurde damit die Familie zerstört und wir haben dadurch die Macht über die Kinder erhalten. Sie sind unter unserer Kontrolle mit unseren Medien und bekommen unserer Botschaft eingetrichtert, stehen nicht mehr unter dem Einfluss der intakten Familie. In dem wir die Frauen gegen die Männer aufhetzen und die Partnerschaft und die Gemeinschaft der Familie zerstören, haben wir eine kaputte Gesellschaft aus Egoisten geschaffen, die arbeiten (für die angebliche Karriere), konsumieren (Mode, Schönheit, Marken), dadurch unsere Sklaven sind und es dann auch noch gut finden.”
Freier Bürger
24-03-12 23:21
Äpfel und Birnen sind zwei Früchte, das einzig gemeinsame was Sie haben ist, ja Sie wachsen an einem Baum.

Und so sind halt auch viele Statistiken es sind Äpfel und Birnen
Kommentar

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