Fleischeslust
Welche politische Dimension der Genuss von Schnitzel, Gulasch und Co. hat, erklärt die Heinrich Böll Stiftung in ihrem Fleischatlas. MEHR
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Der Monitoringbericht macht deutlich: Die Schwarz-Gelben Regierung kann die Energieeffizienzziele nicht erreichen. MEHR
Die von der Merkel-Regierung verabschiedete Beihilferegelung für die Industrie fördert weder den Klimaschutz noch entlastet Sie die Bürger. MEHR
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Gemeinsam mit vielen Menschen, die sich dem Aktionsbündnis angeschlossen haben, protestieren wir am heutigen Equal Pay Day gegen die ungleiche Bezahlung von Frauen und Männern. In Deutschland herrscht eine Lohnlücke von 23 Prozent zulasten der Frauen das wollen und werden wir uns nicht länger bieten lassen.
Trotz aller Appelle und Selbstverpflichtungen in den letzten Jahren – geändert hat sich an dieser Ungerechtigkeit nichts. Ministerin Schröder weigert sich konkret zu werden, die Kanzlerin windet sich und lässt ihrer Rhetorik keine Taten folgen. Die Bundesregierung darf nicht länger die Hände in den Schoß legen sondern muss zügig und entschlossen handeln.
„Wir brauchen endlich verbindliche gesetzliche Regelungen, die ernst machen mit den gleichen Chancen am Arbeitsmarkt“, sagt Astrid-Rothe-Beinlich. „Wir fordern ein umfassendes Gleichstellungsgesetz für die Privatwirtschaft, das mit Personalentwicklungsplänen und Vergaberichtlinien klare Vorgaben für die Unternehmen festlegt und gleichzeitig mit einem Verbandsklagerecht konkrete Unterstützung für die Betroffenen beinhaltet“, so die frauenpolitische Sprecherin des grünen Bundesvorstands.
Die grüne Bundesvorsitzende Claudia Roth fügt hinzu: „Geschlechtergerechte Arbeitsbewertungssysteme sind dafür ebenso notwendig, wie ein gesetzlicher Mindestlohn, die Abschaffung der Minijobs, eine eigenständige Existenzsicherung und eine Arbeitszeitpolitik, die es Frauen und Männern ermöglicht, Privatleben und Beruf zu vereinbaren und Aufgaben gerecht zu teilen."
Bereits vor 50 Jahren haben die Gründungsstaaten der EU in den Römischen Verträgen das Ziel der Lohngleichheit vorgegeben. Bis heute ist sie nirgendwo in der EU erreicht. Frauen erhalten überall in Europa immer noch weniger Lohn als ihre männlichen Kollegen, selbst wenn sie eine gleichwertige Arbeit verrichten. Dabei ist ein großer Teil der Einkommensunterschiede auf die indirekte Diskriminierung von Frauen in der Arbeitswelt zurückzuführen. Aber während andere europäische Länder wie Frankreich und Spanien begonnen haben, mit gesetzlichen Maßnahmen dagegen anzugehen, legt schwarz-gelb die Hände in den Schoß. Dabei hätte die Bundesregierung allen Grund zu handeln: Deutschland liegt mit 23% Lohndifferenz nach wie vor auf einem der letzten Plätze in Europa!
Wir sagen, es ist höchste Zeit, sich für effektive und gesetzliche Maßnahmen zur Lohngerechtigkeit von Frauen und Männern einzusetzen.
Frauen haben ein Recht auf gleiche Chancen im Erwerbsleben, dennoch arbeiten sie wesentlich häufiger zu Löhnen und in Abeitsverhältnissen, die kein ausreichendes Einkommen bieten. Das Modell des Alleinernährers mit zuverdienender Ehefrau, das diese Tendenz befördert, ist längst nicht mehr zeitgemäß. Frauen wollen beides: eigenständige Sicherung durch Erwerbsarbeit und Familie. Grundvoraussetzung dafür ist eine verlässliche, bezahlbare und qualitativ hochwertige Infrastruktur. Aber auch hoch qualifizierte und allein stehende Frauen sind von Diskriminierungen am Arbeitsplatz und mangelnden Karrierechancen massiv betroffen. Auch in Führungspositionen sind Einkommensunterschiede alltäglich.
Niedrige Löhne und veraltete steuerrechtliche Regelungen wie das Ehegattensplitting grenzen Frauen aus dem Erwerbsleben aus und behindern ihre eigenständige Existenzsicherung - mit fatalen Folgen nicht nur für unsere Sozialsysteme. Wir wissen: wenn mehr Frauen existenzsichernd arbeiten, bringt das insgesamt positive Beschäftgungseffekte mit sich. Dazu bedarf es aber einer gerechten Bezahlung und einer gerechten Arbeitsteilung in allen Bereichen.
Auch die Wirtschaft ist auf das große Potential gut ausgebildeter Frauen angewiesen. Sie kann es sich nicht leisten, auf diese qualifizierten Fachkräfte zu verzichten. Einzelne gute Beispiele reichen nicht aus. Freiwillige Maßnahmen sind trotz Zusagen der Wirtschaftsverbände wirkungslos geblieben. Wir brauchen endlich ein Gleichstellungsgesetz für die Privatwirtschaft. Aber auch die Gewerkschaften sind gefordert, bei Tarifabschlüssen auf eine diskriminierungsfreie und transparente Arbeitsbewertung hinzuwirken, damit die verschiedenen Berufsfelder leistungsgerecht bezahlt werden können.
Der eklatante Frauenmangel in Führungspositionen der Wirtschaft ist nicht nur ein Gerechtigkeitsproblem, sondern auch volkswirtschaftlich unsinnig. Die herrschende Männerdominanz in Führungsetagen ist ein Hindernis für Innovation und Entwicklung. Deshalb fordern wir nach norwegischem Vorbild eine 50 Prozent Quote für jedes Geschlecht in den Aufsichtsräten - für frischen Wind und bessere Kontrolle.
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN fordern die eigenständige Existenzsicherung von Frauen. Dafür wollen wir an verschiedenen Stellen ansetzen:
Frauenspezifische Berufe müssen ihren tatsächlichen Anforderungen entsprechend bezahlt und bewertet werden. Wir streiten für ein Verbandsklagerecht, damit Lohnungleichheit nicht nur durch individuell eingereichte Klagen gerichtlich bekämpft werden kann.
Frauen arbeiten häufiger im Niedriglohnbereich und in prekärer Beschäftigung. Diesen Frauen würde ein gesetzlicher Mindestlohn besonders zugute kommen und dazu beitragen, die Lohnschere zu schließen.
Wir fordern eine Berufsberatung, die Mädchen und Jungen bereits in der Schule ermutigt, Berufe mit Zukunft und Aufstiegschancen, auch jenseits der klassischen Rollenbilder zu ergreifen.
Wir wollen mehr Frauen in Führungspositionen. Als ersten Schritt fordern wir deshalb eine Quote für Aufsichtsräte. Auch in Führungspositionen sind flexiblere und moderne Arbeitszeitmodelle gefragt. Wir brauchen mehr Maßnahmen und Qualifizierung, um den Einstieg in den Beruf nach einer Familienphase zu erleichtern. Unternehmen, die Gleichstellung aktiv fördern, sollen bei der Vergabe öffentlicher Aufträge bevorzugt behandelt werden.
Wir brauchen endlich ein verlässliches Netz an Infrastruktur, um allen Menschen mit Familienpflichten eine Berufstätigkeit zu ermöglichen und sie so in die Lage zu versetzen für ihren Lebensunterhalt selbst aufzukommen.
Wir wollen uns nicht länger auf unverbindliche Zusagen und Appelle verlassen. Wir fordern gesetzliche Rahmenbedingungen, die die Unternehmen in die Pflicht nehmen und die Betroffenen bei der Durchsetzung ihrer Rechte stärken.
Beschluss des Länderrats in Mainz, 19. März 2011
Die Hälfte der Macht – für eine verbindliche Quote in der Wirtschaft (PDF)