Wir statt Gier

Die europäische Einigung ist eine einzigartige Erfolgsgeschichte: Keine Region dieser Erde ist friedlicher, offener, sozialer und wohlhabender. Aber Profitgier hat die Länder der Europäischen Union in die Krise gestürzt. Viele Mitgliedstaaten leiden unter Bankenpleiten, Spekulationsangriffen und horrenden Zinsen. Die Folge: Rekordverschuldung, Massenarbeitslosigkeit und Armut. Nur gemeinsam, solidarisch und demokratisch kann Europa diese Krise meistern. Ein Scheitern des Euro würde die Probleme in den Krisenländern nicht lösen, aber die europäische Einigung um Jahrzehnte zurückwerfen und unsere Wirtschaft in große Schwierigkeiten bringen.

Blauer Button mit EU-Sternen und Aufschrift "Wir statt Gier" vor grünem Hintergrund., Foto: gruene.de (CC BY-NC 3.0)
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN stehen für ein geeintes und solidarisches Europa. Foto: gruene.de (CC BY-NC 3.0)

Wo kommt die Krise her? "Staatsschulden!" rufen die Konservativen quer durch Europa – und sie liegen falsch. Im Kern leidet Europa noch immer an den Folgen einer weltweiten Bankenkrise, die vor vier Jahren mit der Pleite der Lehman Brothers begann. Wir erinnern uns: Jahrelang spekulierten Investmentbanker mit faulen Krediten. 2008 platzte die Blase, das Weltfinanzsystem stand vor dem Kollaps. Und wer musste retten? Die Nationalstaaten! Die Bankenrettung gelang nur auf Kosten von Steuergeldern und dramatisch wachsender Defizite. Erst dadurch geriet der Euro unter Druck – durch dieselben Spekulanten, die den Schlamassel mit angerichtet haben.

Die Finanzkrise legt weitere Schwächen der Europäischen Union offen: Die wachsende Ungleichheit und Vermögenskonzentration innerhalb der Union ist für das Finanzdesaster mitverantwortlich. Die mangelnde wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit einiger EU-Länder und eine fehlende Koordinierung der nationalen Finanz- und Wirtschaftspolitiken haben dazu geführt, dass einige wenige Staaten große Exportüberschüsse zu Lasten anderer Mitgliedsstaaten angehäuft haben. Hinzu kommt die Abhängigkeit von immer teureren Energieimporten: Im Jahr 2010 mussten die EU-Länder 296 Milliarden Euro allein für die Einfuhr von Rohöl bezahlen. 


Kaputtsparen ist nicht die Lösung

Seit zwei Jahren hören wir von Angela Merkel nur eine Forderung: „Sparen, Sparen, Sparen!“ Die Kanzlerin pfuscht zögerlich an den Symptomen der Krise herum, statt mutig ihre Ursachen zu bekämpfen und endlich die Finanzmärkte an die Leine zu legen. Natürlich müssen die Krisenländer ihre Haushalte konsolidieren und nachhaltig wirtschaften. Das einseitige Spardiktat bewirkt aber das Gegenteil: In den betroffenen Ländern ist die Wirtschaft eingebrochen, die Arbeitslosigkeit gestiegen - und die Schulden auch. Das Vertrauen in die Demokratie hingegen ist dramatisch gesunken, nationalistische Bewegungen befinden sich auf dem Vormarsch.

Kurskorrektur erzwungen

In den Verhandlungen zum EU-Fiskalpakt haben GRÜNE und SPD die Regierung zu deutlichen Korrekturen gezwungen: Deutschland und acht weitere EU-Länder gehen nun voran und führen endlich eine Finanztransaktionssteuer auf den Handel mit Aktien und spekulativen "Finanzprodukten" ein. Diese Steuer wirkt nicht nur wie eine kalte Dusche auf das überhitzte Finanzcasino, sondern beteiligt endlich die Verursacher der Krise an ihren Kosten. Außerdem werden EU-Mittel darauf konzentriert, wirtschaftsschwachen Mitgliedsstaaten mit Impulsen für nachhaltiges Wachstum aus der Rezession zu helfen. Nach diesen Verhandlungserfolgen haben wir GRÜNE dem Fiskalpakt zugestimmt, durch den sich die Unterzeichnerländer verpflichten, Verschuldung abzubauen und Schuldenbremsen in ihre Verfassungen zu schreiben.

Eurozeichen vor Europäischer Zentralbank., Foto: Eisenrah/flickr.com (CC BY-NC-SA 2.0)
Deutschland profitiert stärker vom Euro als jeder andere Staat. Foto: Eisenrah/flickr.com (CC BY-NC-SA 2.0)

Der Rettungschirm ist notwendig

Auch dem Europäischen Stabilisierungsmechanismus (ESM) haben wir zugestimmt. Der ESM kann am Kapitalmarkt zu günstigen Zinsen Geld aufnehmen und als Kredit an Not leidende Länder weiterreichen. Wer Hilfsgelder in Anspruch nimmt, muss sich einer wirtschafts- und haushaltspolitischen Kontrolle unterwerfen. Der ESM ist also keineswegs ein Selbstbedienungsladen für klamme Länder, wie er gerne von Kritikern dargestellt wird. Er ist ein notwendiger Rettungsschirm, damit Staatshaushalte nicht durch absurd hohe Zinsen in den Ruin getrieben werden, und damit Spekulanten abgeschreckt werden, gegen europäische Länder zu "wetten".

Was jetzt getan werden muss

Wenn der Euro funktionieren soll, müssen die EU-Staaten endlich ihre Finanz-, Wirtschafts- und Sozialpolitik enger aufeinander abstimmen – in Richtung einer echten Wirtschafts- und Solidarunion. Das heißt konkret:

Um die Staaten aus der Geiselhaft des Finanzsektors zu befreien, braucht Europa eine starke gemeinsame Bankenaufsicht, die Banken zwingt solide zu wirtschaften. Die Finanztransaktionssteuer muss so schnell wie möglich eingeführt werden.

Um den Krisenstaaten überhaupt den Schuldenabbau zu ermöglichen, wollen wir einen Altschuldentilgungsfonds einführen. Damit würde gleichzeitig die hohe Zinslast von Spanien oder Italien genommen werden. Gemeinsame europäische Anleihen (Eurobonds) können langfristig dafür sorgen, dass Staaten sich nicht zu Wucherzinsen refinanzieren müssen.

Um Vermögende stärker an den Kosten der Krisenbewältigung zu beteiligen, wollen wir eine europaweite Vermögensabgabe einführen. Außerdem braucht Europa endlich eine gemeinsame Steuerpolitik und muss Steuerschlupflöcher schließen.

Aus der Krise hilft nur Grün

Damit die Krisenstaaten wirtschaftlich wieder auf die Beine kommen, brauchen sie Investitionen in Zukunftsbranchen:

Fuß mit grünem Pfeil auf Asphalt., Foto: xxeeRehvolution.de/photocase.com
Vorwärts geht es nur grün. Foto: xxeeRehvolution.de/photocase.com

Erneuerbare Energien, Ressourceneffizienz, umweltfreundliche Produkte, aber auch Schulen, Universitäten, Betreuungs- und Pflegeeinrichtungen. Gerade die Krisenländer des Mittelmeerraums haben klimatisch ideale Voraussetzungen für eine grüne Energieversorgung. Deshalb wollen wir in einem ersten Schritt vorhandene EU-Mittel zielgerichteter verwenden, um umweltschonendes Wachstum zu forcieren und die Schaffung zukunftsfähiger Arbeitsplätze zu unterstützen.

Mehr Europa geht nur mit mehr Demokratie

In Brüssel wird viel zu viel in Hinterzimmern ausgehandelt, während die Zivilgesellschaft und vor allem das Europäische Parlament draußen bleiben. Wir kämpfen daher für eine Stärkung des Europäischen Parlaments, der einzigen echten Volksvertretung auf europäischer Ebene - so wie wir vor dem Bundesverfassungsgericht erfolgreich geklagt haben, um die Beteiligungsrechte des Bundestages zu schützen.

Wenn im Zuge der Eurorettung die Kompetenzen zwischen Europäischer Union und den Mitgliedsstaaten neu geregelt werden müssen, darf das nicht über die Köpfe der Menschen hinweg geschehen. Wir schlagen deshalb einen europäischen Konvent vor, in dem Politik und Zivilgesellschaft gemeinsam über Änderungen europäischer Verträge diskutieren. Auch auf Bundesebene könnte dann eine verfassungsgebende Versammlung über die Rolle des Grundgesetzes beraten. Eines unserer Ziele ist dabei, dass die Bürgerinnen und Bürger Europas in Zukunft in einem europaweiten Volksentscheid über wichtige europäische Fragen entscheiden können.

Die Debatte über nötige Reformen der Politik in der Europäischen Union ist das Eine. Wir werden jedoch unser Ziel eines vereinten Europas nur dann erreichen, wenn die Politik sich nicht vor den Bürgerinnen und Bürgern versteckt, sondern die einzelnen Reformschritte erklärt und transparent mit ihnen darüber diskutiert statt über ihre Köpfe hinweg zu entscheiden.

 Der Artikel als Flugblatt (PDF).


Wie entstand die Eurokrise? Wie könnten die Lösungen aussehen? Ein Video über die Krise und grüne Lösungsvorschläge.

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Mehr Mut zu Europa

Nach leidenschaftlicher Debatte unterstützte der Länderrat den Verhandlungskompromiss bei Fiskalpakt, Finanztransaktionssteuer und Wachstumspaket.

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Mehr als eine Währung!

Seit Monaten steckt der Euro in der Krise. Dieser Hintergrundartikel erklärt, wie es zur Krise kam, und warum die Gemeinschaftswährung gerettet werden muss.

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Gemeinsam gegen die Eurokrise

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und SPD legen zusammen mit dem Ökonomen Peter Bofinger ein Thesenpapier zu Ursachen und Lösungen der Eurokrise vor.

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Grüne Schritte für Europa

Die Schaffung einer europäischen Wirtschaftsregierung wäre ein nachhaltiger und grüner Weg aus Europas Krise.

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Wege aus der Schuldenfalle

Damit Griechenland und der Euro stabilisiert werden können, ist eine sanfte Umschuldung notwendig.

Kommentare

papiaiwa
19-07-12 21:20
Áls Mitglied der Grünen bin ich fassungslos, mit welcher Selbstverständlichkeit Ihr astronomische Summen der Steuerzahler verzockt. Ihr glaubt doch wohl nicht wirklich daran, dass die Empfänger sich an die Spielregeln halten und dass Brüssel sie letztlich zwingen kann. Das Geld ist weg. Ihr habt Deutschland Hartz IV mit eingebrockt und die Agenda 21. Keinem Arbeitslosen, keinem Renter, keinem könnt ihr erklären, was ihr anrichtet bzw. mit verantwortet. Die Iren z.B. lachen sich tot über uns. Alles bestens dort. Die Leute verdienen prima,haben Riesenhäuser und feiern Party. Arbeitslose gibts viele, nur die gabs vor dem keltischen Tiger strukturell bedingt in noch größerer Zahl. Ich kann diesen Wahnsinn nicht auch noch unterstützen und werde aus der Partei austreten. Jeder Schäuble-Mitläufer sollte mit seinem privaten Vermögen zur Rechenschaft gezogen werden. Ihr habt wirklich nicht mehr alle Latten im Zaun.
Tabea
19-07-12 19:09
Ist eigentlich die Aufgabe einer Opposition, alles durchzuwinken, was die Regierung beschlossen haben will? Sollte nicht endlich Schluß sein mit Bankenrettungen? Fast jeder zweite Jugendliche in Spanien hat keine Arbeit, in Deutschland sind Länder und Kommunen pleite, aber es wird ein Rettungspaket nach dem anderen durchgewinkt?? Jedoch hilft es nicht einem Arbeitslosen in welchem EU-Land auch immer weiter und es ändert schon gar nichts an den grundlegenden Problemen des Finanzkapialismus. Gibt es nicht irgendwann ein NEIN der Opposition, bis hierher und nicht weiter????? Wer wird denn da gerettet- Banken!! Also Unternehmen, die offenbar nicht mehr funktionieren?! Bitte erklärt mir, warum die Grünen bei allem nur noch zustimmen - ja sogar die Verstümmelung von kleinen Jungs wird für gut befunden!! Langsam reicht es!
Neuer Pirat
19-07-12 18:23
So, Schluß, aus, Ende. Ihr habt endgültig einen treuen Wähler verloren.

Insolvente Banken müssen genauso abgewickelt werden, wie jede andere normale Firma auch! Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende!

Und Ihr tragt den demokratischen Abbau der Regierung mit. Das nehme ich Euch verdammt übel.

Hoffentlich informieren sich wenigstens noch einige von Euch genauestens darüber, was für verheerende Folgen dieser ESM bedeuten würde.
Roesger
19-07-12 16:25
Leider beantworten grüne Politiker keine direkten Anfragen. Nun denn, die anderen Parteien sind auch nicht besser.

Aber drei Fragen an die Spitzenpolitiker der Grünen - vielleicht hat jemand die Zeit für einen Wähler:

1. Wo kommen die Hunderte von Milliarden bei den Menschen an?
2. Warum hört man nichts von den Grünen über die Vorgehensweise gegen protestierende Europäer aus der EU - siehe Spanien?
3. Warum erwarten sie von den Bürgern unter Hinweis auf Verträge das Vertrauen? Gibt es nicht bestehende Verträge die gebrochen wurden - mit Zustimmung der Grünen zur Zeit der Koalition?
pelayo
19-07-12 10:50
Wer war denn damals Regierungspartei, als der EURO eingeführt wurde? Wer also hat diese wirtschaftlichen Ungleichgewichte in ein Korsett gezwängt, das jetzt platzt?
Wer hat für die Aufnahme Griechenlands in die EURO-Zone gestimmt?

Noch Fragen?
bhayes
19-07-12 05:14
Die Analyse der Überschuldungskrise ist zu 100% falsch, siehe z.B. "Wer ist Schuld an der Überschuldungskrise?" für eine echte Analyse der Ursachen sowie von funktionierenden Lösungsansätzen.

Die Haftung und Zahlung für fremde Schulden ist ein schweres Verbrechen, eine Verhöhnung der Europäischen Werte, verfassungswidrig und zutiefst unmoralisch. Wir brauchen ganz im Gegenteil eine Strafbarkeit der Verschuldung und der Haftung für fremde Schulden.

Die ESM-Bank ist eine vollständig kriminelle Organisation, eingerichtet zum Bestehlen der Bevölkerung, siehe z.B. "Die ESM-Bank: Das Stehlen soll zum Fundament der EU gemacht werden". Die Grünen sollten und müssen die ESM-Bank unbedingt verhindern, sonst machen sie sich mitschuldig an einem schwerem Verbrechen gegen die Bürger.

Was die EU angeht, so sind hier in der Tat Umbauten erforderlich, wir brauchen eine sofortige Auflösung der illegitimes EU-Kommission (siehe "Die EU-Kommission muss sofort und ersatzlos abgeschafft werden"), alle Gesetze müssen jeweils von den Bevölkerungen per Volksentscheid in Kraft gesetzt werden (siehe "Die Bürgergerechte Gesellschaft", Punkt 17 und 18), sie treten auch nur in den Ländern in Kraft, wo der Volksentscheid positiv ausgeht und zwar mit einem sehr hohem Quorum (70-90%).
Gast
18-07-12 18:37
Leider hat es die "Opposition" auch im Jahre x der sogenannten Kriese immer noch nicht geschafft ihrer Aufgabe nachzukommen. Statt dessen klopfen sich die Grünen auf die Schultern, wenn sie die "alternativlose" Politik der Regierung unterstützen können. Nachhaltigkeit in der Ökologie geht nicht ohne Nachhaltigkeit im Finanzwesen. Leider entwickeln auch die Grünen keinerlei tragfähigen Konzepte. Früher hatten die Grünen nicht unbedingt fertige Konzepte, aber wenigstens hatten sie ein Problembewustsein und sie hatten eine Vision. So leid es mir tut - meine Stimme bekommt ihr nicht wieder :(
Gast
17-07-12 17:14
"Die Bankenrettung gelang nur auf Kosten von Steuergeldern und dramatisch wachsender Defizite. Erst dadurch geriet der Euro unter Druck".

Aha - daher weitere Bankenrettungspakete und noch mehr Verschuldung (auf Kosten der Steuerzahler) als Lösung. - Wie einleuchtend. Wirklich Klasse. :-)
Dieter
17-07-12 13:19
Dieser Artikel lässt auf fundamentale Unkenntnis des Schreibers wirtschaftlicher und finanzieller Zusammenhänge schließen.

Wie die sog. Krise auch immer genannt wird (wahlweise Immobilienkrise, Eurokrise, Staatschuldenkrise oder Bankenkrise) ihre Ursache liegt in dem als Schneeballsystem (legalisierte Geldfälschung) konzipierten Geldwesen. Privatbanken schaffen Geld aus dem Nichts und verleihen es gegen Zinsen. Die Zinsen werden nicht mitgeschaffen und können somit nur durch weitere Geldschöpfung bedient werden - so lange bis die Zinsforderungen generell nicht bedienbar sind. Die Ursache liegt somit im privatisierten Geldwesen. Alle anderen Krisenerscheinungen (Staatsverschuldung, sozialer Niedergang usw.) sind Folgen dieses Systems. Somit kann auch nur die Abschaffung des privaten Privilegs auf Geldschöpfung und Streichung der fiktiven Zinsforderungen die einzige Lösung sein und nicht eine Finanztransaktionssteuer, mehr Einwanderung, Energiewende, die Schaffung einer (genauso vom Kredit abhängigen) europäischen Zentralregierung.
Ostpirat
16-07-12 18:51
Guter Artikel den ich in weiten Teilen unterschreiben könnte wenn, ja wenn nicht einige Teile fehlen würden. Es fehlt der Hinweis darauf dass es seinerzeit u.a. die Grünen waren die sowohl bereitwillig die "Liberalisierung der Finanzmärkte" mitmachten als auch Helfershelfer bei der Einrichtung von Leiharbeit und Zeitarbeit als auch bei der "Flexibilisierung des Arbeitsmarktes" waren.

Und was hat uns das gebracht? Ok, wir sind "Exportweltmeister". Wirklich WIR? Die auseinanderklaffende Einkommensschere spricht eine andere Sprache. Gut aber das kann man wohl eher beurteilen wenn man nicht zu den noch Besserverdienenden gehört aus denen sich die Wählerschaft der Grünen rekrutiert.

Da ist es dann das Allheilmittel Europa das herhalten muss. "Stirbt der Euro, dann stirbt Europa". Der Satz der eben so kurz wie falsch ist. Dänemark hat keinen Euro und ... ? Ist es gestorben? Was ist mit Schweden ... auch ohne Euro. Und Finnland hat zwar den Euro aber redet eine klare Sprache.

Der ESM ist ebenso eine Chimäre. Unabhängig von der "Eurorettung" wird kein Gedanke daran verschwendet dass Europa neben dem Euro noch andere "Fehler" aufweist. Die gesamte Struktur (Kommission, Rat, Parlament) leidet unter einem erheblichen Demokratiedefizit. Ein Wort dazu von den Grünen? Denkste. Die Grünen sind als neue Kraft (als Tiger) aufgebrochen. Mittlerweile sind sie als Bettvorleger gelandet, schade.
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