Mehr Europa wagen

Am 9. Mai ist Europatag. Zu diesem Anlass erklären die Sprecherinnen der grünen Bundesarbeitsgemeinschaft Europa, Anna Cavazzini und Annalena Baerbock, in einem Gastbeitrag, warum wir uns gerade in Zeiten der Eurokrise für Europa stark machen sollten.

Mosaik der phönizischen Königstochter Europa mit Zeus in Stiergestalt., Foto: OlgaDiezCaliope/flickr.com (CC BY-NC-SA 2.0)
Der phönizischen Königstochter Europa verdankt unser Kontinent seinen Namen. Foto: OlgaDiezCaliope/flickr.com (CC BY-NC-SA 2.0)

Europa befindet sich in der Krise – und das schon seit mehr als zwei Jahren. Ein Rettungsgipfel jagt den nächsten und nachdem es endlich mal ein wenig ruhiger um Griechenland geworden ist, bangen alle um Spanien. Um jedoch noch mal daran zu erinnern: die Krise ist nicht "die Schuld" der EU, sondern wurde durch viele Faktoren ausgelöst, wie die hohe Verschuldung von Staaten und Banken und einer zu laschen Regulierung des Finanzsektors. Dass wir bei der Krisenbewältigung lange Zeit auf der Stelle traten, ist auch den Regierungen der Mitgliedsstaaten zu verdanken – allen voran Angela Merkel, die viel zu zögerlich und zu sehr im nationalstaatlichen Denken verhaftet reagiert hat. Mittlerweile ist in etlichen Bereichen der richtige Weg eingeschlagen und die EU betritt mit der verstärkten Wirtschafts- und Finanzpolitik eine neue Integrationsstufe. Die hochkomplexe Krisensituation und die mangelnde und zu Beginn der Krise populistische Kommunikation der Bundesregierung lässt jedoch Etliche am Sinn und Zweck der EU zweifeln.

Bei allen richtigen Kritikpunkten, Finanzpaketen und Reformvorschlägen, die im Raum herumschwirren, dürfen wir daher die wirklich wichtigen Beweggründe für die europäische Integration und unseren Einsatz dafür – im täglichen Leben, wie in der Politik – nicht vergessen. Der Europatag am 9. Mai ist eine gute Gelegenheit, uns den einen oder anderen Grund für ein klares und lautes Bekenntnis zu Europa mal wieder ins Gedächtnis zu rufen und auf die Chancen hinzuweisen, die die Europäische Union uns bietet. 

  • Europa ist für uns der Ort, an dem nationalistisches Denken und nationale Egoismen überwunden werden. Durch die europäische Einigung werden Deutsche, Polinnen und Franzosen zu Unionsbürgerinnen und -bürgern mit gleichen Rechten und Pflichten überall in Europa. Solidarität, die über die nationalen Grenzen hinausgeht, wird bereits seit Jahrzehnten durch die Strukturfonds gelebt. Wir sind eine Schicksalsgemeinschaft, die auf engem Raum zusammen eine lange Geschichte erlebt hat und im höchsten Maße voneinander abhängig ist. Ein Kontinent, der über Jahrhunderte hinweg von Kriegen und dem damit verbundenen Leid zerrissen war, gilt nun als das weltweite Symbol für Frieden und Wohlstand. Wir entscheiden über unsere gemeinsame Zukunft nicht mehr auf dem Schlachtfeld, sondern in den Sitzungsräumen des EU-Parlaments und des Rats der Europäischen Union. Darum ist es so wichtig, diese europäischen Errungenschaften gegenüber Rechtspopulisten und Nationalisten zu verteidigen, denn ihnen ist das freiheitliche, kosmopolitische Europa ein Dorn im Auge. Sie wollen das Rad zurückdrehen und es sich in ihrem Nationalstaat gemütlich machen und alle ausschließen, die ihrer Ansicht nach nicht dorthin gehören. Die „Eurokrise“ ist für sie ein willkommener Anlass, um Menschen, die an Europa zweifeln, auf den vermeintlich leichteren Weg des nationalen Alleingangs zu locken. Dem müssen wir entschieden entgegen treten.

  • Wem schon mal ohne Pass oder gültiges Visum die Einreise in ein Land verweigert wurde, kennt das Gefühl nicht gewollt zu sein. Das Gefühl nicht dazu zu gehören, das Gefühl der Spaltung und Ausgrenzung. Selbst die Generation unserer Eltern erlebte noch, wie sich der Eiserne Vorhang durch ganze Familien zog. Europa lässt Grenzen verschwinden und ist dabei so erfolgreich, dass es für uns schon eine Normalität ist, grenzenlos reisen zu können. Doch auch hier gilt es, nicht die Hände in den Schoß zu legen. Denn ebenfalls aufgrund von populistischen und nationalistischen Reflexen ist die Debatte um die Wiedereinführung von Grenzkontrollen voll entbrannt. Frankreichs Präsident Sarkozy und der deutsche Innenminister Friedrich wollen uns eine der größten europäischen Errungenschaften wieder abspenstig machen und begründen das mit dem Zustrom von „Ausländern“ nach dem eben noch so hoch gepriesenen Arabischen Frühling.
  • Selbst aus dem Alltag ist die EU kaum noch wegzudenken. Neben den großen Ideen und Politikentwürfen wie der Grundrechtecharta, einer gemeinsamen Währung, oder dem gemeinsamen Binnenmarkt gibt es viele kleine praktische Vorteile, die die europäische Einigung in unser tägliches Leben gebracht hat und die oft so selbstverständlich für uns geworden sind, dass sie uns vielleicht gar nicht mehr auffallen. Eine deutsche Studentin kann beispielsweise ohne weiteres in Frankreich studieren, dort arbeiten und ohne große Schwierigkeiten Arbeitslosengeld beantragen, sollte sie ihren Job verlieren. Eine italienische Angestellte kann ihrem Bruder, der in Spanien lebt, ohne Zusatzkosten Geld überweisen. Bald können wir ohne horrende Gebühren zu zahlen für denselben Handytarif überall in der EU telefonieren und die leidliche Vielfalt der Ladegeräte wird auch bald sein Ende haben. Legebatterien sind mittlerweile europaweit verboten. Der Diskriminierung im Beruf und im täglichen Leben wurden enge Grenzen gesetzt. Eine relativ strikte Umweltgesetzgebung gibt es nicht nur in Skandinavien oder Deutschland, sondern auch in Portugal oder Estland, denn Luftverschmutzung oder dreckige Flüsse machen an Grenzposten nicht halt. Europa hat eines der weltweit ambitioniertesten Klimaziele. Natürlich sind wir nicht mit allen Politiken einverstanden. So wie auch auf nationaler Ebene, kämpfen in Brüssel verschiedene Interessen und unterschiedliche Parteien über den besten Lösungsweg. Das heißt auch, dass nicht alles was von der EU kommt im Sinne grüner Politik ist. Aufgrund dessen jedoch gleich die gesamte EU in Frage zu stellen, halten wir für falsch. Schließlich fordern wir auch nicht, die Bundesreals Institutionabzuschaffen, wenn uns irgendeine Maßnahme von Schwarz-Gelb nicht gefällt.

In diesem Sinne werben wir gerade in dieser Krisenzeit dafür, den Weg der weiteren europäischen Integration einzuschlagen und sich dafür offensiv stark zu machen. Nur im Rahmen der Europäischen Union und mit dem ganzheitlichen grünen Politikkonzept des Green New Deal können wir die Krise überwinden. Kein anderer Kontinent bietet vergleichbare Zukunftschancen für die Verbindung von Ökologie und Ökonomie.

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Was bedeutet Dir Europa?

Wir haben gefragt, welche Gedanken unsere GRÜNEN zu Europa haben. Eine Bildergalerie.

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Flucht in den Tod

Jedes Jahr sterben tausende Menschen bei dem Versuch, über den Bootsweg von Afrika nach Europa zu gelangen – denn Europa jagt sie mit Waffengewalt

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Die Zukunft ist Europa

"Nur gemeinsam mit unseren europäischen Nachbarn werden wir erfolgreich sein." In dem Antrag des Bundesvorstands für die BDK in Kiel werden die Grundideen grüner Europapolitik vorgestellt.

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Europa hängt am seidenen Faden

Im Interview kritisiert Claudia Roth das unzureichende Krisenmanagement von Merkel bei Eurokrise, Klimawandel und Rechtsextremismus.

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Ohne Green New Deal keine Eurorettung

Die Euro-Krisenländer müssen die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern vermindern, sagt Sven Giegold. Ein Gastbeitrag.

Kommentare

Dieter
26-06-12 18:04
An Jens:

"Jedoch muss es von allen Bevölkerungsgruppen mitgetragen werden."
Wird es aber nicht. Nicht mal von einer Mehrheit. Es hat nicht mal jemand danach gefragt.

"Die Rahmenbedingungen zu erstellen und diese zu vermitteln ist Aufgabe der Politik"
NEIN. Die Aufgabe der Politik ist es UNSEREN Willen umzusetzen und nicht einen anderen "zu vermitteln" also schmackhaft zu machen.

"Auch man es sich heute noch nicht vorstellen kann, es wird der richtige Weg sein."
Ja aber für WEN? Vielleicht für die "Weltherrschafts-Elite". Kein System bei dem eine private Zentralbank das Geld aus dem Nichts schaffen und gegen Zinsen verleihen kann dient dem Wohl des Volkes. Dabei ist es egal in welche Worthülsen dieses Schneeballsystem gehüllt wird "Freie Marktwirtschaft", "Demokratie", "Vereintes Europa".

Google bitte "Fabian - gib mir die Welt plus 5%"
Jens
26-06-12 08:57
Ein politisch geeintes Europa bei der Bewahrung der nationalen und regionalen Identitäten ist ein goßes Projekt auf dem Weg in die Zukunft. Auch man es sich heute noch nicht vorstellen kann, es wird der richtige Weg sein. Jedoch muss es von allen Bevölkerungsgruppen mitgetragen werden. Die Rahmenbedingungen zu erstellen und diese zu vermitteln ist Aufgabe der Politik.
jörg
24-06-12 16:52
was für ein europa ich möchte? ein europa mit dem bürger für die bürger.
ein europa in dem jeder Staat seine Identität und Souveränität behält.
ein europa ohne eu parlament, in dem steuergeldverschwender sitzen.
ein europa in dem man sich an einem tisch setzt, wenn es etwas zu besprechen gilt.
ihre entweder/oder szenarien ihre konstruierten sachzwänge zeigt wie wenig sie die dinge zeit geben zu wachsen. ich betrachte mein Land als heimat, als ein stück meiner identität. und das sage ich auch wenn ich deutscher bin.
euer europa will ich nicht.
Kirsten Baum
21-06-12 08:16
Ich stimme dem Artikelschreiber zum europäischen Gedanken der Einheit in vollem Umfang zu.
Eine gemeinsame starre Währung für alle Nationalstaaten mit jeweils unterschiedlicher Wirtschaftskraft führt jedoch in Teilmärkten zur Spekulations-Blasenbildung durch Subventionen (z.B. zinsgünstige Darlehen). Darlehen privater Investoren werden durch ECB abgesichert, so dass sich die Verschuldung zu Lasten der Bürger exponential nach oben schaukelt.
Eine Finanzdiktatur zeigt sich am Horizont. Eurobonds bzw. Übernahme fremder Schulden ist nicht der richtige Weg, dem zu entgegnen. Hier steht eindeutig der politische Wunsch / Idee im Vordergrund, den europäischen Gedanken zu retten, nicht die wirtschaftliche Vernunft.

Meine Befürchtung ist, dass der Euro tatsächlich Europa spalten kann, dass Rechte Parteien diese Situation nutzen könnten und nicht Finanzoligarchen, sondern Griechen, Italiener, Spanier die Schuld an der 2.Bankenkrise geben werden.

Ich finde, die Grünen haben deshalb eine Verantwortung, sich ebenso kreativ an der verfahrenen Finanzsituation zu beteiligen und auch ihre Position der Eurobonds zu überdenken. Wir lernen zurzeit alle.

M. E. wäre es eventuell eine (Zwischen-) Lösung, die Nationalwährungen parallel zum Eunro wieder einzuführen.

Was würde das bedeuten:
1.)
Im Welthandel gilt der Euro als Währung, in den Nationalstaaten die Peseta, D-Mark, Drachme und bei Bedarf der Euro (auch als Buchgeld). Nationalstaaten können ihre nationale Währung ihrer Wirtschaftskraft anpassen. Eine massive Aufwertung der D-Mark ist nicht zu befürcheten, da in der Außenwirkung der Euro Zahlungsmittel bleibt.
Der Euro wäre nicht starr, sondern könnte innerhalb Europas der Wirtschaftskraft entsprechend angepasst werden. Das führt nicht mehr zu fehlgeleiten Subventionen mit Spekulationsblasen.
2.)
Eine Monetative (z.B. ECB) finanziert die Nationalstaaten und vermeidet dadurch Zinsgeschäfte der Finanzoligarchen. Nationalstaaten können langfristige Investments mit langfristigen Darlehen tätigen und sind nicht mehr getrieben von "geschürten" emotionalen Schwankungen der "Kapitalmärkte". Ein rasches Abziehen des globalen privaten Kapitals ist damit unterbunden und führt zu stabilen wirtschaftlichen Entwicklungen. Rating-Agenturen verlieren an wirtschaftlicher Macht.
3.)
Lasst notleidende Banken pleite gehen oder verstaatlicht und zerschlagt die Großen. Setzt Euch für soziale Gerechtigkeit ein, lasst nicht den Steuerzahler für die 2.Bankenkrise zahlen. Die Demokratie ist m.E. in Gefahr.

Beste Grüße



Ich hoffe, das die Grünen nicht nur an dem europäischen Gedanken festhalten, sondern auch kreativ und ohne Vorbehalte gegenüber Ideen Anderer eine gute Lösung aus der verfahrenen Finanzkrise finden werden.
Ein Sozialismus für Banker will ich ebenso wenig wie die Abschaffung der Demokratie durch Übertragung nationaler Rechte an Brüssel. Ich möchte weiter mitbestimmen.
König William der Gerechte
18-06-12 02:48
Es heißt immer mehr Europa wagen. Was heißt das für mich. Die langsame Abschaffung der Soveränität der Nationalen Staaten und die Gleichzeitige Übertrageung von Machtbefugnissen an das Bürokratenmonster aus Brüssel zur langsamen transformation zu einem Gesamteuropäischen Staat der der heißen soll: VSE (Vereinigte Staaten von Europa). Warum sagt ihr es nicht gleich so und verwendet die berühmte Froschtaktik Röslers? Oder seid Ihr ihr kleinen Grünen ein paar Elitisten auf den leim gegeanngen, deren einziger Traum es ist über Europa zu Herrschen? Und wer jetzt meint das ist aber altmodisch das Herrscherdinges, dem sei gesagt alles dreht sich im Leben um Macht(oder abwandlungen davon).
Wers nicht glaubt hat keine Ahnung wie der MEnsch funktioniert. Ciao Ciao ihr Eurokraten
Arthur Johann Geiger
15-06-12 19:41
Ein starkes Europa kann nur mit einer Stimme Sprechen,muss die Industrie über Einfuhrzoll schützen, braucht eine zentraleuropäische Energieversorgung und muss mit Hilfe der Weltbank Vollbeschäftigung schaffen.
Thanthalas
18-05-12 13:08
Mehr Europa wagen... Also zur Zeit will die EU die Grenzwerte für Giftstoffe in Spielsachen heraufsetzen. Ja, wir brauchen davon dringend mehr...

Dieser undemokratische Haufen der sich EU nennt gehört abgeschafft. Ich wüßte nicht wie eine Abgabe von Kompetenzen nach oben zu mehr Demokratie führt.
roxanne
11-05-12 17:58
Das was ich bei euch an europäischer Vision sehe, ist 2012 naiv und schönfärberisch. Europa befindet sich in einer tiefen, äußerst beängstigenden Finanzkrise, deren Ausgang niemand voraussehen kann. Zugleich werden Bürgschaften übernommen, deren potentielle Einhaltung den sozialen Frieden in diesem Land massiv gefährden, leider nur für diejenigen, die keinen Beamten- oder sonstigen Versorgungsstatus haben. In Brüssel entscheiden Kommissionsmitglieder, die ernannt, nicht demokratisch legitimiert sind und m.E. keine realistische Einschätzung des Alltags mehr haben. D.h. es gibt mittlerweile zwei Wahrnehmungen von Europa, die der Politelite, der Konzerne und Bürokraten und auf der anderen Seite die der BürgerInnen, die angesichts der Meldungen zu Europa nur noch Angst empfinden, da sie als SteuerbürgerInnen die Zeche zahlen müssen.
Klaus
11-05-12 02:04
Ich bin seit den Anfängen treuer Wähler der Grünen, aber ich muss den Kommentatoren „EU sucks“ und „Kai“ in ihren Bemerkungen völlig recht geben.

Ich bin auch für Europa, und keineswegs rassistisch veranlagt, im Gegenteil, ich habe während meiner Studienzeit in den 80igern viele internationale und somit auch europäische Freunde gewonnen.

Wir haben aber ein Europa der völligen Fehlkonstruktionen und keiner, weder die Grünen noch die SPD (CDU, FDP schon gar nicht) merken oder wollen nicht wahrhaben, dass dieser Zustand auch noch geplant war (und ist). Stattdessen bewegen wir uns auf, dem Niveau der
„einheitlichen Handy-Ladegeräte“, wie Kai so schön formuliert hat.

Wir reden von Finanzkrise, Staatsverschuldung, Eurokrise, Verselbständigung der (Finanzmärkte)märkte etc. und doktern mit Rettungsfonds und anderen Tricks an den Symptomen. Wer die Krise verursacht hat (Banken durch „Zocken“, Staaten durch falsches Haushalten) oder wer wem die Schuld zuschiebt ist völlig irrelevant. Die gesamte Politik stellt aber immer wieder die falschen Fragen (über die Gründe will ich gar nicht reden).

MEHR EUROPA WAGEN???
Hat jemals auch nur ein Politiker, egal welcher Partei er angehört, öffentlich gewagt, die richtige Frage zu stellen: Haben wir das richtige GELDSYSTEM? Nein natürlich nicht.

Seit Jahrhunderten fährt das Zinssystem in schöner Regelmäßigkeit „gegen die Wand“.
Gerne wird ja immer von „systemischen Krisen“ oder „systemrelevanten Banken“ gesprochen. Das ist sogar richtig. Es wird nur nicht öffentlich diskutiert, dass dieser systemimmanente Fehler im Geldsystem selbst liegt. Unser Wirtschaftswachstum ist bestenfalls linear und begrenzt, das Geldsystem (Zinseszins) exponentiell steigend bei Vermögen und fallend bei Schulden (unbegrenzt). Die Geschwindigkeit der Verschuldung wie natürlich auch der Vermögensbildung ist ebenfalls exponentiell. Das sind keine Weisheiten. Jeder Politiker kennt sie und dennoch traut sich niemand, dieses goldene Kalb zu schlachten. Lieber lassen wir es zu, dass Privatpersonen, Firmen und Staaten zusehens enteignet werden.

Dieses Geldsystem (Fraktionales Banking) ist der alleinige Grund aller Krisen. Ein Null-Summenspiel von Vermögen und Schulden. Die Vermögen finden wir in der Hochfinanz, die Schulden bei uns.

In Amerika läuft das gleiche Spielchen; nur das sie schon eine Nasenlänge voraus sind, begleitet von einem massiven Demokratieabbau (PatriotAct (2001), Information Awareness Office (IAO) (2002), ursprünglich: Total Information Awareness, nach 9/11 dann Terrorist Information Awareness (zur Vernebelung des amerikanischen Volkes)…..

Nun zu einigen Personen bezüglich der Fragestellung: WAS BEDEUTET DIR EUROPA:

Rebecca Harms: .. Oft freue ich mich, wie weit wir Europäer so vieler Nationen in den letzten Jahrzehnten gemeinsam gekommen sind....
Mit dem Focus auf heute sehe ich nur verschuldete Staaten, insbesondere Griechenland ist komplett enteignet, Spanien folgt ….., das ist kein besonderer Erfolg?!

Anna Cavvazzini: ....Europa ist für mich der Blick über den Tellerrand und Solidarität, die über den Nationalstaat hinausreicht.....
Für mich ist das eher der Blick in den Abgrund. Ich stehe auch für Solidarität. Wenn wir diese allerdings mit der Zustimmung zur Ratifizierung des ESM krönen, dann brauchen wir nicht mehr solidarisch sein, denn dann leben wir in einer (FINANZ)DIKTATUR. Dann ist Solidiratät eine Zwangsmassnahme.
Warum ist euch, wie der gesamten Opposition (ausser der Linkspartei) das nicht bewusst? Welcher Ideolgie seiht ihr verfallen? Welch seltsamer Einklang mit der Regierung hat hier stattgefunden? Das Monster ESM ist der geplante Tod von EUROPA. Merkt ihr das nicht? Mit dem genialen Geniestreich eines aus dem Nichts hervorgekommenen französischen Sozialisten namens Hollande, der die Erweiterung des ESM und Fiscalpakts mit dem Wachstumspakt fordert, spielt er insbesondere der SPD und den Grünen direkt in die Karten. Somit wird auf geniale Art und Weise eine scheinheilige Allianz mit der deutschen Opposition hergestellt, und zur Ratifizierung des ESM sind alle Unwägbarkeiten ausgeräumt – Schlimmer noch: die Schadenfreude wächst, hier wird ein Sieg gegenüber Merkel gefeiert. Und Merkel geht beim nächsten Treffen mit dem Wolf im Schafspelz in das nächste Hinterzimmer und lacht sich tot.
Hollande ist ein Bilderberger (das hat sich inzwischen auch in den USA herumgesprochen). Hollande „schwadroniert“ gerne vor dem mächtigen Freimaurerverband Grand Orient de France und hält Vorträge zum Paradigmenwechsel
in der Europäischen Union. Was das wohl bedeutet? Hollandes Berater ist Manuell Valls, ehemaliger Freimaurer und Teilnehmer am Bilderbergtreffen 2008. „Er verficht öffentlich die Einschränkung der nationalen Souveränitäten zugunsten der Kleptokratie in Brüssel und will an die Gelder Deutschlands“.


Werner Schulz: ....Europa ist die Freiheit, nach der ich mich so lange gesehnt habe.....
Der Satz klingt in diesem Zusammenhang einfach nur seltsam.

Sven Giegold: .... Europa bedeutet für mich, die Hoffnung die Globalisierung sozial, ökologisch und demokratisch zur Kontrolle zu bringen.....
Globalisierung ist mittlerweile ein Traumata. Ich bin für Völkerverständigung, Frieden, gemeinsame Projekte (egal welcher Art, ausser Krieg natürlich)…..

Wenn die menschliche Spezies die Eigenschaften Neid, Hass, Krieg, Gier, Rücksichtslosigkeit, falschen Egoismus, Selbstsucht, Selbstherrlichkeit überwunden hat, dann bin ich auch für ein Europa. Aber nur dann, wenn ebenso ein Geldsystem geschaffen wird, dass nicht den Automatismus zu Reichtum und Armut erzeugt, Schulden mit neuen Schulden tilgt und letztendlich doch nur Schulden bleiben für diejenigen, die sich nicht auf die Sonnenseite schlagen konnten, und das sind „systemisch“ bedingt mehr als 99,999 %.

Diese(s) Geldsystem(e) existieren. Ich habe allerdings den Versacht, dass die Politik sich vermeintlich genau die Fachleute zur Beratung einkauft, die dem politischem Interesse welcher Personen auch immer (vielleicht denen, die da ganz ganz oben in der Spitze der Pyramide sitzen) entsprechen.

Letzte Bemerkung: Wenn der Euro, wie geplant „gegen die Wand fährt“ und mit ihm der Dollar gleich mit, wenn sich dem Chaos in Griechenland Europa und… anschließen, dann wird die sogenannte Hochfinanz in „diktatürlicher Manier“ den Weltdollar anbieten und alle sind „betäubtermassen“ glücklich.



Zum Schluß noch ein paar Zitate:
„Wenn jemand ein Problem erkannt hat und nichts zur Lösung beiträgt, ist er selbst ein Teil des Problems.“ Indianische Weisheit

„In Zeiten universeller Täuschung ist das Aussprechen von Wahrheit ein revolutionärer Akt.“ George Orwell

„Wo Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht!“ Berthold Brecht

Thomas Jefferson, der 1801-1809 der dritte Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika war, sagte damals: „Eine private Zentralbank, die Zahlungsmittel ausgibt, ist für die Freiheiten der Menschen eine größere Gefahr als eine stehende Armee.“

Das Volk muß schließlich geteilt, satt, dumm, gleichgültig und bei Laune gehalten werden: „Würden die Menschen verstehen, wie unser Geldsystem funktioniert, hätten wir eine Revolution – und zwar schon morgen früh Henry Ford (1863 – 1947

Einer der wichtigsten Geldherrscher seiner Zeit, Mayer Amschel Rothschild, soll bereits im 18. Jahrhundert gesagt haben:„Gebt mir die Kontrolle über die Geldversorgung einer Nation, und es ist mir egal, wer ihre Gesetze macht.“

Daß dies jedoch auf Dauer unmöglich ist, hat selbst John Maynard Keynes (1883 - 1946, einer der wichtigsten Protagonisten unseres Wirtschaftssystems) eingestanden. Er wollte sich damit aber nicht auseinandersetzen. Seine Antwort lautete: „In the long run we are all dead.“ – Nach uns die Sintflut!

Ein weiser Mann sagte einmal: „Gold ist das Geld der Könige, Silber das Geld der Gentlemen, Tausch ist das Geld der Bauern, aber Schulden sind das Geld der Sklaven.“

„Wachstum, Wachstum über alles...“ könnte das Motto der Systempolitiker lauten – „denn schließlich dienen die Menschen der Wirtschaft und nicht umgekehrt.“

Den Gebrüdern Rothschild, die im 19. Jahrhundert eine wesentliche Rolle in der globalen Finanzherrschaft erlangten, wird folgendes Zitat zugesprochen: „Die Wenigen, die das System verstehen, werden dermaßen an seinen Profiten interessiert oder so abhängig von seinen Vorzügen sein, daß aus ihren Reihen niemals eine Opposition hervorgehen wird. Die große Masse der Leute aber, geistig unfähig zu begreifen, wird seine Last ohne Murren tragen, vielleicht sogar ohne je Verdacht zu schöpfen, daß das System gegen sie arbeitet.“

„Wenn Ihr Eure Augen nicht gebraucht, um zu sehen,
werdet Ihr sie brauchen, um zu weinen.”
Jean Paul Sartre

„Unsichtbar wird der Wahnsinn,
wenn er genügend große Ausmaße angenommen hat“
Bertolt Brecht

„Man kann alle Leute einige Zeit und einige Leute alle Zeit,
aber nicht alle Leute alle Zeit zum Narren halten“
Abraham Lincoln
Gast
10-05-12 19:12
Europa (also die sog. Europäische Union) ist für mich:

eine Zentralregierung
ohne parlamentarische Kontrolle
bei denen ungewählte Kommissare alle Entscheidungen treffen
über den Willen der Völker hinweg
in der das Parlament nichts zu sagen hat
in der Staaten und Völker verarmen und in Schulden ersticken
die Währung rasant entwertet wird
und die Kriminalität steigt.

Reisen und im Ausland studieren konnte man auch vorher. :-)
Kommentar

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