Mehr als eine Währung!

Über zehn Jahre lang war die Gemeinschaftswährung das Vorzeigeprojekt der EU. Doch seit mehr als anderthalb Jahren kommen Europas Politikerinnen und Politiker nicht mehr aus dem Krisenmanagement hinaus. Auch nach dem Gipfel im Juli sind die Probleme längst nicht gelöst. Ein Text von Silke Wettach für den Schägstrich 03/2011.

Der Euro ist mehr als eine Währung, er ist ein europäisches Projekt. Foto: Tabbo107/Flickr.com (CC BY-NC-SA 2.0)

Jacques Delors hat seine eigene Sichtweise auf die Eurokrise. "Wenn man mit einem schlechten Ehevertrag startet, dann braucht man sich hinterher nicht über Schwierigkeiten und Streit zu wundern", sagt der frühere Präsident der EU-Kommission. Vieles von dem, was heute falsch läuft, geht auf Konstruktionsfehler am Anfang zurück.

Für Delors gab es von Beginn an eine Schwierigkeit: Europa startete eine gemeinsame Geldpolitik, überließ den Mitgliedstaaten aber die Finanz- und Wirtschaftspolitik. Der Bericht zum Euro, den Delors 1989 vorlegte, enthielt mehr Seiten zur Wirtschafts- als zur Währungsunion. Doch die nationalen Politikerinnen und Politiker waren nicht bereit, ihre Wirtschaftspolitik zu vereinheitlichen. Deutschland setzte den Stabilitätspakt durch, der eine Obergrenze von drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für das Haushaltsdefizit und 60 Prozent des BIP für die Staatsschuld vorschrieb. Diese Kriterien, im Vertrag von Maastricht zunächst nur als Hürde für den Euro-Beitritt vorgesehen, wurden damit für alle Länder als Zielgröße festgeschrieben.

Allerdings wurden die Werte nur lax angewandt. Belgien und Italien verzeichneten eine Verschuldung von über 60 Prozent des BIP, aber die Finanzminister drückten ein Auge zu. Druck kam von ganz oben. Der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl betonte, es sei im Interesse Deutschlands, "dass wir möglichst viele Länder am Start sehen". Auch Griechenland, das die Kriterien zur Euro-Einführung 1999 deutlich verfehlte, wurde rechtzeitig zur Bargeldeinführung 2001 in den Club aufgenommen – mit gefälschten Statistiken, wie sich später herausstellte.

Heute zeigt sich am Beispiel Griechenlands, warum Haushaltsdisziplin in einer Währungsunion wichtig ist. Häufen Länder zu hohe Schulden an, verlieren Investoren den Glauben, dass das Land jemals die volle Summe zurückzahlen kann. Verlangen die Gläubiger jedoch hohe Risikoaufschläge und treiben so die Zinsen in die Höhe, dann tut sich der Staat noch schwerer, seine Schulden zu finanzieren. Der Bankrott eines Staates würde in einer Währungsunion jedoch alle Staaten betreffen, weil der Euro insgesamt dadurch gefährdet wird, da Anleger weltweit kein Vertrauen mehr in die Gemeinschaftswährung hätten. Hinzu kommt: Ein Zahlungsausfall eines Landes in der Währungsunion könnte die Banken anderer Länder beeinträchtigen, wenn diese in großem Stile Anleihen des Landes besitzen, die sie abschreiben müssten. Griechenland pleitegehen zu lassen, kam deshalb für die Politik nie in Frage.

 

Staatsschulden: Summe der insgesamt aufgelaufenen Schulden. Defizit: Betrag, um den in einem Haushaltsjahr die Ausgaben die Einnahmen übersteigen. Bruttoinlandsprodukt (BIP): Gesamtwert aller innerhalb eines Jahres im Inland für Endverbraucher hergestellte Waren und Dienstleistungen.

 

Deutschland ist kein Musterschüler

Die Bundesrepublik war allerdings auch kein Haushaltsmusterschüler. 2002 und 2003 brach Deutschland, wie auch Frankreich, die Defizitgrenze. Beide Länder setzten 2005 eine Aufweichung des Stabilitätspakts durch, so dass die vorgesehenen Strafen nie zum Tragen kamen. Auch aktuell steht Deutschland nicht gut da. Die Staatsverschuldung dürfte in diesem Jahr nach Prognosen der EU-Kommission bei 82,4 Prozent des BIP liegen. Die Ursachen für die Verschuldungen variieren unter den Euro-Ländern. In Irland erreicht die Verschuldung in diesem Jahr voraussichtlich 112 Prozent des BIP wegen der horrenden Kosten für die Bankenrettung. In Griechenland verschlingt ein aufgeblähter Beamtenapparat viel Geld, gleichzeitig drückt weit verbreitete Steuerhinterziehung die Einnahmen.

Seit dem Einbruch der Krise hat Griechenland jedoch einen drastischen Konsolidierungskurs eingeschlagen. Im vergangenen Jahr hat die Regierung fast zwölf Milliarden Euro eingespart. Die Löhne im öffentlichen Dienst sanken um 15 Prozent, die Renten um zehn Prozent. Bis 2015 sollen weitere 28 Milliarden Euro eingespart werden. Die Staatsausgaben müssen binnen fünf Jahren um 17 Prozent des Bruttoinlandsprodukts schrumpfen. Übertragen auf Deutschland wären das 425 Milliarden Euro. "Wer dem Wirtschaftskreislauf in so einer kurzen Zeit so viel Geld entzieht, tötet alles ab", sagt Gustav Horn, Leiter des gewerkschaftsnahen Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK).

Für dieses Jahr prognostiziert die griechische Regierung einen Einbruch der Wirtschaftsleistung um 3,9 Prozent. Das wiederum drückt die Einnahmen und erhöht die Ausgaben, weil weniger Steuern in die Staatskasse fließen und mehr Arbeitslosengeld gezahlt werden muss. Beim Euro-Gipfel Ende Juli in Brüssel wurde deshalb auch ein Wachstumsprogramm für Griechenland beschlossen. Die Staats- und Regierungschefs haben außerdem die Zinsen für die griechischen Kredite aus den Rettungspaketen der Euro-Länder von 5,1 Prozent auf 3,5 Prozent gesenkt, um den Schuldendienst zu verringern.

Bruttoinlandsprodukt (BIP): Gesamtwert aller innerhalb eines Jahres im Inland für den Endverbraucher hergestellten Waren und Dienstleistungen. Zum Vergleich: Laut Stabilitäts- und Wachstumspakt darf die Gesamtverschuldung eigentlich die Marke von 60 Prozent des BIP im jeweiligen Jahr nicht überschreiten.

Noch hat Deutschland nichts gezahlt

Entgegen der landläufigen Meinung haben die deutschen Steuerzahlerinnen und Steuerzahler noch nichts für die Euro-Rettung gezahlt. Für die bisherigen Kredite an Griechenland und den Rettungsfonds EFSF (Europäische Finanzstabilisierungsfazilität) hat die Bundesregierung lediglich Bürgschaften bereitgestellt. Dank dieser Garantien kann der EFSF zu günstigen Konditionen auf den Finanzmärkten Geld aufnehmen, die er als Kredite an klamme Länder weiter reicht. Bisher war das für Deutschland sogar ein gutes Geschäft, seit Mai 2010 flossen 198 Millionen Euro an Zinsen aus Griechenland. Nach der Zinssenkung vom Juli-Gipfel fallen die Einnahmen jedoch künftig weg. Kostspielig wird es für die Steuerzahlerinnen und -zahler erst, wenn Griechenland, Irland oder Portugal ihre Kredite nicht bedienen. Dann müsste Deutschland als Garantiegeber einspringen.

Derzeit bürgt Deutschland für 211 Milliarden Euro im EFSF. Mitte 2013 ersetzt der permanente Rettungsfonds ESM (Europäischer Stabilitätsmechanismus) den EFSF. Dabei muss Deutschland erstmals Bargeld einzahlen. Geplant sind 21,7 Milliarden Euro neben den Garantien von 168,3 Milliarden Euro.

Apropos: Rettungsfonds EFSF/ESM

Seit 2010 sorgt der europäische Rettungsschirm (EFSF) dafür, dass Euro-Staaten Hilfspakete nutzen können. Die europäischen Staaten bürgen dabei für den EFSF, so dass dieser sich günstig am Markt Geld leihen kann. Der EFSF wird 2013 durch den Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) ersetzt. Dieser soll über eine effektive Kreditsumme von 500 Milliarden Euro verfügen. Er kann am Kapitalmarkt Geld aufnehmen und als Kredit weiterreichen. Wer Hilfsgelder in Anspruch nimmt, muss sich einer harten wirtschafts- und haushaltspolitischen Kontrolle unterwerfen. Der ESM sieht auch eine Beteiligung privater Anleger vor – allerdings nur wenn ein Euro-Land dauerhaft seine Schulden nicht mehr bedienen kann. Die Grünen wollen dem ESM auch die Möglichkeit geben, am Markt bereits im Umlauf befindliche Anleihen aufzukaufen. Grundsätzlich soll er zu einem echten EU-Währungsfonds entwickelt werden, den das Europaparlament kontrolliert.

Spekulationen gemeinsam verhindern

Die Rettungsschirme wurden geschaffen, um Spekulation zu verhindern. Mit dem klaren Signal, dass alle Euro-Staaten für die Problemländer bürgen, werden Wetten gegen den Euro uninteressant. Weil alle Länder gemeinsam für den Euro einstehen, können Spekulanten nicht mehr daran verdienen, via Credit Default Swap auf eine Pleite eines Euro-Landes zu setzen.

Umstritten ist, ob die Größe der Fonds ausreicht. Der EFSF kann 440 Milliarden Euro ausleihen, der ESM 500 Milliarden Euro. Manche Ökonomen argumentieren, dass die Summe höher hätte ausfallen müssen, um Spekulanten endgültig abzuschrecken.

Die Rolle der Spekulanten in der Schuldenkrise ist umstritten. Deutschlands oberster Finanzaufseher, Jochen Sanio, sah im vergangenen Jahr einen "Angriffskrieg gegen die Euro-Zone". Ökonomen widersprachen dem jedoch. "Diese Krise haben nicht Spekulanten verursacht, sie decken nur die Schwächen auf", argumentiert Clemens Fuest, Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirates des Finanzministeriums.

Apropos: Wetten gegen den Euro

Wenn eine Bank einem Staat Geld leiht, kann sie bei einem anderen Finanzinstitut eine Kreditausfallversicherung abschließen (Credit Default Swap, CDS). Dieses muss zahlen, wenn der Staat Pleite geht und der Kredit ausfällt. Das Absurde: CDS sind frei handelbar. Man muss einem Staat gar kein Geld leihen, um sich gegen seine Zahlungsunfähigkeit zu versichern. So "wetten" Spekulanten quasi auf einen Staatsbankrott. Je mehr Spekulanten sich an dem Spiel beteiligen, desto wahrscheinlicher wird eine Staatspleite: Durch den massenhaften Ankauf von CDS wächst scheinbar das Ausfallrisiko und die Kreditzinsen für den betroffenen Staat steigen immer weiter.

Im Fall von Griechenland haben Anleger Zweifel, ob das Land jemals seine gesamten Schulden wird zurückzahlen können. Das Problem ist auch nach dem zweiten Hilfspaket vom Juli-Gipfel nicht gelöst. Die beschlossene Beteiligung der privaten Gläubiger, die einen Abschlag von 21 Prozent hinnehmen, drückt die Staatsverschuldung bis zum Jahr 2017 lediglich um zwölf Prozentpunkte auf 143 Prozent des BIP – ein noch immer erdrückendes Niveau. "Der nächste griechische Schuldengipfel kommt bestimmt", sagt Sven Giegold, finanz- und wirtschaftspolitischer Sprecher der Grünen im Europäischen Parlament. Seine Fraktion hat einen Vorschlag vorgelegt, nach dem Griechenland maximal fünf Prozent des BIP für Zinsen zahlen soll.

Die Ratingagenturen sind in der Schuldenkrise in die Kritik geraten. Mit ihren Noten beeinflussen sie Anleger stark, und mehrfach haben sie durch Herabstufungen just vor wichtigen Treffen die Politik unter Druck gesetzt. Die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) will das Verhalten der Ratingagenturen untersuchen. Schwer verständlich ist etwa die Einschätzung, Griechenland schlechter als Pakistan einzustufen, obwohl die anderen Euro-Länder für Griechenland einstehen. Ein Teil der politischen Kritik an den Agenturen ist allerdings widersprüchlich: Die Gesetzgeber haben die Agenturen mächtig gemacht, indem sie die Ratings in der Bankenregulierung festgeschrieben haben.

Apropos: Ratingagenturen

Ratingagenturen sind private Unternehmen, die die Kreditwürdigkeit (Bonität) von Unternehmen und Staaten bewerten. Ihre Einschätzung mittels eines Notensystems (von AAA = Bestnote bis D = zahlungsunfähig) soll Anlegern helfen, das jeweilige Risiko zu beurteilen – und machen es Schuldnern entsprechend schwer oder leicht, sich Geld zu leihen. Rund 90 Prozent des Marktes teilen die drei US-Firmen Standard & Poor’s, Moody‘s und Fitch unter sich auf. Diese Marktdominanz hat zum Teil schwerwiegende Folgen: In der Finanzkrise etwa stuften sie hochriskante Papiere lange als relativ risikolose Anlagen ein – und verschlimmerten die Krise dadurch erheblich. Auch wie ihre Bewertungen zustande kommen, ist nicht transparent. Die Grünen fordern deshalb, das Oligopol der US-Agenturen zu brechen und als Gegengewicht eine unabhängige, nicht profitorientierte europäische Ratingagentur zu schaffen. Bei grober Fahrlässigkeit oder Fehlverhalten sollen Ratingagenturen zudem haftbar gemacht werden.

Der Euro ist mehr als eine Währung

Was ist die Lösung für Griechenland? Manche Ökonomen, wie etwa Hans Werner Sinn, Präsident des Münchener Ifo-Instituts, plädieren für einen Austritt aus der Währungsunion. Das Land könnte dann seine eigene Währung abwerten und Exporte ankurbeln. Die Schulden aber blieben erhalten – und zwar in Euro, so dass der Staat sogar relativ mehr zurückbezahlen müsste. Politisch ist der Ausstieg Griechenlands aus dem Euro nicht gewollt, weil er die gesamte Währungsunion schwächen und unweigerlich Spekulationen über weitere Austritte provozieren würde. Der Euro ist aber mehr als eine Währung, er ist ein europäisches Projekt. Bereits 1994, bei den Vorbereitungen für den Euro, bemerkte der damalige Bundesbankpräsident Hans Tietmeyer: "Wenn wir eine Währungsunion schaffen und die sich als Misserfolg erweist, dann ist das ein sehr, sehr trauriges Ergebnis für Europa."

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Fatale ökonomische Folgen

Was würde ein Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone und die Rückkehr Deutschlands zur D-Mark bedeuten?

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Grüne Schritte für Europa

Die Schaffung einer europäischen Wirtschaftsregierung wäre ein nachhaltiger und grüner Weg aus Europas Krise.

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Wege aus der Schuldenfalle

Damit Griechenland und der Euro stabilisiert werden können, ist eine sanfte Umschuldung notwendig.

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"Gemeinsame Wirtschaftspolitik fehlt"

Ist der Euro noch zu retten? Sven Giegold über Spekulanten, Populisten und die Konstruktionsfehler der Europäischen Währungsunion.

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Endlich ein europäischer Weg

Cem Özdemir im Interview: Über seine Eindrücke vor Ort in Griechenland und Wege aus der Euro-Krise.

Kommentare

Aussie
19-06-12 20:42
Eurobonds, mal ehrlich spinnt ihr?
Würdet ihr eurem Nachbar bei euch Zuhause der sich ein tolles Haus gebaut hat auch eure Kohle überweisen
wenn der nicht mehr seinen Kredit abzahlen kann und ihr auch noch raus findet, daß sich der liebe Mitmensch
mit falschen Angeben den Kredit erschlichen hat? Ich glaube nicht.

Ihr könnt doch nicht im ernst glauben, daß dies einen Deut besser macht. Ich Glaube mit einer derartigen Aktion
würde alles in Europa für uns und unsere Kinder zerstört werden.

Ihr sollte mal kapieren daß Ihr wie auch die allermeisten Politiker Träumer seit. Griechenland muß abtreten, so
sehr euch daß als gute Europäer wehtut. Realismus und Pragmatismus sind gefragt keine Illusionen.
Markus Stumpf
11-06-12 22:55
Ihre Ansicht bzgl des Werts des Euros für Deutschland kann ich nicht nachvollziehen. Ich lese auf Ihrer Seite, dass Frau Roth sich für Eurobonds ausspricht, d.h., dies ist wohl auch die Meinung der Grünen. Eurobonds dienen dazu, Ländern wie Frankreich einen Renteneintritt mit 60 Jahren durch den deutschen Steuerzahler finanzieren zu lassen. Was für einen Vorteil soll ich davon haben? Warum sollte ein Euro Land wie die Slowakei, das weit unter dem Wohlstandsniveau von bspw. Spanien, Italien und Griechenland liegt, für die politischen und wirtschaftlichen Fehlleistungen dort zur Haftung heran gezogen werden? Sobald der Druck der höheren Zinsen von den süd-europäischen Eurostaaten genommen wird, werden die Reformmaßnahmen unverzüglich eingestellt. Warum soll ich das als Deutscher finanzieren? Es wird seitens Ihrer Partei aber auch seitens der SPD so getan, als ob bspw. Griechenland erst durch die Euro Krise finanzielle Hilfestellung der EU bzw aus Deutschland erhalten hätte. Das ist selbstverständlich falsch. Seit dem EU Beitritt Griechenlands sind bereits ca 120 Mrd Euro (für die Landwirtschaft und aus den EU Strukturfonds) dorthin geflossen - und komplett versickert. Warum soll das jetzt anders sein? Nur weil die Grünen das Etikett "New Green Deal" draufkleben? Absolut nicht überzeugend Ihr Standpunkt zu diesem Thema. Beantworten Sie mir doch bitte noch die Frage, welche Parteien in der Bundesregierung waren, als Griechenland 2001 unter die Euro Gründungsstaaten aufgenommen wurde ...
Mister Euro
23-01-12 13:10
Warum "muss" der Euro "gerettet" werden? Das kann man auch mit wenigen einfachen Worten und ohne viel Geschwafel ausdrücken.

Der Euro ist keine "Gemeinschaftswährung" sondern wie der Dollar ein Monopol zum Gelddrucken für die privaten Besitzer der jeweiligen Zentralbank. Dieses privat gedruckte Geld wird gegen Zinsen (die nicht mit gedruckt werden) verliehen. Die jeweiligen Schuldner (Staaten, Unternehmen, Bürger) geraten durch Schuldenaufnahme in zunehmende Abhängigkeit von diesen Privatiers. Irgendwann sind alle Beteiligten so stark verschuldet, dass es mehr Forderungen aus Zinsen als Geldguthaben gibt. Dann bricht das Währungssystem zusammen. Vorher haben sich die Geldverleiher den Großteil aller Sachwerte mit selbstgedrucktem Geld einverleibt und können den Rest der Sachwerte von den überschuldeten Beteiligten pfänden (in Griechenland heißt das Sparpaket und Privatisierung). Um diesen medien- und regierungsgestützten Betrug möglichst lange unentdeckt zu lassen wird alles getan. Auch die Verpfändung der Einkommen zukünftiger Generationen (auch Rettungspaket genannt).

Also weiter so bei der alternativlosen Euro"rettung". Die aller... Kälber wählen ihre Schlächter selber.
Ben
19-11-11 08:58
@elvis

völlig richtig hier bleibt die Demokratie auf der Strecke. Ich würde mich freuen wenn hier auf der seite der grünen auch ein Abstimmungsbutton währe für oder gegen diese sinnlosen Rettungspakete. Am Ende ist wird Griechenland doch Pleite gehen denn diesen Druck aus der EU kann es nicht lange standhalten.

Ja Deutschland hatt vom Euro profitiert nur mich erstaunt es das seit der Einführung die Reallöhne gesunken sind in Deutschland und in allen anderen Ländern rapide angestiegen. Auch zahlen wir seit der Euroeinführung mehr Zinsen für Staatanleihen wegen der anderen Länder. Und die Aussage bei einem Austritt Deutschlands würde die DM oder gegebenenfals der Nord Euro aufwerten nun ja natürlich allerdings würde sich das in Grenzen halten und der Bürger hätte mit einer aufgewerteter Währung wieder mehr kaufkraft. Auch die Industrie hätte wieder mehr kaufkraft was denn wir exportiern zwar viel aber 40% (Öl, Erze, Halbzeuge...) davon importieren wir erstmal bevor wir wieder was eportieren. Hier kann ich die etwas naive Einstellung der Grünen nicht verstehn die den Euro mit Europa gleichstellen wie als würde es ohne Euro kein Europa mehr geben. Wir haben derzeit Einige Länder die in der EU sind die keine Euro haben und auch ganz gut wirtschaften. Ach ja lest das Buch von Dirk Müller und das von Sahra Wagenknecht das ist das Finanzsystem toll erklärt.
Mfg Ben
elvis
09-11-11 01:56
Oben auf der Internetseite hier ist ein link, folgt man diesem gelangt man zur Abstimmung für Stuttgart21. Hier wird von den Grünen zur Demokratie und Volksabstimmung aufgerufen. Komischerweise habe ich in dem Artikel hier nichts von einer demokratischen Volksabstimmung gelesen, obwohl die europäische Schuldenkrise für uns so teuer ist, das man in jeder Kreisstadt einen S21 Bahnhof hinstellen könnte. Interessiert aber keinen, da es hier mittlerweile wohl auch so ist wie in jeder anderen Partei auch : Lieber 4 Jahre Europa regieren anstatt den Leuten die einen gewählt haben auch nur nen cent rente zu gönnen. Traurig
Klaus2
29-10-11 15:45
Einmal nicht auf uns sondern auf Griechenland fokusiert:
1. Humanitäre Hilf muss einfach bedingungslos sein. Soweit sind wir aber nicht und die potenzielle Bedürfigen bekommen nach derzeitiger Konstruktion der "Rettung" nichts.
2. Transferleistungen ohne schmerzhafte "Strafe" machen abhängig und zerstören eine Gesellschaft und die Ansätze zur Selbstheilung.
3. In einer Demokratie aber sind die notwendig Maßnahmen, die radikale Verminderung der unproduktiven öffentlichen Jobs und der für Korruption verfügbare Liquidität der öffentlichen Kassen nicht durchsetzbar. Die griechische Gesellschaft ist durchdrungen von Beiden Finanzquellen.
4. Eine Diktatur aber wünscht sich Niemand und Diktatoren haben derzeit eine geringe Lebenserwartung. Die Einmischung von Außen setzt sich dem bislang umumschränkt gültigen Vorwurf aus, dass sie nur dem außländischen Interesse und hier besonders dem partiellen Interesse der Export- und Finanzwirtschaft dient. Will man die Europäische Idee kompromitieren - so geht's bei den Geber- und den Nehmervölkern am schnellsten.
5. Eine bestimmter Form der Diktatur aber ist nicht angreifbar. Weder durch die Mafia noch durch ausländische Interessen noch durch die kleinen und großen Nutznießer des bisherigen Systems in Griechenland selbst: DAS DIKAT DER LEEREN KASSEN !

Griechenland muss pleite gehen, damit es sich auf die eigene Kreativität und Wirtschaftskraft neu besinnen kann, damit es gesellschaftliche Strukturen von Grund auf neu errichten kann.
Uns geht das nicht an, wir können auch nicht helfen. (Ausnahme: siehe 1.)

Wer die Griechen dabei in den EURO zwingt, will sich selbstsüchtig einen Markt erhalten und die Entwicklung der griechischen Konkurrenz durch Dumping verhindern. Das Mittel des Dumpings aus Deutschland ist seit Jahrzehnten die - gemessen an der Produktivität - Entwicklung von Dumpinglöhnen in Deutschland. Eine dauerhaft aktive Handesbilanz ist eine perfide Form der Kriegsführung gegen andere Volkswirtschaften. Bezahlt wird sie durch den Zustand Griechenlands und die kommende Altersarmut in Deutschland - aber nicht von den heutigen Profiteuren.
anna
22-10-11 17:16
'Noch hat Deutschland nichts gezahlt'

Schon beim Lesen dieses einen Satzes war klar, dass es sich um ein offensichtliches EURO-Propaganda-Pamphlet handelt, geht doch seit anderthalb Jahren immer wieder durch die Presse, dass die KfW Gelder nach GR überweist. 10 Sekunden Suche auf der KfW-Seite fischen eine Presseerklärung vom 12. Oktober 2011 raus, dass die KfW bis heute 13,5 Milliarden an GR überwiesen hat.

Meinen die Grünen denn wirklich, dass sich ehrliche Diskussionen auf der Basis falscher Aussagen aufbauen könnten?

Jeder interessierte Bürger weiss doch seit Monaten, wie teuer der € die Deutschen schon kam, ganz zu schweigen von den Phantastillarden, die jetzt im Rahmen der 'unverzichtbaren' €-Rettung so ganz langsam über unser Land schwappen werden. Da helfen auch die Dauer-Mantras fast aller dt. Politiker à la 'Deutschland hat am meisten vom € profitiert' nichts mehr. Die Wahrheit kann zwar einige Zeit durch geschickte Propaganda von der breiten Masse abgehalten werden, aber sie wird sich letztendlch durchsetzen - dem internet sei Dank!!

Mich hattet Ihr vor Jahren im Rahmen der 'Zwangsgermanisierungs'-Diskussionen verloren, war es doch tatsächlich eine Unverschämtheit der nationalistischen rechten Parteien CDU + Co., von Einwanderern die Beherrschung der deutschen Sprache zu verlangen. Mögen Euch viele derzeitige Noch-Wähler abhanden kommmen, die Eure realitätsferne romantische EURO-Träumerei nicht mehr ertragen, ganz zu schweigen von grünen Umerziehungsprojekten, mit denen uns die Grünen mal wieder damit beglücken wollen, was wir zu denken haben (Demokratie sieht für mich immer noch anders aus!!!)
"Die Menschen müssen wissen, warum sie dieses Europa wollen SOLLEN" (Zitat C. Roth zum EU-Konvent).
Hans - Jürgen
22-10-11 12:24
Am 16.9.habe ich schon einmal meine Meinung dazu gesagt!

Jetzt möchte ich mit einem Zitat von Joschka ergänzen, als er noch Außenminister war:
"Und wenn Du denkst es ist so schlimm nun kommt nichts mehr -
dann kommt von irgend wo es garantiert noch viel schlimmer
daher!"
Recht hat er - und ich weiß seit dem Titelbericht im Hamburger Abendblatt von heute (22.10.11)genau wie viele Nullen 1 Billion hat? 12 nähmlich und wenn mann die 17 Nullen
der Köpfe der Währungsländer dazu zählt, dann nach europäischer Rechnungsweise sogar 19!
Merkel und Sarkozy haben jetzt völlig den Verstand verloren,
wenn der "sogenannte Rettungsschirm nun auf diese irre Summe von 2 Billionen (um das 4,5 fache als das von noch Ende Juli angedachte)aufgestockt werden soll!!!
Lieber Jürgen Trittin, wenn Ihr das jetzt auch noch mittragen wollt, dann gebt doch gleich bei Mutti Merkel Eure Bewerbung als Hausangestelle ab. Darauf wartet sie doch nur.
H.R.
30-09-11 00:58
"Liebe" Grüne,

heute habt ihr eure Daseinsberechtigung verloren, zumindest für den Moment.

Es stand das Thema unserer Wirtschaftsordnung auf dem Plan und euch ist dazu NICHTS eingefallen, ausser den bestehenden Irrsinn weiter zu stützen.

Da ich nicht weiß, was nach dem Totalkollaps unseres Finanzsystems geschehen wird, weiß ich nicht ganz genau, ob das heute ein Fehler war. Aber ganz sicher wurde heute die Insolvenz von ganz Europa ein gutes Stück weiter betrieben.

Allein die Banken freuen sich.

Ich wähle euch nicht mehr, nach mehr als 20 Jahren.
(im Übrigen gerne wieder, wenn ihr aufhört, uns zu verarschen und zur Abwechslung zu einer Partei würdet, die man die WAHRHEIT sagen hört ..)
Bob
29-09-11 02:09
Bischen wenig der Artikel. Da gibt es echt viieeel besseres im Netz.
Kommentar

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