Text: "Der September wird Grün. Unterstütze die grünen Wahlkämpfe", daneben ein schwarzer Kreis mit einem grünen Kreuz drüber.
Nur schwer kommen die Menschen in Griechenland noch an ihr erspartes Geld. Foto: © iStock/TkKurikawa

Was wäre, wenn Du heute in Athen aufgewacht wärst?

Wir sind heute in Berlin, Gelsenkirchen, Rostock oder München wach geworden. Ein Morgen, scheinbar wie jeder andere. Aber stell dir vor, du wärst heute in Athen wach geworden! In einem Griechenland, das auf der Kante steht. In einer Situation, in der du nicht weißt, was morgen passiert.

Das Wetter ist gut in Berlin. Die Sonne scheint. Der Sommer ist zurück. Also, schnell wach werden, duschen und los. Geld? Keins mehr da. Zumindest im Portemonnaie. Aber kein Problem. Kurz zum Geldautomaten, dann zum Bäcker für Brötchen und Kaffee. Danach geht’s zur Arbeit. Die zu finden, war vor ein paar Jahren zwar nicht einfach, aber letztlich kein unüberwindbares Problem. Stellen gab es genug. Studium abgeschlossen, Bewerbungen geschrieben und los ging's. Klar ist: Gehalt gibt es am Monatsende. Und in den Monaten darauf auch.

 Foto: © iStock/dstaerk

In Athen ist es noch heißer. Selbst um 7 Uhr morgens schon 22 Grad. Der Abend war lang, das Aufstehen fällt schwer. Bis spät in die Nacht wurde noch diskutiert. In den langen Schlangen am Geldautomaten, danach in kleiner Runde am Küchentisch. Was wird passieren? Wie geht’s weiter? Antworten gibt es noch keine. Ein kurzer Blick in die Nachrichten. Heute bleiben die Banken geschlossen. Der nächste Blick geht ins Portemonnaie. 30 Euro. Immerhin. Aber wie lange reicht das schon?

Heute zählt heute

Nahezu 2 von 3 Jugendlichen in Griechenland haben keine Arbeit. Kaum eine Chance vorzusorgen für die Zukunft. Kaum eine Chance eine Familie zu gründen, geschweige denn ein eigenes Geschäft oder Unternehmen. Aber das zählt heute nicht. Heute zählt heute. Morgen zählt morgen. Wie an Geld kommen? Wie an Essen? Miete? Die muss auch bald bezahlt werden. Der griechische Finanzminister hat angekündigt, dass die Banken geschlossen bleiben. 60 Euro gibt es pro Person und Tag am Bankautomaten. Aber nur, wenn die Automaten nicht schon leer sind.

Eine Krise aus Deutschland

In Berlin ist davon nichts zu merken. Zumindest wenn man nicht in die Nachrichten schaut. Nicht auf Twitter sucht. Kein Radio hört. Die Bahnen fahren, die Banken sind offen, die Geschäfte sowieso. Die Krise ist hier noch nicht zu bemerken. Und dass, obwohl die Probleme in Griechenland auch in Berlin gemacht sind. Die Bundeskanzlerin hat in den letzten Jahren die europäische Krisenpolitik bestimmt. Griechenland immer wieder zum Sparen gedrängt und so auch jede aufkommende Erholung der Wirtschaft vor Ort im Keim erstickt. Die griechische Regierung hat sich ihrerseits einigen notwendigen Reformen verweigert. Gut möglich, dass wir die Folgen bald alle tragen müssen. Heute ist es fünf vor zwölf.

Wir hätten uns in den letzten Jahren eine klügere Europapolitik gewünscht. Eine europäische Führung, die mutig die Probleme angeht. Eine Führung, die die Bankenkrise vor Jahren schon offenbarte, statt sich jetzt zu immer neuen Krediten und Hilfspaketen zwingen lassen zu müssen. Wir hätten uns eine griechische Regierung gewünscht, die anstatt immer weiter zu pokern und so die europäische Einheit aufs Spiel zu setzen, auf Kompromisse eingeht und ihr Land führt, statt jetzt ein Referendum durchzuführen und seinem Volk zu raten, dieses abzulehnen. Jetzt wollen wir vernünftig und gemeinsam nach einer Lösung suchen. Einer Lösung, die rettet, was heute noch zu retten ist.

Zu den grünen Vorschlägen


Parteiratsbeschluss vom 9. Februar 2015: "Griechenland braucht Luft zum Atmen - Investieren statt Kaputtsparen"

Länderratsbeschluss vom 25. April 2015: "Für Europas Zukunft: Unser Green New Deal"

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