Nur mit Investitionen und Schuldenerleichterung wird sich Griechenland erholen können. Foto: © iStock/bizoo_n

Operation am offenen Herzen

Die Verhandlungen der Euro-Länder am Wochenende über die Zukunft Griechenlands waren eine Operation am offenen Herzen. Ein Einigungsmarathon, dem dringend Reha-Maßnahmen für Griechenland folgen müssen. Nur mit Investitionen und Schuldenerleichterung wird sich das Land erholen können.

Seit Montag Morgen gibt es eine Einigung zwischen der griechischen Regierung und den Eurostaaten. Es ist gut, dass es eine Einigung gibt, mit der Griechenland im Euro bleiben kann. Aber darüber, wie sie zustande gekommen ist, können wir uns nicht freuen. Statt Verhandlungen auf Augenhöhe waren die letzten Tage ein Vorgang staatlicher Bestrafung und Erpressung. Das Recht des Stärkeren hat sich durchgesetzt. Bundeskanzlerin Merkel, Finanzminister Schäuble und Vize-Kanzler Gabriel haben damit als erste deutsche Regierung den Kurs der vergangenen Jahrzehnte hin zu einem auf Ausgleich ausgerichteten Europa verlassen. Deren Strategie der Spaltung statt Solidarität hat die Rolle Deutschlands in Europa nachhaltig beschädigt.

Griechenland braucht jetzt Schuldenerleichterung und Investitionen. Nur so wird das Land sich erholen können. Nur so wird es wieder auf eigenen Beinen stehen können. Sowohl die Bundesregierung als auch Premierminister Tsipras sind für den desolaten Zustand Griechenlands verantwortlich. Als erstes muss Tsipras sein Parlament von dem Verhandlungsergebnis überzeugen und die Einleitung weiterer Reformen durchsetzen. Erst dann wird der Deutsche Bundestag abstimmen können.

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