Verhinderung einer rechten Demonstration

Der erste Gedanke, wenn man von einer geplanten rechten Demonstration erfährt, ist meist, dass es am Besten wäre, wenn die Rechtsextremen erst gar nicht aufmarschieren. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten: Ihr könnt versuchen, die Demonstration entweder ganz zu verbieten oder den öffentlichen Raum besetzen, wo die Demonstration stattfinden soll.

Kein Platz für Nazis. Foto: Hessam/Flickr.com (CC BY-NC-ND 2.0)

Besetzen des öffentlichen Raums

Ihr könnt eine eigene Demonstration oder ein Fest anmelden und dadurch den öffentlichen Raum bei euch besetzen. Die Anmeldung muss geschehen, bevor die NPD oder die rechten Kameradschaften eine Demonstration angemeldet haben.

Dieses Vorgehen eignet sich dann, wenn es erste Hinweise für eine Demonstration aus dem rechten Umfeld gibt oder wenn es sich um Tage handelt, an denen die Rechtsextremen häufiger eine Demonstration anmelden.

Durch diese Taktik können Demonstrationen auch an geschichtsträchtigen Orten verhindert werden. Häufig weichen die Rechtsextremen auf andere Städte oder Kommunen in der Nähe aus. Hier müsst ihr euch absprechen, wie ihr dort als Zivilgesellschaft Präsenz zeigen könnt.

Verbot einer Demonstration

Das Verbot einer Demonstration ist kompliziert und nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen möglich, denn das Versammlungsrecht und damit das Demonstrationsrecht ist ein Grundrecht. Es soll allen die Möglichkeit geben, ihrer politischen Meinung Ausdruck und Gehör zu verleihen. Dieser allgemeine Grundsatz gilt auch für Rechtsextreme – und das hat seinen rechtsstaatlichen Sinn. So lange eine Gruppierung oder Partei nicht verboten wurde, hat sie dieselben Rechte wie alle anderen auch. Dies müssen wir in einem Rechtsstaat akzeptieren und respektieren. Es ist immer besser, den öffentlichen Raum zu besetzen, als ihn für andere zu verbieten. Ein gescheitertes Demonstrationsverbot kann sogar negativere Folgen haben als gar kein Verbot, da die Rechten sehr häufig versuchen, das Gerichtsurteil für sich auszunutzen: "Die selbsternannten Demokraten wollten unsere Demo verbieten, wir haben aber vor dem Gericht Recht bekommen."

Nur örtliche Genehmigungsbehörden können ein Demo-Verbot aussprechen. Wir können euch weder zu einem Verbot raten noch abraten. Prüft die Situation sorgfältig und seht im Zweifelsfall von einem Verbotsantrag ab. Wenn ihr aber einen Antrag einreicht, dann geht bis zur letzten Instanz. Mehr Fakten und Informationen zur bisherigen Rechtssprechung und über Verbotsgründe findet ihr hier.

 

Die Demofibel im Überblick

1. Praktische Tipps für den Kampf gegen Nazis

2. Verhinderung einer rechten Demonstration

3. Gegendemonstration und Blockade

4. Was ihr nicht vergessen solltet bei Aktionen gegen Rechts

5. Nazis im Internet

6. Umgang mit der "Wortergreifungsstrategie" der NPD

7. Der Extremismusbegriff

8. Welche Bündnispartner ihr ansprechen könnt

9. Fakten zum Verbot einer Demonstration

10. Wann die häufigsten Demo-Termine der rechten Szene sind

11. Wo ihr mehr Infos bekommt: Linksammlung

Klicke auf die Buttons, um das jeweilige Netzwerk zu aktivieren. Beachte, dass dadurch persönliche Daten an Facebook, Twitter oder Google übertragen werden.

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Praktische Tipps für den Kampf gegen Nazis

Unsere Online-Demofibel enthält jede Menge Infos, was ihr gegen rechte Veranstaltungen bei euch vor Ort unternehmen könnt.

Nazis im Internet

Nicht nur auf der Straße und im öffentlichen Leben ist es wichtig, aktiv gegen rechtsextremistische und menschenfeindliche Ideologien vorzugehen. Auch im Internet dürfen solche Parolen nicht hingenommen werden. Sei es auf Facebook, Youtube, in Foren oder auf eigenen Seiten - gerade im Netz fühlen sich viele Personen ermutigt, ihre Hasstiraden in die Welt zu posaunen. Auch hiergegen könnt ihr etwas unternehmen.

Nicht vergessen bei Aktionen gegen Rechts

Um einen größeren Effekt und auch eine Sichtbarkeit von Grüner Politik vor Ort zu erreichen, solltet ihr einige Dinge nicht vergessen:

Fakten zum Verbot einer Demonstration

Demonstrationsverbot erwirken oder Gegendemo organisieren? Für beide Fälle findet ihr hier rechtliche Hinweise.

Gegendemonstration und Blockade

Die bei Weitem meist verbreitete Reaktion auf eine rechte Demonstration oder Kundgebung und ein sehr effektives und medienwirksames Mittel gegen Rechts ist die Organisation einer Gegendemonstration. Auch hierbei solltet ihr einige wichtige Dinge beachten, um eure Aktion zum Erfolg zu führen.

Kommentare

echter Demokrat
11-03-12 10:54
JEDER hat in diesem Land ein Grundrecht auf Meinungs- und Demonstrationsfreiheit. Die Ausübung dieses Rechtes zu verhindern oder zu beschränken ist eine Straftat.
Aber das scheint euch überhaupt nicht zu stören. Alle, die anders denken als ihr, sind nach eurer Ideologie Nazis - so einfach ist das.
Kommentar

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