Nazi-Aufmarsch in Dresden stoppen

Am 13. und 18. Februar 2012 wollen Neonazis einmal mehr den Jahrestag der Bombardierung Dresdens am 13. Februar 1945 missbrauchen, um ihre rassistische und menschenverachtende Ideologie zu verbreiten. Wie in den vergangenen Jahren wollen wir mit viel grüner Präsenz dafür sorgen, dass der Naziaufmarsch in Dresden erfolgreich blockiert wird. Unterstütze uns auch in diesem Jahr bei den Protesten und Blockaden!

Im letzten Jahr versammelten sich über 20 000 Menschen, um sich im friedlichen Protest dem Neonaziaufmarsch in den Weg zu setzen.

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN unterstützen auch in diesem Jahr wieder den Aufruf des Bündnisses 'Dresden Nazifrei' unter dem Motto "Aller guten Dinge sind drei! BLOCK DRESDEN 2012 – Blockieren, bis der Naziaufmarsch Geschichte ist". Gerade nach den schockierenden Enthüllungen um die rechtsextremistische Neonazigruppierung des 'Nationalsozialistischen Untergrunds' (NSU) wollen wir ein starkes Zeichen setzen, dass alte und neue Nazis in unserer Gesellschaft keinen Platz haben.

Weg mit der Extremismusklausel

Es ist unbegreiflich, wie gerade die sächsischen Ermittlungs- und Versammlungsbehörden im letzten Jahr versucht haben, den überwiegend friedlichen Protest zu kriminalisieren. Wir werden uns von solchen Repressionen nicht einschüchtern lassen und unseren erfolgreichen bunten Protest auch in diesem Jahr deutlich machen. Wir werden uns unser Demonstrationsrecht nicht nehmen lassen.

Uns ist klar, dass es im Kampf gegen Rechts eine starke Zivilgesellschaft braucht, die gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und Geschichtsrevisionismus nicht einfach hinnimmt. Deshalb braucht es im Kampf gegen Rechts unbedingt die Initiativen vor Ort. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN fordern die Rücknahme der Extremismusklausel sowie ein Bundesprogramm gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und Rechtsextremismus in Höhe von 50 Millionen Euro. Nur so kann gewährleistet werden, dass die Initiativen vor Ort nachhaltig arbeiten und Wirkung erzeugen können. Außerdem fordert die grüne Bundestagsfraktion die Schaffung eines parlamentarischen Untersuchungsausschusses zur transparenten und lückenlosen Aufklärung der Versäumnisse bei den Ermittlungen zu den Neonazi-Morden.

Solidarität mit den Opfern der Neonazi-Mordserie

Auch aus aktuellem Anlass, der schrecklichen Mordserie durch das in Sachsen untergetauchte Neonazi-Trio, gilt für uns: Wir geben den Nazis keinen Meter Straße preis. Wir blockieren sie in Dresden, bunt, lautstark, kreativ, friedlich und entschlossen!

Parteirat tagt am 13. Februar in Dresden

Weil die Neonazis nun nicht nur am 18. Februar, sondern auch bereits am 13. Februar 2012 marschieren wollen, hat der Parteirat von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN beschlossen, seine Sitzung an diesem Tag von Berlin nach Dresden zu verlegen und sich an den Protesten zu beteiligen. Wenn du uns bei den Protesten und Blockaden unterstützen willst, melde dich über Meine Kampagne an. Dort erfährst du auch alle Details zu den geplanten Aktionen.

Weitere Informationen findet ihr auch auf den Webseiten des Bündnisses 'Dresden Nazifrei' und der Aktion Sühnezeichen. In unserer Online-Demofibel und unserem Merkblatt findet Ihr zudem jede Menge praktischer Tipps, sowie wichtige Adressen und Telefonnummern für die Blockade.

Klicke auf die Buttons, um das jeweilige Netzwerk zu aktivieren. Beachte, dass dadurch persönliche Daten an Facebook, Twitter oder Google übertragen werden.

http://www.gruene.de/uploads/tx_rsmttnewsext/Claudia_Dresden_nazifrei_225.jpg

Nazi-Aufmarsch in Dresden stoppen

Claudia Roth ruft dazu auf, sich den Nazis morgen in Dresden in den Weg zu stellen

http://www.gruene.de/uploads/tx_rsmttnewsext/naziblockiererin-225x130.jpg

Werde Naziblockiererin

So kannst Du bei den Grünen gegen Nazis aktiv werden.

http://www.gruene.de/uploads/tx_rsmttnewsext/Blockade_Dresden_nazifrei2010_Andre_Schulze_225x130_01.jpg

Praktische Tipps für den Kampf gegen Nazis

Unsere Online-Demofibel enthält jede Menge Infos, was ihr gegen rechte Veranstaltungen bei euch vor Ort unternehmen könnt.

http://www.gruene.de/uploads/tx_rsmttnewsext/Neonazis_rufus46_wikipedia_CC_BY-SA_30_225x130_02.jpg

Kümmerer gesucht

Neben einem NPD-Verbot braucht es vor allem professionelle Jugendarbeit beim Kampf gegen Rechts.

http://www.gruene.de/uploads/tx_rsmttnewsext/NazisRaus_benoitd_Flickr_CC_BY-NC-SA_20_225x130_02.jpg

Gefahr für die Demokratie von Rechts

Mit breiten Bündnissen und lokalen Initiativen gegen Rechtsextremismus, rassistisches Gedankengut und rechte Gewalt kämpfen.

Kommentare

Helmut Krüger
28-12-11 13:23
Ich danke für den Artikel "Naziproblem gab es schon in der DDR", einfach aus dem Grunde, weil er u. a. auch zeigt, wie sehr hoch aufgehängte Kampagnen dem eigentlichen Problem nicht zuleibe rücken können. Das gilt in meinen Augen nicht nur für die Nazis.

Über den Text noch HINAUSGEHEND, so denke ich, liegt die Ursache des verhältnismäßig höheren Anteils von Neonazi-Gruppen in Ostdeutschland, wie das ja unverkennbar ist, ganz wesentlich an drei Dingen:

1. Anders als in nahezu allen Gegenden des vorherigen Bundesgebietes sind in Ostdeutschland, der DDR, Gebiete praktisch über Nacht zusammengebrochen, ohne auch nur die geringsten Versuch zu unternehmen, da etwas aufzufangen. Eine Entwicklung wie im Zeitraffer, eine Abkoppelung und ein Brachfallen ganzer Landschaften. Gegen die Umbruch in der DDR ist das Ruhrgebiet auf samtenen Teppich gefallen. Hinter den Abstellgleisen wächst die Gewalt, es sind die links Liegengelassenen, die sich an den Lagerfeuern der Rechtsextremisten die Füße wärmen, ohne das jetzt als pure Zwangsläufigkeit zu sehen, vielmehr als Bedingungsfaktor.

2. Eng verbunden damit ist das Wegbrechen vorher noch auffangender Strukturen, so unzureichend sie auch vorher waren und damit meine ich nicht die politische Indoktrination, damit meine ich schlicht und einfach die Möglichkeit für Jugendliche, vor Ort und ohne lange Fahrten sich außerfamiliär beschäftigen zu können. Es ist das Entstehen eines ausgesprochenen Vakuums, wo die vorherigen Maßgeblichen nicht mehr da, die neuen Maßgeblichen sich dort noch nicht haben blicken lassen. Nach jedem Neonazi-Überfall werden Programme bewilligt, mit jedem über Jahre ausbleibenden Überfall (so furchtbar jetzt diese Formulierung klingt) werden die Programme zurückgefahren.

Da kann kein Schuh draus werden. Vielmehr ginge es um die Entstehung zeitübergreifender Strukturen, um vorsorgliches Handeln, abseits bloßer REaktion. Auch wenn das gegen so manches Gutachten der Landesrechnungshöfe, dass ja keine Notwendigkeit bestehe, wo keine Not offenkundig und erkennbar sei, durchgehalten werden muss.

3. Mehr als das vorherige Bundesgebiet war die DDR ein Staat, in dem in einem höheren Maße von vornherein und unmissverständlich klar war, was falsch und was richtig war. Die Herausbildung derartig rigider Denkhaltungen geht m. E. auch über den konkreten Inhalt der hoch aufgehängten, an den Häuserwänden zu lesenden Parolen hinaus. Dass ein Großteil der NVA-Offiziere ihre neue politische Heimat in den Vorständen rechtsextremistischer Vereinigungen gefunden hat, nimmt für mich von daher kein Wunder.

Erforderlich ist die Herausbildung einer offenen, lebendigen Diskussionskultur, die Achtung des Gegenüber, DIE KONKRETE ERFAHRUNG MIT MENSCHEN AUS FREMDEN LÄNDERN VOR ORT (als dass sich kaserniert hinter Mauern und Zäunen lebten) das Erkennen der politisch Verantwortlichen im Sinne der Präsenz und des Anfassbaren. Stattdessen erleben Menschen ein Verschanzen hinter neuen Sachzwängen und Zahlenkolonnen, dass diejenigen, die zur Gestaltung gewählt und berufen sind, achselzuckend beteuern, "da könne man auch nichts machen".

Es soll ja nicht die Welt auf den Kopf gestellt werden, nur mutig der Preis benannt werden, den eine Änderung nach sich zieht und dann bei Abwägung ein Risiko eingegangen werden. Und sei es die Nichtwiederaufstellung. In Zeiten, in der der Wert des Abgeordnetenmandats -die Spekulation auf zeitüberdauernde Wiederaufstellung- höher angesetzt wird als die eigene, persönliche Überzeugung, da haben Gegner der Demokratie stets leichtes Spiel gehabt, die Demokratie pauschal und insgesamt zu diskreditieren.

Herzliche Grüße ...

... und sorry für die Länge

Helmut Krüger
Helmut Krüger (voller Klarname)
28-12-11 11:15
Ich frage mich immer wieder, ob die parolen- und PR-gängige Verkürzung "gegen rechts" nicht kontraproduktive Wirkung hat. Rechts, links und Mitte sind ja Begriffe aus dem Parlament und bezeichnen infolge der überlieferten Sitzordnung die ungefähre politische Ausrichtung, auch wenn die althergebrachten Fronten so nicht mehr stimmen. Glücklicherweise.

Wozu müssen RechtsEXTREMISTEN, die es sind, mit dieser auf Mediengängigkeit abhebenden Verkürzung de facto zu Demokraten verklärt werden, wo doch das Parlament für sie nur billige Redetribüne und Geldbeschaffungsinstrument ist, anstatt sie als das zu bezeichnen, was sie tatsächlich sind: Extremisten?

Ich würde mir auch wünschen, wirkliche Demokraten würde das Thema Bombenabwurf in Dresden offener angehen: Keine Aussparung des Leids, Gedenken an das Leid UNVERRECHNET und nicht instrumentalisiert, wie es die Nazis in vorgeschobener Weise tun und das gilt dann auch anders herum: Wie fatal und grob ist die Parole, dass da, wo alle Deutschen Täter waren, keiner von ihnen jemals den Anspruch hätte, als Opfer zu gelten, wie es von einem Teil der Gegendemonstration gleichfalls behauptet wird?

Es ist diese unerträgliche Härte, die dieser Tag in Dresden ebensowenig verdient hat, wie andere analoge Tage woanders. Lieber es gehen etwas weniger auf die Straße und dafür mit demokratischer Überzeugung -jenseits aller Aufrechnung und Verrechnung- als Menschen befinden sich im Anhang, dass das Furchtbarste für sich bloß umdrehen.

Herzliche Grüße
Helmut Krüger
h.g.
21-12-11 17:32
Heute wurden vier Berliner U-Bahn Schläger mit relativ milden Strafen "bedacht". Der Vollständigkeit halber sollte noch erwähnt werden, dass die brutalen Schläger Migrationshintergrund haben. Wo bleibt das sonst obligatorische Betroffenheitsezenario der Grünen, insbesondere von Frau Roth ?
Dass Gewalttätigkeiten gegen andere Menschen, egal ob aus ideologischen-, rassistischen-, religiösen oder sonst welchen Motiven zu verurteilen ist, dürfte wohl selbstverständlich sein. Dass aber Frau Roth und ähnliche "Betroffenheitsautomaten", insbesondere bei den Grünen zu finden, nur dann aktiv werden, wenn Deutsche derartige Taten begehen, sich aber in Schweigen hüllen, wenn wie in diesem Fall Deutsche die Opfer von Schlägern mit Migrationshintergrund sind.
Entweder verurteilt man alle Taten oder man hüllt sich gennerell in Schweigen. Hier eine ideologisch wohl gewollte Auswahl ist mir und vielen anderen sicher auch , völlig unverständlich. Bei dieser Vorgehensweise braucht man sich darüber wundern, wenn die Leute Sympatisanten bekommen, die man richtigerweise mit demokratischen Mitteln bekämpfen muss. Liebe Grüne wo bleibt Eure Solidrität mit deutschen Opfern ? Wie bisher Fehlanzeige, oder setzt bei Euch irgendwann mal ein Umdenken ein. Angeblich seit Ihr doch gegen Gewalt. Leider seit Ihr bisher den Beweis schuldig geblieben.
h.g.
19-12-11 02:02
Bei allem Verständnis, dass aufrechten Demokraten die Neonazis zuwider sein müssen, muss ihnen leider dennoch die Möglichkeit gegeben werden, sich im Rahmen ihrer genehmigten Veranstaltungen zu bewegen. Wenn dieses nicht möglich ist, muss in einem Rechtsstaat (in diesem Fall für die meisten emotional nicht verständlich) die Polizei dieses zum Schutze der genehmigten Versammlung oder in diesem Fall Aufmarsch,eingesetzt werden. Wer dieses nicht begreift, hat den Rechtsstaat wohl nicht ganz verstanden. Anstatt sich medienwirksam dagegenzustellen sollte man die Nazis ins Leere laufen lassen anstatt ihnen die gewohnte Aufmerksamkeit zu schenken.
Wenn die Gegendemonstrationen, wie bisher geschehen, regelmässig in Gewalt ausarten und Angriffe gegen Polizeibeamte beinhalten, handeln die Verursacher sehr wohl kriminell.
Die Extremistenklausel ist insofern sinnvol, dass nicht hingenommen werden kann, dass Linksextremisten oder schlimmer noch, Islamisten (es dürfte wohl keinen nennenswerten Unterschied zwischen den Nazis und den letztgenannten geben) mit staatlichen Geldern indirekt unterstützt werden. Vieleicht sollten die linken Parteien
incl. der Grünen die berechtigten Sorgen und Ängste der Menschen insbesondere der, in den bekannten Wohngebieten mit besonders hohen Ausländeranteil aus dem nuslimischen Kulturkreis ernster nehmen. Die Ignoranz und Blindheit auf dem linken Auge treibt den Nazis Symphatisanten in die Arme.
Es würde sich bestimmt lohnen diese ernster zu nehmen, als immer nur lautstark "bunten Protest" zu veranstalten, mit dem man wohl auch nur nach den Wählerstimmen zielt.
Immer wieder rechtsextremistische Verbrechen medienwirksam anzuprangern wirkt erst dann glaubhaft, wenn man linksextremistische und islamistisch motivierte Verbrechen ebenso ächtet.Verbrechen, egal von welcher Seite muss in einem Rechtsstaat verfolgt werden. Eine Straftat kann und darf nicht, je nach Ideologischen bzw. religiösen Hintergrund unterschiedlich bewertet werden. Die Opfer, oder deren Angehörigen dürften wohl kaum die Folgen der kriminellem Handlung als "angenehmer" empfinden, wenn die "richtige" Ideologie dahintersteht
Kommentar

Wir freuen uns auf Meinungen zu diesem Artikel. Bitte beachtet unsere Nutzungsbedingungen.
Die Kommentarfunktion dient nicht dazu, direkt mit uns Kontakt aufzunehmen oder Fragen zu stellen. Dafür haben wir ein Kontaktformular.



CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz

Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.