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mauerfall, Lemke, 1989, DDR, stasi, bürgerrechte
Inhalt
Wie bist Du damals in der DDR zur Opposition gekommen?
Es gab für mich zwei Schlüsselereignisse, da ich in einem roten Elternhaus aufgewachsen bin und auch Mitglied in der Pionier- und FDJ-Organisation war. Als man mich dann aber nach der Schule nicht zum Abitur zuließ – ein reiner Willkürakt – begann bei mir das Nachdenken, was in diesem System eigentlich schief läuft. Die eigentliche Politisierung begann erst als ich während meiner Abendschulzeit in eine Gruppe junger Leute kam. Gemeinsam gründeten wir eine Art Bürgerinitiative, die mit Stadtgestaltung und Denkmalpflege in Dessau beschäftigte. Diese geriet sofort in den Fokus der Staatsbehörden, obwohl sie sich nur für ihre Stadt einsetzen wollte. Selbst das war schon ein Angriff auf die Staatsgewalt. Wir haben nach der Wende herausgefunden, dass diese harmlose Gruppe junger Menschen von der Stasi bespitzelt wurde. Das war meine eigentliche Politisierung. Und aus dieser Gruppe heraus, die sich 1987 gegründet hatte, entstand das Neue Forum mit neuen Mitstreitern, die heute noch politisch aktiv sind.
Viele danken Kohl, Bush Sr. und Gorbatschow für den Fall der Mauer. Wem dankst Du?
Ich bin der Meinung, dass der Dank in diesem Herbst den hunderttausenden Menschen in der DDR gebührt, die den Mut gefunden haben sich gegen dieses System aufzulehnen, ohne zu wissen, was bei diesen Demonstrationen passieren würde. Diese Angst war ein ständiger Begleiter. Es waren viele jungen und ältere Menschen dabei. Niemand wusste, ob Verhaftungen anstehen, ob geprügelt oder geschossen werden würde. All das stand über Wochen hinweg Spitz auf Knopf. Diesen Menschen gebührt in aller erster Linie der Dank, weil sie die Helden der friedlichen Revolution von 1989 sind. Und nicht die Staatsmänner, die mit Sicherheit ihre Verdienste um den Fall der Mauer und die Einheit haben. Aber der Anstoß ging von denjenigen aus, die unter Einsatz ihres Lebens den Stein ins Rollen gebracht haben: den Bürgerinnen und Bürgern der DDR, die damals ihre eigene Angst überwunden haben und auf die Straße gingen. Nicht zu vergessen sind auch die Bürgerrechtler, die mit ihren bekannten Gesichtern ein Stückweit vornean gestanden haben und sicher auch noch gefährdeter waren, als die anderen Demonstranten.
Wieviel der Anliegen von Bündnis 90 steckt noch heute in den Grünen?
Es wäre gut, wenn sich unsere Partei stärker des Gedenkens an die Zeit 1989 annehmen würde. Ich glaube, dass viele Wünsche der damaligen Zeit erfüllt sind. Vor allem der Wunsch nach Freiheit. Der Wunsch dieses unmenschliche System zu beseitigen und eine demokratische Republik zu bauen. Viele von diesen Wünschen sind erfüllt, gleichzeitig blieben auch viele auf der Strecke. Auch was Zusammenwachsen zwischen Ost und West ist noch nicht beendet. Bündnis 90/Die Grünen könnten hier stärker vorangehen und mehr machen. Beispielsweise indem wir die Diskussion über Demokratie und Wahlenthaltung, über die Frage von Wahlbeteiligung in den nächsten Monaten stärker aufgreifen werden. Der letzte Parteitag hat dazu einen Beschluss gefasst. Hier haben wir definitiv noch eine Aufgabe vor uns.