Gefahr für die Demokratie von Rechts

Für BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN kann Rechtsextremismus nur durch mehr Demokratie von unten bekämpft werden. Dabei ginge es vor allem darum, lokalen Initiativen den Rücken zu stärken, heißt es im BDK-Antrag des grünen Bundesvorstands.

Graffiti 'Nazis Raus', Foto: benoitd/flickr.com (CC BY-NC-SA 2.0)

"Für BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN ist diese zunehmende Verankerung und die Radikalisierung der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit sowie die damit einhergehende zunehmende Verbreitung von u.a. rechtsextremistischen, autoritären, rassistischen, antisemitischen, homophoben und antimuslimischen Leitbildern nicht hinnehmbar", schreiben die Autorinnen und Autoren des BDK-Antrags "Gefahr für die Demokratie von Rechts".

Erschreckend sei auch, dass die rechtsextreme NPD in einigen Orten Mecklenburg-Vorpommerns bei der Landtagswahl im September 2011 stärkste Kraft geworden ist. Die NPD habe es dort geschafft, neben gewaltbereitem Auftreten vielfach sozialpolitische Aufgaben auszufüllen, um so die Akzeptanz in der Gesellschaft zu festigen.

NPD-Verbot nicht grundsätzlich ausschließen

"Ein Verbot der NPD wird im Kampf gegen Rechtsextremismus kein Allheilmittel sein", heißt es in dem Antrag. "Verbote sind in einer Demokratie immer nur das letzte Mittel der Auseinandersetzung, denn Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut, die Stärkung der Demokratie lässt sich nicht mit deren Einschränkung erreichen."

Dennoch müssten die Grundlagen für ein neues Verbotsverfahren geschaffen werden, weil es eine zunehmende Gewaltbereitschaft und ein unverhohlen hetzerisches Auftreten bei der NPD gebe. Die Innenminister der Länder seien jetzt gefordert, die Kontaktleute des Verfassungsschutzes innerhalb der NPD abzuziehen, damit ein Verbotsverfahren überhaupt Erfolg haben könnte. "Auch wenn Verbote im Kampf gegen rechte Ideologien kein Allheilmittel sein können, darf ein NPD-Verbot nicht grundsätzlich ausgeschlossen sein." Nicht zuletzt müsse ein erfolgreiches Verbot mit offensiven Ausstiegsangeboten für Neo-Nazis und eine demokratische Jugendarbeit begleitet sowie die Demokratiebildung ausgebaut werden.

Extremismusklausel zurücknehmen

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN kritisieren in dem Antrag vor allem die von der schwarz-gelben Bundesregierung eingeführte Extremismusklausel. "Die Stärkung der Demokratie und der Kampf gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit kann nur vor Ort gewonnen werden. Initiativen und Gruppen, die sich lokal engagieren, sind für die Demokratie unersetzlich und müssen von Seiten des Staates gefördert werden." Anstelle einer nachhaltigen Unterstützung demokratiefördernder Maßnahmen und Gruppen setze die Bundesregierung auf die Bespitzelung der Aktiven vor Ort. Denn mit der Einführung der Extremismusklausel sind zivilgesellschaftliche Initiativen, die sich gegen Nazis und rechte Gewalt engagieren und dafür Finanzmittel beantragen, gezwungen eben diese Klausel zu unterschreiben.

50 Millionen Euro für Bundesprogramm gegen Menschenfeindlichkeit

Der Zwang zur Bespitzelung solle eingestellt und die Extremismusklausel zurück genommen werden, heißt es in dem Antrag. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN fordern eine Gesamtstrategie gegen rassistisches und menschenverachtendes Gedankengut und rechte Gewalt. Dazu sollen die Kommunen eine angemessene Finanzausstattung erhalten und ein Bundesprogramm gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit mit jährlich 50 Millionen Euro gefördert werden.

Um aktiv gegen Rechtsextremismus, rassistisches Gedankengut und rechte Gewalt vorgehen zu können, setzten BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN auf breite Bündnisse und die Stärkung lokaler Initiativen.


BDK-Antrag: Gefahr für die Demokratie von Rechts (PDF)

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Nützliche Links

Eine Sammlung nützlicher Links rund um das Thema Rechtsextremismus.

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Der 33. Parteitag von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN ging heute nach drei arbeitsreichen Tagen zu Ende.

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Kommentare

Maik
16-11-11 01:05
Bitte bitte bitte bitte NICHT die NPDF verbieten lassen!

Das wäre total doof, weil es dann GAR NICHTS mehr zu lachen gibt....
Die erzählen stets absoluten Müll, dass man sich denkt: "WTF oO Was zur Hölle - wie sind die denn drauf? Was nehmen die? Ich will auch was davon!"

Aber mal ernsthaft:
NPD verbieten oO?
MACHT DAS SINN?
NPD weg - NNPD da "Neue NPD"
oder NPDng NPD näkst Gänärayschen (wir wollen ja _deutsch_ bleiben^^)

Die würden schon einen weg finden braunes gedankengut (wieso denke ich dabei immer an durchfall?) in die politik einzubringen...

Und dann stehen die wieder vor Plattenbauten, mit Kaffee und Bockwurst und bewerben ihre tolle Partei/Gemeinschaft/"Familie"

Btw. Aktuell ist mein Wäscheständer kaputt, wenn die NPD verboten und somit aufgelöst wird: Ich nehme gerne 2 auf, um die Wäscheleine zu halten, arm hochhalten können die ja...

Früher behauptete man, dass Kinder bekommen zwischen geschwistern (die da sind ja alle "Wir sind brüder und schwestern", die aber zum teil auch zusammen kinder bekommen /Pärchen sind whatever) nicht gut sei, weil das behinderungen o.ä. hervorrufen kann...
Von daher... die können wirklich nichts dafür, dass deren Eltern ja teilweise geschwister sind, und die deswegen so merkwürdige krankheiten haben, die sinnlos irgendwas mit halt himmel! rufen lassen, ständig den rechten arm als sichtschutz heben (wofür auch immer) oder "Sie, Halt!" Brüllen lassen.

Leider scheint das auch ansteckbar zu sein, sobald einer das macht, machen ganz viele andere das auch... Und chronischen Haarausfall haben die auch sehr stark ausgeprägt, in einer viel höheren anzahl, als der rest der Menschheit.

Also: Ich bin gegen Diskriminierung von Minderheiten, auch geistig behinderte sollte das recht haben, eine partei zu gründen und behalten zu dürfen.

(Also gegen Diskriminierung von Minderheiten bin ich tatsächlich - aber auch Kinderschänder sind Minderheiten...hmm.. Weltbild ein wenig aktualisieren muss)
Kris
06-11-11 10:17
Dass die Grünen gegen Rassismus sind, trifft nicht ganz zu. Denn die Grünen vertreten derzeit (in BaWü besonders, da sie dort den Ministerpräsidenten stellen) eine Drogenpolitik, die durch Gier, Korruption und Rassismus entstanden ist. Genauer gesagt, die "Cannabis-Prohibition". Grüne, bedenkt:

IN BREITEN KÖPFEN IST MEHR PLATZ FÜR TOLERANZ!
Fred
05-11-11 06:20
Inhaltlich stimme ich grundsätzlich mit dem Artikel über ein, leider ist er etwas zu einseitig. Es fehlt die gleiche kritische Haltung gegenüber den Linksradikalismus. Von beiden Gruppierungen geht die gleiche Bedrohung für unseren Rechtsstaat aus. Da sich ein Großteil der Mitglieder der Grünen noch aus der 68 er Bewegung zusammensetzt, ist ihre stille Toleranz hinsichtlich des Linksextremismus zu erklären. Die Entstehung dieser extremen Randgruppen hat etwas mit fehlendem Weitblick unserer politisch Verantwortlichen zu tun. Eine falsche Ausländerpolitik in den letzten 30 Jahren, der ungehemmte Zuzug von bestimmten Personengruppen die sich aufgrund ihres Glaubens nicht in unserer Gesellschaft integrieren, fördert außer unseren wirtschaftlichen Problemen, diesen Extremismus. Oft vermisse ich von unseren Politikern eine sachliche Auseinandersetzung über die für unser Land so unglaublich wichtige Problematik. Wer heute als Verantwortlicher mit geschlossenen Augen durch unsere Städte geht und die dort für alle sichtbaren Probleme negiert. Versündigt sich an der Zukunft unseres Landes. Das verteufeln bestimmter Personen die sich ernsthaft mit dieser Thematik auseinandersetzen, beweist einen schlechten Politikerstil. Das beste Beispiel ist für mich die Schauspielerin Claudia Roth.
Kommentar

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