Eine Frau füllt mit einer Pipette Flüssigkeit in Gefäße.
Wir wollen junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler fördern und mehr Frauen in wissenschaftliche Führungspositionen bringen. Foto: © iStock/luchschen

Forschung

Forschung heißt: Die Welt von morgen bereits heute zu denken, Zusammenhänge zu verstehen und besser zu begreifen, was wir nicht wissen. Die Freiheit von Wissenschaft und Forschung ist ein zentraler Wert der Demokratie – den wir GRÜNE fördern wollen.

Wirtschaftlich starke Staaten wie Deutschland müssen deutlich mehr Geld in Forschung und Entwicklung investieren. Ziel müssen mindestens 7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts bei Bildung und 3,5 Prozent bei Forschung und Entwicklung bis 2020 sein. Wir wollen die Finanzierung der Hochschulen verbessern und eine steuerliche Forschungsförderung für kleine und mittelständische Unternehmen einführen.

Sichere und familienfreundliche Berufe

Gute Wissenschaft braucht gute Arbeitsbedingungen auf allen Ebenen der wissenschaftlichen Karriere. Von der Professur abgesehen, haben WissenschaftlerInnen heute aber extrem unsichere Berufs- und Lebensperspektiven. Befristete Verträge haben überhandgenommen, oft mit Laufzeiten unter einem Jahr. Hochschulen und Wissenschaftseinrichtungen müssen

  • familienfreundlich sein,
  • vernünftige Beschäftigungsverhältnisse bieten und
  • Forschung und Lehre auch ohne Professur ermöglichen.

Frauen an Hochschulen und Wissenschaftseinrichtungen

Frauen sind im Wissenschaftssystem nach wie vor deutlich unterrepräsentiert – mit jeder Qualifikationsstufe werden es weniger. Wir wollen junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler fördern und mehr Frauen in wissenschaftliche Führungspositionen bringen. Gerade Frauen und Menschen mit Migrationshintergrund wollen wir verstärkt für sogenannte MINT-Studiengänge (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) begeistern.

Open Access, Transparenz und Partizipation

Wir wollen, dass Ergebnisse öffentlich finanzierter Forschung rasch breit verfügbar sind, und unterstützen deshalb Open Access und Open Data im Wissenschaftsbereich, damit der Austausch innerhalb der Wissenschaft, aber auch der Wissenstransfer in Wirtschaft und Gesellschaft verbessert wird. Durch öffentliche Mittel finanzierte wissenschaftliche Publikationen müssen auch frei zugänglich sein.

Daneben wollen wir klare und verbindliche Transparenzregeln im Wissenschaftsbereich. Dazu gehören nachvollziehbare Informationen für die Bürgerinnen und Bürger, wer im öffentlich finanzierten Wissenschaftsbereich welche Mittel für welche Forschungstätigkeiten erhält und wer mit wem kooperiert. Wir wollen zudem Ansätze stärken, forschungspolitische Entscheidungsprozesse partizipativer zu gestalten.

Energiewende in der Forschung

Energiewende muss auch in der Forschung stattfinden. Forschung zur weiteren Nutzung der Atomenergie und zur Kernfusion ist nicht zukunftsfähig. Anstatt Geld für die kerntechnische Transmutation und das Kernfusionsprojekt ITER zu vergeuden, wollen wir öffentliche Forschungsmittel für Transformationsforschung einsetzen, die den von uns gewünschten Wandel wissenschaftlich begleitet. So unterstützen wir die technologische Innovationen und die gesellschaftliche Verankerung der Energiewende.

Freie Forschung mit Verantwortung

Forschungsfreiheit ist ein hohes Gut. Zugleich muss sich Wissenschaft ihrer Verantwortung in Forschung und Lehre bewusst sein. Deshalb sind wir

  • gegen die verbrauchende Embryonenforschung, bei der frühe menschliche Embryonen zerstört werden, und
  • gegen das Klonen von Menschen.

Nachhaltige und soziale Innovationen setzen weitreichende Folgeabschätzungen, begleitende Risikoforschung und ein Verständnis der komplexen technischen und gesellschaftlichen Wechselbeziehungen voraus, wenn neue Technologien zum Wohle aller implementiert werden sollen.

Wir ziehen auch dort eine Grenze, wo Forschung hohe Umwelt- und Gesundheitsrisiken erzeugt. Tierversuche wollen wir konsequent reduzieren.

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