Ein gerechteres und besseres Bildungssystem!

Die Bildungschancen werden in Deutschland stark von der sozialen Herkunft bestimmt. Das gilt auch fast zehn Jahre nach dem PISA-Schock. Gefragt sind Reformen für ein gerechteres und besseres Bildungssystem. Ein Gastbeitrag von Cem Özdemir in "didacta - Das Magazin für lebenslanges Lernen", Ausgabe 1/2010.

Cem Özdemir, Bundesvorsitzender von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Die Qualität einer Gesellschaft bemisst sich auch daran, ob sie es den Menschen ermöglicht, „ihr“ Leben zu leben. Bildung und der Zugang zu guter Bildung spielen dabei eine herausragende Rolle. Denn die Lebenschancen des Einzelnen hängen heute aufgrund der Anforderungen in der Arbeitswelt und im Alltag mehr denn je von Bildung und Wissen ab. Doch es geht dabei um mehr als die bloße Verwertbarkeit auf dem Arbeitsmarkt, denn Bildung vermittelt auch soziale Kompetenzen und ist Teil der Erziehung zur Demokratie.

Gesellschaftliche Teilhabe wird von ethnischer und sozialer Herkunft bestimmt

Vor diesem Hintergrund ist es alarmierend, dass die Chancen der Menschen auf gesellschaftliche Teilhabe derart durch ihre soziale und ethnische Herkunft bestimmt werden, wie es heute in unserem Bildungssystem der Fall ist. Es war die PISA-Studie, die 2001 hierzulande viele aufgeschreckt hat. Deutschland, das Land der Dichter und Denker und Wilhelm von Humboldts, landete im Vergleich der teilnehmenden Staaten nicht nur bloß im Mittelfeld – es stellte sich auch heraus, dass die Bildungschancen in Deutschland wie in kaum einem anderen Industrieland von der sozialen Herkunft abhängen. Daran hat sich trotz des „PISA-Schocks“ bis heute kaum etwas geändert, wie auch die PISA-Studie aus dem Jahr 2006 sowie die jährlich erscheinenden Analysen „Bildung auf einen Blick“ der OECD belegen.

Tatsächlich erinnert unser Bildungssystem mitunter an einen 100-Meter-Lauf: Die äußeren Bedingungen sind für alle gleich, alle starten zur selben Zeit, alle müssen die gleiche Strecke bewältigen – doch manche laufen mit zwei, andere nur mit einem Bein. Diese „Einbeinigen“ sind keine Minderheit. 20 Prozent der Schülerinnen und Schüler gehören zur sogenannten „Risikogruppe“. Sie verlassen die Schule, ohne in den Kompetenzen Lesen und Mathematik über das Bildungsminimum zu verfügen, das für eine erfolgreiche berufliche Ausbildung notwendig ist.

Risikogruppe hat es schwer in der Arbeitswelt

Gegenwärtig besuchen etwa neun Millionen Schülerinnen und Schüler die allgemeinbildenden Schulen. Rund 1,8 Millionen von ihnen gehören auf lange Sicht zur Risikogruppe der heutigen Schülerschaft, die es schwer haben wird, in der Arbeitswelt Fuß zu fassen. Das muss nicht nur die betroffenen Familien und bildungspolitisch Interessierte beunruhigen, sondern jeden, dem etwas an der Zukunft dieses Landes liegt.

Der Zugang zu guter Bildung ist wieder zu einer zentralen Gerechtigkeitsfrage unserer Gesellschaft geworden. Gerade Kinder mit Migrationshintergrund weisen beim Lesen große Defizite auf, entsprechend gehören etwa 40 Prozent von ihnen der Risikogruppe an. Dieser Befund gilt zwar ähnlich auch für andere Einwanderungsländer, doch ist dieser Anteil in Deutschland im Vergleich besonders groß. Hinzu kommt, dass der Leistungsabstand von in Deutschland geborenen Kindern zugewanderter Eltern zu Schülern deutscher Herkunft im internationalen Vergleich sogar am größten ist. Anderen Einwanderungsländern gelingt es besser, auch Kinder anderer Herkunft und Muttersprache in ihrer schulischen Entwicklung zu fördern.

Bildungsarmut in Problembezirken

Die Konsequenz in unserem mehrgliedrigen Schulsystem mit dem wichtigen Übergang auf eine weiterführende Schule nach der Primarstufe ist deutlich: Zwischen 1985 und 2006 schafften es 30 Prozent der deutschen Schüler auf ein Gymnasium, hingegen nur neun Prozent der Schüler mit nicht-deutscher Staatsangehörigkeit. Und während etwa zwei Drittel der ausländischen Schüler auf die Hauptschule wechselten, waren es bei deutschen Schülern 42 Prozent. Außerdem ist das Risiko für Schüler nicht-deutscher Herkunft, an eine Sonderschule überwiesen zu werden, doppelt so hoch.

Doch es wäre falsch, Bildung als ein Integrationsthema zu begreifen, das nur Migranten betrifft. Denn in der Risikogruppe finden sich auch deutsche Kinder. Aussagekräftig ist hierbei die Sprachstandsmessung von Vorschulkindern in Berlin. Im Jahr 2007 waren dort von allen Kindern mit einem sprachlichen Förderbedarf immerhin 32 Prozent deutscher Herkunft. Bildungsarmut betrifft nicht nur Migrantenkinder, sondern auch deutsche Kinder aus Arbeiterfamilien. Bildungsarmut betrifft auch Kinder alleinerziehender Mütter und Väter, die Familie und Beruf mitunter nur schwer vereinbaren können. Bildungsarmut betrifft gerade auch Kinder, die in so genannten Problembezirken aufwachsen, in denen Vorbilder fehlen, kein geregelter Tagesablauf vorgelebt wird, wo Kindergärten und Schulen mit der Herausforderung allein gelassen werden, die ungünstigeren Ausgangsbedingungen der Kinder auszugleichen. Die Schule kann nicht alle Versäumnisse reparieren, doch sind gerade diese Kinder in besonderem Maße auf sehr gute Bildungseinrichtungen angewiesen.

Die fehlende Bücherwand kompensieren

Auch im Wohnzimmer meiner Eltern fehlte die Bücherwand mit dem Brockhaus. Aber ich hatte Lehrer, die mich gefördert haben. Ich hatte Eltern, die mir zwar nicht bei den Hausaufgaben helfen konnten, die mir aber Nachhilfe besorgten. Und da waren auch noch die Eltern meiner deutschen Freunde, die auch einen Blick in meine Schulhefte warfen. Da waren Menschen, die die fehlende Bücherwand ausgeglichen haben. Das zeigt auch, wie wichtig Vorbilder für Heranwachsende sind und wie wir auch hier neue Wege gehen müssen.

Wo sie nicht vorhanden sind, müssen wir Vorbilder organisieren, etwa über Mentorenprogramme. Warum sollen Studierende oder angehende Lehrer nicht Mentor sein für eine Schülerin oder einen Schüler? Beide Seiten hätten etwas davon. Bildungspolitik allein kann die Ungerechtigkeiten der Gesellschaften nicht überwinden und sie ersetzt ganz sicher auch nicht sozialstaatliche Solidarität. Aber sie kann und muss gerade auch Kindern und Jugendlichen aus nicht-akademischen Familien eine Chance auf soziale, wirtschaftliche und kulturelle Teilhabe eröffnen.

Sprachkenntnisse und Wissensdurst fördern

Es muss uns beunruhigen, wenn von 100 Akademikerkindern 83 auf die Hochschule gehen, aber nur 23 von 100 Arbeiterkindern. Wir können es uns nicht leisten, auf die Kreativität dieser jungen Menschen zu verzichten. Das gilt aber vor allem für die genannte Risikogruppe, deren Lage aus meiner Sicht trotz zahlreicher anderer Baustellen bildungspolitisch in den Mittelpunkt gerückt werden muss. Wenn jeder zweite Hauptschüler selbst ein Jahr nach seinem Hauptschulabschluss noch keinen Ausbildungsplatz gefunden hat, dann spricht das Bände und illustriert den Wandel, mit dem wir konfrontiert sind. Wir müssen die Zeit vor der Einschulung wesentlich besser nutzen, um die Sprachkenntnisse und den Wissensdurst der Kinder zu fördern.

Ein wichtiger Schritt ist daher der konsequente Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen für unter Dreijährige, um die Nachteile der Kinder aus bildungsarmen Familien konsequent anzugehen. Der Ausbau muss einhergehen mit einer verbesserten Aus- und Weiterbildung der Erzieherinnen und Erzieher, die mitunter auch an unseren Hochschulen stattfinden sollte. Mit dem qualitativ hochwertigen Ausbau dieser Bildungseinrichtungen verbessern wir die Lebenschancen der Kinder und wir wertschätzen die Arbeit der Erzieherinnen und Erzieher, die heute wichtiger ist denn je.

Wie kann eine gute Schule aussehen?

Doch letztlich muss Bildungspolitik eine zentrale Frage beantworten: Wie kann eine gute Schule aussehen? Eine gute Schule agiert selbstständig. Sie übernimmt die Verantwortung, wie die Bildungsstandards erreicht werden und hat ein eigenes Personalbudget. Die Schulleitung spielt dabei eine besondere Rolle, eine selbstständige Schule lebt aber auch vom Engagement der Lehrerinnen und Lehrer, der Eltern und der Schülerschaft. Eine gute Schule ist aus meiner Sicht eine Ganztagsschule, denn eine hochwertige ganztägige Betreuung ist besonders gut geeignet, ungleiche Voraussetzungen durch eine intensive individuelle Förderung der Kinder auszugleichen. Unsere Schulen müssen zu einem Lebensraum werden, der ganztägig geöffnet ist, wo Lehrer auch mit Eltern zusammenkommen und sich über die Erziehung der Kinder verständigen. Ein Ort, wo auch Kinder aus sozial schwächeren Familien eine musische und kulturelle Erziehung erfahren, wo sie auch nachmittags von Büchern umgeben sind und den Umgang mit der komplexen Welt der alten und neuen Medien lernen.

Längeres gemeinsames Lernen

In einer guten Schule lernen die Kinder länger gemeinsam. Deshalb müssen wir die frühe Trennung der Kinder nach der Grundschule überwinden. Denn die Aufteilung in die weiterführenden Schulen soll zwar nach den tatsächlichen Fähigkeiten der Kinder vorgenommen werden, tatsächlich jedoch ist die soziale Herkunft mitentscheidend. Schließlich hat das Kind eines Arztes eine mehr als zweieinhalb Mal so große Chance, eine Gymnasialempfehlung zu erhalten, als das Kind einer Verkäuferin – bei gleichen kognitiven Fähigkeiten und Leseleistungen. Bereits heute machen Schulen vor, wie auch bei einer sprachlich, ethnisch und sozial heterogenen Schülerschaft unter gewissen Bedingungen – nicht zuletzt kreative und mutige pädagogische Konzepte, ein besonderes Engagement der Lehrerschaft und der Eltern – hervorragende Lernfortschritte erzielt werden und der Einfluss der sozialen Herkunft minimiert werden kann. An vorderster Stelle stehen hier beispielhaft die Schulen, die jährlich mit dem Deutschen Schulpreis ausgezeichnet werden, etwa die Grundschule an der Kleinen Kielstraße in Dortmund oder die Max-Brauer-Schule in Hamburg, die 2009 die Auszeichnung erhielten. Sie zeigen auf beeindruckende Art und Weise, wie eine gute Schule gelingen kann.

Wir können das Schulsystem in Deutschland aber nicht von heute auf morgen revolutionieren, alle Kinder in die gleiche Schule stecken und hoffen, dass als Ergebnis mehr Gerechtigkeit herauskommt. Gute Bildungspolitik muss sowohl sinnvolle Strukturreformen voranbringen als auch die Qualität verbessern. Die Kinder müssen nicht nur länger gemeinsam lernen, sie müssen vor allem individuell gefördert werden – und selbstverständlich gilt das auch für die Hochbegabten unter ihnen. Es reicht nicht, die Hauptschule als Schulform abzuschaffen, es bedarf zugleich auch einer verbesserten Ausbildung der Lehrerinnen und Lehrer sowie neuer Methoden des Lehrens und Lernens, die in einer entsprechenden Unterrichtsqualität münden. Das ist der einzige Weg, um sowohl Kinder aus bildungsarmen Familien zu fördern als auch die Abwanderung der Mittelschicht aus unserem öffentlichen Schulsystem zu verhindern.

Hamburger Schulreform

Zugleich zeigt die Hamburger Schulreform, dass Strukturänderungen immer auch auf Widerstand stoßen. Ich hoffe, dass es diesem Widerstand nicht darum geht, mit wem die Kinder des Bürgertums bei einem längeren gemeinsamen Lernen möglicherweise die Schulbank teilen müssen. Wer es aber wirklich ernst meint mit einem bildungspolitischen Aufbruch, der muss endlich die Unterfinanzierung des Bildungswesens beenden. Während die Bildungsausgaben für allgemeinbildende Schulen laut Bildungsfinanzbericht im Jahr 1995 noch 2,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts betrugen, lag der Anteil 2005 nur noch bei 2,2 Prozent – und das trotz des PISA-Schocks. Auch im OECD-Vergleich gibt Deutschland im Verhältnis zu seiner Wirtschaftskraft weniger für Bildung und insbesondere den Primar- und Sekundarbereich aus als der Durchschnitt. Die Politik muss dabei ehrlich sein und die Karten auf den Tisch legen. Denn die Mittel, die wir in Bildung investieren müssen, werden angesichts der angespannten Lage der Haushalte an anderer Stelle fehlen. Aber Bildung muss auch angesichts knapper Kassen Priorität haben. Denn all die Debatten um Qualitätsoffensiven und Strukturreformen sind umsonst, wenn nicht erkannt wird, dass gute Bildung zwar kurzfristig ihren Preis hat, langfristig aber eine unumgängliche Investition in die Zukunft unseres Landes ist.

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Kommentare

nachgefragt
23-07-10 10:33
gerecht für wen? arbeitsscheue und bildungsferne muslimische "bereicherer"?
Volker M.
22-07-10 20:40
Hallo Fabian G.,

offensichtlich scheint das Gymnasium bei Dir nicht viel genützt zu haben - sich in einem Beitrag, der unzählige Fehler enthält, über schlechtes Deutsch auszulassen, ist ja wohl so ziemlich das Letzte.
Fabian G.
20-07-10 21:07
Meiner Meinung nach ist die Schulreform völliger Qautsch.
Ich war bis vor kurzen selbst noch ein Schüler des Gymnasiums und bin froh das ich nicht mit irgendwelchen Schülern der Hauptschule zusammen unterricht haben musste.

Ich finde, dass die Lehrer sich gut auf die Schüler auf dem Gymnasium und den anderen Schulen einstellen können.SO wissen sie was sie von einen Gymnasiasten und von einem Schüler der Gesamtschule erwarten können.

Ich bin auch der Meinung,dass die Schulen in kleinere Klassen und in mehr Lehrer investieren sollten.Das Geld scheint ja da zu sein, wenn man überlegt wie viele neue Beamer oder Smartboards unsere Schule im laufe des Jahres gekauft hat.

Ein anderes Problem ist die Migration vieler Schüler,Diese können schlecht bis garkein Deutsch.Ich habe schon des öfteren gemerkt,wie das schlechte Deutsch auf die anderen Schüler abgefärbt hat.Wenn ich mir nun vorstelle das Leute die schlecht Deutsch sprechen mit der Elite Deutschlands zusammen unterricht nehmen,wenn jetzt onehin die Jahre bis zum Arbitur gekürzt werden.

Das kann ja was werden.
80ursel
18-07-10 23:38
Fakt ist, dass das deutsche Schulsystem mit der frühen Selektion in der 4.Klasse die bestehende soziale Schichtung festigt und es Kindern aus bildungsfernen Schichten erschwert einen höheren Schulabschluss zu erreichen.
Es gibt Untersuchungen, die belegen, dass auch leistungsstarke Schüler vom längeren gemeinsamen Lernen profitieren. Indem sie ihren Mitschülern beim Erarbeiten und Verstehen des Unterrichtsstoff helfen, können sie selbst Lerninhalte vertiefen und festigen. Das Argument, die Schächeren würden das Leistungsniveau drücken ist also so nicht richtig.
Was Deutschland meiner Meinung nach braucht, ist eine grundlegende, bundesweite Schulreform mit kleineren Klassen, 2 Lehrer pro Klasse, längeres und früheres gemeinsames Lernen, Schuluniformen und, und, und... .
Das alles kostet natürlich Geld, aber das Bildungsniveau sinkt - nicht nur an Haupt - und Realschulen, sondern auch an Gymnasien und Hochschulen.
C. Traub
17-07-10 20:59
Ich war bisher in fast allen Belangen mit der politischen Richtung der Grünen einverstanden. Umsomehr schockiert mich nun Ihre Unterstützung für eine 6-stufige Realschule.
Der Wunsch nach gleichen Bildungschancen ist zwar durchaus gerechtfertigt - Ihr Vorschlag, eine Trennung der leistungsstarken von den leistungsschwachen Schülern zu verhindern, um die Chancen gleichzuhalten führt aber ausschließlich dazu, dass sich die starken auf ein niedrigeres Niveau begeben müssen.
Durch ein gleichmäßig mieses Niveau ist aber keinem geholfen!
Erst durch eine - vielleicht sogar schon frühere! - Individualisierung kann man das Bildungspotential der einzelnen Kinder optimal fördern - die Menschen sind NICHT gleich. Das gilt nicht nur für ihre soziale Herkunft, sondern auch für ihr angelegtes Potential. Ihre Maßnahme führt dazu, dass Deutschland im wahrsten Sinne des Wortes den Kopf verliert - das können wir uns, insbesondere im Zeitalter des globalen Wettbewerbs, nicht leisten!
Um die soziale Selektion der Bildungswege zu reduzieren, gibt es zahlreiche Ansätze - der von den Grünen in Hamburg gewählte ist mit Sicherheit der schlechteste!
Mit enttäuschten Grüßen,
C. Traub
Ina Drescher
09-06-10 22:01
Zu den letzten Kommentaren vom April:

Dass der Trend umschlägt in Richtung Benachteiligung der jungen Männer kann ich nicht bestätigen.
Es mag zwar sein, dass inzwischen mehr junge Frauen ihr Abitur erreichen, aber was kommt danach? Gehen sie doch mal an die deutschen Hochschulen und gucken sich um wie viele Lehrstühle männlich und wie viele weiblich besetzt sind.
Gucken Sie, wie viele Studentinnen in Vorlesungen zu technischen Studiengängen sitzen.

Sie werden feststellen, dass es sich nach wie vor um eine Männerdomäne handelt. Von daher sind Veranstaltungen wie der "GirlsDay" weiterhin richtig und auch wichtig!

Gruß, Ina D.
Ulrich Lüders
09-06-10 11:06
Sehr geehrter Herr Özdemir,

ich verstehe nicht, dass Sie als Grüne für eine Ganztagsschule sind. Denke ich an meine Schulzeit, war ich eigentlich froh, mittags heim zu dürfen.
Die Gefahr der Indoktrination wird dadurch nur noch größer In Bayern rückt jetzt ja schon das Militär in Schule, um die Kinder zu beeinflussen). SchülerInnen, die in bestimmten Fächern den Stoff nicht verstehen, weil der Lehrer ihn nicht gut erklären kann, verstehen ihn auch nicht besser, wenn sie am nachmittag beim selben Lehrer in der Schule sind. Hier könnten wenigestens die Eltern noch die Kinder unterstützen. Die Zeit für Hobbies wird auch weniger (da ist dann vielleicht Schluß mit Musik und Sport).
Auch macht das endlose Zusammensein von unterschiedlich begabten SchülerInnen genauso wenig Sinn, wie die ultimativen Entscheidungen in der vierten Klasse (zumindestens ist es in Bayern so). Hier wären intelligentere Konzepte zur Förderung von Begabten wie Unbegabten gefragt, nicht die Festlegung auf fixe Klassenverbände (das ist es egal ob sie 4 oder 6 Jahre dauern). In Bayern ist es nicht möglich,dass z.B. ein Kind der ersten Klasse, dass in Mathematik begabt ist, eine Förderung erhält, es muß weiter tapfer 2 und 2 zusammezählen, bis es sich weigert, und gar nicht mehr zählt. Im sechsjährigen Schulsystem brechen diese Kinder dann wahrscheinlich völlig ein.

mfg

Dr. Ulrich Lüders
München
jack
06-05-10 16:36
sehr gut.
--
26-04-10 20:46
In vorgehenden Beiträgen (siehe auch zum Thema "Girls' Day") fällt mir recht massive "Diskriminierung" in puncto Frauenrechte auf! Ist es denn so schlimm, dass das allgemeine Menschenbild nach gut 200000 Jahren mal fast(!) in's Gegenteil umschwingt? Die Frauen haben immerhin genug gekämpft und ich habe in meiner bisherigen Laufbahn keine solcher genannten Beispiele beobachten können (müssen?) und ich stecke immerhin mittendrin in der Schule. Es stimmt, dass im Durchschnitt heutzutage mehr Frauen ihr Abitur machen, jedoch liegt das garantiert nicht daran, dass den Jungs nach der vierten Klasse nur aufgrund des Geschlechtes weniger Empfehlungen zum Gymnasium ausgeschrieben werden, das hat andere Gründe (ich versuche gar nicht erst, welche zu nennen). Im Allgemeinen finde ich es doch recht "anerkennenswert", dass sich eine Partei so sehr für den weiblichen Teil der Gesellschaft einsetzt, das ist immer noch bitter nötig, es wäre schön, wenn sich dieses Bewusstsein auch im restlichen Teil der Welt (besonders in den islamischen und/oder östlichen Ländern) durchsetzen würde, den Toleranz und Gleichberechtigung ist doch schließlich das "A" und "O" einer funtionierenden Gesellschaft, die ohne Krieg auskommt. Und in Bezug auf weitere Beiträge zur Partei an sich, Kritik ist ja schön und gut, doch könnte man sie durchaus höflicher formulieren oder nachdenken, ob sie angebracht ist, denn, meiner Meinung nach, leisten sich die Grünen nun wirklich keine halben Sachen und sind, soweit ich das beurteilen kann, im Vergleich zu anderen Parteien recht offen, nehmen Vorschläge sehr frei an und versuchen wenigstens etwas in der Welt zu bewegen und endlich einen passablen Umweltschutz zu erreichen! Schade, dass sie ein ganz klein wenig den Glanz der radikalen Zeit verloren haben, als man bei der Kanzlerernennung einfach streikte und den Raum verließ... dennoch, meiner Meinung nach, der beste Kandidat um ein geeintes Deutschland zu vertreten, voller Vegetarier(innen), Frauenrechtler(innen) und Umweltschützer(innen), wenn das keine super positive Entwicklung ist!
Chris
25-04-10 23:46
Nicht nur die ethnische und soziale Herkunft hat immer noch einen grossen Einfluss auf den Bildungserfolg, auch das Geschlecht wirkt sich in verhängnisvolle Weise aus, denn wie zahlreiche Studien zeigen, werden Jungen in unserem Bildungssystem systematisch und massiv gegenüber Mädchen benachteiligt. So weist eine Studie des Bundesbildungsministeriums nach, dass Jungen bei gleicher Leistung bzw. Kompetenz schlechtere Noten und seltener Gymnasialempfehlungen erhalten, die Auswertung der IGLU Studie bestätigte eine umfassende Benachteiligung von Jungen bei der Notengebung. Selbst der Spiegel kommt um diese Erkenntnis nicht umhin und schreibt "Schule benachteiligt Jungen massiv".

Und was machen die Grünen ? Kein Wort findet sich über diese unerträgliche geschlechtsspezifische Diskriminierung von Jungen aufgrund ihres Geschlechtes, man könnte fast denken, dass diese abstossende Ungerechtigkeit gegenüber jungen Menschen von den Grünen stillschweigend gebilligt wird. Vielleicht ist es auch einfach nur Angst, die Männern wie Cem Özdemir in der weitgehend feministisch gleichgeschalteten Grünen Partei die Kehle zuschnürt, vielleicht ist Rückgrat für Grüne Männer inzwischen ein Fremdwort - auf welch ein Ausmass an Verachtung dieses windelweiche Verhalten bei den Menschen stösst kann man allerdings sehr schön an den Reaktionen auf das unsägliche "Männer-Manifest" der NRW-Grünen nachlesen, das in dem dortigen Blog in fast 1000 vernichtenden Leser-Kommentaren nach allen Regeln der Kunst verrissen wird.
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