Text: "Der Frühling wird grün. Unterstütze die grünen Wahlkämpfe". Daneben ein Kreis mit einem grünen Kreuz drin.

Beitrag Elke Therre-Staal

Ein Debattenbeitrag von Elke Therre-Staal (KV Marburg-Stadt)

Gerechtigkeit zu fordern ist Ausdruck eines freien Geistes. Sie zu bekommen ist Menschenrecht, jedoch nicht selbstverständlich. Den Gerechtigkeitssinn als angeboren anzunehmen, wäre ein Irrtum, gesetzt den Fall, die Fähigkeiten zu Altruismus und sozialem Handeln könnten sich genetisch verankern. Das anzunehmen, würde wahrscheinlich wissenschaftlich angezweifelt. Und doch gibt es Menschen, die schon als Kinder bereit sind, zu teilen und sich fürsorglich zu kümmern. Normal, weil verbreiteter, scheint zu sein, dass die Natur des Menschen auf Bereicherung, Besitz und Machtausübung aus ist. Und dass ein Gefühl für Gerechtigkeit erlernt werden muss. Es bedarf daher einer emotional zuverlässigen und aufmerksamen Beziehungsstruktur, in der Familie, der Schule, im Beruf, in der über Identifikation und Imitation ein Verhalten gelernt und verinnerlicht wird, das sich an gerechter Verteilung und Teilhabe orientiert. Insofern definiert sich Gerechtigkeit immer in der Bezogenheit zu jemand Anderem und ist Grundlage sozialen Handelns. Gerechtigkeit urteilt nach bestem Wissen und Gewissen, sie verurtelt nicht und bedient sich nicht der Vorurteile, sie bleibt also in Wechselwirkung zwischen Bedarf und Bedürfnissen und Angebot und Umverteilung. Sie erkennt an, dass Menschen unterschiedlicher Hautfarben und Kulturen gleiche Rechte haben. Und dass die Erde uns nicht gehört, sondern wir die Aufgabe haben, die Resourcen unseres Planeten zu erhalten und zu fördern. Gerechtigkeit zu erfahren ist daher immer mit der Aufforderung zum Handeln verbunden.

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