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Warum der Strompreis steigt

Der Strompreis ist in den letzten Jahren gestiegen – aber warum eigentlich? gruene.de zeigt, wie sich der Strompreis zusammensetzt, was hinter den Strompreiserhöhungen steckt, wie er sofort sinken kann und wie die Erneuerbaren für dauerhaft günstigen Strom sorgen können.

Der Strompreis in Deutschland ist in den letzten Jahren gestiegen. Schwarz-Gelb versucht, die Erneuerbaren Energien zum Sündenbock zu machen. Aber so einfach ist es nicht. Es sind vor allem Sonderrabatte für die Industrie und Preistreiberei, die den Strompreis in die Höhe treiben.

So setzt sich der Haushaltsstrompreis zusammen

Der Strompreis, den Privatleute und der Mittelstand zahlen, setzt sich aus den Kosten für die Stromerzeugung und dessen Transport, Steuern und verschiedenen Abgaben zusammen. Für den Ausbau regenerativer Energien wird die EEG-Umlage fällig: Betreiber von Ökostrom-Anlagen verkaufen ihren Strom an der Strombörse und erhalten dafür den Börsenpreis. Der deckt aber nur einen Teil der Erzeugungskosten. Der Rest wird aus der EEG-Umlage beigesteuert. Insgesamt macht die EEG-Umlage etwa ein Fünftel des Haushaltsstrompreises aus.

Tortendiagramm zum Strompreis
Der Strompreis setzt sich aus vielen Faktoren zusammen. Die EEG-Umlage macht knapp 20 Prozent des Preises aus. Foto: gruene.de (CC BY-NC 3.0)

So erklärt sich der Preisanstieg

Seit der Jahrtausendwende – als das EEG eingeführt wurde – ist die EEG-Umlage um etwa 5 Cent gestiegen, der Strompreis aber um ungefähr 11 Cent. Mehr als die Hälfte des rasanten Anstieg der Strompreise hat also nichts mit der Förderung erneuerbarer Energien zu tun.

Der Anstieg der Strompreise hat andere Ursachen. Die wahren Preistreiber sind die

  • ausufernden Subventionen für immer mehr Unternehmen und
  • Mitnahmeeffekte der Stromversorger.

Immer mehr Großbetriebe zahlen die Netzentgelte und die EEG-Umlage nicht komplett – Privatkunden und der Mittelstand müssen deren Anteil mitfinanzieren. Dank des Angebots an Ökostrom sind außerdem die Börsenstrompreise gesunken, um über 25 Prozent seit 2009. Die Energiekonzerne geben diese niedrigen Preise aber nicht an die Kunden weiter.

Grafik mit der Strompreisentwicklung seit Einführung des EEG
An der Börse ist Strom so billig wie nie – dank des Ökostroms. Einkaufen können da aber nur Industrieunternehmen und Energieversorger. Privatkunden und Mittelstand zahlen drauf. Foto: gruene.de (CC BY-NC 3.0)

So macht Schwarz-Gelb den Strom teurer

Privatkunden sowie kleine und mittelständische Unternehmen müssen mehr für den Strom zahlen, weil CDU/CSU und die FDP der Industrie großzügige Sonderrabatte einräumen.

  • Fast 1.700 Unternehmen zahlen so gut wie keine EEG-Umlage. Das sind nahezu dreimal so viele wie zu Beginn der schwarz-gelben Koalition.
  • Rund 1.500 Unternehmen werden von Schwarz-Gelb bei den Netzentgelten begünstigt. Weitere 3.500 Firmen warten auf eine Genehmigung.
Angela Merkel hat die Ausnahmeregelungen für die Industrie extrem ausgeweitet. Das Geld müssen Privathaushalte und Mittelstand zusätzlich aufbringen. Foto: gruene.de (CC BY-NC 3.0)

Ursprünglich waren die Ausnahmen dazu gedacht, stromintensive Unternehmen im internationalen Wettbewerb zu schützen. Schwarz-Gelb vergibt Rabatte aber inzwischen zum Beispiel auch an Schlachthöfe, Pommesfabriken und Golfplätze.

So wollen wir GRÜNE die Stromkunden sofort entlasten

Die Energiewende ist bezahlbar. Kosten und Nutzen müssen aber endlich fair verteilt werden. Mit unserem Energiekonzept können wir Privathaushalte und Mittelstand sofort um 4 Milliarden Euro entlasten. Mit GRÜN sinkt die EEG-Umlage um über einen Cent pro Kilowattstunde, eine Familie mit zwei Kindern würde so 50 Euro im Jahr sparen. Unsere grünen Sofortmaßnahmen sind:

  • Ausnahmen beim EEG auf den Stand von 2008 zurückführen
  • Ausnahmen bei den Netzentgelten auf den Stand von 2010 zurückführen
  • Mindestbeitrag der privilegierten Unternehmen erhöhen
  • Managementprämie abschaffen
  • Liquiditätsreserve der Netzbetreiber verringern.

Und damit die Kosten dauerhaft bezahlbar bleiben, wollen wir die Förderbedingungen im EEG weiterentwickeln: Vergütungen und Boni gehören auf den Prüfstand, die Ökostromproduktion muss sich stärker am Strombedarf decken. Das spart Geld, ohne dass der Ausbau ausgebremst würde. Außerdem wollen wir die Vermarktung von Ökostrom außerhalb des EEG unterstützten, damit Kunden direkt von preisgünstigen Ökostromangeboten profitieren können.

So können die Erneuerbaren für dauerhaft günstigen Strom sorgen

Nicht vergessen sollten wir: Kohle- und Atomkraft werden schon seit Jahrzehnten staatlich gefördert – seit 1970 sind 611 Milliarden Euro geflossen. Die Erneuerbaren Energien wurden im selben Zeitraum mit 67 Milliarden subventioniert. Die staatliche Förderung für Kohle und Atom taucht aber im Unterschied zur EEG-Umlage nicht auf der Stromrechnung auf. Vielen Menschen ist nicht bewusst, dass ihre Steuergelder teils direkt an die Atom- und Kohlekonzerne weitergeleitet werden.

 

Nicht Ökostrom, sondern Kohle und Atom sind die wirklichen Subventionskönige. Foto: gruene.de (CC BY-NC 3.0)

 

Mittel- und langfristig ist Ökostrom günstiger. Wenn man die Kosten von regenerativer Stromerzeugung mit den Kosten von Atom- und Kohlestrom von heute an bis 2050 vergleicht, zeigt sich: Mit der Energiewende zahlen wir bis 2050 rund 522 Milliarden Euro weniger für die Stromerzeugung. Deswegen: Je schneller, desto billiger!

  • Jetzt sofort über 4 Milliarden Euro bei der EEG-Umlage sparen,
  • alle Atomkraftwerke bis spätestens 2022 abschalten und schnellstmöglich raus aus der Kohle,
  • und 2030 zu 100 Prozent Strom aus Sonne, Wind, Wasser und Biomasse.

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