Text: "Der Frühling wird grün. Unterstütze die grünen Wahlkämpfe". Daneben ein Kreis mit einem grünen Kreuz drin.

Raus aus der Atomkraft – für ein Europa der Erneuerbaren Energien!

Zum 28. Jahrestag der Tschernobyl-Katastrophe am 26. April 2014 haben Bündnis 90/Die Grünen (Deutschland), Europe Écologique-Les Verts (Frankreich), Écolo (Belgien) und Déi Gréng (Luxemburg) in Schengen, unweit des Atomkraftwerks Cattenom, eine gemeinsame Erklärung verabschiedet:

Simone Peter und andere vor bunten Schildern und grünen Fahnen.
Wir packen's an: Ein atomkraftfreies Europa. Foto: gruene.de (CC BY-SA 3.0)

Simone Peter, Bundesvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Christian Kmiotek, Präsident Déi Gréng, Claude Turmes, Stellvertretender Vorsitzender der Fraktion Die Grünen/EFA im Europäischen Parlament und MdEP von Déi Gréng, sowie Sandrine Bélier, MdEP von Europe-Écologie-Les Verts:

„Atomenergie ist unverantwortlich. Und Strahlung kennt keine Grenzen. Das haben die beiden verhängnisvollen Unfälle von Tschernobyl und Fukushima gezeigt. Aber in Europa laufen viele Reaktoren mit einer desaströsen Störfallbilanz, die längst abgeschaltet gehören – von Fessenheim über Cattenom bis Tihange. Zudem ist das Problem der sicheren Lagerung des hochradioaktiven Atommülls weiter ungelöst.

Deshalb bekräftigen wir heute unser Ziel eines Atomausstiegs in ganz Europa. Wir wollen die Atomkraftwerke, allen voran die störanfälligsten und unsichersten, Schritt für Schritt abschalten und durch Erneuerbare Energien, Energieeffizienz und Energiesparen ersetzen. So verbinden wir eine sichere Energieversorgung mit zukunftsfähigen Arbeitsplätzen. Und während die Kosten der Atomkraft erheblich steigen, sind Erneuerbare Energien so preisgünstig wie nie. Eine neue Studie des wallonischen Energieministeriums belegt, dass für die gleiche Stromproduktion ein Atomreaktor 15 Prozent teurer würde als Windkraft und die Windkraft rund viermal mehr Arbeitsplätze schafft.
Erneuerbare und Energieeffizienz machen uns auch unabhängiger von teuren Energieimporten. Allein für russisches Öl und Gas haben die EU-28 vergangenes Jahr 163 Milliarden Euro ausgegeben. Das zeigt: Ein Festhalten an alten Energiestrukturen wie Atomkraft und Kohle ist nicht nur vom Klima- und Atomrisiko her unverantwortlich, sondern schwächt Europa auch geopolitisch.
Konservative Politiker wie Cameron, Tusk und Barroso haben im Januar verhindert, dass die EU die gemeinsame Energie- und Klimapolitik durch ehrgeizige Ziele für 2030 vertieft. Dass diese Blockierer jetzt nach einer EU-Energieunion rufen, ist grotesk. Statt die Chancen der Energiewende zu ergreifen, hegen sie EU-Pläne zum Bau neuer AKW.
Damit wird die Europawahl am 25. Mai zu einer Richtungsentscheidung zwischen Atomkraft und Erneuerbaren Energien. Die grüne Position ist klar: Raus aus der Atomkraft – für ein Europa der Erneuerbaren Energien!


Wir fordern:

  • Einen schrittweisen Atomausstieg in ganz Europa
  • Ein ehrgeiziges EU-Ziel für den Ausbau der Erneuerbaren Energien von mindestens 45 Prozent Ökoenergie in 2030
  • Die konsequente und fristgerechte Umsetzung der beschlossenen AKW-Abschaltungen in Deutschland, Frankreich und Belgien, vor allem der nach dem bisherigen Stresstest besonders maroden Meiler Fessenheim, Cattenom und Tihange
  • Die Nachbesserung beim europäischen Stresstest für AKWs und höchste Sicherheitsstandards für alle europäischen Atomanlagen
  • Die Beendigung aller direkten und indirekten Subventionen für die Atomkraft
  • Den Ersatz von EURATOM durch eine Europäische Union für Erneuerbare Energien
  • Eine Energiestrategie für Europa, die im Strom-, Wärme- und Mobilitätssektor auf Erneuerbare Energien, Energieeffizienz und Energieeinsparung setzt und damit die stetig steigenden Kosten für fossile und atomare Energieimporte verringert"

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