Kiel grüßt das Wendland

Mit einer gemeinsamen Grußadresse erklären die Delegierten des grünen Parteitags in Kiel ihre Solidarität mit den Anti-Castor-Protesten in Gorleben. Gleich nach Ende der Versammlung am Sonntag Mittag werden viele dorthin aufbrechen. Hier der Text der Resolution.

Tausende Atomfässer lagern schon im Zwischenlager Gorleben.

Grußadresse aus Kiel von der Bundesversammlung BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN an die Protestaktionen im Wendland

Liebe Freundinnen und Freunde in Gorleben, im Wendland, auf dem Acker, auf den Schienen und auf der Straße,

wir grüßen Euch und freuen uns, dass wieder viele tausend Demonstrantinnen und Demonstranten gegen die Atommüllendlagerung in Gorleben protestieren. Wir erinnern uns gerne an die vielen, vielen Aktionen der letzten Jahre und die große Demo in Splietau vor einem Jahr. Und viele Grüne sind ja auch heute wieder vor Ort dabei. Am Ende unseres Parteitages werden wir uns in die Busse setzen und zu Euch stoßen.

Im vergangenen Sommer ist Deutschland dem Atomausstieg einen großen Schritt näher gekommen. Die Katastrophe in Fukushima hat selbst die schwarz-gelbe Bundesregierung gezwungen, ein Enddatum für die Nutzung der Atomkraft in Deutschland zu setzen. Dieser Erfolg wäre ohne die starke, aktive und über Jahrzehnte beharrliche Anti-Atom-Bewegung, die breit in der Gesellschaft verankert ist, nicht möglich geworden.

Aber wir kämpfen weiter, bis das letzte AKW abgeschaltet und unschädlich gemacht ist. Wir wollen die Sicherheitsanforderungen erhöhen, damit künftig alle AKW vor einem Unfall abgeschaltet werden und es unmöglich wird, dass Schrottreaktoren wie Krümmel immer wieder angefahren werden. Wenn die Atomkonzerne keine Sicherheit garantieren können, müssen sie ihre Anlagen sofort dicht machen. Und wir wollen sicherstellen, dass das Verursacherprinzip durchgesetzt wird. Die Atomindustrie muss für alle Schäden und Entsorgungskosten voll und ganz aufkommen. Jahrelang die Profite einstreichen und dann die Folgekosten vergesellschaften, wie es jetzt in Fukushima zu besichtigen ist – das müssen wir verhindern.

Gorleben soll leben!

Zur Auseinandersetzung in und um Gorleben haben wir Grüne seit langem eine klare Position: Der Salzstock Gorleben ist geologisch ungeeignet und der Standort Gorleben politisch verbrannt. Im parlamentarischen Untersuchungsausschuss decken wir im Bundestag einen Grund nach dem anderen auf, warum Gorleben als Endlagerstandort nicht in Frage kommt und aufgegeben werden muss. Erstmals wird ernsthaft darüber diskutiert, dass man die Castoren in den Zwischenlagern bei den Müll-verursachenden AKW lagert und nicht in Gorleben. Auf Grund des Drucks, den insbesondere die grün-rote baden-württembergische Landesregierung ausgeübt hat, ist die Bundesregierung jetzt bereit, den Weg zu einer bundesweiten Suche für einen geeigneten Standort für den strahlenden Atommüll frei zu machen. Dieses Moment müssen wir nutzen und den gesellschaftlichen Druck aufrechterhalten. Auch dieser Fortschritt wäre ohne den jahrzehntelangen Widerstand von Euch in Gorleben nicht möglich geworden!Gemeinsam mit Euch halten wir natürlich weiterhin und zu allererst einen sofortigen Baustopp im Salzstock Gorleben für nötig!

Strahlungsmessungen ernst nehmen – Castor stoppen!

Das auch in diesem Jahr ein Castortransport durchs Land rollt, ist ein Skandal. Die Strahlenbelastung am Zwischenlager Gorleben ist jetzt schon bedenklich hoch, auch ein kurzfristiges Verschieben von CASTOREN und die somit erfolgte Manipulation der Messwerte hat daran kaum etwas geändert. Das die Verantwortlichen riskieren, dass die genehmigte Maximaldosis überschritten wird, ist unverantwortlich! Die aktuellen Messwerte aus Gorleben belegen gravierende Probleme mit der Lagerung der Castorbehälter. Die Gründe für die unerwartet hohe Radioaktivität sind bis heute ungeklärt und eine Genehmigung für den Transport hätte nicht erteilt werden dürfen!

Wir wünschen unseren gemeinsamen gewaltfreien Protesten gegen diesen Castor viel Erfolg.

Bis morgen auf der Straße!

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Gorleben stoppen

Im November ist es wieder soweit, der nächste Castor rollt nach Gorleben!

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Das erfundene Endlager

Ein Ministerpräsident will im Zonenrandgebiet dem ostdeutschen Endlager Morsleben trotzen, Geologen äußern Bedenken und am Ende wird einfach weitergebaut. Eine Chronologie zu Gorleben.

Aufruf nach Gorleben

Die Mehrheit der Menschen in Deutschland will keine Atomkraft mehr. Das haben nicht zuletzt die kilometerlangen Proteste der Menschenkette zwischen Krümmel und Brunsbüttel und die für Schwarz-Gelb desaströse Wahl in NRW gezeigt. Trotzdem bahnt sich ein heißer Herbst an und die Anti-Atom-Bewegung muss am 18. September 2010 in Berlin zeigen, dass der Ausstieg aus dem Atomausstieg keine Option ist.

Gorleben

Der Castorprotest 2008 vor dem Zwischenlager Gorleben war größer denn je.

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Erfolgreiche Blockaden und Rekordverzögerung

92 Stunden benötigte der Transport mit den elf Atommüllbehältern ins Zwischenlager Gorleben. Ein voller Erfolg der Anti-Atom-Bewegung.

Kommentare

jürgen
29-11-11 13:40
was seid ihr für eine verlogene truppe geworden - trauer nach dem machtverlust in berlin - nach dem atomgau in japan sinkende umfragewerte - eure spitzenpolitiker rufen , und akzeptieren, zu straftaten auf - rosarote kolibris werden vor 1000 arbeitsplätze gestellt - man deutschland wach auf: eine solche " ich kann meinen namen tanzen " partei brauchen wir NICHT in der verantwortung.
Olaf
29-11-11 01:51
Ihr habt keinen gemeinsamen Protest!!! Ihr seid aussenvor! Pech gehabt. Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben, oder?
29-11-11 01:36
Kommt von Gunnar:

Man, was ist nur aus der deutschen Politik geworden? Immer wieder wird zu Straftaten aufgerufen (§315 StGB). Und dies durch eine sogenannte Parlamentspartei. Falls Sie, liebe Grüne, nicht wissen, worum es in diesem § geht, es hat etwas mit dem Bereiten von Hindernissen im Bahnverkehr zu tun. Anstatt Ihr Geld in Kiel Lunch und Tee auszugeben sollten Sie vielleicht mal die Gerichte unterstützen. Denn was für eine Klagewelle könnte da doch auf uns zukommen, wenn sämtliche "auf den Schienensitzer" doch endlich mal das bekommen würden, was ihnen zusteht. Nämlich ein Verfahren. Jeder einfache Dieb, der ein Brötchen mitgehen lässt, bekommt so eines. Also dann doch die Blockierer erst recht. Oder? Und schön, dass Sie als Abgeordnete wieder mit ins Wendland reisen wollen. Sie sind ja auch unantastbar von der Polizei. Auf solche Politiker kann man doch echt verzichten. Nichts gegen einen Widerstand, aber dann doch bitte lega.


Ist ja wohl der Hammer, Leute, die keine Ahnung haben und wohl auch nie haben wollen, labern hier so einen Stuß. Aber genau das was ich befürchte, Gunnar ist lieber daheim am heimeligen Herd, fährt draußen den 5er und so weiter. Hat sich gerade komplett disqualifiziert!!! Es gibt auh noch Leute bei uns, die wach sind und sich wehren. Er lässt es eben andere für sich tun. Barock der feinsten Güte. Hat er noch eigene Haare oder schon graue Perücke? Ist der eigentlich in der CDU?
Dieter
29-11-11 01:19
Proteste im Rahmen demokratischer Gesetze sind Teil unserer
freiheitlichen Grundordnung und ein hohes Gut.
Hinsichtlich der Castor-Transporte würde ich mir aber auch
wünschen, daß sich Ihre Partei und insbesondere Frau Roth
deutlich von kriminellen Randalierern distanzieren. Wenn
die Polizei gegen diesbezügliche Straftäter vorgeht, die
sich an Schienen anketten oder zum "Schottern" aufrufen
oder Polizeibeamte angreifen, habe ich dafür Verständnis.
Nicht das Vorgehen der Beamten in solchen Fällen ist ein
"Anschlag auf die Demokratie", sondern das Verhalten der
Störer; juristisch und in der Protest-Sache, liebe Frau Roth.
Olaf
29-11-11 00:40
Hallo nach Kiel!

Bin ein wirklich begeisterter Fan der Grünen gewesen. Habe Eure Initiativen ab 81/82 mitverfolgt, mich gefreut über den Fortschritt, andere Politik in diesem Land zu etablieren. Aber leider habt Ihr in den letzten Jahren an der Basis total versagt. Ich erwarte von legitimierten Volksvertretern, dass sie sich für die, die sie dazu legitimiert haben zumindest interessieren. Was hat ein Parteitag der Grünen - ausgerechnet zu dem Zeitpunkt, an dem noch vor 2 Jahrzehnten fast alle von Euch den Parteitag abgesagt hätten - mit der Realität zu tun? Wer von Euch war denn wirklich da? Politik weitab vom Volk zu machen ist zwar bequem aber nicht loyal. Rebecca Harms, ein Urgestein des Widerstands war da. Die war wirklich da und hat sich eingesetzt und engagiert für uns. Von Euch fühlten wir uns nur allein gelassen. Dabei hättet Ihr als erste vor dem Zug sitzen müssen. Habt Ihr das in den Jahren der Etablisierung verlernt? Sind graue Anzüge soviel wichtiger? Frau Roth hat bei uns schon einmal eine Abfuhr erhalten, taucht auch nur gezielt für die Presse auf, aber wenn´s drum geht seid Ihr weg. O.K. Ihr habt´s geschafft, geht auf die nächsten Prozente bei der nächsten Wahl zu, aber ist es das wirklich? Wir brauchen Euch hier. Ein Spiegel unserer Seelen seid Ihr längst nicht mehr. Ich hoffe, es kann sich wieder ändern. Jage nie, was Du nicht erlegen kannst!!!
Jochen Rother
28-11-11 22:29
10 Jahre waren die Grünen in Regierungsverantwortung, nichts
hat sich mit Gorleben geändert. Jetzt in der opposition den großen Guru machen.
Nein Danke.
Tom Raider
27-11-11 23:19
Gegen diese Transporte sollten Grüne in keiner Form, sitzend, stehend, singend, tanzend, demonstrieren”, so Trittin Ende Januar 2001.

DENN, so Trittins Einsicht als amtierender Minister im März 2001: „Man wirft seinen Müll nicht dem Nachbarn vor die Haustür.”
Andre
27-11-11 21:48
Schade nur, dass ihr auch immer nur die halbe Wahrheit erzählt. Die von euch genannte Atomindustrie streicht nicht nur die Millionen ein, sondern bezahlt auch gutes Geld für die Endlagerung.
Das die Kosten für die Endlagerung über den Bund laufen liegt nur daran, dass sich der Bund hierbei die Entsorgungshoheit gesichert hat, damit eben kein Schindluder mit dem Abfall getrieben wird. Vielleicht sollte sich die Grüne Partei hier mal ein bisschen besser informieren.
Bei solchen Aussagen wie die Grünben sie treffen, kann man nur hoffen, dass sie irgendwann mal genauso auf die Nase fallen wie die S21-Gegner.
Ansgar
27-11-11 16:43
Eine Verständnisfrage: Was bezwecken Sie eigentlich mit dem Protest gegen den Transport? Sie zwingen die Bundesregierung und auch die Regierungen einiger Bundesländer (auch die Schleswig-Holsteins) dazu, Steuergelder für die Absicherung des Transports aufzuwenden. Wozu das ganze? Der Zug rollt trotzdem, ob nun Protestanten an der Strecke stehen oder nicht. Hinzu kommt die Radikalisierung dieses Widerstandes. Es werden immer mehr Krawalltouristen angelockt (siehe brennende Polizeifahrzeug oder zerstörte Feuerwehrfahrzeuge) was dann im Umkehrschluss auch schon zu härteren Maßnahmen der Polizei führt, usw. usw. Ein Teufelskreis also. Ich in meinem bescheidenen Bürgerlichen dasein dachte, dass der Atomausstieg doch schon längst beschlossen wurde. Wieso also noch Protestieren.....?
piet
27-11-11 12:16
Grüne in Kiel, Piraten im Wendland –so ändern sich die Parteien. Schwache Leistung für die frühere Anti-Atom-Partei. "Grußasresse" – eine Realsatire.
Kommentar

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