Keine Wende in Sicht

Im vergangenen Sommer wurden die Gesetze zur Energiewende verabschiedet. Passiert ist seitdem nicht viel, denn die Bundesregierung versagt bei der Umsetzung und streitet über die Förderung der Erneuerbaren Energien. Ein Artikel von Lars Weber für den schrägstrich, Ausgabe 01/2012.

Cem Özdemir und Jürgen Trittin verleihen der schwarz-gelben Bundesregierung den Bremsklotz des Jahres, Foto: CC BY-SA 2.0 gruene.de
Für die Kürzung der Solarförderung verliehen Cem Özdemir und Jürgen Trittin der schwarz-gelben Bundesregierung den Bremsklotz des Jahres. Foto: CC BY-SA 2.0 gruene.de

Vor einem Jahr, am 11. März 2011, wurde das Unvorstellbare zum zweiten Mal grausame Wirklichkeit: Ziemlich genau 25 Jahre nach dem Reaktorunglück von Tschernobyl kam es in mehreren Reaktoren des AKWs Fukushima zur Kernschmelze – ausgerechnet in einem High-Tech-Land wie Japan. Ein Super-GAU auch für all jene schwarz-gelben Damen und Herren in Deutschland, die nur wenige Monate zuvor den rot-grünen Atomausstieg einkassiert und die Laufzeiten der Atommeiler verlängert hatt

Aktionstag: Fukushima mahnt

Am 11. März 2012, dem Jahrestag der Reaktorkatastrophe in Fukushima, werden deutschlandweit zehntausende Menschen auf Großveranstaltungen an den atomaren GAU in Japan erinnern und ein klares Bekenntnis gegen Atomkraft abgeben. Geplant sind Demos in der Umgebung von mehreren AKWs, wie etwa eine Menschenkette um das AKW Brokdorf. Seid dabei und setzt gemeinsam ein Zeichen gegen Atomenergie. Mehr Infos auf: www.gruene.de/fukushimatag

Kleinlaut mussten Kanzlerin und Umweltminister nun einräumen, dass das Restrisiko wohl doch nicht kontrollierbar sei. Die gleiche Koalition, die im Herbst 2010 noch ein Energiekonzept verkündet hatte, dass auf Atomstrom als „Brückentechnologie“ gesetzt hat, wollte nun die Energiewende einläuten – und peitschte das entsprechende Gesetzespaket noch vor der Sommerpause 2011 durch Bundestag und Bundesrat.

Die Grünen konnten sich mit ihrem urgrünen Anliegen des Atomausstiegs durchsetzen – ein später Sieg auch für die Anti-AKW-Bewegung und die Umweltschutzverbände. Passiert ist seitdem wenig, was den Namen Energiewende verdient hätte: Bis heute fehlt ein Gesamtkonzept, wie der schnelle Ausbau der Erneuerbaren Energien vonstattengehen soll und wie Energieeffizienz erhöht werden kann. Anders als geplant, wurde das Ausbauziel der Erneuerbaren Energien nach der Rücknahme der Laufzeitverlängerung nicht hochgesetzt.

Energiesparen hat keine Priorität


Stattdessen verstolpert sich die Bundesregierung bei der Umsetzung: So scheiterte das Gesetz zur energetischen Gebäudesanierung im Bundesrat, weil der Bund den Ländern die finanzielle Hauptlast aufbürden wollte. Gebäudesanierung ist aber ein wichtiger Faktor, um den Energieverbrauch signifikant zu senken und so einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten – immerhin 40 Prozent des Gesamtenergieverbrauchs in Deutschland versickern in Gebäuden.

Insgesamt beläuft sich das Potenzial für Energieeinsparungen bei Unternehmen und privaten Haushalten bis zum Jahr 2020 auf umgerechnet 53 Milliarden Euro, so eine McKinsey-Studie, viel Geld, das gut für andere Investitionen genutzt werden könnte. „Das größte Versäumnis der bisherigen Energiewende ist die kümmerliche Bilanz bei der Politik der Energieeinsparung“, kritisiert deshalb auch Dr. Michael Pehnt, Fachbereichsleiter Energie des Instituts für Energie- und Umweltforschung Heidelberg: „Während Kraftwerksneubau, neue Stromnetze und Elektromobilität mit viel Geld und Aufmerksamkeit bedacht werden, tritt die Bundesregierung bei der wirksamsten Maßnahme, nämlich der Vermeidung des Energieeinsatzes, an verschiedenen Stellen auf die Bremse.“

Der nächste Stolperstein im schwarz-gelben Konzept ist die Offshore-Windenergie. Sie soll die Stromlücke schließen, die durch die Stilllegung der AKWs entsteht. Doch der Aufbau der Windparks hinkt dem Zeitplan hinterher. Das Ziel, im Jahre 2020 mittels Wind 7.600 Megawatt Strom zu erzeugen und damit sechs bis sieben Atommeiler zu ersetzen, droht zu scheitern. Von den 86 beantragten Windparks sind, so berichtete der „Spiegel“, erst 24 genehmigt und davon gerade einmal vier in Betrieb. Für weitere Verzögerung sorgt auch der stockende Aufbau von Leitungen, die den Strom an Land bringen. Abseits davon werden bei der Windenergie die Prioritäten falsch gesetzt: Zwar bläst der Wind auf den Meeren stetiger als an Land, doch Onshore-Windanlagen sind leichter zu installieren und kostengünstiger.

Ein weiteres Problem ist, dass der Netzausbau von oben herab, ohne Bürgerbeteiligung umgesetzt wird. Angesichts der zahlreichen Initiativen, die gegen Solar- und Windkraftanlagen vor ihrer Haustür vorgehen, wäre aber eine frühzeitige, umfassende Einbindung der Bürgerinnen und Bürger beim Netzausbau erforderlich, wie die Grünen zu fordern. Scheitert der Netzausbau, scheitert auch die Energiewende, denn nur mit modernen leistungsfähigen Netzen ist die Umstellung auf Erneuerbare Energien überhaupt möglich.

Unsichere Finanzierung


All diese handwerklichen Fehler werden noch gekrönt davon, dass die Finanzierung der Energiewende auf unsicheren Füßen steht. Der 2010 eingerichtete Energie- und Klimafonds, aus dem Elektromobilität, verbesserte Stromspeicher- und Netztechniken sowie internationale Klimaschutzprogramme finanziert werden sollen, erweist sich als Flop, da die Einnahmen weit hinter den Erwartungen zurückbleiben. Die Regierung hatte aus dem Fonds auch 1,5 Milliarden Euro für das Gebäudesanierungsprogramm der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) für 2012 in Aussicht gestellt. Jetzt sollen es nur 750 Millionen Euro werden, weil man sich bei den Einnahmen massiv verschätzt hat. Das liegt daran, dass der Preis für CO2-Zertifikate, die Industrieunternehmen für den Ausstoß von Kohlendioxid erwerben und aus denen sich der Fonds füllt, um fast zwei Drittel niedriger ist als von der Regierung vorausgesagt. Die Regierung muss den Preis deshalb dringend stabilisieren, indem sie beispielsweise die für die Handelsperiode 2013 bis 2020 vorgesehene Verknappung des CO2-Zertifikatsvolumens auf 2012 vorzieht.

Solarkappung für den Koalitionsfrieden

Die Minister Philipp Rösler (FDP) und Norbert Röttgen (CDU) haben ihren Streit über die Solarförderung beigelegt – zu Lasten der Energiewende. Bereits im Frühjahr sollen bei kleineren Solaranlagen, wie sie auf Hausdächern installiert werden, 20 Prozent, bei Freiflächenanlagen sogar 30 Prozent gekürzt werden. Sehr große Anlagen sollen überhaupt nicht mehr gefördert werden. Diese Einigung wird den Preisdruck auf die ohnehin schon kriselnde Solarbranche weiter erhöhen, Arbeitsplätze gefährden und Investoren verunsichern.

Auch wenn der Anteil von Ökostrom in Deutschland im vergangenen Jahr zum ersten Mal höher war als der von Atomkraft, zieht der energiepolitische Sprecher der Grünen Bundestagsfraktion, Hans-Josef Fell, eine durchweg negative Bilanz der schwarzgelben Energiepolitik: „Die Regierung redet zwar viel von Energiewende, behindert und verunsichert mit unsäglichen Diskussionen aber den schnellen Ausbau der Erneuerbaren Energien, insbesondere der Solarenergie. Sie verhindert in Brüssel verpflichtende Effizienzziele, kürzt sogar bei den Mitteln für die Solarwärme und will stattdessen neue Subventionen für Kohlekraftwerke.“ Und Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP), der sich gerne als Vorkämpfer für niedrige Strompreise inszeniert, sollte zunächst mal im eigenen Hause aufräumen: Kleine und mittelständische Unternehmen sowie Privathaushalte zahlen die Zeche dafür, dass er energieintensive Industrien von der Ökostrom-Umlage ausgenommen hat.

Strompreistreiber Schwarz-Gelb

1. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ist für Verbraucherinnen und Verbraucher kostengünstiger und führt zu einem schnelleren Ausbau der Erneuerbaren Energien (EE) als andere

Fördersysteme wie etwa das Quotensystem.

2. Die aktuellen Preisanhebungen durch viele Stromversorger haben nichts mit dem EEG zu tun. Sie gehen zurück auf die von der Bundesregierung durchgesetzte großzügige Befreiung der Industrie von den Netzentgelten, die von kleinen und mittleren Unternehmen und Privathaushalten gegenfinanziert werden muss. Auch die so genannte Marktprämie sorgt für einen Preisanstieg.

Bei der Prämie wird der Ökostrom direkt vom Erzeuger oder einem Händler an der Strombörse verkauft, was für Verbraucher teurer ist, als wenn er über das EEG vergütet würde.

3. Solarstrom ist kein Kostentreiber, da die Förderung stark rückläufig ist (minus 27 Prozent bis Mitte 2012). Wir GRÜNE wollen den Ausbau der Solarenergie mit Augenmaß, aber ohne eine Deckelung voranbringen, weil dies die Investitionsbereitschaft stark reduzieren würde. Die EEG-Vergütung sollte in Abhängigkeit von der Marktentwicklung erfolgen und vierteljährlich angepasst werden.

 

Beschluss des Bundesvorstands und des Parteirates, 5. März 2012
Weg mit dem Bremsklotz - die Energiewende entschlossen voranbringen (PDF)

 

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Macht uns die Sonne arm?

Wird die Solarförderung zur unverhältnismäßigen Belastung für die Stromkunden? Ein Interview mit Hans-Josef Fell.

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Energie

Wir Grüne sind die Vorreiter für Klimaschutz und nachhaltige Energiepolitik.

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Gebt die Netze frei!

Kohle- und Atomstrom verstopfen die Netze, deren Ausbau die Energiekonzerne verhinderten. Auf dem Weg zu 100 Prozent erneuerbare Energien muss jetzt in den Netzausbau investiert werden.

Dafür: Erneuerbare Energien

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Unbequeme Wahrheiten

Das Bundesumweltministerium versuchte, eine Studie zur zukünftigen Energieversorgung zurückzuhalten. Das Papier lässt das Energiekonzept von Schwarz-Gelb alt aussehen.

Kommentare

13-04-12 08:25
Macht mal selber was und hetzt nicht immer gegen die Regierung
Gast
06-04-12 20:06
An Frank:

Was ist an der Energieversorgung (auch mit Kernkraft) unethisch? Das kann nur jemand behaupten, der voll versorgt ist mit allem was er zum Leben braucht. Weniger Energie - mehr Armut so einfach ist das. Unethisch ist es deshalb die Energiemenge der Welt zu begrenzen (durch den Klimaschwindel und die daraus resultierende Limitierung der Verbrennungsrechte).
Energieversorgung und auch der Kernkraft haben wir viel Wohlstand zu verdanken auch wenn durch Grüne Angstpropaganda dies alles (ohne Sachkennnis) in den Dreck geredet wird. Während die Grünen unsere Soldaten nach Afghanistan schickten (und dort gab es Tote), finden Sie eventuelle Maßnahmen für das Restrisiko (dessen Eintreten reine Spekulation ist) unethisch. Übrigens hat kein Mensch in Japan eine gesundheitsschädliche Dosis Kernstrahlung abbekommen auch nicht die Arbeiter im Kernkraftwerk in Fukushima. Keine Toten, keine Kranken.
Martin
31-03-12 16:16
Die verschwiegenen Wahrheiten bei der Rot Grünen Energiewende!



Was kostet uns die Energiewende, über dieses Problem wird nur am Rande diskutiert und wen dann auch nur was es uns Deutschen kostet. Was wir der Umwelt und den Menschen in Anderen Erdteilen damit antun erscheint in keiner Diskussion. Und wen darüber gesprochen wird, ist derjenige der dies anspricht sofort als Gegner der Energiewende abgestempelt.
Es ist ohne frage notwendig neue Energieerzeugende Technologien zu entwickeln, doch muss dabei
ein genaues Auge auf unsere Umwelt gelegt werden.
Schätzungsweise lassen heute schon ca. 200000 Vögel und Fledermäuse ihr leben durch Windkraftanlagen von Insekten und anderen Tieren noch gar nicht die Rede. Es ist auch noch nicht erforscht in welchen Umfang die Flora und Fauna in den Meeren von Offshoreanlagen betroffen sind. Oder was der Bau von Energiespeichern für unsere Umwelt bedeute, zur Zeit kann nur ein geringer Anteil der erzeugten Energie gespeichert werden, also bedarf es riesiger Bauvorhaben dieses zu ändern.
Dafür müssen wir Flüsse stauen, Berge abtragen und vieles mehr. Das ist aber alles allein unser Problem, viel schwerwiegender und weitreichender ist, was wir durch die Energiewende in anderen Teilen unser Welt auslösen. Durch den enormen Bedarf an seltenen Rohstoffen, die es in Deutschland bei weiten nicht in diesen Mengen gibt, sind wir gezwungen diese in aus anderen Erteilen herbeizuschaffen. Leider gibt es von diesen auch nicht genug in den Ländern der Welt, die wir mit Deutschland in etwa glich setzen können. Die meisten dieser Rohstoffe befinden sich dort wo Menschenrechte und Umwelt kein Roll spielen. Durch den vermehrten Rohstoffbedarf aus den Ländern Asiens und Afrikas leisten wir, Bürgerkriegen, Rebellenkämpfen, Sklaverei, Kinderarbeit und Unterdrückung so wie einer gigantischen Umweltzerstörung riesigen Vorschub. Diese Schäden an Mensch und Umwelt hinterlassen wir unseren Kindern und sie werden sicher teurer, als alle Rettungsschirme die wir für Europa auf stellen. Weil wir mit einer derartigen Politik nicht nur gewaltige Finanzielle und Umweltprobleme in unserem Land schaffen ( diese sind sicher mit -hilfe von Linken und Piraten die dazu keine Meinung haben leicht auf Demokratische weise bewältigen lassen) ist es wohl an der Zeit unsere Energiewende zu überdenken und sie auf Fakten aufzubauen die die Welt vor gibt und nicht wir Deutschen. Den wir werden kein Vorbild für die Welt werden, wen uns in 20 oder 30 Jahren die Umstellung auf andere Energieträger gelungen ist und die Welt um uns darunter unwahrscheinlich gelitten hat.
Wir brauchen einen Ethikrat der nicht nur Technische -machbarkeit und unsere Menschlichen -bedürfnisse beleuchte und bewertet, sondern der auch die Globalen zusammenhänge mit betrachtet.
So und nur so können wir eine Energiewende gestalten die Nachhaltig und Vorbild für die Welt ist.
So wie die Energiewende im Moment gestaltet wird, macht sie uns vielleicht unabhängig von Atomaren und Fossilen Energiequellen, aber sie ist weder Menschlich noch Nachhaltig geschweige Umweltfreundlich und wir machen uns noch mehr Schuldig an großen teilen der Menschheit und ihrer Umwelt.

Martin Schneider
Frank
24-03-12 20:57
Die un-ethische Seite der Atomenergie gehört endlich auf den Tisch!

Ein Restrisiko bleibt immer. Das räumt jeder der Atomlobbyisten ein.

Bei einem Eisenbahn-Crash leiden "nur" die Verunglückten, nicht die Helfer.

Bei einem Chemiebrand leiden die Mitarbeiter und die Retter gehen geschützt an ihr hilfreiches Werk.

Bei einem Atomunfall ist jetzt nachgewiesen, dass die Arbeiten, die erforderlich sind, um im Falle eines Restrisiko-Störfalles den Prozess unter Kontrolle zu halten für Roboter viel zu komplex sind in Bezug auf die erforderliche Aktionsvielfalt. In den nächsten zwanzig Jahren wird eine solche Technologie nach Expertenmeinung nicht zur Verfügung stehen, die in einem havarierten, teilexplodierten Kernkraftwerk Sicherungsmaßnahmen vor Ort durchführen kann. (hier kann man sich gern in Japan befragen)

Echte Atomstörfälle - und ein Restrisiko besteht immer - sind die einzigen Unfälle, die in der westeuropäischen demokratisierten Welt nicht beherrscht werden können, weil hier keiner die Macht besitzt, Menschen hundertfach in den sichern Tod zu schicken. Ohne diese Menschen kann eine solche Katastrophe aber ein ganzes Volk auslöschen. Welche anderen Unfälle mit Restrisiko sind mit dieser un-ethischen Dimension vergleichbar?
Gast
14-03-12 10:25
Keine Wende in Sicht? Wer braucht den Quatsch auch. Mir ist eine solide und bezahlbare Energieversorgung lieber als die umweltschädlichen, physikalisch unmöglichen und wirtschaftlich desaströsen Öko-Experimente. Aber wen interessiert in der grünen Parteizentrale schon das Volk. Die Direktiven der grünen Parteibosse sind Gesetz und mögen sie noch so unsinnig sein.

P.S. Allein in diesem Jahr ist schon 600.000 Haushalten der Strom abgeklemmt worden - unbezahlbar. Mehrere große Solarunternehmen stehen vor der Pleite - Arbeitsplätze?. Das Stromnetz ist an der Grenze des Kollaps. Von dem ganzen Quatsch bleiben nur Schulden und unerträgliche Strompreise ohne den geringsten Nutzen. Und die Grünen haben noch gar nicht richtig angefangen...
Gast
13-03-12 16:55
Eine Institution gab sich früher das Recht Geld für die Erlösung von den Sünden zu verlangen und verdiente sehr gut damit (bis Luther kam)

Heute wird das Verbrauchen von Energie zur Sünde erklärt und die bösen Sünder sollen abkassiert werden. Damit der Ablasshandel auch funktioniert (richtig viel Geld bringt) muss eine Situation wie beim Spiel "Reise nach Jerusalem" geschaffen werden. (10 Personen, 9 Stühle usw.) Es müssen also immer weniger "Emissionsrechte" vorhanden sein als für die Menschen an Energie erforderlich ist. Na mal sehen wer am Ende der Sieger ist und für wen noch Energie übrigbleibt...

Ziat aus diesem Artike:
"Die Regierung muss den Preis deshalb dringend stabilisieren, indem sie beispielsweise die für die Handelsperiode 2013 bis 2020 vorgesehene Verknappung des CO2-Zertifikatsvolumens auf 2012 vorzieht"
Josef
10-03-12 10:15
Guten Tag,

die Solarförderung ist eine völlig unsoziale Subvention. Sie bevorzugt ausschließlich die Besitzenden. In meinem Umfeld machen viele Leute mit passenden Dächern extrem hohe Renditen. Die Förderung ist so schwachsinnig hoch, dass Solarplatten zum Teil auf beiden Dachseiten montiert werden, weil es sich immer noch lohnt. Zweistellige Rendite ohne jedes Risiko auf Kosten der Allgemeinheit. Das will ich nicht alles bezahlen.

Wo sind die konkreten Aufforderungen der Grünen an die Menschen, ihr Verhalten zu ändern und endlich richtig Energie zu sparen? (Klar, das gibt weniger wohlwollende Schlagzeilen.) Warum immer noch allgemein von der Regierung fordern, dafür zu sorgen?

Und warum muss energetische Gebäudesanierung von der Allgemeinheit wieder subventioniert werden? Wir haben schon vor längerem etwas getan, da gab es auch nichts dazu.

Klimaschutz finden die meisten Menschen doch nur so lange toll, wie er sich auch finanziell rentiert. So wird das aber nie funktionieren.

Zur Bürgerbeteiligung. Sie können die z.B. vom Leitungsbau betroffenen Menschen noch so früh einbinden, es wird immer Protest und ein dagegen geben. In NRW regieren doch die Grünen. Wir wohnen auch in NRW und ich habe nicht vor Augen, dass der hier notwendige Leitungsbau aktiv und offensiv von den Grünen vorangetrieben wird. Dann ist der Vorwurf der fehlenden Offshore-Windanlagen auch glaubwürdiger.

Macht eine frühzeitige Bürgerbeteiligung in Baden-Württemberg den Windanlagenbau dort einfacher? Das ändert den Protest doch gar nicht. Wie sind die Erfahrungen der Regierungspartei dort? Oder ist die Landschaft zu schön, als dass man Sie mit Windanlagen 'verschandeln' dürfte? Sie sagen aber, der Anlagenbau ist auf dem Land doch viel einfacher als auf der See. Ich bin gespannt, wie viele Genehmigungen für Windräder es in BW nach der Wahlperiode gibt.
Kerstin
07-03-12 09:20
Sehr geehrte Damen und Herren,

haben Sie einmal genau hingeschaut wofür manche Firmen die Subventionen nutzen? Wie sieht es dort bei denen mit den Managergehältern aus, der Finanzierung von deren Hobbies usw.

Sollten Subventionen nicht der Sache dienen?

Mit freundlichen Grüßen

Kerstin
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