Energia Nucleare? No grazie

Bereits 1987 hatten die Italiener nach der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl per Volksentscheid den Ausstieg des Landes aus der Atomenergie gewählt. Im Jahr 2005 beschloss die Mitte-Rechts-Regierung Berlusconis trotzdem den Neubau von vier Atomkraftwerken. Dies konnte durch das erfolgreiche Referendum nun verhindert werden.

"Berlusconi Radioattiva"-Plakat auf Demonstration in Italien, Foto: Hidden Side/Flickr.com (CC BY-NC-SA 2.0)

Mit einer Mehrheit von über 90 Prozent sprachen sich die Wähler deutlich gegen das Wiedereinstiegsgesetz von Berlusconi aus. Zwei Wochen nach dem Debakel bei den Kommunal- und Regionalwahlen verlor Silvio Berlusconi damit eine weitere Abstimmung. Italien setzte ein Zeichen gegen die Nutzung der Atomenergie sowie gegen die Privatisierung der Wasserwerke und gegen den Schutz ihres Regierungschefs vor Strafverfolgung. Besonders wichtig war die Wahlbeteiligung von über 50 Prozent. Dieses für eine gültige Volksabstimmung erforderliche Quorum wurde in Italien seit 1995 nicht mehr erreicht.

Das erfolgreiche Referendum ist ein eindeutiges atompolitisches Signal für Europa. Eine Mehrheit der EU-Mitgliedsstaaten nutzt die Atomkraft nicht oder hat bereits den Ausstieg aus der Hochrisikotechnologie beschlossen.

"Jetzt müssen wir uns gemeinsam an den Umbau machen - und zwar mit einem klaren Ziel: Ein kompletter Umstieg auf Erneuerbare Energien, mehr Energieeffizienz, Klimaschutz und ein klares Nein zur Kohle" so Rebecca Harms, die Fraktionsvorsitzende der Grünen Europafraktion.

Claudia Roth ruft die internationale Anti-AKW-Bewegung auf, weiter Druck aufzubauen: "Wir brauchen nicht nur einzelne atomkraftfreie Zonen, sondern ein atomkraftfreies Europa. Die internationale Anti-AKW-Bewegung muss weiter Druck aufbauen für den europa- und weltweiten Ausstieg aus der Atomkraft." Auch Ministerpräsident Erdogan in der Türkei habe nun die Chance, aus den Fehlern Berlusconis und Merkels zu lernen und den Bau von Atomkraftwerken in seinem erdbebengefährdeten Land aufzugeben.

Wo in Europa Atomkraftwerke stehen und was die einzelnen Länder mit ihrem Atommüll machen, zeigt die Webseite "Das Atommüll-Rätsel". Dort ist auch eine Studie über den unterschiedlichen Umgang der Mitgliedstaaten mit Atommüll zu finden.

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Teşekkürler, Grazie, Danke

Anlässlich 50 Jahre deutsch-türkisches Anwerbeabkommen lobten Claudia Roth und Cem Özdemir die erste Einwanderer-Generation für die Hilfe beim Aufbau des Nachkriegsdeutschlands.

Atomkraft: Schluss jetzt!

Die Anti-Atom-Bewegung muss am 18. September 2010 in Berlin zeigen, dass der Ausstieg aus dem Atomausstieg keine Option ist.

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30 grüne Jahre (9): Anti-Atom-Bewegung

Seit den 80er Jahren kämpfen DIE GRÜNEN für den Atomausstieg. Teil 9 unserer Serie "Grüne Geschichte(n)": Anti-Atom-Bewegung.

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Atomausstieg ohne Hintertürchen

Klar, ehrlich und schnell - wie ein neuer Atomkonsens aussehen müsste, erklärt Claudia Roth im Interview.

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"Schlechte Argumente der Befürworter"

E.On wollte den Wahlkampf dazu nutzen, die Anti-AKW-Stimmung zu drehen. Lest die besten Passagen aus einem erstaunlich offenherzigen Strategiepapier

Kommentare

frage des tages
16-06-11 02:20
moin moderator,
denk mal nach!
frage des tages
16-06-11 02:19
hurra! die gruenen haben es geschafft! italien mag seinen präsi nicht mehr! frucht guter gruenen- politik!
frage des tages
16-06-11 02:17
warum gibt es in anderen foren täglich hunderte von meinungen zu wichtigen themen- bei den gruenen aber maximal 4 x 6 oder so?
Achim
15-06-11 10:02
@Martin

Muss man eigentlich immer gleich die Misstrauenskeule auspacken wenn die Grünen einem Kompromiss zustimmen, wobei man genau weiß, dass sie wenn sie alleine regierten NATÜRLICH schneller aussteigen würden?

Und? Wem willst du dann deine Stimme geben? Der CDU? Oder der Linkspartei?

Es macht keinen Unterschied ob die Grünen zustimmen zu dem Atomausstieg von CDU und FDP - er wird eh so beschlossen. Und am besten gibst du deine Stimme bei der nächsten Bundestagswahl den Grünen, weil deren Glaubwürdigkeit uneingeschränkt erhalten bleibt - und wer was anderes glaubt ist doch völlig überzogen misstrauisch.

Wir sollten unsere Energien nicht in solchen Scheindebatten verschleißen - also ob jetzt PLÖTZLICFH nach zig Jahren die Grünen eine andere Haltung zur Kernenergie einnehmen würden, das ist doch Unsinn. Wer so was glaubt hat ein Problem mit sich selbst.
joaquin
14-06-11 23:13
cada dia somos mas,los que en europa decimos no a la energia nuclear,gracias a vosotros los alemanes por ser los pioneros y los primeros en tener un partido verde fuerte en el cual todos nos miramos y nos vemos representados.
Martin
14-06-11 16:41
Dieses starke Votum der ItalienerInnen (Glückwunsch + Danke) und der Wunsch einer Mehrheit nach schnellem Ausstieg macht doch deutlich, daß die Grünen nach Fukushima nicht hinter 2001 Erreichtem zurückbleiben dürfen. Sonst verlieren sie in einem Kernthema Glaubwürdigkeit, Profil und Wählerstimmen - meine mit Sicherheit !
Kommentar

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