Die haltlosen Argumente der Atombosse

Die Chefs der vier Atomkonzerne haben im BILD-Interview am 16. August 2010 erklärt, warum aus ihrer Sicht Deutschland auf Atomkraft nicht verzichten könne. Hier kommentieren wir die vorgebrachten Argumente.

Längere Laufzeiten bedeuten immer auch mehr Atommüll. Foto: Rainer Zimmermann/Flickr (CC BY-NC 2.0)

1. Behauptung der Atombosse

Die Kernkraftwerke unserer Konzerne gehören zu den sichersten in der Welt. Wir sind alle davon überzeugt, dass Deutschland die Kernkraft noch länger braucht. Im Interesse der Kunden, des Klimaschutzes und einer leistungsfähigen deutschen Wirtschaft.

Fakt ist: Die deutschen AKWs entsprechen dem technischen Standard der 1970er und 1980er Jahre. Er ist längst überholt. Kein einziges AKW wäre heute mehr genehmigungsfähig. Die ältesten Anlagen bringen es inzwischen jeweils auf über 400 meldepflichtige Zwischenfälle. Vier Reaktoren sind gar nicht, drei lediglich gegen den Absturz von Leichtflugzeugen gesichert, kein einziger gegen den Absturz eines Passagierflugzeugs. Selbst das BMU (Bundesumweltministerium) sieht einen Nachrüstungsbedarf im Falle der Laufzeitverlängerung von 50 Milliarden Euro.

2. Behauptung der Atombosse

Alle großen Industrienationen setzen auf die Kernkraft. Ob USA, Japan, Europa, China oder Indien: Überall werden neue Kernkraftwerke gebaut.

Atomkraft ist weltweit ein Auslaufmodell. Weltweit sind derzeit 438 Reaktoren in Betrieb, 2002 waren es noch 444. Das Durchschnittsalter liegt aktuell bei 25 Jahren. Altersbedingt werden bis 2020 etwa 135 Reaktoren stillgelegt werden. Laut der Datenbank der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA sind derzeit weltweit 34 Atomkraftwerke im Bau. An elf von ihnen wird allerdings schon seit über 18 Jahren gebaut. So etwas nennt man im Regelfall Bauruinen. Allein China baut fleißig mit Staatsgeldern neue Atomkraftwerke. Andernorts scheitern die Atom-Pläne an den exorbitant hohen Kosten für neue AKWs. Im finnischen Olkiluoto wurde das Prestige-Projekt der europäischen Atomwirtschaft zum Alptraum. Die Kosten stiegen von ursprünglich 3 auf inzwischen 5,4 Milliarden Euro, die Fertigstellung ist um Jahre verzögert. Ähnlich geht es an der zweiten europäischen Atombaustelle in Flamanville (Frankreich) zu. In den USA erhält die Atomindustrie kein Kapital, trotz in Aussicht gestellter öffentlicher Förderung. Unter Marktbedingungen ist die Atomkraft nicht wettbewerbsfähig.

3. Behauptung der Atombosse

Auch Deutschland braucht diese verlässliche, klimafreundliche und preisdämpfende Energieform. Für unsere Industrie ist bezahlbarer Strom wichtig, um weiter erfolgreich zu sein und den Wohlstand auch künftig zu sichern.

Eine Laufzeitverlängerung für deutsche Atomkraftwerke verschafft den Betreibern pro Jahr etwa 10 Milliarden Euro Zusatzgewinne. Verbraucher haben davon aber nichts, da für sie der Börsenpreis für Strom entscheidend ist. Und der richtet sich nach dem teuersten am Netz befindlichen Kraftwerk – in der Regel ein Kohle- oder Gaskraftwerk. Längere Laufzeiten würden vielmehr preistreibend wirken, da sie die marktbeherrschende Stellung der vier Atomkonzerne über Jahre zementieren zu Lasten von Stadtwerken. Schon heute manipulieren die Konzerne die Preise und verkaufen den Strom überteuert an ihre Kunden.

Verlässlich ist der Atomstrom keineswegs. Technische Pannen führen immer wieder zum Stillstand der Meiler. In heißen Sommern fehlt es zudem häufig an Kühlwasser, so dass die Reaktoren heruntergefahren werden müssen. Übrigens: Im Jahr 2007 standen parallel 6 deutsche AKW still. Die Atomstromerzeugung sank dadurch gegenüber 2006 ungeplant um 26 Milliarden kWh bzw. 16 Prozent. Dennoch erzielte Deutschland eine Netto-Exportüberschuss von 19 Milliarden kWh Strom. Übrigens: Weder der Absturz der Atomstromerzeugung noch das anschließende Wiederanfahren der Meiler hatte Auswirkungen auf den Strompreis.

4. Behauptung der Atombosse

Seitdem der Ausstieg beschlossen wurde, hat sich die Welt verändert. Die Weltwirtschaft wächst und der Energiebedarf steigt weiter dramatisch an. Gleichzeitig wird der Ölpreis deutlich steigen. Die weitere Nutzung der Kernkraft wird den Strompreis dämpfen.

Der Ölpreis und der Strompreis haben wenig miteinander zu tun. Als Ende 2008 der Ölpreis zuletzt im Keller war, haben die Konzerne die Strompreise dennoch kräftig angehoben. Ein Grund dafür ist, dass Öl in der deutschen Stromerzeugung keine Rolle spielt. Und beim Erdgas, dessen Preis bislang fest an den von Erdöl gekoppelt war, werden immer mehr Importverträge ohne Ölpreisbindung geschlossen.

5. Behauptung der Atombosse

Auch der Klimaschutz hat heute eine ganz andere Dimension. Die Kernenergie kann entscheidend dazu beitragen, dass Deutschland die Klimaschutzziele erreicht.

Die Atomkraft trägt weltweit mit etwa 2 Prozent nur marginal zur Deckung des Endenergiebedarfs bei, in Deutschland sind es rund 6 Prozent (nicht zu verwechseln mit dem Strombedarf). Schon deshalb kann die Atomkraft kaum zum Klimaschutz beitragen. Sie schadet aber dem Klimaschutz, da sich mit jedem Jahr Laufzeitverlängerung die Investitionsbedingungen für erneuerbare Energien verschlechtern. Ergo: Mehr Atomkraft heißt weniger Erneuerbare heißt weniger Klimaschutz.

6. Behauptung der Atombosse

Die zusätzlichen Gewinne, die unsere Konzerne erwirtschaften werden, müssen fair geteilt werden. Dazu sind wir bereit. Wir schlagen vor, dass wir von den zusätzlichen Gewinnen aus einer Laufzeitverlängerung durch die Kernkraftwerke die Hälfte an den Staat abgeben. Was dann damit geschieht, ist Sache des Staates.

Von fairer Teilung kann keine Rede sein. Die Atomkonzerne bieten der Bundesregierung einen miesen Deal an, nachdem sie bis zu 30 Milliarden Euro über eine Stiftung bereitstellen. Finanztechnisch soll die bundeseigene Kreditanstalt für Wiederaufbau einen Kredit zur Verfüg8ung stellen, der zum Füllen von Haushaltslöchern und/oder zur Förderung erneuerbarer Energien eingesetzt wird. Die Atomkonzerne zahlen den Kredit zurück, allerdings unter  knallharten Bedingungen, zum Beispiel keine Brennelementesteuer, keine nachträglichen Sicherheitsauflagen. Und sollte eine künftige Regierung den Deal rückgängig machen, muss sie den Kredit aus Steuermitteln abbezahlen. Hier zeigt die Atomwirtschaft klar, dass sie der Koch und die Bundesregierung Kellner sein soll.

7. Behauptung der Atombosse

Eine Brennelementesteuer ist eindeutig nicht der richtige Weg. Das lehnen wir entschieden ab. Es gibt intelligentere und fairere Modelle, wie man berechtigte Interessen des Staates, der Betreiber und der Kunden sichert.

Die Brennelementesteuer senkt die Gewinnmarge für Atomstrom. Die 2 bis 3 Milliarden Euro, die die Konzerne nach den Plänen der Bundesregierung zahlen müssten, können sie sich nicht bei ihren Kunden zurückholen. Den Konzernen geht es keineswegs um Intelligenz oder Fairness, sondern allein um Profitgier.
Und diese Gier ist unersättlich. Aktuell fahren die Atomkonzerne Rekordgewinne in Höhe von 20 Milliarden Euro jährlich ein. Bei einer Laufzeitverlängerung um 8 Jahre winken Zusatzgewinne von 60 bis 80 Milliarden Euro. Doch das reicht immer noch nicht. Die Konzerne wollen mindestens 15 Jahre und damit über 150 Milliarden Euro einfahren.

8. Behauptung der Atombosse

In vielen Ländern laufen baugleiche Kernkraftwerke gegenwärtig 60 Jahre, in Deutschland sind es nur 32. Wir fordern eine satte zweistellige Zahl zusätzlicher Jahre, mindestens aber 15 Jahre. Nur dann ist die Kernenergie ein tragfähiger Brückenfeiler in eine neue Energiewelt der Zukunft.

Atomkraftwerke sind für eine Laufzeit von 30 bis 40 Jahre ausgelegt. Bei der Überprüfung deutscher AKWs, zeigen sich viele unvorhergesehene vorzeitige Alterungsprozesse. Diese Alterungsprozesse vermindern die Sicherheit. Die ältesten Anlagen sind hiervon besonders betroffen. So haben beispielsweise Neckarwestheim I und Biblis A eine bis zu viermal höhere jährliche Ereignisrate als die neueren Atomkraftwerke Neckarwestheim 2 und Emsland.

9. Behauptung der Atombosse

Die erneuerbaren Energien haben gesetzlich immer Vorfahrt, egal wie hoch die Nachfrage gerade ist. Wenn die Sonne scheint und der Wind weht, wird der daraus gewonnene Strom immer zuerst ins Netz eingespeist. Aber es gibt bei Wind- und Sonnenstrom starke Schwankungen. Deshalb muss es Kraftwerke geben, die dies ausgleichen. Genau das kann die Kernkraft perfekt.

Bereits in zehn Jahren werden die Erneuerbaren Energien den nationalen Strombedarf immer häufiger komplett abdecken können. Tatsächlich hat der erneuerbar erzeugte Strom nach dem geltenden Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) Vorfahrt in den Netzen, er würde also Atom- und Kohlestrom massiv verdrängen. Jedoch können Atom- und Braunkohlekraftwerke aus technischen Gründen nicht stundenweise erst ab- und dann wieder angefahren werden. Sie passen daher nicht in ein System mit hohen Anteilen erneuerbarer Energien. Der Druck auf die Politik, den Vorrang der Erneuerbaren zu beschneiden, würde umso stärker, je mehr Atom- und Braunkohlekraftwerke dann noch am Netz wären.

10. Behauptung der Atombosse

Durch einen Kernkraft-Ausstieg würde sich das Stromangebot verknappen.

Das ist reine Panikmache. Deutschland hat Strom im Überfluss und exportiert netto rund 20 Milliarden kWh jährlich – das entspricht der Jahresleistung zweier großer AKW. Mit Ausnahme der von E.ON und RWE finanzierten Studie der Deutschen Energieagentur kommen sämtliche Studien zu dem Ergebnis, dass auch bei Umsetzung des Atomausstiegs jederzeit genug Strom bereitgestellt wird. Die Erneuerbaren Energien leisten dazu den Löwenanteil. Selbst die Bundesregierung geht davon aus, dass bis 2020 knapp 40 Prozent des Stroms aus Wind, Sonne & Co. stammt. Bereits dadurch wäre der wegfallende Atomstrom vollständig kompensiert. Zusätzlich werden Gaskraftwerke gebaut und es sind zehn neue Kohlekraftwerke in Bau.

11. Behauptung der Atombosse

Es geht bei der Laufzeitverlängerung um eine der wenigen Situationen, in der alle gewinnen können: Kunden, Staat und Unternehmen. Die Kunden profitieren von günstigeren Strompreisen, der Staat durch die Gewinnbeteiligung an der Laufzeitverlängerung. Die Unternehmen bekommen zusätzliches Geld, das sie in erneuerbare Energien und andere notwendige Investitionen stecken können. Bei einem schnellen Kernkraft-Ausstieg gäbe es dagegen nur Verlierer.

Das Gegenteil ist richtig. Außer den Atomkonzernen gibt es bei einer Laufzeitverlängerung nur Verlierer. Das Atom-Risiko erhöht sich für alle, die Erneuerbaren Energien und die hier beschäftigten 300.000 Menschen werden ausgebremst, künftige Generationen mit noch mehr Atommüll belastet, Investitionen in Klimaschutz und Effizienz behindert und den Stromkunden werden faire Wettbewerbsbedingungen vorenthalten.

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Heute: Defekte Brennstäbe

Vattenfall musste weitere Pannen zugeben. Grüne Demonstranten forderten die endgültige Abschaltung von Krümmel!

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20 Fakten über Atomkraft

Atomkraft ist weder günstig noch sicher. Wir haben zwanzig Fakten zum Weiterverbreiten gesammelt

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Die Diskussion um den Strompreis ist voll entbrannt. Viele Zahlen schwirren umher. Eine Studie hilft jetzt bei der Versachlichung.

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Wie stehen die Grünen zum schwarz-gelben Energieplan? Claudia Roth erläutert den Antrag des Bundesvorstandes zum kommenden Parteitag am 25. Juni in Berlin.

Tschernobyl ist nicht vergessen

Den Atomausstieg vorantreiben. Beschluss des Parteirats zum Tschernobyl-Gedenktag

Kommentare

Uwe
09-09-10 08:48
An den Aussagen der Chefs der Energiekonzerne gibt es sicherlich vieles zu bemängeln. Die Gegenargumentation in diesem Beitrag ist jedoch grottenschlecht. Nahezu alle Argumente der GRÜNEN sind entweder falsch oder gehen am Problem vorbei. Es ist eine Argumentation für Dumme. Was will man damit erreichen, dass sich die Leser von den GRÜNEN abwendet und nur die Ungebildeten jubeln? Schaut man sich die bisherigen Kommentare an, scheint dies geglückt zu sein.
Christoph
06-09-10 18:59
Komisch, dass wir Verbraucher so ein kurzes Gedächtnis haben: Erinnert sich denn keiner mehr daran, dass der Atomausstieg seit etlichen Jahren beschlossene Sache ist - und das mit Zustimmung der Atomlobby?

Haben die Stromversorger denn ihre Verantwortung die vergangenen Jahre nicht wahrgenommen - oder sind sie von den aktuellen Entwicklungen so überrascht worden, dass die oben angeführten Argumente für die Laufzeitverlängerung etwa neu wären? Ich jedenfalls kann in all den angeblich stichhaltigen Argumenten für eine Laufzeitverlängerung keinen einzigen neuen Gesichtspunkt entdecken.

Ob bei der Einführung des Katalysators für Autos, die Einführung von des Emissionshandels oder jetzt der Umstieg auf erneuerbare Energien - die Reaktion der freien Wirtschaft scheint doch immer die gleiche zu bleiben: Veränderungen müssen bekämpft werden, sobald sie den Profit zu gefährden drohen. Kann den keiner auch einmal die Chancen sehen, die sich aus einer neuen Entwicklung ergeben können?

Und zum Schluss: Es ist doch irgendwie komisch, der von den Stromkonzernen prognostizierte Notstand durch den sowieso längst und aktuell noch immer beschlossenen Atomausstieg erst auftritt, seitdem Schwarz-Gelb an der Regierung ist....
fehlt
06-09-10 10:46
Wenn man bedenkt das Windenergie einen Wirkungsgrad von unter 20% und Solarenergie einen von unter 10% hat, des Weiteren für jede installierte KW/h dieser Technologien in etwa die gleiche Leistung durch Gasanlagen zur Verfügung gestellt werden muss, für die Herstellung eines Liters Bioethanol 4000l Wasser verschwendet werden so sollte man sich Fragen ob es richtig ist so viel Haushaltsmittel und eh schon knappe Rohstoffe einfach aus dem Fenster zu werfen. Um ein mittleres Kraftwerk von ca. 700KW muss man mit heutiger Technik ca. 200km² Fläche mit Windkraftanlagen zubauen und Wehe es ist mal Flaute. Das ist Wahnsinn!
Auch ich bin für ein Abschalten aber bitte vorher Nachdenken ob wie es uns leisten können. Wenn die ersten Operationen in Krankenhäuser von Hauseigenen Netzersatzanlagen versorgt werden müssen so werden hier hoffentlich auch einige aufwachen!!!
Der richtige Weg sollte dahin führen Energie ökonomisch speicherbar zu bekommen. Dann können wir in diesem Land auch eneuerbare Energie als Hauptenergiequelle einsetzen.

p.s. Ich wäre dafür Stromkunden den Preis abzunehmen den ihre Energie in der Herstellung real kosten. Nur müssten die Verfechter der 100% erneuerbaren wohl noch eine zweite Arbeit aufnehmen um nicht im dunkeln sitzen zu müssen. ;)
Hinrich
05-09-10 19:43
das Risiko des AKW Betriebs ist extrem gering. Nach Bhopal ist man auch nicht aus der Chemieindustrie ausgestiegen (wäre auch ziemlicher Schwachsinn gewesen). Die Frage der Müllentsorgung spricht nicht gegen sondern FÜR die Atomkraft, denn die Müllmenge ist sehr gering im Vergleich mit anderen gefährlichen Müllmengen, und sie läßt sich sicher genug lagern, um mit sehr großer Wahrscheinlichkeit niemanden zu gefährden. Ganz anders der CO2-Müll aus der Kohleverbrennung (die die Grünen ja bekanntlich weiterbetreiben wollen). Dieser Müll bringt uns einer Katastrophe biblischen Ausmaßes immer näner, mit jedem Tag, den die Grünen und andere diese unsägliche Diskussion weiterführen, die Tatsachen hartnäckig ignorieren und der Öffentlichkeit versuchen, weiss zu machen, dass der Ausstieg aus der größten klimaverträglichen Energiequelle, die wir haben, der Kernenergie, eine gute Idee
wäre. Welch' ein Wahnsinn!!!
Tim Meyer
03-09-10 12:33
@ Jürgen Hubert
Hier geht es nicht um ein Gutachten, sondern um ein Interview mit dem Atombossen in der BILD-Zeitung am 16. August (siehe oben).

Beste Grüße,
Tim Meyer
Jürgen Hubert
03-09-10 08:17
Eine Frage: Gibt es irgendwo dieses ominöse "Gutachten" der Bundesregierung zu dem Thema zum Runterladen als PDF?

Ich würde mir das gerne mal genauer unter die Lupe nehmen - und Rohdaten sind mir immer lieber als zusammengefasste Presseerklärungen...
Emilmruua
31-08-10 14:44
Um Uran zu einer späteren Zeit aufarbeiten zu können, dürfen Brennstäbe nicht einfach endgelagert werden. Während Deutschland plant, mittelfristig aus der Kernenergienutzung auszusteigen, werden in anderen Ländern neue Kraftwerke gebaut. Allein China plant den Bau von mindestens 40 neuen Kernkraftwerken. Vor diesem Hintergrund wird die Wiederaufarbeitung verbrauchter Brennelemente eines Tages zwingend notwendig werden, um den Weltenergiehunger zu decken. Also warum einen so wertvollen Schatz sinnlos verbuddeln?
Eva
30-08-10 15:30
Ist schon mal ausgerechnet worden, wieviel die Abwässer der AKW zur Erwärmung der Umwelt beitragen? Das dürfte die vielgepriesene CO2-Einsparung wohl mindern.
Und wenn bei Abschaltung der AKW eine Strombedarfslücke bliebe -- umso besser, das erzeugt einen Innovationsdruck, der fehlt, wenn die "Brücke" Atomkraft fortgesetzt wird. Brücken haben es an sich, dass sie stehenbleiben. Manchmal wird überhaupt erst ein Daseinszweck für sie konstruiert.
Solaris
29-08-10 19:22
Erst wenn der letzte Baum gerodet,
der letzte Fluss vergiftet,
der letzte Fisch gefangen ist,
werden Sie feststellen,
das man Geld nicht essen kann.
Andreas Schlechtweg
27-08-10 16:05
Eine Brennelementesteuer macht nur dann Sinn wenn der Stromkunde dieses nicht noch extra zahlen muss. Und sie muss der Assesanierung zugute kommen. Aber mal ehrlich, daran glaubt doch wohl niemand ! Sollte Frau Merkel die Steuer durchsetzen und die Preiserhöhung kommen, dann hoffentlich nur für die AKW Betreiber. Im besten Fall kommt es dann zu einem vielfachen Wechsel zu den Ökostromanbietern.
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