Das erfundene Endlager

Die Bundesregierung hat am 28. Oktober 2010 beschlossen, den rot-grünen Atomkonsens rückgängig zu machen und die Laufzeiten für Atomkraftwerke zu verlängern. Und weil Schwarz-Gelb für diese Laufzeitverlängerung und den daraus folgenden Atommüll ein Endlager benötigt, wird auch in Gorleben inzwischen wieder gebaut - unter dem Deckmantel der Erkundung. Aber wie hat das eigentlich alles mit der Endlagersuche in Gorleben angefangen und wie sieht die Situation heute dort aus?

Der Salzstock in Gorleben. Foto: Bundesamt für Strahlenschutz.

1972 startet der Bund ein Auswahlverfahren und schickt Geologen auf die Suche nach einem geeigneten Endlager. Dabei konzentrieren sich die Wissenschaftler vor allem auf Salzstöcke, weil sie davon ausgehen, den Atommüll dort sicher verwahren zu können.

1974 wird Helmut Schmidt Kanzler der sozialliberalen Koalition und fordert den massiven Ausbau der Atomenergie. Mit der Suche nach einem Endlager wird von seiner Regierung schließlich das Unternehmen Kewa (Kernbrennstoff-Wiederaufbereitungs-Gesellschaft) beauftragt. Die Gutachter sollen einen Standort für das „nationale Entsorgungszentrum“ finden und untersuchen dafür rund 100 Salzstöcke in Norddeutschland. Das zentrale deutsche „nukleare Entsorgungszentrum“ soll ein Großprojekt aus einem atomaren Zwischenlager, einer Wiederaufarbeitungsanlage und einem Endlager für den Müll aus der Wiederaufarbeitungsanlage werden. Am Ende landen drei Salzstöcke in einer ersten Kategorie (Lichtenhorst/Ahlden bei Nienburg, Lutterloh/Fassberg bei Celle und Wahn/Börger/Aschendorf  im Emsland), Gorleben in einer zweiten. Unter den Gutachtern ist der kürzlich verstorbene Geologieprofessor Gerd Lüttig. In einem Interview mit der Nachrichtenagentur ddp am 7. August 2009 sagt er: „Gorleben erschien uns als nur bedingt geeignet. Es wurde genannt, weil es ein relativ großer Salzstock ist.“

1976 ändert die sozialliberale Koalition das Atomgesetz und legt fest, dass es einen weiteren Ausbau der Atomenergie nur geben wird, wenn ein Endlager gefunden ist. Im selben Jahr starten die Probebohrungen im Emsland. Aber das lässt sich die Bevölkerung nicht gefallen – die Menschen gehen auf die Straße. Unter ihnen der CDU-Landtagsabgeordnete Walter Remmers, der spätere niedersächsische Justizminister, und der Bundestagsabgeordnete und spätere Innenminister Rudolf Seiters. Die beiden Politiker und die Emsländer haben Erfolg. Am 24. September 1976 werden die Bohrungen nach einem Gespräch von Ministerpräsident Ernst Albrecht mit dem Bundesministerium für Forschung und Technologie und der Kewa eingestellt.

Am 22. Februar 1977 entscheidet sich Niedersachsens CDU-Ministerpräsident Ernst Albrecht dann plötzlich für Gorleben. Obwohl die Experten Gorleben nicht favorisieren, fällt die Entscheidung für den Standort im Kreis Lüchow-Dannenberg. Ministerpräsident Albrecht „wollte einen Standort in der Nähe der damaligen Zonengrenze haben, weil die Ostzonalen, wie er immer sagte, uns die Geschichte mit ihrem Endlager Morsleben eingebrockt hatten“, sagt Gerd Lüttig in dem Interview mit der ddp. Weil das in Sachsen-Anhalt gelegene Morsleben abzusaufen droht und das im benachbarten Niedersachsen gelegene Helmstedt dadurch Gefahr läuft, mit radioaktiven Wässern verseucht zu werden, will Albrecht aus Trotz im Zonenrandgebiet der BRD einen Kontrapunkt setzen: Gorleben. Als Argument dient außerdem, dass der Landkreis Lüchow-Dannenberg dünn besiedelt ist. Auch die Fachleute in den niedersächsischen Behörden sind über die Gorleben-Entscheidung entsetzt. Professor Dieter Ortlam, ein inzwischen pensionierter Geologe und langjähriger Leiter der Bremer Außenstelle des Landesamt für Geologie, hatte die Böden der Region um Gorleben bereits Ende der 60er Jahre genau untersucht. Er erklärt in einem Artikel der Frankfurter Rundschau vom 22. September 2009: „Es besteht die Gefahr, dass Lauge, die im Fall einer Atommüll-Einlagerung radioaktiv belastet sein könnte, nach oben gedrückt wird und ins Grundwasser gelangt.“ Denn die Ton-Deckschicht über dem Salzstock ist nicht dicht.

Im März 1979 kommt es zu einer Großdemonstration, dem „Treck nach Hannover“. Die Bauern aus dem Wendland fahren mit ihren Traktoren, begleitet von 100.000 Atomkraftgegnern, in die Landeshauptstadt. Infolgedessen streicht Ministerpräsident Albrecht die Pläne für die Wiederaufarbeitungsanlage. Trotzdem startet in diesem Jahr auch die Erkundung des Salzstockes in Gorleben.

Am 3. Mai 1980 wird das Gelände besetzt, das rund um die geplante Tiefbohrung 1004 lag, die als 3. Bohrung in den Salzstock Gorleben niedergebracht werden soll. Einige tausend Menschen errichten und bevölkern das 1. Hüttendorf der „Freien Republik Wendland“.

Zwei Jahre später sollen die Experten der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB), die mit der obertägigen Erkundung beauftragt worden ist, einen Zwischenbericht erstellen. Die Forscher bereiten das Papier unter dem  PTB-Abteilungsleiter Professor Helmut Röthemeyer vor, müssen es dann jedoch auf Druck von Vertretern aus dem Bundeskanzleramt und dem Innen- und Forschungsministerium ändern. Die kritischen Passagen – dass das zerklüftete Deckgebirge über dem Salzstock nicht dafür geeignet wäre, „Kontaminationen auf Dauer von der Biosphäre fern zu halten“ - fliegen raus. Diese Manipulation wurde erst kürzlich, nach 26 Jahren bekannt.

Im Juli 1983 beginnt die „Deutsche Gesellschaft zum Bau und Betrieb von Endlagern für Abfallstoffe“ den Bau des Erkundungs-Bergwerks. Dieses wird jedoch deutlich größer dimensioniert, als nötig wäre. Die Anlagen über Tage und der Schacht würden sich in dieser Form auch direkt für den Betrieb eines Atom-Endlagers eignen. Es wird also damit begonnen, Fakten zu schaffen. Um schließlich auch noch eine Bürgerbeteiligung und ein Planfeststellungsverfahren für den Endlagerbau zu umgehen, wird in Gorleben eine „Erkundung nach Bergrecht“ umgesetzt und kein „Endlagerausbau nach Atomrecht“.

2000 verhängt der grüne Umweltminister Jürgen Trittin ein Moratorium und damit einen zehnjährigen Erkundungsstopp. Ein anschließend von Jürgen Trittin eingesetzter wissenschaftlicher „Arbeitskreis Endlager“ (AK-End) soll nun ein Modell für eine neue, offene Endlagersuche entwickeln - orientiert an modernen Kriterien und am aktuellen Stand der Forschung.

2002 legt der „Arbeitskreis Endlager“ einen Plan für die Endlagersuche vor. Festgelegt sind ein streng wissenschaftliches Vorgehen, breite Bürgerbeteiligung und ein stufenweiser Vergleich mehrerer Standorte. Das 2005 von Jürgen Trittin vorgelegte Standortsuchgesetz wird entgegen ihrer Koalitionsvereinbarung von der Großen Koalition nicht weiterverfolgt.

Von 2005 bis 2009 ist der Sozialdemokrat Sigmar Gabriel Bundesumweltminister. Er möchte neben Gorleben zwei weitere Lagerstätten, für die erst noch Such- und Auswahlkriterien über die geologische Eignung erarbeitet werden müssen, untersuchen lassen. Dieser Standortvergleich soll in drei Phasen insgesamt 14 Jahre dauern. Die Union will allein an Gorleben festhalten. Kanzleramtsminister Thomas de Maizière und Umweltminister Sigmar Gabriel bemühen sich um eine Einigung, für die Gabriel sogar eine sofortige Aufhebung des Erkundungsstopps bei Beginn des Auswahlverfahrens anbietet. Aber die Ministerpräsidenten Edmund Stoiber und Günther Oettinger wollen nicht, dass eine Granitformation in Bayern und eine Opalinustonlage in Baden-Württemberg, die laut einer Literaturstudie infrage kommen würde, auf dem Zettel mit den alternativen Standorten landen. Also wird die Endlagersuche beerdigt.

Am 26. März 2010 setzt der Bundestag einen Gorleben-Untersuchungsausschuss ein. Das 15-köpfige Gremium soll klären, warum die Regierung von Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) im Jahr 1983 entschied, nur den Salzstock im niedersächsischen Gorleben und nicht auch geologische Formationen wie Granit oder Ton in anderen Bundesländern auf eine Eignung für ein Atommüll-Endlager zu prüfen.

Unter Umweltminister Norbert Röttgen wird außerdem die Verfilzung von Atomindustrie und Politik gepflegt. Gerald Hennenhöfer, Lobbyist für E.On, ist jetzt im Umweltministerium für die Reaktorsicherheit zuständig und passt die Sicherheitsstandards den Bedürfnissen der Betreiber an. Der ehemalige Vattenfallmanager, Bruno Thomauske, kümmert sich um die Sicherheit des Endlagers Gorleben. RWE-Berater Lars Böttcher führt die Verhandlungen der Bundesregierung mit RWE und Co.

Seit dem 1. Oktober 2010 wird wieder im Salzstock in Gorleben gebaut, während immer mehr Lügen und Manipulationen im Zusammenhang mit dem Endlager in Lüchow-Dannenberg bekannt werden. Gorleben soll weiterhin ohne atomrechtliches Genehmigungsverfahren entstehen. Aber die schwarz-gelbe Bundesregierung braucht ihr Endlager, denn mit der Entscheidung für die Laufzeitverlängerung vermehrt sie den hochradioaktiven Müllberg um 25 Prozent, das sind über 4.000 Tonnen.

Die Offenhaltung des Salzstocks Gorleben kostet jedes Jahr 20 Millionen Euro.

Man kann die Geschichte von Gorleben nicht erzählen, ohne die Asse zu erwähnen. Die Anlage wurde seit 1965 im Auftrag des Bundes von der Gesellschaft für Strahlenforschung mbH betrieben, die heute nach mehreren Namenswechseln Helmholtz Zentrum München heißt. Seit 1967 wurde dort im ehemaligen Kali- und Salzbergwerk bei Wolfenbüttel die Einlagerung mit schwach- und mittelstark strahlendem Atommüll erprobt. Als Versuchsanlage für Gorleben geplant, ist die Asse heute nach Wassereinbrüchen und dem Austritt radioaktiver Lauge ein Sanierungsfall, der den Steuerzahler bis zu fünf Milliarden Euro kosten wird.

Dokumente und Links

Fotos: Bundesamt für Strahlenschutz (3), www.wendland-archiv.de (1)

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Gorleben stoppen

Im November ist es wieder soweit, der nächste Castor rollt nach Gorleben!

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Neustart bei Endlagersuche?

Bund und Länder wollen Alternativen zum Salzstock Gorleben prüfen.

Aufruf nach Gorleben

Die Mehrheit der Menschen in Deutschland will keine Atomkraft mehr. Das haben nicht zuletzt die kilometerlangen Proteste der Menschenkette zwischen Krümmel und Brunsbüttel und die für Schwarz-Gelb desaströse Wahl in NRW gezeigt. Trotzdem bahnt sich ein heißer Herbst an und die Anti-Atom-Bewegung muss am 18. September 2010 in Berlin zeigen, dass der Ausstieg aus dem Atomausstieg keine Option ist.

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Der Protest lebt - und wie!

Tausende Demonstranten und Blockierer hielten den Castortransport nach Gorleben länger auf als je zuvor. Impressionen aus dem Wendland.

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Kiel grüßt das Wendland

Grüne Delegierte erklären ihre Solidarität mit den Anti-Castor-Protesten im Wendland.

Kommentare

Gerd
05-06-11 10:55
Für Gorleben gilt das Prinzip "aus den Augen, aus dem Sinn". Gleiches galt für die Atommüllentsorgung in den Weltmeeren vor einigen Jahrzehnten. Dieses Prinzip mag die Psyche beruhigen, funktioniert aber nicht mit Atommüll. Die Idee eines sicheren Endlagers für ewige Zeiten im Untergrund ist eine Illusion. Der Untergrund arbeitet, es gibt tektonische Verschiebungen und Erdbeben, Risse entstehen, Grundwasser fließt überall. Ein Beweis ist die Asse. Die Erkundung eines Endlagers und die Bergung bei Grundwassereinbruch aus großen Tiefen kosten viele Milliarden.
Andererseits existieren viele Zwischenlager, relativ billig, schnell gebaut und schnell zu räumen, aber unsicher gegen Terroranschläge und Kriege. Wir sollten den Gedanken an ein ewiges Endlager aufgeben, und sichere befristete Endlager (100-500 Jahre) mit den positiven Eigenschaften von Zwischenlagern bauen. Daher finde ich den Spiegel Online Artikel "Abschied vom Millionen-Jahre-Konzept" über den Vorschlag von Frank Schilling vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) gut, siehe http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,760101,00.html.
Heiner@
24-12-10 16:40
Wie war es einst vordem ,mit Heinzelmännchen so bequem,eine Stunde schaffen se,die andre Stunde gaffen se.Nach Windrädern die sich nicht drehn,weil Flaute herscht im ganzen Land,das ist doch allen wohlbekannt, kein Lichtlein brennt, in der Republik ,dank der grünen Politik.
Die Weihnachts-lichtlein ,was ein Grauß,bleiben dies Jahr gänzlich aus,weil Solarstrom von dem Dach,gra'd ne Pause machtin der "HEILIGEN NACHT". Solls vom Solarstrom wieder "helle" sein,das dauert bis in den März hinein.
Michael
19-12-10 21:46
@Manfred: echt guter Beitrag. Ich finde es auch unverschämt, wie die Grünen die Wahrheit verbiegen. Danke, du hast mir die Augen geöffnet
Manfred
19-12-10 21:12
Ich hab sie noch hier. Ich hab sie auch auf Facebook gestellt, damit jeder weiß, dass hier zensiert wird.


Ich bin gegen den Ausstieg, weil Atomkraft eine verlässliche Energiequelle ist. Deutsche Atomkraftwerke sind sicher. Sie sind in keinster weise mit Tschernobyl zu vergleichen. Voer 70 Jahren sagten die Menschen, dass niemand wisse, ob Atomkraft jemals nutzbar sein würde. Wer weiß, wass in 100 JAhren technisch alles möglich ist, um Atommüll zu entsorgen? Außerdem ist Strom aus Regenerativen Energien viel zu teuer und mach Deutschland nicht industriell wettbewerbsfähig. In ca. 50 Jahren werden Kernfusionskraftwerke ans Netz gehen, und die Energieprobleme ein für allemal aus der Welt schaffen. Die Forschung ist allerdings sehr Zeit und kostenintensiv. Die Zusätzlichen Einnahmen aufgrund der Laufzeitverlängerung kann für die Forschung verwendet werden. Daher bin ich ganz klar für Atomkraft und gegen die übertriebene Panikmache der Grünen, die ohne den Kampf gegen Atomkraft in Deutschland überhaupt kein Wahlprogramm hätten.
ulrich
19-12-10 21:11
Habt ihr die Beiträge, die für Atomkraft sind zensiert? Da waren nämlich sehr informative Beiträge dabei.
Anm. d. Redaktion: Wir zensieren nicht, sondern sorgen lediglich für die Einhaltung der Nutzungsbedingungen. Wir zensieren auch keine Beiträge, die sich für Atomkraft aussprechen, sondern verhindern nur, dass ein und derselbe Beitrag unter ein Dutzend Artikel gestellt wird. Das ist kein Kommentieren, sondern Kommentarspam.
pro Atomkraft
20-11-10 05:05
Radikalisierung wie es einige Schreiber hier fordern kann kein Weg sein, da dieser in Chaos führt, egal was man fordert.

Bei der Betrachtung der "vielen neuen Arbeitsplätze" durch die erneuerbaren Energien sollte man als Verbraucher - wie ich es einer bin - nicht vergessen, dass diese über den viel zu teueren und europaweit nicht mehr konkurrenzfähigen Strompreis bezahlt werden müssen, deren Teuerungsrate momentan nur über die EEG-Umlage zustande kommt. Bei Wegfall dieser Subventionierung zu Lasten der Verbraucher wäre es schon vorbei mit Windkraft und vor allem mit Solarenergie. Daher:

!!! EEG-Umlage abschaffen !!!

Auch wird gern vergessen, das mit dem Ausstieg andere hochwertige und technisch interessante Arbeitsplätze in der Atomindustrie und der dazugehörenden Forschung verloren gehen.
Colanuss
11-11-10 17:32
Es wird ja hier nicht der sofortige Ausstieg gefordert, denn man hatte sich ja bereits geeinigt. Die damals ausgehandelte Zeit sollte bei entsprechender Förderung wohl für den Ausbau von wahren Alternativen ausreichen... Dass die Energiekonzerne das anders sehen, das liegt an ihrer unermesslichen Gier...
Vernunft
11-11-10 15:43
Es scheint aber oft so, als wollte man das Problem gar nicht lösen, weil dann ein Hauptargument gegen Atomkraft wegfallen würde. In der Zwischenzeit werden wir immer stärker von den Erdgas-Lieferanten Shell, BP, Gazprom abhängig. Erdgas und Erdöl gehen Hand in Hand. Um wirklich erneuerbare Energien zu haben, müsste man zur Speicherung große Wasserspeicher-/Stauwerke bauen, und nicht nur Solar und Windräder. Leider ist das nicht der Fall, und anstelledessen wird ein Erdgas-Kraftwerk nach dem anderen gebaut, um bei Windstille und Dunkelheit Strom zu liefern. Im Winter wenn die Temperaturen unter Null sinken und Schnee liegt, werden wir dann zu fast 100% durch Verbrennung von Erdgas versorgt, das alles andere als "erneuerbar" ist, und die Ölkonzerne reich macht, die hundertmal größer sind als RWE oder e.ON.
Colanuss
11-11-10 13:19
Dass man sich hierzulande gerne der 'Radikalisierung' hingibt, sehe ich durchaus positiv... Natürlich darf es nicht zu Gewalt kommen, aber die geht eh von einschlägigen Gruppen aus, denen es wenig um die Sache geht. Ansonsten ist das ein Schuss vor den Bug des Sklavenschiffes, das den Kapitän zum Umsteuern bewegen soll. Das Schiff zu zerstören kommt hier allerdings wirklich der Selbstvernichtung gleich...

Ob die Grünen nun gewollt haben, was sie national und international an ökologischem und sozialem Schaden angerichtet haben, das weiß ich wirklich nicht. Aber sie werden ja vermutlich bald Gelegenheit haben, in Regierungsverantwortung diese Fehler zu korrigieren.
Ich hoffe nur, dass dann nicht im Gänsemarsch loswandert, ein paar große Schritte gehören da gemacht... Die zaghaften Gehversuche, die sich derzeit abspielen und die sich auch in den Inhalten teilweise darstellen, sind da hoffentlich nur der Anfang...
Antje
11-11-10 10:28
Die Leute die sich hier so furchtbar negativ auslassen haben scheinbar noch nicht erkannt, wieviel neue, hochwertige und technisch interessante Arbeitsplätze in den vergangenen Jahren im Bereich der erneuerbaren Energien entstanden sind.
Besonders die Windkraft hat dazu beigetragen, dass auch die Stahlindustrie davon profitieren konnte......

Am Schlimmsten ist allerdings, das man sich jetzt an einem Ausspruch von 2001 festbeißt und nicht erkennt, das der Konsens seinerzeit ein anderer war. Auf dem Weg in eine neue Richtung liegen immer viele Steine.

Aus meiner Sicht sind die Grünen die Einzigen die sich darum bemühen, die inzwischen unübersehbaren Fehler in Hinsicht auf die erneuerbaren Energien zu einem Besseren zu wandeln. Manches was sich entwicklet hat, nämlich eine starke Vermaisung der Äcker (Biogas) hat sich leider ergeben, aber ich sehe auch das eben niemand dazu beigetragen hat die Grundlagen und Zuschüsse zu ändern. Den Grünen wäre dies sicher recht gewesen, denn es kann nicht Absicht der Grünen gewesen sein, in die ökologische Katastrophe zu steuern.

Ausserdem sind die Grünen die unerkannten Freunde der Landwirte, weil nämlich der ökologische Weg genau der richtige wäre um Bauernhöfe zu erhalten und neu zu schaffen, damit auch Arbeitsplätze die Freude machen wie der Umgang mit Pferden, der zur großen Mode geworden ist. Die Agrarfabriken die unsere Umwelt schwer belasten und den Hunger in der Welt in einem unerträglichen Maß mit wachsen lassen, werden von den anderen Parteien installiert.
Die Grünen sind die Einzigen die sich der Landwirtschaft in einem ganz anderen und für Deutschland wichtigem Umfang und Umgang verschrieben haben.Kann sich keiner vorstellen wie sehr ich mir wünsche das alle Bauern die Grünen wählen!!!

Weitaus schlimmer als alles was man hier derzeit bemeckert ist, das sich alle im Land einer Radikalisierung hingeben die deutlich zeigt, das die Menschen es SATT haben von Lobbyismus regiert zu werden. Sie erkennen dabei aber selbst häufig NICHT dass der Weg zum Ziel in vielen Bereichen nicht allein deutschlandweit zu lösen ist und das die Grünen nicht die allein Schuldigen sind.

Vor Monaten hat uns ein Mann den Spiegel unserer selbst vorgehalten in Form eines roten Buches und so hat er auch dazu beigetragen, sie alle aus ihren Löcher vorzuholen. Jetzt kann man sie ganz deutlich erkennen.

In der Öffentlichkeitsarbeit für eine Bi um einen Schlachthof mache ich des öfteren ähnliche Erfahrungen wie ich sie hier in Kommentaren wiederfinde. Mancher spricht dabei von Bürgerkrieg den sie auf uns zu kommen sehen. Was soll man daz sagen? Mir zeigt es jedenfalls deutlich, das die Menschen sich nach mehr Wahrhaftigkeit sehnen und ihnen zuviele "Dinge" geschehen die sie nicht verstehen. Die Geduld vieler Menschen ist am Ende.
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