20 Fakten über Atomkraft

Atomkraft ist weder günstig noch sicher. Wir haben zwanzig Fakten zum Weitervebreiten gesammelt

Atomkraft ist weder effizient noch nachhaltig oder gar sicher. Wir haben 20 Fakten zum Weiterverbreiten gesammelt:

1. Alle drei Tage kommt es zu einem sicherheitsrelevanten Ereignis in einem deutschen Atomkraftwerk.

Seit 1975 sind alle Betreiber von Atomkraftwerken verpflichtet Zwischenfälle in ihren  Anlagen an die Aufsichtsbehörden zu melden. Seit 1991 gilt dies auch für Forschungsreaktoren. Inzwischen müssen auch nukleare Ver- und Entsorgungsbetriebe Zwischenfälle melden. Das Bundesamt für Strahlenschutz veröffentlicht monatlich einen Bericht über diese meldepflichtigen Ereignisse. 2009 gab es in Deutschland in allen kerntechnischen Anlagen insgesamt 134 meldepflichtige Vorfälle. Alle Ereignisse werden nach der „Internationalen Bewertungsskala für nukleare Ereignisse“ (INES) zwischen null und sieben eingestuft. Wobei sieben für den nuklearen GAU, wie 1986 in Tschernobyl, steht. Die kritischsten Störfälle in deutschen Atomkraftwerken gab es 1998 in Unterweser und zwei 2001 in Philippsburg. Sie wurden auf der INES-Skala mit zwei eingestuft. 

2. Ein Atomkraftwerk ist umso unsicherer, je länger es in Betrieb ist.

Jeder kennt das: ein betagtes Elektrogerät gibt den Geist auf, ein altes Haus bekommt Risse und der Putz bröckelt. Atomkraftwerken geht es da nicht anders. Die werden zwar regelmäßig gewartet, sind aber auch ganz anderen Belastungen ausgesetzt und ungleich komplexer als ein MP3-Player. Isolierungen von Elektrokabeln werden spröde, Rohrleitungen erodieren, mechanische Teile verschleißen und Schmiermittel verharzen. Solcherlei Alterungsprozesse haben schon zu diversen Störfällen in Atomkraftwerken geführt. Wie etwa der Transformatorbrand im AKW Krümmel 2007. Neben den Alterungsprozessen sind die Meiler auch nicht mehr auf dem aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik. Dies betrifft vor allem die Sicherheitstechnik, wie Brandschutz und Notstromversorgung. 

3. Atomkraftwerke sind nicht gegen Flugzeugabstürze geschützt. 

Als Biblis gebaut wurde, hatte niemand damit gerechnet, dass jemand mal ein Flugzeug als Bombe benutzen würde. Seit dem 11. September 2001 wissen wir, dass es Menschen gibt, die zu allem bereit sind. Seitdem schwebt eine mal mehr, mal weniger konkrete Terrorgefahr wie ein Damoklesschwert über uns. Was, wenn sich terroristische Gruppen ein Atomkraftwerk als Ziel aussuchen? Fakt ist: die Sicherheitsbehälter vieler deutscher Atomkraftwerke würden nicht einmal dem Absturz eines Kleinflugzeugs standhalten. Von einem Passagierflugzeug oder einem Raketenangriff ganz zu schweigen. Ein solcher Angriff würde unweigerlich zur Kernschmelze führen. Die freigesetzte Strahlung wäre für die Bevölkerung im weiten Umkreis des Atomkraftwerks tödlich. Nicht auszumalen, was so etwas für die Rhein-Main-Neckar-Region in unmittelbarer Nähe von Biblis bedeuten würde. 

4. Ein Atomkraftwerk hat keinen Not-Aus.

Viele Atomkraftwerke verfügen zwar über eine Schnellabschaltung, das Wort „schnell“ ist aber irreführend. Auch nachdem die Kettenreaktion gestoppt wurde, produzieren die Brennstäbe weiter Hitze, die sogenannte Nachzerfallswärme. Die Temperatur steigt ohne Kühlung um 20 bis 60°C pro Minute. Fällt die Kühlung aus, etwa weil die Stromversorgung unterbrochen ist, ist der Reaktor nur noch schwer zu beherrschen, und es kann zu einer Kernschmelze kommen. Die Temperatur und der Druck im Reaktor steigen so stark an, dass über ein Ventil Dampf abgelassen werden muss. Dieser enthält radioaktive Stoffe. Zudem besteht die Gefahr einer Wasserstoffexplosion, die die Lage am havarierten Reaktor weiter verschlimmert. Die Ereignisse im japanischen Atomkraftwerk Fukushima 1 zeigen, dass auch mit modernster Technik die Reaktoren im Ernstfall nicht mehr zu kontrollieren sind. Mehr Infos...

5. Ein Super-GAU in einem hiesigen Atomkraftwerk hätte noch schlimmere Folgen als Tschernobyl.

Die Folgen eines Reaktorunfalls in Deutschland wären schlimmer als in Tschernobyl. Ein Szenario: das Atomkraftwerk Biblis. Anders als Tschernobyl ist Biblis kein Graphit-Reaktor. Die Strahlung würde nicht durch ein extrem heißes Graphitfeuer in hohe Atmosphärenschichten transportiert, sondern im direkten Umkreis niedergehen. Deutschland ist heute viel dichter besiedelt als die Gegend um Tschernobyl 1986. Biblis steht am Rande des Rhein-Main und Rhein-Neckar Gebiets. Insgesamt wären ca. 15 Millionen Menschen von einer Umsiedlung betroffen und würden ihre Heimat und Arbeit verlieren. Ein großer Teil unseres Landes wäre auf unabsehbare Zeit weder bewohn- noch passierbar. Der finanzielle Schaden wird auf 2,5 bis 5,5 Billionen Euro geschätzt. Die sozialen und politischen Folgen wären überhaupt nicht abzuschätzen. 

6. Kinder haben ein erhöhtes Krebsrisiko, wenn in ihrer Nähe ein Atomkraftwerk steht.

Radioaktivität und Krebs sind ein unzertrennliches Paar. Es hat eine Weile gedauert, bis sich dieser Zusammenhang den Menschen erschloss. Immer wieder gab es Berichte, dass sich im Umkreis von Atomkraftwerken die Krebsfälle häufen. Mainzer Wissenschaftler haben 2007 den Zusammenhang zwischen Blutkrebs bei Kindern und der Nähe von Atomkraftwerken nachgewiesen. 2010 hat sich eine italienische Studie ebenfalls mit dem steigenden Krebsrisiko in der Umgebung von Atomkraftwerken beschäftigt. Auch sie hat gezeigt, dass im Umkreis von Atomkraftwerken das Krebsrisiko signifikant höher ist. 

7. Eine Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken verhindert Investitionen und Forschung bei den Erneuerbaren Energien. 

Atomkraftwerke sind unheimlich träge. Ihnen fehlt die notwendige Flexibilität, um die schwankende Leistung von Solar- und Windenergie auszugleichen. So laufen heute schon bei starkem Wind viele Windräder im Leerlauf. Bleiben die Reaktoren noch länger am Netz, fehlt der Anreiz, weiter in erneuerbare Energien zu investieren. Da zu viel Atom- und Kohlestrom im Netz ist, laufen Wind-, Wasser- und Sonnenwirte Gefahr, ihren Strom nicht los zu werden. Je länger die Atomkraftwerke Strom produzieren, desto schwieriger wird es, Geld für die notwendigen Investitionen in Speicher- und Transporttechnik aufzubringen. Die Atomkraftwerke werden so zu Bremsklötzen beim Umbau unserer Energieversorgung. Mehr Infos...

8. Von den längeren Laufzeiten für Atomkraftwerke profitieren nur die Energiekonzerne.

Sinken durch die Verlängerung der Atomlaufzeiten die Strompreise? Das Öko-Institut in Darmstadt hat mal nachgerechnet. Kurze Antwort: nein! Im Vergleich mit anderen europäischen Ländern konnten sie keinen Zusammenhang zwischen dem Anteil an Atomenergie an der Stromversorgung und dem Strompreisniveau feststellen. Der Strompreis in Deutschland entwickelte sich unabhängig von den Stillstandszeiten der Atomkraftwerke. Vielmehr bedeuten die Laufzeitverlängerungen, dass Investitionen in erneuerbare Energien zurückgehen. Wir wären also länger von fossilen Brennstoffen und dem Import von Uran abhängig. Deren Preise werden in Zukunft noch stärker steigen. Daher ist langfristig bei einer Laufzeitverlängerung mit einem Anstieg der Strompreise zu rechen. Den Atomkonzernen spült die Laufzeitverlängerung für jedes AKW täglich eine Millionen Euro in die Kassen.  

9. Neue Atomkraftwerke rechnen sich nicht. 

Für Investoren ist die wichtigste Frage: bringt meine Anlage Rendite? Diese Frage stellten sich Analysten der Citigroup in Bezug auf Investitionen bei Atomkraftwerken. Anlass der Analyse war der Plan der britischen Regierung, neue Kernkraftwerke zu bauen. Das Ergebnis der Finanzfachleute der Citigroup ist eindeutig. Hier sollte nicht investiert werden. Weil: 1. Die Atomtechnologie so kontrovers ist, dass mit zeitlichen und finanziellem Mehraufwand bei der Planung gerechnet werden muss. 2. Sind die erwarteten Baukosten mit 5,6 Milliarden Euro zu hoch. 3. Die Grenzkosten für eine MWh Strom eines Atomkraftwerks sind zu hoch. 4. Atomkraftwerke sind sehr anfällig für Ausfälle. Ein halbes Jahr Stillstand würde etwa 100 Millionen Euro kosten. 5. Die hohen Entsorgungskosten. Fazit: wenn das Atomkraftwerk nicht massiv beim Bau, der Stromabnahme und Entsorgung staatlich subventioniert wird, ist eine Investition nicht sinnvoll. 

10. Die Atombranche kassiert Milliardensubventionen. 

Jede Kilowattstunde Atomstrom wird mit etwa vier Cent subventioniert. Bei den Erneuerbaren Energien beträgt die Subvention nur zwei Cent. Vier Cent, das klingt ja nicht viel. Wenn aber bedacht wird, wie viel Strom deutsche Meiler seit ihrer Inbetriebnahme produziert haben, kommt eine beachtliche Summe zusammen. Da die Meiler längst abgeschrieben sind, klingelt es mit jeder produzierten Kilowattstunde in der Kasse der Betreiber. Bisher hat der Staat 204 Milliarden Euro Steuergeld in die Atomwirtschaft gesteckt. Und es kommen weitere Kosten auf uns zu. Die Entsorgung der Brennstoffe und die Rückholung des Atommülls aus der maroden Asse. Es wird mit weiteren Kosten für den Staat von 100 Milliarden Euro gerechnet. 
Atomkraftwerksbetreiber müssen nur eine Haftpflichtversicherung über 2,5 Milliarden Euro nachweisen. Darüber hinaus haftet der Betreiber mit seinem gesamten Kapital. EnBW, E.on, RWE und Vattenfall verfügen zusammen über 40 Milliarden Euro Kapital. Diese Summe würde bei weitem nicht ausreichen, um die durch einen GAU entstehenden Schäden zu decken. Für alle Schäden, die darüber hinausgehen, haftet der Staat und damit der Steuerzahler. Die Prämien für eine Haftpflichtversicherung, die die geschätzte Schadenssumme von 2,5 bis 5,5 Billionen Euro abdecken würde, wären so teuer, dass sich der Betrieb von Atomkraftwerken nicht mehr rentieren würde. Das Einspringen des Staates im Schadensfall sorgt dafür, dass die Kraftwerksbetreiber diese Versicherungen nicht abschließen müssen. Diese Haftungsgarantie des Staates ist eine implizite Subvention.

11. Atommüll stellt noch für eine Million Jahre eine strahlende Gefahr dar. 

Von einer heute eingelagerten Tonne Plutonium sind nach 240.000 Jahren (zehn Halbwertszeiten) noch ein Kilogramm übrig. Schon wenige Milligramm Plutonium sind tödlich. Das Plutonium stellt also noch für viele hunderttausend Jahre eine tödliche Gefahr dar. Es kann nicht davon ausgegangen werden, dass die Gesellschaft über einen Zeitraum von einer Millionen Jahre ein Endlager betreiben und bewachen kann, daher muss das Endlager für mindestens eine Million Jahre sicher und endgültig versiegelt sein. Das Auswahlverfahren für ein mögliches Endlager muss höchsten wissenschaftlichen Ansprüchen genügen.  Jeder Fehler bei der Endlagersuche wäre daher fatal, da eine Rückholung der Abfälle in diesem Szenario nicht möglich wäre. 

12. Bis heute gibt es kein sicheres Endlager für hochradioaktiven Müll aus Atomkraftwerken. 

Bis jetzt gibt es lediglich Zwischenlager. So steht der hoch radioaktive Müll teilweise unter freiem Himmel. Die Deutschen lagern ihren Atommüll in Hallen beim umstrittenen Salzstock Gorleben zwischen und die Niederländer suchen vorerst gar nicht nach einer Lösung. In Finnland wird zwar derzeit ein Endlager ins Granitgestein gebohrt, doch auch hier ist die Gefahr eines Wassereinbruchs nicht auszuschließen. Ein Endlager müsste den Atommüll für mindestens 1.000.000 Jahre sicher einschließen. Über 200.000 Tonnen hochradioaktiven Mülls warten bis jetzt auf ein sicheres Endlager. Mit jedem Jahr Laufzeit kommen aus den 17 deutschen Reaktoren rund 400 Tonnen Atommüll dazu. Auf der ganzen Welt sind derzeit insgesamt über 400 Reaktoren in Betrieb. Mehr Infos...

13. Auch im Salzstock Gorleben gibt es Wasser. 

Nicht nur in der Asse, auch im Salzstock Gorleben droht Gefahr durch Salzlauge. Es ist schon lange bekannt, dass sich im Salzgestein Flüssigkeitsblasen mit Salzlauge befinden. Dabei handelt es sich, anders als in der Asse nicht um eindringendes Wasser aus dem Deckgestein, sondern um sogenanntes fossiles Wasser, dass seit 250 Millionen Jahren im Salzgestein eingeschlossen ist. Trotzdem würde auch dieses eindringende Wasser die Behälter beschädigen, radioaktive Stoffe ausspülen, und es käme zu chemischen Reaktionen, bei denen Wasserstoff freigesetzt würde. Kritiker sehen auch einen Schwachpunkt in der sogenannten Gorlebenrinne. Sie ist eine Verschiebung im Deckgestein die während der letzten Eiszeit entstanden ist. 

14. Auch die Castor-Behälter, in denen der Atommüll transportiert wird, geben radioaktive Strahlung ab.

Beim Castortransport im November 2008 von der französischen Wiederaufbereitungsanlage La Hague in das Zwischenlager Gorleben fanden neben den offiziellen Messungen, Messungen im Auftrag von Greenpeace statt. Die Messungen fanden in einer Entfernung von 14 Metern vom Castorbehälter entfernt statt. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass die Neutronenstrahlung um den Faktor 500 gegenüber der natürlichen Strahlung erhöht war. Diese Werte liegen zwar noch unter den Grenzwerten, die Gutachter merkten aber an, dass die Grenzwerte nicht unumstritten sind. Es wurde zudem festgestellt, dass die Strahlenbelastung sich gegenüber dem Transport von 2005 erhöht hat. 

15. Das Versuchsendlager Asse säuft schon nach 20 Jahren ab und die Sanierung wird mit Steuergeldern bezahlt. 

Die Asse ist marode und der denkbar schlechteste Ort, um radioaktiven und giftigen Müll zu lagern. In den 1960er und 70er Jahren entsorgte die Atomindustrie unter dem Deckmantel der Forschung billig ihren Müll in der Asse. Sie ließen ihre abgebrannten Brennstäbe von der Wiederaufbereitungsanlage Karlsruhe wiederaufbereiteten. Während die aufgearbeiteten Brennstäbe wieder in die AKW kamen, war das abgespaltene Plutonium nun Forschungsmüll. Jetzt müssen die mindestens 126.000 Fässer geborgen werden. Dabei weiß niemand so genau, was in den Fässern schlummert. Die Asse ist ständig von einem massiven Wassereinbruch bedroht. Schon jetzt sickern täglich zwölf Kubikmeter Wasser in das Bergwerk. Und das Wasser wird zu einer massiven Bedrohung. Es besteht die Gefahr, dass radioaktive und giftige Stoffe ausgespült werden und so ins Grundwasser gelangen. Die Feuchtigkeit bedroht die Stabilität der Kammern. Korrosion und Zersetzungsvorgänge werden beschleunigt, und es entstehen explosive Gase wie Wasserstoff und Methan.Nun muss die Asse saniert werden. Für die Asse zahlen die Atomkonzerne 1,9 Millionen Euro, während die Sanierung wahrscheinlich 2 bis 4 Milliarden Euro kosten wird. An der Stilllegung von Morsleben haben sich die Atomkonzerne mit 85 Millionen Euro beteiligt. Die tatsächlichen Kosten lagen jedoch bei 2,3 Milliarden Euro. Die Differenz wurde aus dem Steuersäckel beglichen. Der Steuerzahler muss also für die Altlasten der Atomindustrie gerade stehen. 

16. Die reichhaltigen und gut zugänglichen Uranvorräte werden schon in wenigen Jahrzehnten zur Neige gehen.

2009 wurden weltweit 50.500 Tonnen Uran abgebaut. Der Bedarf lag gleichzeitig bei 65.000 Tonnen. Das Defizit kann derzeit noch mit Lagerbeständen und ausgeschlachteten Atomwaffen gedeckt werden. Wiederaufbereitete Brennstäbe decken gerade mal vier Prozent des Bedarfs. Der „Peak-Uran“ war schon in den 1980er Jahren mit einer Förderleistung von 70.000 Tonnen erreicht. Eine Mine in Kanada, die zehn Prozent der welweiten Förderleistung brachte, ist nach einem Felssturz und Wassereinbruch geschlossen. Länder wie Deutschland, Frankreich und auch bald die USA sind vollkommen von Importen abhängig. Mit dem steigenden Uranpreis werden immer unrentablere Vorkommen ausgebeutet. Dadurch steigen die jetzt schon enormen Folgekosten für Mensch und Umwelt durch Strahlenbelastung und Naturverbrauch. Vor allem in Entwicklungsländern wird Uran ohne Rücksicht auf Mensch und Natur abgebaut. Mehr Infos...

17. Beim Uranabbau in ärmeren Ländern werden die Menschenrechte mit Füßen getreten.

Neben Gold und Diamanten schlummern auch Uranerze im afrikanischen Boden. Der französische Atomkonzern Areva baut seit über 40 Jahren in Arlit (Niger) Uran ab. Im Firmenvideo präsentiert Areva eine heile Welt. Die Mine sorge für Arbeit und Wohlstand und die Sicherheitsstandards entsprächen denen in Europa und den USA. Umweltschützer, Menschenrechtsaktivisten und Journalisten vor Ort bewerten die Lage jedoch völlig anders. Sie sprechen von ungenügendem Schutz der Arbeiter und von einem unverantwortlichen Umgang mit der Umwelt. Der radioaktive Schutt wird unter freiem Himmel gelagert und durch den Wind weit in der Umgebung verbreitet. Die Strahlung belastet so Gewässer, Böden, Tiere und Pflanzen und gefährdet damit die Lebensgrundlagen der Bevölkerung. Vom Reichtum der Bodenschätze kommt bei der Bevölkerung nichts an, die Schürfrechte werden über ihre Köpfe hinweg vergeben. 

18. Strom aus Atomkraftwerken ist keineswegs zuverlässig. 

„Wo soll der Öko-Strom herkommen, wenn die Sonne nicht scheint oder der Wind nicht weht?“ Mit diesem Mantra der Versorgungssicherheit argumentieren Atombefürworter immer wieder gegen erneuerbare Energien. Doch auch Atomstrom ist nicht unabhängig vom Wetter. Die meisten deutschen Meiler kühlen ihre Reaktoren mit Flusswasser. Das heizt die Flüsse auf. In langen Wärmeperioden kann so die Temperatur in den Flüssen stark ansteigen. Dies führt zu einem Sauerstoffmangel im Wasser, und das Gewässer droht umzukippen. Bei einem Grenzwert von 28°C dürfen die Atomkraftwerke kein Kühlwasser mehr in die Flüsse leiten und müssen demzufolge abgeschaltet werden. Auch die komplizierte, gefährliche und dadurch anfällige Technologie in den Atomkraftwerken führt immer wieder dazu, dass Atomkraftwerke keinen Strom produzieren. 

19. Eine Verlängerung von Laufzeiten ist verfassungswidrig.

Die Verlängerung der Laufzeiten der Atomkraftwerke ist verfassungswidrig. So ist jedenfalls die Meinung einiger Verfassungsrechtler. BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN, die SPD und Umweltverbände klagen daher auch vor dem Bundesverfassungsgericht gegen das Atomgesetz der schwarz-gelben Regierung. Sie sehen die Schutzpflicht des Staates nach Art. 2 Abs. 2 und Art. 14 Abs. 1 GG verletzt. Zudem sind die Länder von einer Laufzeitverlängerung direkt betroffen, so dass das Atomgesetz im Bundesrat zustimmungspflichtig gewesen wäre. Die Bundesregierung hat das Gesetz ohne Zustimmung des Bundesrats durchgeboxt. Mehr Infos...

20. Atomkraft ist nicht klimaneutral.

Gerne führen Atomkraftlobbyisten das Argument vom „Klimaschützer Atomkraft“ ins Feld. Das ist nur auf den ersten Blick plausibel. Richtig ist: Bei der Produktion von Atomstrom wird deutlich weniger CO2 ausgestoßen als bei Kohlestrom. Aber: Der Weiterbetrieb von Atomkraftwerken verhindert, dass erneuerbare Energien ausgebaut und wirklich saubere Techniken genutzt werden. Atomstrom verstopft die Netze und verhindert den Ausbau der Erneuerbaren. Eine Laufzeitverlängerung behindert auch dringend notwendige Investitionen in klimafreundlichere Energien. Schon jetzt reduzieren Stadtwerke Investitionen in hocheffiziente Kraftwerke, und der Aufbau von Offshore-Windanlagen steht still. Außerdem: Müssten zusätzlich 1000 Atommeiler gebaut werden, um weltweit relevant den CO2-Ausstoß zu senken. Dafür sind weder das nötige Uran noch die finanziellen Mittel vorhanden, geschweige denn von einer Endlagerlösung für den abgebrannten Kernbrennstoff. Letztendlich: Auch Atomenergie produziert CO2, nämlich beim Uranabbau und Transport. Diesen Posten kalkulieren die Atomkonzerne nicht mit in ihre CO2 Bilanzen ein. Um das Uranoxid aus dem Erz zu lösen werden Millionen Liter Wasser und Schwefelsäure benötigt. Die Rückstände verdunsten unter freiem Himmel und zurück bleibt ein hochgiftiger Schlamm.

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Heute: Defekte Brennstäbe

Vattenfall musste weitere Pannen zugeben. Grüne Demonstranten forderten die endgültige Abschaltung von Krümmel!

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Atomausstieg

Unsere Position zum Thema Atomausstieg.

Tschernobyl ist nicht vergessen

Den Atomausstieg vorantreiben. Beschluss des Parteirats zum Tschernobyl-Gedenktag

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Stromlücke durch Atomstrom

Frankreich muss Unmengen an Strom importieren. Ein Interview mit Rebecca Harms

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Der Atomkraft geht der Brennstoff aus

Astrid Schneider über die Knappheit der weltweiten Uranvorkommen, die Importabhängigkeit Deutschlands und die Gefahren des schnellen Brüters.

Kommentare

Partei der Schulabbrecher und Vollversager
01-03-10 15:53
Ach Tobias, du wirst doch nicht versuchen wollen, bildungsresistenten Subjekten wie den Grünen und ihren Anhängern, irgendwelche einfachen physikalischen Zusammenhänge zu erläutern. Oder etwa doch?
Tobias
27-02-10 20:24
@Ruben:
google doch mal inhärente sicherheit. eine kernschmelze ist physikalisch ausgeschlossen. alle kernkraftwerke in deutschland sind bereits inhärent sicher. zb. wir wasser als kühlung und moderator benutzt. wird der reaktor zu heiß verdunstet das wasser und der reaktor fällt aus, da die neutronen nicht mehr moderiert werden. das kernkraftwerke komplett sicher sind möchte ich damit zwar nicht sagen. aber die übliche panikmacherei ist völlig unangebracht. statistiken besagen dass eine kernschmelze bei einem kernkraftwerk mit inhärenter sicherheit so wahrscheinlich ist wie ein meteroiten einschlag.
ludwig
27-02-10 19:13
das is ja alles schön und gut aber leider eine nahezu naive und sehr einseite ansicht. wenn man sich mal wirklich gedanken macht und das alles viel umfassender sieht wird man feststellen das, diese beitrag aktionistisch und lächerlich ist da die grünen kein tragbares komzept haben das ansatzweise soo gut ist. ich rate jedem nicht nur diesne blog durchzulesen sondern sich viele blogs durchzulesen(hab ich auch gemacht 67 stück) denn dann hat man gleich eine andere ansicht.
@CO²
27-02-10 00:29
Hier steht von CO² geschrieben das in deutschland ein Tokamak erforscht wurde. Oder so was ähnliches war wohl gemeint. Dazu folgendes. Der Tokamak reaktor ist in erstelinie nur ein design konzept für einen fusions reaktor. Das design stamt aus russland und ist bereits recht alt, wenn auch immer noch in benutzung, wi ezum Beispiel am JET der zur zeit in Nizza auch mit deutscher beteiligung gebaut wird. Noch sind das forschungs reaktoren die erstmal überhaupt mehr energie produzieren sollen als sie konsumieren. Ja produzieren nicht umwandeln. Leider ist dies alle snoch zukunfts musik und das offiziele ende der design frist für den ersten kommerzielen Fusions reaktor ist 2017.
Ruben
26-02-10 22:18
Ein paar mythen:

Atomkraftwerke sind effizienter: Ein atomkraftwerk ist ein kohlekraftwerk wo statt einem kessel ein reaktor steht, also gleiche effizienz. Pro volumen einheit ist in Uran brennstoff aber mehr energie enthalten als in kohle. Mehr gibts da nicht

Eine kernschmelze ist hysikalisch ausgeschlossen. Grober Unfug, sie ist unwarscheinlich aber es gibt noch kein einziges design noch nicht mal ein konzept für ein failsafe design. Warum stehn meiler meist in der nähe von grenzen? damit sie im kriegsfall die stromversorgung möglichstlange aufrecht erhalten können? Oder weil sich stromverbraucher immer in der nähe von grenzen aufhalten?

Atommüll noch für eine Million Jahre eine strahlende Gefahr darstellt. Leider kappes, durch aufwendige Verfahren läst sich das risiko auf sehr berechenbare Größe schrumpfen. Es bleibt ein kleines risiko aber leider ist diese technik sehr teuer und atomstrom würde sich nicht rechnen.

Atomenergie ist eine Brückentechnologie. Zwei studien von eon und Prof. Voss haben bewiesen das mit oder ohne kernenergie eine umstellung auf regenerative energien möglich ist. Also stört atomstrom nicht da kernkraftwerke Last profile fahren können aber notwendig ist er auch nicht. Klassischer schuss ins knie aus sicht von eon.

Leider überhautnicht erwähnt ist folgendes problem: Atomstrom und atombomben brauchen sehr ähnliche technologie, wer das eine kann kann das andere auch schon fast, wie also soll deutschland oder der westen generell ländern wie iran glaubhaft klarmachen können das sie auch ohne atomstrom klarkommen wärend man selber nocht nur atomstrom nutzt sondern auch die möglichkeit hat atombomben zu endwickeln.
Tobias der Zweite
23-02-10 20:42
Die Grünen sind auch gegen Kohlekraft! Sie kämpfen für regenerative Energien!
lg an meinen Namensbruder ;-)
Tobias
21-02-10 23:47
Ist Ihnen Bewusst, dass unser Klima ein gravierenden Wandel durchfährt, indem der CO2-Ausstoß eine große Rolle spielt? Kernkraftwerke sind einer der saubersten Kraftwerke im Bezug auf den CO2. Zudem haben sie einen viel höheren Wirkungsgrad als herkömmliche Kohlekraftwerke. Warum sollen diese Kraftwerke abgeschaltet werden? Ein Problempunkt ist sicherlich die Endlagerung. Jedoch haben wir bisher auch keine Lösung für die Endlagerung von CO2 aus anderen Kraftwerken. Ich wiederhole hier nocheinmal, dass der CO2-Ausstoß nicht unterschätzt werden sollte. Des weiteren sind Kernkraftwerke viel sicherer geworden. Die in Deutschland gebauten Kernkraftwerke sind inhärent sicher, was so viel bedeutet wie: Wenn Menschen versagen ist eine Kernschmelze immer physikalisch ausgeschlossen. Mir stellt sich also die Frage, warum Sie soviel Wert auf den Ausstieg aus der Kernenergie legen, zumal es noch keine weiterentwickelten Alternativen gibt. Mir drängt sich der Gedanke auf, als sei das nur in Ihrem Programm verankert, da viele der Wähler ahnungslos sind und nicht wissen, dass Kernkraftwerke lange nicht mehr so gefährlich sind wie zu Zeiten von Tschernobyl. So bleibt man bei seinem alten Programm und lässt die Wähler weiter glauben, dass es für die Umwelt gut sei aus der Kernenergie auszusteigen. Ich denke an dieser Stelle ist vor allem Aufklärung der Bevölkerung gefragt.
Im übrigen bleibt noch zu sagen, dass die Menge an Restmüll pro erzeugte Energie bei einem Kernkraftwerk geringer ist als bei einem Kohlekraftwerk. Auch Kohle strahlt und zwar ist das die über Jahre hinweg gespeicherte kosmische Strahlung. Zunächst ist die zwar viel geringer, wenn man sich jedoch anschaut, wie Kohle benötigt wird um die gleiche Menge Energie zu leifern so kommt man rechnerisch dazu, dass die Endlagerung von Kohleresten aufgrund der großen Menge durchaus mehr strahlt.
CO²
21-02-10 14:07
In Anbetracht dessen, daß die Politik im CO² Handel kräftig mit verdient, wundert es mich nicht, daß CO² günstigere Atom-Meiler Verbannt werden sollen.
Man betrachte mal die Ausbeute einer Solarzelle und deren CO² Ausstoß bei der Produktion. Und dagegen mal den CO² Ausstoß eines AKW´s. In Deutschland gab es mal einen sogenannten Tokamak, dessen Abfälle eine Halbwertszeit von 24 Jahren hatten, also in etwa 150 Jahren fast Umwelt neutral sind, aber da es ja auch was mit Atom und Strom zu tun hat, wurde die Erforschung lieber aufgegeben. Daraus lässt sich auch die Intensität und Wissenstiefe der Entscheidenden Organe Ablesen.

Als wissender kann man sich schlecht gegen diese Art der Volksverdummung wehren.
Aber man weiß daß die CO² - Klima-Katastrophen-blase platzen wird.
Man kann nur zusehen und den Kopf schütteln in der Hoffnung daß auch mal die Politik ein einsehen hat.

Eine Politik die sich aus Ängsten des Volkes und Panik mache zusammensetzt ist zum scheitern verurteilt. Egal woher dass sie kommt, Rechts, Mitte, Links ........
Sebastian Schreiber
21-02-10 10:32
Die Grünen sollten viel deutlicher darstellen, dass die Sonne,ohne die Umwelt und ihre Lebewesen mit Schadstoffen und gefährlichen Abfällen zu belasten,in nur einer Stunde mehr Energie spendet als in der ganzen Welt in einem Jahr verbraucht wird.
Es muß endlich durchgesetzt werden, dass jeder Euro in Solarkraftwerke in allen Wüsten der Erde investiert wird und der Bau neuer Kohlekraftwerke und AKWs verhindert wird.
Außerdem muß die Atomindustrie in vollem Umfange zur Finanzierung der Müllbeseitigung und der Entsorgung der gefährlichen Lagerstätten herangezogen wird. Es kann nicht sein, dass dafür die Steuerzahler aufkommen müssen.
Christian
20-02-10 15:48
Es gibt doch noch viel mehr Gründe als diese 20!
Wäre schön, wenn ihr darauf verweisen könntet.

Wenn ich darauf verweisen dürfte – Schaut mal auf
http://100-gute-gruende.de
(auch mit "Argumentationstrainer")
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