20 Fakten über Atomkraft

Atomkraft ist weder günstig noch sicher. Wir haben zwanzig Fakten zum Weitervebreiten gesammelt

Atomkraft ist weder effizient noch nachhaltig oder gar sicher. Wir haben 20 Fakten zum Weiterverbreiten gesammelt:

1. Alle drei Tage kommt es zu einem sicherheitsrelevanten Ereignis in einem deutschen Atomkraftwerk.

Seit 1975 sind alle Betreiber von Atomkraftwerken verpflichtet Zwischenfälle in ihren  Anlagen an die Aufsichtsbehörden zu melden. Seit 1991 gilt dies auch für Forschungsreaktoren. Inzwischen müssen auch nukleare Ver- und Entsorgungsbetriebe Zwischenfälle melden. Das Bundesamt für Strahlenschutz veröffentlicht monatlich einen Bericht über diese meldepflichtigen Ereignisse. 2009 gab es in Deutschland in allen kerntechnischen Anlagen insgesamt 134 meldepflichtige Vorfälle. Alle Ereignisse werden nach der „Internationalen Bewertungsskala für nukleare Ereignisse“ (INES) zwischen null und sieben eingestuft. Wobei sieben für den nuklearen GAU, wie 1986 in Tschernobyl, steht. Die kritischsten Störfälle in deutschen Atomkraftwerken gab es 1998 in Unterweser und zwei 2001 in Philippsburg. Sie wurden auf der INES-Skala mit zwei eingestuft. 

2. Ein Atomkraftwerk ist umso unsicherer, je länger es in Betrieb ist.

Jeder kennt das: ein betagtes Elektrogerät gibt den Geist auf, ein altes Haus bekommt Risse und der Putz bröckelt. Atomkraftwerken geht es da nicht anders. Die werden zwar regelmäßig gewartet, sind aber auch ganz anderen Belastungen ausgesetzt und ungleich komplexer als ein MP3-Player. Isolierungen von Elektrokabeln werden spröde, Rohrleitungen erodieren, mechanische Teile verschleißen und Schmiermittel verharzen. Solcherlei Alterungsprozesse haben schon zu diversen Störfällen in Atomkraftwerken geführt. Wie etwa der Transformatorbrand im AKW Krümmel 2007. Neben den Alterungsprozessen sind die Meiler auch nicht mehr auf dem aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik. Dies betrifft vor allem die Sicherheitstechnik, wie Brandschutz und Notstromversorgung. 

3. Atomkraftwerke sind nicht gegen Flugzeugabstürze geschützt. 

Als Biblis gebaut wurde, hatte niemand damit gerechnet, dass jemand mal ein Flugzeug als Bombe benutzen würde. Seit dem 11. September 2001 wissen wir, dass es Menschen gibt, die zu allem bereit sind. Seitdem schwebt eine mal mehr, mal weniger konkrete Terrorgefahr wie ein Damoklesschwert über uns. Was, wenn sich terroristische Gruppen ein Atomkraftwerk als Ziel aussuchen? Fakt ist: die Sicherheitsbehälter vieler deutscher Atomkraftwerke würden nicht einmal dem Absturz eines Kleinflugzeugs standhalten. Von einem Passagierflugzeug oder einem Raketenangriff ganz zu schweigen. Ein solcher Angriff würde unweigerlich zur Kernschmelze führen. Die freigesetzte Strahlung wäre für die Bevölkerung im weiten Umkreis des Atomkraftwerks tödlich. Nicht auszumalen, was so etwas für die Rhein-Main-Neckar-Region in unmittelbarer Nähe von Biblis bedeuten würde. 

4. Ein Atomkraftwerk hat keinen Not-Aus.

Viele Atomkraftwerke verfügen zwar über eine Schnellabschaltung, das Wort „schnell“ ist aber irreführend. Auch nachdem die Kettenreaktion gestoppt wurde, produzieren die Brennstäbe weiter Hitze, die sogenannte Nachzerfallswärme. Die Temperatur steigt ohne Kühlung um 20 bis 60°C pro Minute. Fällt die Kühlung aus, etwa weil die Stromversorgung unterbrochen ist, ist der Reaktor nur noch schwer zu beherrschen, und es kann zu einer Kernschmelze kommen. Die Temperatur und der Druck im Reaktor steigen so stark an, dass über ein Ventil Dampf abgelassen werden muss. Dieser enthält radioaktive Stoffe. Zudem besteht die Gefahr einer Wasserstoffexplosion, die die Lage am havarierten Reaktor weiter verschlimmert. Die Ereignisse im japanischen Atomkraftwerk Fukushima 1 zeigen, dass auch mit modernster Technik die Reaktoren im Ernstfall nicht mehr zu kontrollieren sind. Mehr Infos...

5. Ein Super-GAU in einem hiesigen Atomkraftwerk hätte noch schlimmere Folgen als Tschernobyl.

Die Folgen eines Reaktorunfalls in Deutschland wären schlimmer als in Tschernobyl. Ein Szenario: das Atomkraftwerk Biblis. Anders als Tschernobyl ist Biblis kein Graphit-Reaktor. Die Strahlung würde nicht durch ein extrem heißes Graphitfeuer in hohe Atmosphärenschichten transportiert, sondern im direkten Umkreis niedergehen. Deutschland ist heute viel dichter besiedelt als die Gegend um Tschernobyl 1986. Biblis steht am Rande des Rhein-Main und Rhein-Neckar Gebiets. Insgesamt wären ca. 15 Millionen Menschen von einer Umsiedlung betroffen und würden ihre Heimat und Arbeit verlieren. Ein großer Teil unseres Landes wäre auf unabsehbare Zeit weder bewohn- noch passierbar. Der finanzielle Schaden wird auf 2,5 bis 5,5 Billionen Euro geschätzt. Die sozialen und politischen Folgen wären überhaupt nicht abzuschätzen. 

6. Kinder haben ein erhöhtes Krebsrisiko, wenn in ihrer Nähe ein Atomkraftwerk steht.

Radioaktivität und Krebs sind ein unzertrennliches Paar. Es hat eine Weile gedauert, bis sich dieser Zusammenhang den Menschen erschloss. Immer wieder gab es Berichte, dass sich im Umkreis von Atomkraftwerken die Krebsfälle häufen. Mainzer Wissenschaftler haben 2007 den Zusammenhang zwischen Blutkrebs bei Kindern und der Nähe von Atomkraftwerken nachgewiesen. 2010 hat sich eine italienische Studie ebenfalls mit dem steigenden Krebsrisiko in der Umgebung von Atomkraftwerken beschäftigt. Auch sie hat gezeigt, dass im Umkreis von Atomkraftwerken das Krebsrisiko signifikant höher ist. 

7. Eine Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken verhindert Investitionen und Forschung bei den Erneuerbaren Energien. 

Atomkraftwerke sind unheimlich träge. Ihnen fehlt die notwendige Flexibilität, um die schwankende Leistung von Solar- und Windenergie auszugleichen. So laufen heute schon bei starkem Wind viele Windräder im Leerlauf. Bleiben die Reaktoren noch länger am Netz, fehlt der Anreiz, weiter in erneuerbare Energien zu investieren. Da zu viel Atom- und Kohlestrom im Netz ist, laufen Wind-, Wasser- und Sonnenwirte Gefahr, ihren Strom nicht los zu werden. Je länger die Atomkraftwerke Strom produzieren, desto schwieriger wird es, Geld für die notwendigen Investitionen in Speicher- und Transporttechnik aufzubringen. Die Atomkraftwerke werden so zu Bremsklötzen beim Umbau unserer Energieversorgung. Mehr Infos...

8. Von den längeren Laufzeiten für Atomkraftwerke profitieren nur die Energiekonzerne.

Sinken durch die Verlängerung der Atomlaufzeiten die Strompreise? Das Öko-Institut in Darmstadt hat mal nachgerechnet. Kurze Antwort: nein! Im Vergleich mit anderen europäischen Ländern konnten sie keinen Zusammenhang zwischen dem Anteil an Atomenergie an der Stromversorgung und dem Strompreisniveau feststellen. Der Strompreis in Deutschland entwickelte sich unabhängig von den Stillstandszeiten der Atomkraftwerke. Vielmehr bedeuten die Laufzeitverlängerungen, dass Investitionen in erneuerbare Energien zurückgehen. Wir wären also länger von fossilen Brennstoffen und dem Import von Uran abhängig. Deren Preise werden in Zukunft noch stärker steigen. Daher ist langfristig bei einer Laufzeitverlängerung mit einem Anstieg der Strompreise zu rechen. Den Atomkonzernen spült die Laufzeitverlängerung für jedes AKW täglich eine Millionen Euro in die Kassen.  

9. Neue Atomkraftwerke rechnen sich nicht. 

Für Investoren ist die wichtigste Frage: bringt meine Anlage Rendite? Diese Frage stellten sich Analysten der Citigroup in Bezug auf Investitionen bei Atomkraftwerken. Anlass der Analyse war der Plan der britischen Regierung, neue Kernkraftwerke zu bauen. Das Ergebnis der Finanzfachleute der Citigroup ist eindeutig. Hier sollte nicht investiert werden. Weil: 1. Die Atomtechnologie so kontrovers ist, dass mit zeitlichen und finanziellem Mehraufwand bei der Planung gerechnet werden muss. 2. Sind die erwarteten Baukosten mit 5,6 Milliarden Euro zu hoch. 3. Die Grenzkosten für eine MWh Strom eines Atomkraftwerks sind zu hoch. 4. Atomkraftwerke sind sehr anfällig für Ausfälle. Ein halbes Jahr Stillstand würde etwa 100 Millionen Euro kosten. 5. Die hohen Entsorgungskosten. Fazit: wenn das Atomkraftwerk nicht massiv beim Bau, der Stromabnahme und Entsorgung staatlich subventioniert wird, ist eine Investition nicht sinnvoll. 

10. Die Atombranche kassiert Milliardensubventionen. 

Jede Kilowattstunde Atomstrom wird mit etwa vier Cent subventioniert. Bei den Erneuerbaren Energien beträgt die Subvention nur zwei Cent. Vier Cent, das klingt ja nicht viel. Wenn aber bedacht wird, wie viel Strom deutsche Meiler seit ihrer Inbetriebnahme produziert haben, kommt eine beachtliche Summe zusammen. Da die Meiler längst abgeschrieben sind, klingelt es mit jeder produzierten Kilowattstunde in der Kasse der Betreiber. Bisher hat der Staat 204 Milliarden Euro Steuergeld in die Atomwirtschaft gesteckt. Und es kommen weitere Kosten auf uns zu. Die Entsorgung der Brennstoffe und die Rückholung des Atommülls aus der maroden Asse. Es wird mit weiteren Kosten für den Staat von 100 Milliarden Euro gerechnet. 
Atomkraftwerksbetreiber müssen nur eine Haftpflichtversicherung über 2,5 Milliarden Euro nachweisen. Darüber hinaus haftet der Betreiber mit seinem gesamten Kapital. EnBW, E.on, RWE und Vattenfall verfügen zusammen über 40 Milliarden Euro Kapital. Diese Summe würde bei weitem nicht ausreichen, um die durch einen GAU entstehenden Schäden zu decken. Für alle Schäden, die darüber hinausgehen, haftet der Staat und damit der Steuerzahler. Die Prämien für eine Haftpflichtversicherung, die die geschätzte Schadenssumme von 2,5 bis 5,5 Billionen Euro abdecken würde, wären so teuer, dass sich der Betrieb von Atomkraftwerken nicht mehr rentieren würde. Das Einspringen des Staates im Schadensfall sorgt dafür, dass die Kraftwerksbetreiber diese Versicherungen nicht abschließen müssen. Diese Haftungsgarantie des Staates ist eine implizite Subvention.

11. Atommüll stellt noch für eine Million Jahre eine strahlende Gefahr dar. 

Von einer heute eingelagerten Tonne Plutonium sind nach 240.000 Jahren (zehn Halbwertszeiten) noch ein Kilogramm übrig. Schon wenige Milligramm Plutonium sind tödlich. Das Plutonium stellt also noch für viele hunderttausend Jahre eine tödliche Gefahr dar. Es kann nicht davon ausgegangen werden, dass die Gesellschaft über einen Zeitraum von einer Millionen Jahre ein Endlager betreiben und bewachen kann, daher muss das Endlager für mindestens eine Million Jahre sicher und endgültig versiegelt sein. Das Auswahlverfahren für ein mögliches Endlager muss höchsten wissenschaftlichen Ansprüchen genügen.  Jeder Fehler bei der Endlagersuche wäre daher fatal, da eine Rückholung der Abfälle in diesem Szenario nicht möglich wäre. 

12. Bis heute gibt es kein sicheres Endlager für hochradioaktiven Müll aus Atomkraftwerken. 

Bis jetzt gibt es lediglich Zwischenlager. So steht der hoch radioaktive Müll teilweise unter freiem Himmel. Die Deutschen lagern ihren Atommüll in Hallen beim umstrittenen Salzstock Gorleben zwischen und die Niederländer suchen vorerst gar nicht nach einer Lösung. In Finnland wird zwar derzeit ein Endlager ins Granitgestein gebohrt, doch auch hier ist die Gefahr eines Wassereinbruchs nicht auszuschließen. Ein Endlager müsste den Atommüll für mindestens 1.000.000 Jahre sicher einschließen. Über 200.000 Tonnen hochradioaktiven Mülls warten bis jetzt auf ein sicheres Endlager. Mit jedem Jahr Laufzeit kommen aus den 17 deutschen Reaktoren rund 400 Tonnen Atommüll dazu. Auf der ganzen Welt sind derzeit insgesamt über 400 Reaktoren in Betrieb. Mehr Infos...

13. Auch im Salzstock Gorleben gibt es Wasser. 

Nicht nur in der Asse, auch im Salzstock Gorleben droht Gefahr durch Salzlauge. Es ist schon lange bekannt, dass sich im Salzgestein Flüssigkeitsblasen mit Salzlauge befinden. Dabei handelt es sich, anders als in der Asse nicht um eindringendes Wasser aus dem Deckgestein, sondern um sogenanntes fossiles Wasser, dass seit 250 Millionen Jahren im Salzgestein eingeschlossen ist. Trotzdem würde auch dieses eindringende Wasser die Behälter beschädigen, radioaktive Stoffe ausspülen, und es käme zu chemischen Reaktionen, bei denen Wasserstoff freigesetzt würde. Kritiker sehen auch einen Schwachpunkt in der sogenannten Gorlebenrinne. Sie ist eine Verschiebung im Deckgestein die während der letzten Eiszeit entstanden ist. 

14. Auch die Castor-Behälter, in denen der Atommüll transportiert wird, geben radioaktive Strahlung ab.

Beim Castortransport im November 2008 von der französischen Wiederaufbereitungsanlage La Hague in das Zwischenlager Gorleben fanden neben den offiziellen Messungen, Messungen im Auftrag von Greenpeace statt. Die Messungen fanden in einer Entfernung von 14 Metern vom Castorbehälter entfernt statt. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass die Neutronenstrahlung um den Faktor 500 gegenüber der natürlichen Strahlung erhöht war. Diese Werte liegen zwar noch unter den Grenzwerten, die Gutachter merkten aber an, dass die Grenzwerte nicht unumstritten sind. Es wurde zudem festgestellt, dass die Strahlenbelastung sich gegenüber dem Transport von 2005 erhöht hat. 

15. Das Versuchsendlager Asse säuft schon nach 20 Jahren ab und die Sanierung wird mit Steuergeldern bezahlt. 

Die Asse ist marode und der denkbar schlechteste Ort, um radioaktiven und giftigen Müll zu lagern. In den 1960er und 70er Jahren entsorgte die Atomindustrie unter dem Deckmantel der Forschung billig ihren Müll in der Asse. Sie ließen ihre abgebrannten Brennstäbe von der Wiederaufbereitungsanlage Karlsruhe wiederaufbereiteten. Während die aufgearbeiteten Brennstäbe wieder in die AKW kamen, war das abgespaltene Plutonium nun Forschungsmüll. Jetzt müssen die mindestens 126.000 Fässer geborgen werden. Dabei weiß niemand so genau, was in den Fässern schlummert. Die Asse ist ständig von einem massiven Wassereinbruch bedroht. Schon jetzt sickern täglich zwölf Kubikmeter Wasser in das Bergwerk. Und das Wasser wird zu einer massiven Bedrohung. Es besteht die Gefahr, dass radioaktive und giftige Stoffe ausgespült werden und so ins Grundwasser gelangen. Die Feuchtigkeit bedroht die Stabilität der Kammern. Korrosion und Zersetzungsvorgänge werden beschleunigt, und es entstehen explosive Gase wie Wasserstoff und Methan.Nun muss die Asse saniert werden. Für die Asse zahlen die Atomkonzerne 1,9 Millionen Euro, während die Sanierung wahrscheinlich 2 bis 4 Milliarden Euro kosten wird. An der Stilllegung von Morsleben haben sich die Atomkonzerne mit 85 Millionen Euro beteiligt. Die tatsächlichen Kosten lagen jedoch bei 2,3 Milliarden Euro. Die Differenz wurde aus dem Steuersäckel beglichen. Der Steuerzahler muss also für die Altlasten der Atomindustrie gerade stehen. 

16. Die reichhaltigen und gut zugänglichen Uranvorräte werden schon in wenigen Jahrzehnten zur Neige gehen.

2009 wurden weltweit 50.500 Tonnen Uran abgebaut. Der Bedarf lag gleichzeitig bei 65.000 Tonnen. Das Defizit kann derzeit noch mit Lagerbeständen und ausgeschlachteten Atomwaffen gedeckt werden. Wiederaufbereitete Brennstäbe decken gerade mal vier Prozent des Bedarfs. Der „Peak-Uran“ war schon in den 1980er Jahren mit einer Förderleistung von 70.000 Tonnen erreicht. Eine Mine in Kanada, die zehn Prozent der welweiten Förderleistung brachte, ist nach einem Felssturz und Wassereinbruch geschlossen. Länder wie Deutschland, Frankreich und auch bald die USA sind vollkommen von Importen abhängig. Mit dem steigenden Uranpreis werden immer unrentablere Vorkommen ausgebeutet. Dadurch steigen die jetzt schon enormen Folgekosten für Mensch und Umwelt durch Strahlenbelastung und Naturverbrauch. Vor allem in Entwicklungsländern wird Uran ohne Rücksicht auf Mensch und Natur abgebaut. Mehr Infos...

17. Beim Uranabbau in ärmeren Ländern werden die Menschenrechte mit Füßen getreten.

Neben Gold und Diamanten schlummern auch Uranerze im afrikanischen Boden. Der französische Atomkonzern Areva baut seit über 40 Jahren in Arlit (Niger) Uran ab. Im Firmenvideo präsentiert Areva eine heile Welt. Die Mine sorge für Arbeit und Wohlstand und die Sicherheitsstandards entsprächen denen in Europa und den USA. Umweltschützer, Menschenrechtsaktivisten und Journalisten vor Ort bewerten die Lage jedoch völlig anders. Sie sprechen von ungenügendem Schutz der Arbeiter und von einem unverantwortlichen Umgang mit der Umwelt. Der radioaktive Schutt wird unter freiem Himmel gelagert und durch den Wind weit in der Umgebung verbreitet. Die Strahlung belastet so Gewässer, Böden, Tiere und Pflanzen und gefährdet damit die Lebensgrundlagen der Bevölkerung. Vom Reichtum der Bodenschätze kommt bei der Bevölkerung nichts an, die Schürfrechte werden über ihre Köpfe hinweg vergeben. 

18. Strom aus Atomkraftwerken ist keineswegs zuverlässig. 

„Wo soll der Öko-Strom herkommen, wenn die Sonne nicht scheint oder der Wind nicht weht?“ Mit diesem Mantra der Versorgungssicherheit argumentieren Atombefürworter immer wieder gegen erneuerbare Energien. Doch auch Atomstrom ist nicht unabhängig vom Wetter. Die meisten deutschen Meiler kühlen ihre Reaktoren mit Flusswasser. Das heizt die Flüsse auf. In langen Wärmeperioden kann so die Temperatur in den Flüssen stark ansteigen. Dies führt zu einem Sauerstoffmangel im Wasser, und das Gewässer droht umzukippen. Bei einem Grenzwert von 28°C dürfen die Atomkraftwerke kein Kühlwasser mehr in die Flüsse leiten und müssen demzufolge abgeschaltet werden. Auch die komplizierte, gefährliche und dadurch anfällige Technologie in den Atomkraftwerken führt immer wieder dazu, dass Atomkraftwerke keinen Strom produzieren. 

19. Eine Verlängerung von Laufzeiten ist verfassungswidrig.

Die Verlängerung der Laufzeiten der Atomkraftwerke ist verfassungswidrig. So ist jedenfalls die Meinung einiger Verfassungsrechtler. BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN, die SPD und Umweltverbände klagen daher auch vor dem Bundesverfassungsgericht gegen das Atomgesetz der schwarz-gelben Regierung. Sie sehen die Schutzpflicht des Staates nach Art. 2 Abs. 2 und Art. 14 Abs. 1 GG verletzt. Zudem sind die Länder von einer Laufzeitverlängerung direkt betroffen, so dass das Atomgesetz im Bundesrat zustimmungspflichtig gewesen wäre. Die Bundesregierung hat das Gesetz ohne Zustimmung des Bundesrats durchgeboxt. Mehr Infos...

20. Atomkraft ist nicht klimaneutral.

Gerne führen Atomkraftlobbyisten das Argument vom „Klimaschützer Atomkraft“ ins Feld. Das ist nur auf den ersten Blick plausibel. Richtig ist: Bei der Produktion von Atomstrom wird deutlich weniger CO2 ausgestoßen als bei Kohlestrom. Aber: Der Weiterbetrieb von Atomkraftwerken verhindert, dass erneuerbare Energien ausgebaut und wirklich saubere Techniken genutzt werden. Atomstrom verstopft die Netze und verhindert den Ausbau der Erneuerbaren. Eine Laufzeitverlängerung behindert auch dringend notwendige Investitionen in klimafreundlichere Energien. Schon jetzt reduzieren Stadtwerke Investitionen in hocheffiziente Kraftwerke, und der Aufbau von Offshore-Windanlagen steht still. Außerdem: Müssten zusätzlich 1000 Atommeiler gebaut werden, um weltweit relevant den CO2-Ausstoß zu senken. Dafür sind weder das nötige Uran noch die finanziellen Mittel vorhanden, geschweige denn von einer Endlagerlösung für den abgebrannten Kernbrennstoff. Letztendlich: Auch Atomenergie produziert CO2, nämlich beim Uranabbau und Transport. Diesen Posten kalkulieren die Atomkonzerne nicht mit in ihre CO2 Bilanzen ein. Um das Uranoxid aus dem Erz zu lösen werden Millionen Liter Wasser und Schwefelsäure benötigt. Die Rückstände verdunsten unter freiem Himmel und zurück bleibt ein hochgiftiger Schlamm.

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Heute: Defekte Brennstäbe

Vattenfall musste weitere Pannen zugeben. Grüne Demonstranten forderten die endgültige Abschaltung von Krümmel!

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Atomausstieg

Unsere Position zum Thema Atomausstieg.

Tschernobyl ist nicht vergessen

Den Atomausstieg vorantreiben. Beschluss des Parteirats zum Tschernobyl-Gedenktag

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Stromlücke durch Atomstrom

Frankreich muss Unmengen an Strom importieren. Ein Interview mit Rebecca Harms

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Der Atomkraft geht der Brennstoff aus

Astrid Schneider über die Knappheit der weltweiten Uranvorkommen, die Importabhängigkeit Deutschlands und die Gefahren des schnellen Brüters.

Kommentare

Fred
06-04-11 14:07
In der Gesamtbilanz ist die Anzahl der mit der Atomkraft verbundenen Todesopfer immer noch geringer als die anderer Energieträger. Jedes Jahr sterben mehrere tausend Menschen im Kohlebergbau oder in der nachgelagerten Logistik. Bei der Produktion von Solarzellen und Solarkraftwerken wird Kupfer benötigt. Beim bergmännischen Abbau entsteht Uran (insbes. Gawler-Kraton im südlichen Australien). Die Umwelt wird insbesondere im Tagesabbau belastet. Der Boden verseucht. Menschen sterben.
Der Unterschied ist nur: Das passiert nicht im eigenen Vorgarten zuhause, sondern da wo wir es nicht mitbekommen, in China oder Australien. Daher interessiert das hier keine Menschenseele.
Die Atomkraft ist heute genauso sicher/unsicher wie vor einem Jahr. Es hat sich nichts verändert. Am Ende ist die Frage ob wir der Technologie vertrauen und gewillt sind Uranabfälle im eigenen Land zu Lagern. Wenn nicht brauchen wir einen finanzierbaren gesamteuropäischen Ansatz. Was hilft es wenn wir Bilibs abschalten, aber in Belgien oder Frankreich ein Unfall passiert und weiter Teile von Deutschland verstrahlt werden? Das ist dann nichts weiter als Wählerstimmenfang im eigenen Land und Selbstverwirklichung von ein paar Politikern, die Angst haben im politischen Abseits zu landen und deshalb auf das aktuelle Thema aufspringen, aber ansonsten nicht viel beizutragen haben. Es gibt andere und wichtigere Themen die wir in diesem Land in den Griff bekommen müssen.
Peter
05-04-11 12:14
@Tino 02-04-11 21:10

Braunkohlekraftwerke abschalten - warum?

Mal sehen ob dieser FAKTEN-Beitrag hier stehen bleibt:

1. CO2 ist kein Klima-Gift. Ohne CO2 sind wir TOD! Pflanzen benötigen CO2 so wie Licht zum Wachstum um dann Sauerstoff ab zu geben. Ohne CO2 keine Pflanzen = keine Nahrung.

2. CO2 ist schwerer als Luft. Daher kann CO2 phsikalisch NICHT nach oben steigen und den "sogenannten" Treibhauseffekt verursachen. Alles nur Augenwischerei um Geld und Subventionen zu kassieren (Al Gore mit seinen Zertifikaten).

3. CO2 ist in der Luft zu ca. 0,03% (ja, null Komma null drei) als Anteil enthalten. Davon hat der Mensch 0,0012% verursacht (auch nur geschätzt). Lächerlich.

4. CO2 ist zum größten Teil in Meerwasser gebunden. Also müssten alle Meere eingefroren werden um CO2 Ausstoß zu verhindern.

5. Hacker habe vor einigen Monaten die Computer des in Englang ansässigen "Umwelt"-Institutes gehackt und dabei ALLE eMail (rechtswiedrig) runter geladen. Aber nur so kam die Wahrheit ans Licht, dass die Gutachten zu CO2 VORSÄTZLICH GEFÄLSCHT WARE (Klimaerwärmung / CO2). Die eMails gibts im Netz. EInfach suchen -> lesen und staunen. Und das beste: der ehemalige Institutleiter hatte den Betrug dummerweise auch noch zu gegeben.

---

Natürlich will ich meinem Kind auch eine saubere Umwelt hinterlassen! ABER: das hat alles NICHTS mit CO2 zu tun. Radioaktivität ist UNENDLICH SCHLIMMER als die Mini-CO2-Menge.

Also: baut saubere Braukohle-Kraftwerke (ich arbeite nicht dort direkt oder indirekt) und laßt uns dann die Technik für das Jahr 2020 - 2040 entwickeln. Dann können die Braunkohle-KW wieder vom Netz.

Fazit: Einfach einmal den normalen Menschenverstand einschalten. Dann kommt man auch noch viel mehr Ungereimtheiten und Lügenkonstrukten wo sich 100% Wiedersprochen wird.

Die Bürgen sollten langsam aufwachen und nicht nur DSDS konsumieren!
atomium
04-04-11 22:55
bringt ein alleingang deutschlands im bezug der atomenergie etwas? in deutschland sind 17 kraftwerke in betrieb (abzgl moratorium) in europa gibt es 93 !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! frau roth reist um die welt - wo bleibt das europaweite engagement des atoausstiegs?
Immer noch nicht Wachgerüttelt?
04-04-11 14:19
Wenn ich die Kommentare hier lese frage ich mich wirklich was noch alles passieren muss um einzusehen das ein AKW keine Lösung bzw ein Irrweg ist?!
Die Bilanzen sind kurzfristig schön anzusehen, aber auf längerer Zeit kommt das böse Erwachen.
Wird der modernen Menschen endlich lernen ein vernünftiges Gleichgewicht herzustellen?!

Tschernobil,BP,Japan,und noch ein paar Kriege die sicher auch sehr viel mit Rohstoffen zu tun haben werden,und da wundern sich hier wirklich noch welche, dass die Grünen so viel dagegen sind?!

Und Studien ..achja Plutonium soll ja nun gar nicht mehr so giftig sein und die Homöopathie ist ja auch von Studien widerlegt , zum Glück,da braut sich nämlich mehr als ein Globoli zusammen im Pazific...

Energiekonzepte nicht umsetzbar??
Richtig!!
Nicht mit der aktuellen Lebenswandel den wir alle gewohnt, lieber das Kindergartengeld sparen und von dem Geld 50PS mehr in den Zweitwagen ballern, oder ne Fernreise buchen..achnee da war doch was ....


Gruß ein 20 Jahre langer nun Ex CDU Wähler
Claude
03-04-11 00:30
Japanische Experten (und danach auch einige deutsche Experten) haben es x-mal im TV wiederholt: die Fukushima Katastrophe ist nicht auf die Unsicherheit des AKWs zurückzuführen, sondern allein auf die absolut unzureichende und ungeschützte Auslegung der Peripherie-Einheiten: Notstrom-Aggregate und nicht vorhandene mehrstufige Kühlkreisläufe. Mit dem Ausfall dieser nahe am Meer (!) gelegenen Aggregate waren die Folgen durch den Tsunami nicht mehr aufzuhalten. Wären diese Aggregate wirksam gegen Überflutung geschützt worden, wäre praktisch nichts passiert und die Reaktoren wären ohne Probleme heruntergefahen worden.

Aber den Grünen kann es ja nur recht sein, wenn solche wichtigen Details nicht öffentlich thematisiert werden. Die Leute hören ja nicht zu und verdammen sofort global alles, was nach Atom riecht. Das Hochtechnologie-Land BRD hat leider viele Leute, die aus dem Bauch urteilen und auf dieser Welle schwimmen die Grünen derzeit mit Erfolg - aber wie lange ??
Energie-Forschungsinstitut Genf/Schweiz
Tino
02-04-11 21:10
Soweit ich verstanden habe sind Braunkohlekraftwerke und AKWs Grundlastkraftwerke. Ich finde wir sollten erneuerbare Energien ausbauen und dafür zu allererst mal die Braunkohlekraftwerke abschalten.

Ich halte den Klimawandel für die viel größere Gefahr, schließlich spielen wir beim CO2 Ausstoß mit unserem Weltklima Russisch Roulett was uns noch teuer zu stehen bekommt. Dabei macht mir die Kohle am meisten Sorgen, ich finde davon sollte so viel es geht im Boden bleiben, aber wir bauen jetzt neue Kohlekraftwerke.

In der ganzen Debatte scheint auch niemand eine Ahnung von Strahlenschäden zu haben. In Hiroshima starben in einem Sekundenbruchteil zehntausende Menschen an Strahlenkrankheit, obwohl in Chernoby 200 mal mehr radioaktives Material frei gesetzt wurde starben aber nur 50 Menschen an Strahlenkrankheit. Wie paßt das zusammen? Irgendwann müssen wir mal realisieren das ein Super-GAU und ein Atomkrieg zwei völlig verschiedene Dinge sind. Jeder sollte mal auf Wikipedia unter Strahlenkrankheit und Strahlenrisiko nachschaun. Für die Arbeiter in Fukushima wurde ein Obergrenze von 250 mSv angegeben. Laut Wikipedia sind die gesundheitlichen Folgen zwischen 200 mSv und 500 mSv: Keine Symptome, nur labortechnisch feststellbare Reduzierung der roten Blutkörperchen. Bleibt das Strahlenrisiko, also die Krebsgefahr, laut wikipedia läßt sich das so berechnen: 0.05*0.25 = 0,0125. Also etwa ein Prozent höher und kein Vergleich mit Rauchen und anderen Zivilisationsrisiken wie Feinstaub, die nicht nur die Liquidatoren sondern uns alle treffen! Als Restrisiko bleibt: Weite Gebiete müssen evakuiert werden und sind dann für lange Zeit Sperrgebiet. Ich finde das ist global betrachtet ein vertretbares Restrisiko gegenüber dem Restrisiko Klima-GAU. Und solange in Deutschland noch Braunkohlekraftwerke laufen ist es für mich nicht nachvollziehbar warum wir AKWs abschalten.
dete
31-03-11 22:20
Gibt es eigentlich bei den Grünen auch Themen, wo die Grünen dafür sind?? Die ganze Homepage ist voll mit "dagegen" und Protesten. Außer ein völlig verrücktes und unrealistisches Energiekonzept, das niemals umsetzbar ist.

Von daher ist die Rolle als Oppositionspartei schon recht passend.

Wo Ihr Euch in Hamburg mit Euren wahnsinnigen Ideen nicht durchsetzen konntet, so klappt das BaWü auch nicht.
Olaf
31-03-11 22:10
Zitat: 6. Kinder haben ein erhöhtes Krebsrisiko, wenn in ihrer Nähe ein Atomkraftwerk steht.

Hat jemand von Grünen eigentlich diese Studie mal gelesen?? Renomierte Wissenschaftler sprechen dieser Studie jede vernünftige wissenschaftliche Vorgehensweise ab, da viele Einflussfaktoren bewusst weggelassen wurden. Zuerst wurden Cluster mit Leukämiefälleb gesucht und dann die Ursachen erforscht?? Oh toll, da ist ein AKW; wir haben die Lösung. Totaler Schwachsinn. Es gibt total viele Cluster, die weit weit von den AKWs stehen. Insgesamt hält es sich die Waage.

Diese Studie wurde einzig und allein derart geschrieben, um bewusst einen Zusammenhang zwische Leukämie und AKW herzustellen. Ich schäme mich, dass erkrankte Kinder derart missbraucht werden...
Dirk
31-03-11 21:19
Der Atommüll ist kein Argument. Den haben wir sowie so. So bitter es auch ist, auf ein paar Tonnen mehr kommt es nicht an.
Die Frage ist doch nur, ob sie die Katastrophe in Japan in den Griff bekommen. Das Dilemma ist aber, wenn nicht, werden weite Teile Japans unbewohnbar, wenn ja, dann wird die Atomlobby (vor allem Frankreich) sagen „selbst mit einem Gau kann man umgehen“.
Schöne Scheiße.
Graham
30-03-11 11:46
Wir brauchen nicht aus der Atomenergie auszutreten !!
Es gibt der Lifter Reaktor oder LFTR (Liquid Flouride Thorium Reaktor). Dieser Reaktor ist viel sicherer als die herkömmlichen Uran / Plutonium Reaktoren. Leider ist der LFTR Reaktor in Europa und in die USA wo er in die 60 Jahre entwickelt wurde, ins Vergessenheit geraten. Aber nicht so in China, Indien, und Russland sie arbeiten dran. Wollen Deutschland und Europa nicht mitmachen? Es wäre Schade wenn nicht.
Fassen wir also zusammen. Das Konzept des Flüssigfluorid-Thorium-Reaktors hat entscheidende Vorteile:

- Es ist sehr viel sicherer als herkömmliche Reaktoren, insbesondere sind Atomtragödien wie in Tschernobyl und Japan unmöglich
- Es entstehen viel weniger radioaktive Abfälle, die zudem nach 300 Jahren ungefährlich sind
- Es besteht die Möglichkeit, bestehende radioaktive Abfälle mitzuverbrennen
- Es ist unmöglich, Uran oder Plutonium für den Bau von Atombomben abzuzweigen
- Thorium, der Ausgangsstoff für den Brennstoffkreislauf, ist sehr viel günstiger und weltweit häufiger als Uran.

Mit freundlichen Grüßen.

Graham Pinkerton.
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