20 Fakten über Atomkraft

Atomkraft ist weder günstig noch sicher. Wir haben zwanzig Fakten zum Weitervebreiten gesammelt

Atomkraft ist weder effizient noch nachhaltig oder gar sicher. Wir haben 20 Fakten zum Weiterverbreiten gesammelt:

1. Alle drei Tage kommt es zu einem sicherheitsrelevanten Ereignis in einem deutschen Atomkraftwerk.

Seit 1975 sind alle Betreiber von Atomkraftwerken verpflichtet Zwischenfälle in ihren  Anlagen an die Aufsichtsbehörden zu melden. Seit 1991 gilt dies auch für Forschungsreaktoren. Inzwischen müssen auch nukleare Ver- und Entsorgungsbetriebe Zwischenfälle melden. Das Bundesamt für Strahlenschutz veröffentlicht monatlich einen Bericht über diese meldepflichtigen Ereignisse. 2009 gab es in Deutschland in allen kerntechnischen Anlagen insgesamt 134 meldepflichtige Vorfälle. Alle Ereignisse werden nach der „Internationalen Bewertungsskala für nukleare Ereignisse“ (INES) zwischen null und sieben eingestuft. Wobei sieben für den nuklearen GAU, wie 1986 in Tschernobyl, steht. Die kritischsten Störfälle in deutschen Atomkraftwerken gab es 1998 in Unterweser und zwei 2001 in Philippsburg. Sie wurden auf der INES-Skala mit zwei eingestuft. 

2. Ein Atomkraftwerk ist umso unsicherer, je länger es in Betrieb ist.

Jeder kennt das: ein betagtes Elektrogerät gibt den Geist auf, ein altes Haus bekommt Risse und der Putz bröckelt. Atomkraftwerken geht es da nicht anders. Die werden zwar regelmäßig gewartet, sind aber auch ganz anderen Belastungen ausgesetzt und ungleich komplexer als ein MP3-Player. Isolierungen von Elektrokabeln werden spröde, Rohrleitungen erodieren, mechanische Teile verschleißen und Schmiermittel verharzen. Solcherlei Alterungsprozesse haben schon zu diversen Störfällen in Atomkraftwerken geführt. Wie etwa der Transformatorbrand im AKW Krümmel 2007. Neben den Alterungsprozessen sind die Meiler auch nicht mehr auf dem aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik. Dies betrifft vor allem die Sicherheitstechnik, wie Brandschutz und Notstromversorgung. 

3. Atomkraftwerke sind nicht gegen Flugzeugabstürze geschützt. 

Als Biblis gebaut wurde, hatte niemand damit gerechnet, dass jemand mal ein Flugzeug als Bombe benutzen würde. Seit dem 11. September 2001 wissen wir, dass es Menschen gibt, die zu allem bereit sind. Seitdem schwebt eine mal mehr, mal weniger konkrete Terrorgefahr wie ein Damoklesschwert über uns. Was, wenn sich terroristische Gruppen ein Atomkraftwerk als Ziel aussuchen? Fakt ist: die Sicherheitsbehälter vieler deutscher Atomkraftwerke würden nicht einmal dem Absturz eines Kleinflugzeugs standhalten. Von einem Passagierflugzeug oder einem Raketenangriff ganz zu schweigen. Ein solcher Angriff würde unweigerlich zur Kernschmelze führen. Die freigesetzte Strahlung wäre für die Bevölkerung im weiten Umkreis des Atomkraftwerks tödlich. Nicht auszumalen, was so etwas für die Rhein-Main-Neckar-Region in unmittelbarer Nähe von Biblis bedeuten würde. 

4. Ein Atomkraftwerk hat keinen Not-Aus.

Viele Atomkraftwerke verfügen zwar über eine Schnellabschaltung, das Wort „schnell“ ist aber irreführend. Auch nachdem die Kettenreaktion gestoppt wurde, produzieren die Brennstäbe weiter Hitze, die sogenannte Nachzerfallswärme. Die Temperatur steigt ohne Kühlung um 20 bis 60°C pro Minute. Fällt die Kühlung aus, etwa weil die Stromversorgung unterbrochen ist, ist der Reaktor nur noch schwer zu beherrschen, und es kann zu einer Kernschmelze kommen. Die Temperatur und der Druck im Reaktor steigen so stark an, dass über ein Ventil Dampf abgelassen werden muss. Dieser enthält radioaktive Stoffe. Zudem besteht die Gefahr einer Wasserstoffexplosion, die die Lage am havarierten Reaktor weiter verschlimmert. Die Ereignisse im japanischen Atomkraftwerk Fukushima 1 zeigen, dass auch mit modernster Technik die Reaktoren im Ernstfall nicht mehr zu kontrollieren sind. Mehr Infos...

5. Ein Super-GAU in einem hiesigen Atomkraftwerk hätte noch schlimmere Folgen als Tschernobyl.

Die Folgen eines Reaktorunfalls in Deutschland wären schlimmer als in Tschernobyl. Ein Szenario: das Atomkraftwerk Biblis. Anders als Tschernobyl ist Biblis kein Graphit-Reaktor. Die Strahlung würde nicht durch ein extrem heißes Graphitfeuer in hohe Atmosphärenschichten transportiert, sondern im direkten Umkreis niedergehen. Deutschland ist heute viel dichter besiedelt als die Gegend um Tschernobyl 1986. Biblis steht am Rande des Rhein-Main und Rhein-Neckar Gebiets. Insgesamt wären ca. 15 Millionen Menschen von einer Umsiedlung betroffen und würden ihre Heimat und Arbeit verlieren. Ein großer Teil unseres Landes wäre auf unabsehbare Zeit weder bewohn- noch passierbar. Der finanzielle Schaden wird auf 2,5 bis 5,5 Billionen Euro geschätzt. Die sozialen und politischen Folgen wären überhaupt nicht abzuschätzen. 

6. Kinder haben ein erhöhtes Krebsrisiko, wenn in ihrer Nähe ein Atomkraftwerk steht.

Radioaktivität und Krebs sind ein unzertrennliches Paar. Es hat eine Weile gedauert, bis sich dieser Zusammenhang den Menschen erschloss. Immer wieder gab es Berichte, dass sich im Umkreis von Atomkraftwerken die Krebsfälle häufen. Mainzer Wissenschaftler haben 2007 den Zusammenhang zwischen Blutkrebs bei Kindern und der Nähe von Atomkraftwerken nachgewiesen. 2010 hat sich eine italienische Studie ebenfalls mit dem steigenden Krebsrisiko in der Umgebung von Atomkraftwerken beschäftigt. Auch sie hat gezeigt, dass im Umkreis von Atomkraftwerken das Krebsrisiko signifikant höher ist. 

7. Eine Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken verhindert Investitionen und Forschung bei den Erneuerbaren Energien. 

Atomkraftwerke sind unheimlich träge. Ihnen fehlt die notwendige Flexibilität, um die schwankende Leistung von Solar- und Windenergie auszugleichen. So laufen heute schon bei starkem Wind viele Windräder im Leerlauf. Bleiben die Reaktoren noch länger am Netz, fehlt der Anreiz, weiter in erneuerbare Energien zu investieren. Da zu viel Atom- und Kohlestrom im Netz ist, laufen Wind-, Wasser- und Sonnenwirte Gefahr, ihren Strom nicht los zu werden. Je länger die Atomkraftwerke Strom produzieren, desto schwieriger wird es, Geld für die notwendigen Investitionen in Speicher- und Transporttechnik aufzubringen. Die Atomkraftwerke werden so zu Bremsklötzen beim Umbau unserer Energieversorgung. Mehr Infos...

8. Von den längeren Laufzeiten für Atomkraftwerke profitieren nur die Energiekonzerne.

Sinken durch die Verlängerung der Atomlaufzeiten die Strompreise? Das Öko-Institut in Darmstadt hat mal nachgerechnet. Kurze Antwort: nein! Im Vergleich mit anderen europäischen Ländern konnten sie keinen Zusammenhang zwischen dem Anteil an Atomenergie an der Stromversorgung und dem Strompreisniveau feststellen. Der Strompreis in Deutschland entwickelte sich unabhängig von den Stillstandszeiten der Atomkraftwerke. Vielmehr bedeuten die Laufzeitverlängerungen, dass Investitionen in erneuerbare Energien zurückgehen. Wir wären also länger von fossilen Brennstoffen und dem Import von Uran abhängig. Deren Preise werden in Zukunft noch stärker steigen. Daher ist langfristig bei einer Laufzeitverlängerung mit einem Anstieg der Strompreise zu rechen. Den Atomkonzernen spült die Laufzeitverlängerung für jedes AKW täglich eine Millionen Euro in die Kassen.  

9. Neue Atomkraftwerke rechnen sich nicht. 

Für Investoren ist die wichtigste Frage: bringt meine Anlage Rendite? Diese Frage stellten sich Analysten der Citigroup in Bezug auf Investitionen bei Atomkraftwerken. Anlass der Analyse war der Plan der britischen Regierung, neue Kernkraftwerke zu bauen. Das Ergebnis der Finanzfachleute der Citigroup ist eindeutig. Hier sollte nicht investiert werden. Weil: 1. Die Atomtechnologie so kontrovers ist, dass mit zeitlichen und finanziellem Mehraufwand bei der Planung gerechnet werden muss. 2. Sind die erwarteten Baukosten mit 5,6 Milliarden Euro zu hoch. 3. Die Grenzkosten für eine MWh Strom eines Atomkraftwerks sind zu hoch. 4. Atomkraftwerke sind sehr anfällig für Ausfälle. Ein halbes Jahr Stillstand würde etwa 100 Millionen Euro kosten. 5. Die hohen Entsorgungskosten. Fazit: wenn das Atomkraftwerk nicht massiv beim Bau, der Stromabnahme und Entsorgung staatlich subventioniert wird, ist eine Investition nicht sinnvoll. 

10. Die Atombranche kassiert Milliardensubventionen. 

Jede Kilowattstunde Atomstrom wird mit etwa vier Cent subventioniert. Bei den Erneuerbaren Energien beträgt die Subvention nur zwei Cent. Vier Cent, das klingt ja nicht viel. Wenn aber bedacht wird, wie viel Strom deutsche Meiler seit ihrer Inbetriebnahme produziert haben, kommt eine beachtliche Summe zusammen. Da die Meiler längst abgeschrieben sind, klingelt es mit jeder produzierten Kilowattstunde in der Kasse der Betreiber. Bisher hat der Staat 204 Milliarden Euro Steuergeld in die Atomwirtschaft gesteckt. Und es kommen weitere Kosten auf uns zu. Die Entsorgung der Brennstoffe und die Rückholung des Atommülls aus der maroden Asse. Es wird mit weiteren Kosten für den Staat von 100 Milliarden Euro gerechnet. 
Atomkraftwerksbetreiber müssen nur eine Haftpflichtversicherung über 2,5 Milliarden Euro nachweisen. Darüber hinaus haftet der Betreiber mit seinem gesamten Kapital. EnBW, E.on, RWE und Vattenfall verfügen zusammen über 40 Milliarden Euro Kapital. Diese Summe würde bei weitem nicht ausreichen, um die durch einen GAU entstehenden Schäden zu decken. Für alle Schäden, die darüber hinausgehen, haftet der Staat und damit der Steuerzahler. Die Prämien für eine Haftpflichtversicherung, die die geschätzte Schadenssumme von 2,5 bis 5,5 Billionen Euro abdecken würde, wären so teuer, dass sich der Betrieb von Atomkraftwerken nicht mehr rentieren würde. Das Einspringen des Staates im Schadensfall sorgt dafür, dass die Kraftwerksbetreiber diese Versicherungen nicht abschließen müssen. Diese Haftungsgarantie des Staates ist eine implizite Subvention.

11. Atommüll stellt noch für eine Million Jahre eine strahlende Gefahr dar. 

Von einer heute eingelagerten Tonne Plutonium sind nach 240.000 Jahren (zehn Halbwertszeiten) noch ein Kilogramm übrig. Schon wenige Milligramm Plutonium sind tödlich. Das Plutonium stellt also noch für viele hunderttausend Jahre eine tödliche Gefahr dar. Es kann nicht davon ausgegangen werden, dass die Gesellschaft über einen Zeitraum von einer Millionen Jahre ein Endlager betreiben und bewachen kann, daher muss das Endlager für mindestens eine Million Jahre sicher und endgültig versiegelt sein. Das Auswahlverfahren für ein mögliches Endlager muss höchsten wissenschaftlichen Ansprüchen genügen.  Jeder Fehler bei der Endlagersuche wäre daher fatal, da eine Rückholung der Abfälle in diesem Szenario nicht möglich wäre. 

12. Bis heute gibt es kein sicheres Endlager für hochradioaktiven Müll aus Atomkraftwerken. 

Bis jetzt gibt es lediglich Zwischenlager. So steht der hoch radioaktive Müll teilweise unter freiem Himmel. Die Deutschen lagern ihren Atommüll in Hallen beim umstrittenen Salzstock Gorleben zwischen und die Niederländer suchen vorerst gar nicht nach einer Lösung. In Finnland wird zwar derzeit ein Endlager ins Granitgestein gebohrt, doch auch hier ist die Gefahr eines Wassereinbruchs nicht auszuschließen. Ein Endlager müsste den Atommüll für mindestens 1.000.000 Jahre sicher einschließen. Über 200.000 Tonnen hochradioaktiven Mülls warten bis jetzt auf ein sicheres Endlager. Mit jedem Jahr Laufzeit kommen aus den 17 deutschen Reaktoren rund 400 Tonnen Atommüll dazu. Auf der ganzen Welt sind derzeit insgesamt über 400 Reaktoren in Betrieb. Mehr Infos...

13. Auch im Salzstock Gorleben gibt es Wasser. 

Nicht nur in der Asse, auch im Salzstock Gorleben droht Gefahr durch Salzlauge. Es ist schon lange bekannt, dass sich im Salzgestein Flüssigkeitsblasen mit Salzlauge befinden. Dabei handelt es sich, anders als in der Asse nicht um eindringendes Wasser aus dem Deckgestein, sondern um sogenanntes fossiles Wasser, dass seit 250 Millionen Jahren im Salzgestein eingeschlossen ist. Trotzdem würde auch dieses eindringende Wasser die Behälter beschädigen, radioaktive Stoffe ausspülen, und es käme zu chemischen Reaktionen, bei denen Wasserstoff freigesetzt würde. Kritiker sehen auch einen Schwachpunkt in der sogenannten Gorlebenrinne. Sie ist eine Verschiebung im Deckgestein die während der letzten Eiszeit entstanden ist. 

14. Auch die Castor-Behälter, in denen der Atommüll transportiert wird, geben radioaktive Strahlung ab.

Beim Castortransport im November 2008 von der französischen Wiederaufbereitungsanlage La Hague in das Zwischenlager Gorleben fanden neben den offiziellen Messungen, Messungen im Auftrag von Greenpeace statt. Die Messungen fanden in einer Entfernung von 14 Metern vom Castorbehälter entfernt statt. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass die Neutronenstrahlung um den Faktor 500 gegenüber der natürlichen Strahlung erhöht war. Diese Werte liegen zwar noch unter den Grenzwerten, die Gutachter merkten aber an, dass die Grenzwerte nicht unumstritten sind. Es wurde zudem festgestellt, dass die Strahlenbelastung sich gegenüber dem Transport von 2005 erhöht hat. 

15. Das Versuchsendlager Asse säuft schon nach 20 Jahren ab und die Sanierung wird mit Steuergeldern bezahlt. 

Die Asse ist marode und der denkbar schlechteste Ort, um radioaktiven und giftigen Müll zu lagern. In den 1960er und 70er Jahren entsorgte die Atomindustrie unter dem Deckmantel der Forschung billig ihren Müll in der Asse. Sie ließen ihre abgebrannten Brennstäbe von der Wiederaufbereitungsanlage Karlsruhe wiederaufbereiteten. Während die aufgearbeiteten Brennstäbe wieder in die AKW kamen, war das abgespaltene Plutonium nun Forschungsmüll. Jetzt müssen die mindestens 126.000 Fässer geborgen werden. Dabei weiß niemand so genau, was in den Fässern schlummert. Die Asse ist ständig von einem massiven Wassereinbruch bedroht. Schon jetzt sickern täglich zwölf Kubikmeter Wasser in das Bergwerk. Und das Wasser wird zu einer massiven Bedrohung. Es besteht die Gefahr, dass radioaktive und giftige Stoffe ausgespült werden und so ins Grundwasser gelangen. Die Feuchtigkeit bedroht die Stabilität der Kammern. Korrosion und Zersetzungsvorgänge werden beschleunigt, und es entstehen explosive Gase wie Wasserstoff und Methan.Nun muss die Asse saniert werden. Für die Asse zahlen die Atomkonzerne 1,9 Millionen Euro, während die Sanierung wahrscheinlich 2 bis 4 Milliarden Euro kosten wird. An der Stilllegung von Morsleben haben sich die Atomkonzerne mit 85 Millionen Euro beteiligt. Die tatsächlichen Kosten lagen jedoch bei 2,3 Milliarden Euro. Die Differenz wurde aus dem Steuersäckel beglichen. Der Steuerzahler muss also für die Altlasten der Atomindustrie gerade stehen. 

16. Die reichhaltigen und gut zugänglichen Uranvorräte werden schon in wenigen Jahrzehnten zur Neige gehen.

2009 wurden weltweit 50.500 Tonnen Uran abgebaut. Der Bedarf lag gleichzeitig bei 65.000 Tonnen. Das Defizit kann derzeit noch mit Lagerbeständen und ausgeschlachteten Atomwaffen gedeckt werden. Wiederaufbereitete Brennstäbe decken gerade mal vier Prozent des Bedarfs. Der „Peak-Uran“ war schon in den 1980er Jahren mit einer Förderleistung von 70.000 Tonnen erreicht. Eine Mine in Kanada, die zehn Prozent der welweiten Förderleistung brachte, ist nach einem Felssturz und Wassereinbruch geschlossen. Länder wie Deutschland, Frankreich und auch bald die USA sind vollkommen von Importen abhängig. Mit dem steigenden Uranpreis werden immer unrentablere Vorkommen ausgebeutet. Dadurch steigen die jetzt schon enormen Folgekosten für Mensch und Umwelt durch Strahlenbelastung und Naturverbrauch. Vor allem in Entwicklungsländern wird Uran ohne Rücksicht auf Mensch und Natur abgebaut. Mehr Infos...

17. Beim Uranabbau in ärmeren Ländern werden die Menschenrechte mit Füßen getreten.

Neben Gold und Diamanten schlummern auch Uranerze im afrikanischen Boden. Der französische Atomkonzern Areva baut seit über 40 Jahren in Arlit (Niger) Uran ab. Im Firmenvideo präsentiert Areva eine heile Welt. Die Mine sorge für Arbeit und Wohlstand und die Sicherheitsstandards entsprächen denen in Europa und den USA. Umweltschützer, Menschenrechtsaktivisten und Journalisten vor Ort bewerten die Lage jedoch völlig anders. Sie sprechen von ungenügendem Schutz der Arbeiter und von einem unverantwortlichen Umgang mit der Umwelt. Der radioaktive Schutt wird unter freiem Himmel gelagert und durch den Wind weit in der Umgebung verbreitet. Die Strahlung belastet so Gewässer, Böden, Tiere und Pflanzen und gefährdet damit die Lebensgrundlagen der Bevölkerung. Vom Reichtum der Bodenschätze kommt bei der Bevölkerung nichts an, die Schürfrechte werden über ihre Köpfe hinweg vergeben. 

18. Strom aus Atomkraftwerken ist keineswegs zuverlässig. 

„Wo soll der Öko-Strom herkommen, wenn die Sonne nicht scheint oder der Wind nicht weht?“ Mit diesem Mantra der Versorgungssicherheit argumentieren Atombefürworter immer wieder gegen erneuerbare Energien. Doch auch Atomstrom ist nicht unabhängig vom Wetter. Die meisten deutschen Meiler kühlen ihre Reaktoren mit Flusswasser. Das heizt die Flüsse auf. In langen Wärmeperioden kann so die Temperatur in den Flüssen stark ansteigen. Dies führt zu einem Sauerstoffmangel im Wasser, und das Gewässer droht umzukippen. Bei einem Grenzwert von 28°C dürfen die Atomkraftwerke kein Kühlwasser mehr in die Flüsse leiten und müssen demzufolge abgeschaltet werden. Auch die komplizierte, gefährliche und dadurch anfällige Technologie in den Atomkraftwerken führt immer wieder dazu, dass Atomkraftwerke keinen Strom produzieren. 

19. Eine Verlängerung von Laufzeiten ist verfassungswidrig.

Die Verlängerung der Laufzeiten der Atomkraftwerke ist verfassungswidrig. So ist jedenfalls die Meinung einiger Verfassungsrechtler. BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN, die SPD und Umweltverbände klagen daher auch vor dem Bundesverfassungsgericht gegen das Atomgesetz der schwarz-gelben Regierung. Sie sehen die Schutzpflicht des Staates nach Art. 2 Abs. 2 und Art. 14 Abs. 1 GG verletzt. Zudem sind die Länder von einer Laufzeitverlängerung direkt betroffen, so dass das Atomgesetz im Bundesrat zustimmungspflichtig gewesen wäre. Die Bundesregierung hat das Gesetz ohne Zustimmung des Bundesrats durchgeboxt. Mehr Infos...

20. Atomkraft ist nicht klimaneutral.

Gerne führen Atomkraftlobbyisten das Argument vom „Klimaschützer Atomkraft“ ins Feld. Das ist nur auf den ersten Blick plausibel. Richtig ist: Bei der Produktion von Atomstrom wird deutlich weniger CO2 ausgestoßen als bei Kohlestrom. Aber: Der Weiterbetrieb von Atomkraftwerken verhindert, dass erneuerbare Energien ausgebaut und wirklich saubere Techniken genutzt werden. Atomstrom verstopft die Netze und verhindert den Ausbau der Erneuerbaren. Eine Laufzeitverlängerung behindert auch dringend notwendige Investitionen in klimafreundlichere Energien. Schon jetzt reduzieren Stadtwerke Investitionen in hocheffiziente Kraftwerke, und der Aufbau von Offshore-Windanlagen steht still. Außerdem: Müssten zusätzlich 1000 Atommeiler gebaut werden, um weltweit relevant den CO2-Ausstoß zu senken. Dafür sind weder das nötige Uran noch die finanziellen Mittel vorhanden, geschweige denn von einer Endlagerlösung für den abgebrannten Kernbrennstoff. Letztendlich: Auch Atomenergie produziert CO2, nämlich beim Uranabbau und Transport. Diesen Posten kalkulieren die Atomkonzerne nicht mit in ihre CO2 Bilanzen ein. Um das Uranoxid aus dem Erz zu lösen werden Millionen Liter Wasser und Schwefelsäure benötigt. Die Rückstände verdunsten unter freiem Himmel und zurück bleibt ein hochgiftiger Schlamm.

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Heute: Defekte Brennstäbe

Vattenfall musste weitere Pannen zugeben. Grüne Demonstranten forderten die endgültige Abschaltung von Krümmel!

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Atomausstieg

Unsere Position zum Thema Atomausstieg.

Tschernobyl ist nicht vergessen

Den Atomausstieg vorantreiben. Beschluss des Parteirats zum Tschernobyl-Gedenktag

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Stromlücke durch Atomstrom

Frankreich muss Unmengen an Strom importieren. Ein Interview mit Rebecca Harms

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Der Atomkraft geht der Brennstoff aus

Astrid Schneider über die Knappheit der weltweiten Uranvorkommen, die Importabhängigkeit Deutschlands und die Gefahren des schnellen Brüters.

Kommentare

jonasm
28-01-11 15:48
@ExpertefürAlles:

In einer freien Gesellschaft mit freier Markwirtschaft sind solche Fragestellungen in einer politischen Diskussion ohnehin irrelevant.

Die Kunden können durch ihre Wahl des Strom-Vertrages entscheiden, wie wichtig ihnen verschiedene Kriterien (wie z.B. günstiger Preis, Verlässlichkeit der Stromversorgung, niedriger Atomstrom-Anteil, hoher Erneuerbare-Energien-Anteil, niedriger CO2-footprint, etc.) sind.

Und die Anbieter entscheiden dann, wieviel Strom aus welchen Kraftwerkstypen sie jeweils zur Grundversorgung einsetzen müssen, um diese Nachfrage zu decken.
ExpertefürAlles
17-01-11 10:04
Von mir aus erneuerbare Energie als Upgrade um damit Ressourcen zu sparen die ansonsten in konventionellen Kraftwerken verbrannt würden.

Aber bitte nicht zur Grundversorgung, in Deutschland wurden 2009 rund 800 Stunden keine einzige kWh aus Wind oder Sonne eingespeist, einfach weil nirgendwo der Wind ausreichend ging und weil es zu wolkig oder Nacht war. Ich hab keine Lust im Kalten zu hocken weil das Wetter nicht mitspielt...
ROFL
14-01-11 17:33
@Atomstrom: Da stimme ich dir vollkommen zu. Forschung ist wichtig und auch Atomkraftwerke sind unverzichtbar. Für Die Kernfusion braucht man Tritium, welches in Kernkraftwerken "erbrütet" werden muss. Dafür sollte man neue, moderne und absolut sichere Kraftwerke bauen, da die Deuterium-Tritium Fusion technisch absolut machbar ist und schon ab 2050 kommerziell genutzt werden kann. Klar, ihr Grünen besteht ja darauf, bis 2050 100% der Energie aus Solar etc. zu gewinnen, allerdings ist Kernfusion viel billiger und absolut Grundlastfähig.Man müsste sich keine Sorgen um den Strom machen, wenn mal die Sonne nicht scheint und kein Wind weht. Außerdem wäre man dann nicht auf Stromimporte angewiesen und man würde den "Hochtechnologiesektor" fördern. Des weiteren sind Solarzellen aus Deutschland nicht konkurrenzfähig, da sie in China viel billiger hergestellt werden können. Deutschland ist nicht das richtige Land für billige Massenproduktion, aber dafür ein Hochtechnologieland. Man sollte die Stärken eines Landes fördern und die liegen im Falle von Deutschland absolut in der Forschung. Ich bin auch dafür, dass die ältesten Kernkraftwerke abgeschaltet werden, allerdings sollten sie durch neue, hochmoderne AKWs ersetzt werden.
Atomstrom
13-01-11 20:31
Ich denke mal nicht, dass ihr Grünen euch mit Reaktortechnik auskennt. Es gibt verschiedene Reaktortypen, darunter auch de Hochtemperatur Thorium-Reaktor.
Thorium gibt es 4mal so viel auf der Erde wie Uran.Der bei Hochtemperatur Thorium-Reaktoren entstehende Müll, hat zu 85% eine Halbwertszeit von 1 Jahr, die restlichen 15% eine Halbwertszeit von 30 Jahren.
In Deutschland gab es mal einen solchen Reaktor, allerdings wurde er nach Problemen stillgelegt.Jedoch ist man technisch heutzutage sehr viel weiter und ein neuer Reaktor wäre absolut machbar. Allerdings lehnt ihr Grünen ja jegliche Forschung ab. Das einzige was ihr könnt ist DAGEGEN sein.
jonasm
09-01-11 22:53
@Colanuss

zu 1:
Ja, die Lagerung von Atommüll verursacht kosten. Wenn die Grünen lediglich fordern würden, dass der Staat diese Kosten nicht übernehmen solle, sondern die Lagerung den Energie-Anbietern überlassen (und von staatlicher Seite lediglich die Sicherheitsvorschriften für solche Lager festlegen), dann hätte ich kein Problem damit.
Aber nein, sie bestehen darauf, die gesamte Technologie zu VERBIETEN.

zu 2:
Hä? Wieso "zerlegt" Ihre revolutionäre Erkenntnis, dass die Lagerung von Atommüll mit Kosten verbunden ist (echt? hätt' ich nicht gedacht [/Ironie]) meine Klarstellung, dass wirtschaftliche Konkurrenz
a) fördernd, nicht hemmend für wissenschaftliche Forschung wirkt
und
b) in einem Rechtsstaat kein zulässiger Grund ist, eine Technologie zu verbieten.

zu 3:
Sie wiederholen hier nur die Aussage des Artikels, ohne auf meine Antwort einzugehen.
Also zur Wiederholung:
Ja, Kernenergiegewinnung ist kein Geschäftsmodell für die Ewigkeit, aber was geht das irgend jemanden außer den Betreiber und Investor des Geschäftes an?
Wenn sich abzeichnet, dass es eine Technologie nicht für immer geben wird, darf man sie gleich verbieten? Was ist das denn für eine Logik?

zu 4:
Nun, dem ist ja eben gerade *nicht* so.
Das angebliche "erhöhte Krebsrisiko" ergibt sich nur als statistischer *Mittelwert* für alle Anwohner von Kernkraftwerken in ganz Deutschland.
Da aber die Fallzahlenhöhe insgesamt so klein ist, lässt sich diese Abweichung vom Mittelwert der Grundgesamtheit nicht von natürlichen statistischen Schwankungen abgrenzen.

zu 5:
Nein, die paar einzelnen über Schornstein/Wasser entweichenden radioaktiven Moleküle werden nicht von der viel größeren natürlichen Hintergrundstrahlung "vernichtet"... sondern sie fallen in dieser einfach nicht auf.
Sie sind theoretisch vorhanden, aber in ihrer Auswirkung völlig vernachlässigbar.
Es ist ungefähr so, als ob man Strand-Urlauber dafür kritisieren würde, dass sie mit dem in ihren Hautporen in geringer Menge vorhandenen Schweiß den Salzgehalt der Ozeane auf unnatürliche Weise erhöhen würden. Das tun sie zwar rein theoretisch, aber für praktische Erwägungen (z.B. bzgl. der Wasserqualität für die Fische im Ozean) ist es völlig vernachlässigbar.
Colanuss
07-01-11 04:23
Tut nichts zur Sache, du hast nicht behauptet, dass Castoren weniger strahlen als erlaubt, du hast behauptet, dass die Strahlung, die von diesen Behältern ausgeht, natürlichen Ursprunges ist... Hätte ich so etwas behauptet, würde ich mich auch nicht daran erinnern wollen, aber man kann es ja nachlesen... Jeder, der lesen kann, sieht doch ein, dass die 'Argumente', die in diesem Blog angeführt sind, an Lächerlichkeit kaum zu überbieten sind... Sie wurden hier alle bereits mehrfach widerlegt, einige davon widerlegen sich sogar selbst... Es ist Schwachsinn, jetzt erneut mit solchen dummen Sprüchen zu kommen... Sei ehrlich und nenne die wahren Gründe für deine ignorante Haltung...
Du stehst nicht einmal zu deinen eigenen Aussagen... Wer soll dir denn deine Aussagen abkaufen, wenn du sie nicht einmal belegen kannst...?
Muss man denn als Thermodynamiker die wirklichen Fakten schlicht ableugnen und stattdessen mit unhaltbaren Parolen arbeiten? Nichts anderes hast du bisher getan. Ich würde dir eine Gasthörerschaft im ersten Semester gerade noch so abkaufen, mehr hast du leider nicht bieten können... Versuche doch, persönlichen Groll und sachliche Argumentation zu trennen... Und ignoriere die Fakten nicht. Glaube mir, die 20 Punkte hier sind so formuliert, dass sie sich nicht widerlegen lassen...
BITTE
05-01-11 12:03
Bitte gebt mir ein FEEDBACK
Tut nichts zur Sache
05-01-11 12:01
http://ungutmenschen.blogspot.com/2010/12/grune-anti-atomkraft-propaganda.html
Du kannst ja nichtmal lesen, wie willst du da verstehen?
Ich bin kein Quantenphysker sondern Thermodynamiker. Würden
Castoren mehr strahlen als erlaubt, würde niemand sie in Europa transportieren dürfen und können, geschweige den irgendwo Zwischen- oder Endlagern. Ansonsten ist mir eine Diskussion mit einen vernagelten Hohlkopf zu blöde.
Colanuss
05-01-11 09:30
Tut nichts zur Sache, du warst es, der behauptet hat, dass die Strahlung, die ein Castor-Behälter in seine Umgebung abgibt, natürlichen Ursprunges ist... Ich würde nicht sagen, dass du nun peinlich bist, aber ich finde die These sehr interessant... Ich würde mir etwas mehr Sachlichkeit wünschen... Was lässt sich denn belegen, von den Dingen, die da in dem zitierten Blog stehen? Ist das deine Quelle der Erkenntnis? Ist das dein gerühmtes Fachwissen? Warum wirst du immer beleidigend, wenn dir die Argumente ausgehen?
Muss man das, als Quantenphysiker? Es bringt doch nichts, Fakten abzustreiten, diese Methode führt dich nicht zum Ziel... Auch das letzte Wort wird dir da nicht weiterhelfen... :-) Sei doch ehrlich und nenne den wahren Grund für deine Haltung, ohne dich hinter solch plumpen Taktiken des kurzfristigen Raumgewinnes zu verstecken...
Der Austausch macht doch so gar keinen Spaß...
Tut nichts zur Sache
05-01-11 08:20
Wenn die Grünen wüssten, welchen Bärendienst ihnen die Veröffentlichungen von der hohlen Nuss erweisen, hätten sie ihm schon längst Redeverbot erteilt. Dieser Mensch ist einfach nur peinlich. @jonasm, dein Beitrag ist einfach logisch und treffend im Gegensatz zur verbohrten Logik der hohlen Nuss. Der Spinner denkt immer noch, hier schreibt blos Einer. Das nenne ich Realitätsferne. Ansonsten
http://ungutmenschen.blogspot.com/2010/12/grune-anti-atomkraft-propaganda.html
Kommentar

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