20 Fakten über Atomkraft

Atomkraft ist weder günstig noch sicher. Wir haben zwanzig Fakten zum Weitervebreiten gesammelt

Atomkraft ist weder effizient noch nachhaltig oder gar sicher. Wir haben 20 Fakten zum Weiterverbreiten gesammelt:

1. Alle drei Tage kommt es zu einem sicherheitsrelevanten Ereignis in einem deutschen Atomkraftwerk.

Seit 1975 sind alle Betreiber von Atomkraftwerken verpflichtet Zwischenfälle in ihren  Anlagen an die Aufsichtsbehörden zu melden. Seit 1991 gilt dies auch für Forschungsreaktoren. Inzwischen müssen auch nukleare Ver- und Entsorgungsbetriebe Zwischenfälle melden. Das Bundesamt für Strahlenschutz veröffentlicht monatlich einen Bericht über diese meldepflichtigen Ereignisse. 2009 gab es in Deutschland in allen kerntechnischen Anlagen insgesamt 134 meldepflichtige Vorfälle. Alle Ereignisse werden nach der „Internationalen Bewertungsskala für nukleare Ereignisse“ (INES) zwischen null und sieben eingestuft. Wobei sieben für den nuklearen GAU, wie 1986 in Tschernobyl, steht. Die kritischsten Störfälle in deutschen Atomkraftwerken gab es 1998 in Unterweser und zwei 2001 in Philippsburg. Sie wurden auf der INES-Skala mit zwei eingestuft. 

2. Ein Atomkraftwerk ist umso unsicherer, je länger es in Betrieb ist.

Jeder kennt das: ein betagtes Elektrogerät gibt den Geist auf, ein altes Haus bekommt Risse und der Putz bröckelt. Atomkraftwerken geht es da nicht anders. Die werden zwar regelmäßig gewartet, sind aber auch ganz anderen Belastungen ausgesetzt und ungleich komplexer als ein MP3-Player. Isolierungen von Elektrokabeln werden spröde, Rohrleitungen erodieren, mechanische Teile verschleißen und Schmiermittel verharzen. Solcherlei Alterungsprozesse haben schon zu diversen Störfällen in Atomkraftwerken geführt. Wie etwa der Transformatorbrand im AKW Krümmel 2007. Neben den Alterungsprozessen sind die Meiler auch nicht mehr auf dem aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik. Dies betrifft vor allem die Sicherheitstechnik, wie Brandschutz und Notstromversorgung. 

3. Atomkraftwerke sind nicht gegen Flugzeugabstürze geschützt. 

Als Biblis gebaut wurde, hatte niemand damit gerechnet, dass jemand mal ein Flugzeug als Bombe benutzen würde. Seit dem 11. September 2001 wissen wir, dass es Menschen gibt, die zu allem bereit sind. Seitdem schwebt eine mal mehr, mal weniger konkrete Terrorgefahr wie ein Damoklesschwert über uns. Was, wenn sich terroristische Gruppen ein Atomkraftwerk als Ziel aussuchen? Fakt ist: die Sicherheitsbehälter vieler deutscher Atomkraftwerke würden nicht einmal dem Absturz eines Kleinflugzeugs standhalten. Von einem Passagierflugzeug oder einem Raketenangriff ganz zu schweigen. Ein solcher Angriff würde unweigerlich zur Kernschmelze führen. Die freigesetzte Strahlung wäre für die Bevölkerung im weiten Umkreis des Atomkraftwerks tödlich. Nicht auszumalen, was so etwas für die Rhein-Main-Neckar-Region in unmittelbarer Nähe von Biblis bedeuten würde. 

4. Ein Atomkraftwerk hat keinen Not-Aus.

Viele Atomkraftwerke verfügen zwar über eine Schnellabschaltung, das Wort „schnell“ ist aber irreführend. Auch nachdem die Kettenreaktion gestoppt wurde, produzieren die Brennstäbe weiter Hitze, die sogenannte Nachzerfallswärme. Die Temperatur steigt ohne Kühlung um 20 bis 60°C pro Minute. Fällt die Kühlung aus, etwa weil die Stromversorgung unterbrochen ist, ist der Reaktor nur noch schwer zu beherrschen, und es kann zu einer Kernschmelze kommen. Die Temperatur und der Druck im Reaktor steigen so stark an, dass über ein Ventil Dampf abgelassen werden muss. Dieser enthält radioaktive Stoffe. Zudem besteht die Gefahr einer Wasserstoffexplosion, die die Lage am havarierten Reaktor weiter verschlimmert. Die Ereignisse im japanischen Atomkraftwerk Fukushima 1 zeigen, dass auch mit modernster Technik die Reaktoren im Ernstfall nicht mehr zu kontrollieren sind. Mehr Infos...

5. Ein Super-GAU in einem hiesigen Atomkraftwerk hätte noch schlimmere Folgen als Tschernobyl.

Die Folgen eines Reaktorunfalls in Deutschland wären schlimmer als in Tschernobyl. Ein Szenario: das Atomkraftwerk Biblis. Anders als Tschernobyl ist Biblis kein Graphit-Reaktor. Die Strahlung würde nicht durch ein extrem heißes Graphitfeuer in hohe Atmosphärenschichten transportiert, sondern im direkten Umkreis niedergehen. Deutschland ist heute viel dichter besiedelt als die Gegend um Tschernobyl 1986. Biblis steht am Rande des Rhein-Main und Rhein-Neckar Gebiets. Insgesamt wären ca. 15 Millionen Menschen von einer Umsiedlung betroffen und würden ihre Heimat und Arbeit verlieren. Ein großer Teil unseres Landes wäre auf unabsehbare Zeit weder bewohn- noch passierbar. Der finanzielle Schaden wird auf 2,5 bis 5,5 Billionen Euro geschätzt. Die sozialen und politischen Folgen wären überhaupt nicht abzuschätzen. 

6. Kinder haben ein erhöhtes Krebsrisiko, wenn in ihrer Nähe ein Atomkraftwerk steht.

Radioaktivität und Krebs sind ein unzertrennliches Paar. Es hat eine Weile gedauert, bis sich dieser Zusammenhang den Menschen erschloss. Immer wieder gab es Berichte, dass sich im Umkreis von Atomkraftwerken die Krebsfälle häufen. Mainzer Wissenschaftler haben 2007 den Zusammenhang zwischen Blutkrebs bei Kindern und der Nähe von Atomkraftwerken nachgewiesen. 2010 hat sich eine italienische Studie ebenfalls mit dem steigenden Krebsrisiko in der Umgebung von Atomkraftwerken beschäftigt. Auch sie hat gezeigt, dass im Umkreis von Atomkraftwerken das Krebsrisiko signifikant höher ist. 

7. Eine Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken verhindert Investitionen und Forschung bei den Erneuerbaren Energien. 

Atomkraftwerke sind unheimlich träge. Ihnen fehlt die notwendige Flexibilität, um die schwankende Leistung von Solar- und Windenergie auszugleichen. So laufen heute schon bei starkem Wind viele Windräder im Leerlauf. Bleiben die Reaktoren noch länger am Netz, fehlt der Anreiz, weiter in erneuerbare Energien zu investieren. Da zu viel Atom- und Kohlestrom im Netz ist, laufen Wind-, Wasser- und Sonnenwirte Gefahr, ihren Strom nicht los zu werden. Je länger die Atomkraftwerke Strom produzieren, desto schwieriger wird es, Geld für die notwendigen Investitionen in Speicher- und Transporttechnik aufzubringen. Die Atomkraftwerke werden so zu Bremsklötzen beim Umbau unserer Energieversorgung. Mehr Infos...

8. Von den längeren Laufzeiten für Atomkraftwerke profitieren nur die Energiekonzerne.

Sinken durch die Verlängerung der Atomlaufzeiten die Strompreise? Das Öko-Institut in Darmstadt hat mal nachgerechnet. Kurze Antwort: nein! Im Vergleich mit anderen europäischen Ländern konnten sie keinen Zusammenhang zwischen dem Anteil an Atomenergie an der Stromversorgung und dem Strompreisniveau feststellen. Der Strompreis in Deutschland entwickelte sich unabhängig von den Stillstandszeiten der Atomkraftwerke. Vielmehr bedeuten die Laufzeitverlängerungen, dass Investitionen in erneuerbare Energien zurückgehen. Wir wären also länger von fossilen Brennstoffen und dem Import von Uran abhängig. Deren Preise werden in Zukunft noch stärker steigen. Daher ist langfristig bei einer Laufzeitverlängerung mit einem Anstieg der Strompreise zu rechen. Den Atomkonzernen spült die Laufzeitverlängerung für jedes AKW täglich eine Millionen Euro in die Kassen.  

9. Neue Atomkraftwerke rechnen sich nicht. 

Für Investoren ist die wichtigste Frage: bringt meine Anlage Rendite? Diese Frage stellten sich Analysten der Citigroup in Bezug auf Investitionen bei Atomkraftwerken. Anlass der Analyse war der Plan der britischen Regierung, neue Kernkraftwerke zu bauen. Das Ergebnis der Finanzfachleute der Citigroup ist eindeutig. Hier sollte nicht investiert werden. Weil: 1. Die Atomtechnologie so kontrovers ist, dass mit zeitlichen und finanziellem Mehraufwand bei der Planung gerechnet werden muss. 2. Sind die erwarteten Baukosten mit 5,6 Milliarden Euro zu hoch. 3. Die Grenzkosten für eine MWh Strom eines Atomkraftwerks sind zu hoch. 4. Atomkraftwerke sind sehr anfällig für Ausfälle. Ein halbes Jahr Stillstand würde etwa 100 Millionen Euro kosten. 5. Die hohen Entsorgungskosten. Fazit: wenn das Atomkraftwerk nicht massiv beim Bau, der Stromabnahme und Entsorgung staatlich subventioniert wird, ist eine Investition nicht sinnvoll. 

10. Die Atombranche kassiert Milliardensubventionen. 

Jede Kilowattstunde Atomstrom wird mit etwa vier Cent subventioniert. Bei den Erneuerbaren Energien beträgt die Subvention nur zwei Cent. Vier Cent, das klingt ja nicht viel. Wenn aber bedacht wird, wie viel Strom deutsche Meiler seit ihrer Inbetriebnahme produziert haben, kommt eine beachtliche Summe zusammen. Da die Meiler längst abgeschrieben sind, klingelt es mit jeder produzierten Kilowattstunde in der Kasse der Betreiber. Bisher hat der Staat 204 Milliarden Euro Steuergeld in die Atomwirtschaft gesteckt. Und es kommen weitere Kosten auf uns zu. Die Entsorgung der Brennstoffe und die Rückholung des Atommülls aus der maroden Asse. Es wird mit weiteren Kosten für den Staat von 100 Milliarden Euro gerechnet. 
Atomkraftwerksbetreiber müssen nur eine Haftpflichtversicherung über 2,5 Milliarden Euro nachweisen. Darüber hinaus haftet der Betreiber mit seinem gesamten Kapital. EnBW, E.on, RWE und Vattenfall verfügen zusammen über 40 Milliarden Euro Kapital. Diese Summe würde bei weitem nicht ausreichen, um die durch einen GAU entstehenden Schäden zu decken. Für alle Schäden, die darüber hinausgehen, haftet der Staat und damit der Steuerzahler. Die Prämien für eine Haftpflichtversicherung, die die geschätzte Schadenssumme von 2,5 bis 5,5 Billionen Euro abdecken würde, wären so teuer, dass sich der Betrieb von Atomkraftwerken nicht mehr rentieren würde. Das Einspringen des Staates im Schadensfall sorgt dafür, dass die Kraftwerksbetreiber diese Versicherungen nicht abschließen müssen. Diese Haftungsgarantie des Staates ist eine implizite Subvention.

11. Atommüll stellt noch für eine Million Jahre eine strahlende Gefahr dar. 

Von einer heute eingelagerten Tonne Plutonium sind nach 240.000 Jahren (zehn Halbwertszeiten) noch ein Kilogramm übrig. Schon wenige Milligramm Plutonium sind tödlich. Das Plutonium stellt also noch für viele hunderttausend Jahre eine tödliche Gefahr dar. Es kann nicht davon ausgegangen werden, dass die Gesellschaft über einen Zeitraum von einer Millionen Jahre ein Endlager betreiben und bewachen kann, daher muss das Endlager für mindestens eine Million Jahre sicher und endgültig versiegelt sein. Das Auswahlverfahren für ein mögliches Endlager muss höchsten wissenschaftlichen Ansprüchen genügen.  Jeder Fehler bei der Endlagersuche wäre daher fatal, da eine Rückholung der Abfälle in diesem Szenario nicht möglich wäre. 

12. Bis heute gibt es kein sicheres Endlager für hochradioaktiven Müll aus Atomkraftwerken. 

Bis jetzt gibt es lediglich Zwischenlager. So steht der hoch radioaktive Müll teilweise unter freiem Himmel. Die Deutschen lagern ihren Atommüll in Hallen beim umstrittenen Salzstock Gorleben zwischen und die Niederländer suchen vorerst gar nicht nach einer Lösung. In Finnland wird zwar derzeit ein Endlager ins Granitgestein gebohrt, doch auch hier ist die Gefahr eines Wassereinbruchs nicht auszuschließen. Ein Endlager müsste den Atommüll für mindestens 1.000.000 Jahre sicher einschließen. Über 200.000 Tonnen hochradioaktiven Mülls warten bis jetzt auf ein sicheres Endlager. Mit jedem Jahr Laufzeit kommen aus den 17 deutschen Reaktoren rund 400 Tonnen Atommüll dazu. Auf der ganzen Welt sind derzeit insgesamt über 400 Reaktoren in Betrieb. Mehr Infos...

13. Auch im Salzstock Gorleben gibt es Wasser. 

Nicht nur in der Asse, auch im Salzstock Gorleben droht Gefahr durch Salzlauge. Es ist schon lange bekannt, dass sich im Salzgestein Flüssigkeitsblasen mit Salzlauge befinden. Dabei handelt es sich, anders als in der Asse nicht um eindringendes Wasser aus dem Deckgestein, sondern um sogenanntes fossiles Wasser, dass seit 250 Millionen Jahren im Salzgestein eingeschlossen ist. Trotzdem würde auch dieses eindringende Wasser die Behälter beschädigen, radioaktive Stoffe ausspülen, und es käme zu chemischen Reaktionen, bei denen Wasserstoff freigesetzt würde. Kritiker sehen auch einen Schwachpunkt in der sogenannten Gorlebenrinne. Sie ist eine Verschiebung im Deckgestein die während der letzten Eiszeit entstanden ist. 

14. Auch die Castor-Behälter, in denen der Atommüll transportiert wird, geben radioaktive Strahlung ab.

Beim Castortransport im November 2008 von der französischen Wiederaufbereitungsanlage La Hague in das Zwischenlager Gorleben fanden neben den offiziellen Messungen, Messungen im Auftrag von Greenpeace statt. Die Messungen fanden in einer Entfernung von 14 Metern vom Castorbehälter entfernt statt. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass die Neutronenstrahlung um den Faktor 500 gegenüber der natürlichen Strahlung erhöht war. Diese Werte liegen zwar noch unter den Grenzwerten, die Gutachter merkten aber an, dass die Grenzwerte nicht unumstritten sind. Es wurde zudem festgestellt, dass die Strahlenbelastung sich gegenüber dem Transport von 2005 erhöht hat. 

15. Das Versuchsendlager Asse säuft schon nach 20 Jahren ab und die Sanierung wird mit Steuergeldern bezahlt. 

Die Asse ist marode und der denkbar schlechteste Ort, um radioaktiven und giftigen Müll zu lagern. In den 1960er und 70er Jahren entsorgte die Atomindustrie unter dem Deckmantel der Forschung billig ihren Müll in der Asse. Sie ließen ihre abgebrannten Brennstäbe von der Wiederaufbereitungsanlage Karlsruhe wiederaufbereiteten. Während die aufgearbeiteten Brennstäbe wieder in die AKW kamen, war das abgespaltene Plutonium nun Forschungsmüll. Jetzt müssen die mindestens 126.000 Fässer geborgen werden. Dabei weiß niemand so genau, was in den Fässern schlummert. Die Asse ist ständig von einem massiven Wassereinbruch bedroht. Schon jetzt sickern täglich zwölf Kubikmeter Wasser in das Bergwerk. Und das Wasser wird zu einer massiven Bedrohung. Es besteht die Gefahr, dass radioaktive und giftige Stoffe ausgespült werden und so ins Grundwasser gelangen. Die Feuchtigkeit bedroht die Stabilität der Kammern. Korrosion und Zersetzungsvorgänge werden beschleunigt, und es entstehen explosive Gase wie Wasserstoff und Methan.Nun muss die Asse saniert werden. Für die Asse zahlen die Atomkonzerne 1,9 Millionen Euro, während die Sanierung wahrscheinlich 2 bis 4 Milliarden Euro kosten wird. An der Stilllegung von Morsleben haben sich die Atomkonzerne mit 85 Millionen Euro beteiligt. Die tatsächlichen Kosten lagen jedoch bei 2,3 Milliarden Euro. Die Differenz wurde aus dem Steuersäckel beglichen. Der Steuerzahler muss also für die Altlasten der Atomindustrie gerade stehen. 

16. Die reichhaltigen und gut zugänglichen Uranvorräte werden schon in wenigen Jahrzehnten zur Neige gehen.

2009 wurden weltweit 50.500 Tonnen Uran abgebaut. Der Bedarf lag gleichzeitig bei 65.000 Tonnen. Das Defizit kann derzeit noch mit Lagerbeständen und ausgeschlachteten Atomwaffen gedeckt werden. Wiederaufbereitete Brennstäbe decken gerade mal vier Prozent des Bedarfs. Der „Peak-Uran“ war schon in den 1980er Jahren mit einer Förderleistung von 70.000 Tonnen erreicht. Eine Mine in Kanada, die zehn Prozent der welweiten Förderleistung brachte, ist nach einem Felssturz und Wassereinbruch geschlossen. Länder wie Deutschland, Frankreich und auch bald die USA sind vollkommen von Importen abhängig. Mit dem steigenden Uranpreis werden immer unrentablere Vorkommen ausgebeutet. Dadurch steigen die jetzt schon enormen Folgekosten für Mensch und Umwelt durch Strahlenbelastung und Naturverbrauch. Vor allem in Entwicklungsländern wird Uran ohne Rücksicht auf Mensch und Natur abgebaut. Mehr Infos...

17. Beim Uranabbau in ärmeren Ländern werden die Menschenrechte mit Füßen getreten.

Neben Gold und Diamanten schlummern auch Uranerze im afrikanischen Boden. Der französische Atomkonzern Areva baut seit über 40 Jahren in Arlit (Niger) Uran ab. Im Firmenvideo präsentiert Areva eine heile Welt. Die Mine sorge für Arbeit und Wohlstand und die Sicherheitsstandards entsprächen denen in Europa und den USA. Umweltschützer, Menschenrechtsaktivisten und Journalisten vor Ort bewerten die Lage jedoch völlig anders. Sie sprechen von ungenügendem Schutz der Arbeiter und von einem unverantwortlichen Umgang mit der Umwelt. Der radioaktive Schutt wird unter freiem Himmel gelagert und durch den Wind weit in der Umgebung verbreitet. Die Strahlung belastet so Gewässer, Böden, Tiere und Pflanzen und gefährdet damit die Lebensgrundlagen der Bevölkerung. Vom Reichtum der Bodenschätze kommt bei der Bevölkerung nichts an, die Schürfrechte werden über ihre Köpfe hinweg vergeben. 

18. Strom aus Atomkraftwerken ist keineswegs zuverlässig. 

„Wo soll der Öko-Strom herkommen, wenn die Sonne nicht scheint oder der Wind nicht weht?“ Mit diesem Mantra der Versorgungssicherheit argumentieren Atombefürworter immer wieder gegen erneuerbare Energien. Doch auch Atomstrom ist nicht unabhängig vom Wetter. Die meisten deutschen Meiler kühlen ihre Reaktoren mit Flusswasser. Das heizt die Flüsse auf. In langen Wärmeperioden kann so die Temperatur in den Flüssen stark ansteigen. Dies führt zu einem Sauerstoffmangel im Wasser, und das Gewässer droht umzukippen. Bei einem Grenzwert von 28°C dürfen die Atomkraftwerke kein Kühlwasser mehr in die Flüsse leiten und müssen demzufolge abgeschaltet werden. Auch die komplizierte, gefährliche und dadurch anfällige Technologie in den Atomkraftwerken führt immer wieder dazu, dass Atomkraftwerke keinen Strom produzieren. 

19. Eine Verlängerung von Laufzeiten ist verfassungswidrig.

Die Verlängerung der Laufzeiten der Atomkraftwerke ist verfassungswidrig. So ist jedenfalls die Meinung einiger Verfassungsrechtler. BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN, die SPD und Umweltverbände klagen daher auch vor dem Bundesverfassungsgericht gegen das Atomgesetz der schwarz-gelben Regierung. Sie sehen die Schutzpflicht des Staates nach Art. 2 Abs. 2 und Art. 14 Abs. 1 GG verletzt. Zudem sind die Länder von einer Laufzeitverlängerung direkt betroffen, so dass das Atomgesetz im Bundesrat zustimmungspflichtig gewesen wäre. Die Bundesregierung hat das Gesetz ohne Zustimmung des Bundesrats durchgeboxt. Mehr Infos...

20. Atomkraft ist nicht klimaneutral.

Gerne führen Atomkraftlobbyisten das Argument vom „Klimaschützer Atomkraft“ ins Feld. Das ist nur auf den ersten Blick plausibel. Richtig ist: Bei der Produktion von Atomstrom wird deutlich weniger CO2 ausgestoßen als bei Kohlestrom. Aber: Der Weiterbetrieb von Atomkraftwerken verhindert, dass erneuerbare Energien ausgebaut und wirklich saubere Techniken genutzt werden. Atomstrom verstopft die Netze und verhindert den Ausbau der Erneuerbaren. Eine Laufzeitverlängerung behindert auch dringend notwendige Investitionen in klimafreundlichere Energien. Schon jetzt reduzieren Stadtwerke Investitionen in hocheffiziente Kraftwerke, und der Aufbau von Offshore-Windanlagen steht still. Außerdem: Müssten zusätzlich 1000 Atommeiler gebaut werden, um weltweit relevant den CO2-Ausstoß zu senken. Dafür sind weder das nötige Uran noch die finanziellen Mittel vorhanden, geschweige denn von einer Endlagerlösung für den abgebrannten Kernbrennstoff. Letztendlich: Auch Atomenergie produziert CO2, nämlich beim Uranabbau und Transport. Diesen Posten kalkulieren die Atomkonzerne nicht mit in ihre CO2 Bilanzen ein. Um das Uranoxid aus dem Erz zu lösen werden Millionen Liter Wasser und Schwefelsäure benötigt. Die Rückstände verdunsten unter freiem Himmel und zurück bleibt ein hochgiftiger Schlamm.

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Heute: Defekte Brennstäbe

Vattenfall musste weitere Pannen zugeben. Grüne Demonstranten forderten die endgültige Abschaltung von Krümmel!

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Atomausstieg

Unsere Position zum Thema Atomausstieg.

Tschernobyl ist nicht vergessen

Den Atomausstieg vorantreiben. Beschluss des Parteirats zum Tschernobyl-Gedenktag

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Stromlücke durch Atomstrom

Frankreich muss Unmengen an Strom importieren. Ein Interview mit Rebecca Harms

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Der Atomkraft geht der Brennstoff aus

Astrid Schneider über die Knappheit der weltweiten Uranvorkommen, die Importabhängigkeit Deutschlands und die Gefahren des schnellen Brüters.

Kommentare

Marius
13-03-11 14:05
1. Szenario: Stellen sie sich mal vor, die Schwarz-Gelbe Bundesregierung würde den Atomausstieg beschleunigen: welches
Argument würde dann noch dafür sprechen, die Grünen zu wählen??

Kein anderes Umweltthema in Deutschland ist so populär wie die Kernkraft. Ohne KKWs, keine Grünen.

2. Szenario: Die Deutschen würden die Grünen wählen, und die KKWs würden so schnell wie möglich abgeschaltet. Spätestens, wenn der Strom für Geringverdiener unbezahlbar geworden ist, würde die Suche nach den Schuldigen beginnen. Das wären die Grünen.

3. Szenario: Es wird eine Möglichkeit gefunden, Atommüll so aufzubereiten, dass kein Radioaktiver Müll entsteht. Dann würden sich alle sehnlichst die KKWs und preiswerten Strom zurückwünschen. Die Schuldigen wären die Grünen.

4. Szenario: Die Grünen werden gewählt, und der Ausbau der EE rasant vorangetrieben. Es kommt zu Stromausfällen und Kurzschlüssen. Es herrscht akuter Strommangel. Strom muss aus Frankreich (Aus Kernkraft) zugekauft werden. Die Franzosen freuen sich. Die Schuldigen sind die Grünen!

5. Szenario: Andere Länder intensivieren ihre Kernkraft-Forschung und entwickeln zu 100% sichere KKWs. Sie können viel billigeren Strom herstellen als in Deutschland -> Deutschland ist nicht mehr Konkurrenzfähig.


Der Erfolg der Grünen wäre nur kurzfristig und hätte drastische Folgen für die Wirtschaft in Deutschland.
os_
13-03-11 12:33
Es ist ja unheimlich beruhigend, wenn Frau Merkel sich Monate nach der Laufzeitverlängerung jetzt Gedanken über die Sicherheitsstandards zu machen beginnt, nachdem in Japan jetzt das erste AKW gerade in die Luft fliegt...
Stefan
13-03-11 11:02
Was gibt es den für Alternativen?

Solarthermie in den Wüstenländern und Helium 3 vom Mond sonst nix!

Hier wird nur "rum-geweint" alles schädlich usw,
Aber wie wollt Ihr die Grundlast in Deutschland decken?

Geht einfach nicht mit Ökostrom

Kaufen wir dann billigen Strom aus AKW's in CZ, FR usw?
Da kann Deutschland alle AKW's abschalten und an den Grenzen stehen viele alte AKW's.

Ganz großes Kino hier
Jan
13-03-11 10:41
Und der Ausstieg wäre natürlich super einfach, denn all die Leute die dort in den AKWs Arbeit haben können natürlich bei der Solarindustrie und bei den Windkraftanlagen weiterarbeiten. Und lieber weiter das Land mit Windparks verschandeln Und Solarzellen am besten auch auf Autodächern.
Atomenergie ist eben immer noch am effizientesten. Und jetzt mir Panikmache hier Politik zu machen und a la Trittin mit Erdbebengenbieten in Deutschland Horrorsezanarios zu kreieren. Sorry Grüne, das ist albern.
Umweltschutz interessiert mich nur insoweit, als das ich Geld sparen kann.
Viel Erfolg noch beim Traumtanzen, ich geh zwar weiter wählen, aber als Zyniker.
nanon
13-03-11 03:20
Ich bin auch komplett gegen die Atomenergie. Aber solange es keine konkreten Alternativen gibt sind wir leider darauf angewiesen. Denn der Strom kommt ja nicht einfach so aus der Steckdose, er muss ja irgendwie produziert werden.

Und da es immer noch zuwenig Alternativen gibt sind wie wohl alle auf diesen Strom angewiesen.

Würde jetzt jedes Dach in Deutschland eine Solaranlage/Photovolt-Anlage haben, würden auf jedem windigen Plätzchen Windräder stehen bräuchten wir keinen Atomstrom.

Aber die wenigsten der Leute, die gegen den Atomstrom sind wollen 1. in ihrer Nähe ein Windrad stehen haben und 2. sich eine eigentlich schöne Dachfläche mit kostenintensiven Solarpaneelen verschandeln.

Ich kann hier gegen den Atomstrom nur dann posten, wenn ich Alternativen habe. Und nicht nur einfach sagen: Ich bin dagegen !!!

Welcher User hat von den hier geschriebenen Nachrichten z.B. ein Solardach oder ein Windrad im Garten und entlastet die Umwelt ?

Es ist doch so, dass die meisten Leute umweltfreundliche Energie wollen, aber dann bitteschön kein Windrad in meiner Nähe und kein kostenintensives und unschönes Solardach auf meinem Dach !!! Ist doch ein Witz !!! Entweder ich will den Ausstieg aus dem Atomstrom und mache aktiv mit (z.B. durch eine Installation von Solar auf meinem Dach)oder ich halte meine Klappe !

Was ist, wenn heute alle Atomkraftwerke abgeschaltet werden, auch die im benachbarten Ausland die Deutschland beliefern ? Wir ständen im Dunkeln !

Ich fordere auch den Atomausstieg.
Aber ich darf Dies, da ich selbst 2 Solardächer die ca. 8000 - 9000 kwH pro Jahr produzieren und damit genug kwH für 2 normale Haushalte. Und die waren teuer und sehen eigentlich nicht schön aus. Aber ich wollte es so um meinen Beitrag zu leisten. Außerdem unterstütze mich die Bundesregierung mit günstigen Krediten.

Deshalb nochmals : Bitte nur dann posten wenn man Alternativen aufzeigen kann. Wenn man selbst einen Beitrag für den Atomausstieg leistet !
Michael
08-03-11 05:26
Gorleben wurde politisch und nicht Wissenschaftlich entschieden das schlimmste ist das Gorleben auf der Schwarzenliste steht man Sollte den Müll im Süden im Ton unterbringen so wie es die Schweiz geplant hat und schon mit 3 untersuchungsstätten vorgezeigt hat
hans
07-03-11 11:23
Ich mag atomkraft nicht!
es macht alles kaputt!

ich denke die welt steht sowieso gerade vo dem untergang..
erdgas, öl, atom?!!
was kommt noch alles auf uns zu?!
='(
ManuelN
28-02-11 14:01
@ExpertefürAlles

Überspitzt gesagt:
Möchtest du unseren Kindern und Enkelkindern die bei einem möglichen Super-GAU an Strahlungsschäden leiden dann sagen:
"Ja ne sorry, ich wollte damals halt nicht im Dunkeln sitzen."?

;)
Titus
13-02-11 16:38
Wenn man diese Liste liest, sollte man meinen, dass die Grüne Ratsfraktion in Bielefeld nicht am Weiterbetrieb des AKW Grohnde aktiv arbeitet. In Bielefeld wird seitens der grünen Fraktion für die Zeit nach dem Jahr 2017, wo Grohnde vom Netz gegangen wäre, weder auf ein alternatives Konzept der Stromerzeugung der Stadtwerke hingewirkt noch gegen diese gearbeitet. Statt dessen wird der Weiterbetrieb billigend in Kauf genommen, mit der klammen Haushaltslage und dem "Sachzwang" Koalitionsvertrag argumentiert. Das hat nichts mit dem "klaren" Statement gegen Atomenergie zu tun und kann wohl nur als "Mogelpackung" bezeichnet werden...und das wäre mehr als freundlich...Wenn sich die Grünen ehrlich zu ihrer Vergangenheit und einer gestaltenden Zukunft bekennen wollen, kann es ja wohl kaum wie in Bielefeld laufen...
Leser
31-01-11 07:09
@jonasm,
sicher hat der Kunde Einfluss darauf welcher Strom Vorrangig produziert werden. Allerdings benötigt man für die Sicherstellung der Funktion des Stromnetzes immer Großkrafwerkkapazitäten die das Netz Stabil halten, deswegen wird bei den Erneuerbaren immer ein Anteil an Kraftwerksproduktion beinhaltet sein, welcher sich zusätzlich im Strompreis niederschlägt. Somit hat der Kunde nicht wirklich den kompletten Einfluss, denn es muss trotzdem technisch umsetzbar sein! Hinzu kommt, dass der Kunde trotz Windflaute in der Abenddämmerung trotzdem Fernsehn schaut , und damit das geht bekommt er im Zweifel auch Atomstrom!
Kommentar

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