20 Fakten über Atomkraft

Atomkraft ist weder günstig noch sicher. Wir haben zwanzig Fakten zum Weitervebreiten gesammelt

Atomkraft ist weder effizient noch nachhaltig oder gar sicher. Wir haben 20 Fakten zum Weiterverbreiten gesammelt:

1. Alle drei Tage kommt es zu einem sicherheitsrelevanten Ereignis in einem deutschen Atomkraftwerk.

Seit 1975 sind alle Betreiber von Atomkraftwerken verpflichtet Zwischenfälle in ihren  Anlagen an die Aufsichtsbehörden zu melden. Seit 1991 gilt dies auch für Forschungsreaktoren. Inzwischen müssen auch nukleare Ver- und Entsorgungsbetriebe Zwischenfälle melden. Das Bundesamt für Strahlenschutz veröffentlicht monatlich einen Bericht über diese meldepflichtigen Ereignisse. 2009 gab es in Deutschland in allen kerntechnischen Anlagen insgesamt 134 meldepflichtige Vorfälle. Alle Ereignisse werden nach der „Internationalen Bewertungsskala für nukleare Ereignisse“ (INES) zwischen null und sieben eingestuft. Wobei sieben für den nuklearen GAU, wie 1986 in Tschernobyl, steht. Die kritischsten Störfälle in deutschen Atomkraftwerken gab es 1998 in Unterweser und zwei 2001 in Philippsburg. Sie wurden auf der INES-Skala mit zwei eingestuft. 

2. Ein Atomkraftwerk ist umso unsicherer, je länger es in Betrieb ist.

Jeder kennt das: ein betagtes Elektrogerät gibt den Geist auf, ein altes Haus bekommt Risse und der Putz bröckelt. Atomkraftwerken geht es da nicht anders. Die werden zwar regelmäßig gewartet, sind aber auch ganz anderen Belastungen ausgesetzt und ungleich komplexer als ein MP3-Player. Isolierungen von Elektrokabeln werden spröde, Rohrleitungen erodieren, mechanische Teile verschleißen und Schmiermittel verharzen. Solcherlei Alterungsprozesse haben schon zu diversen Störfällen in Atomkraftwerken geführt. Wie etwa der Transformatorbrand im AKW Krümmel 2007. Neben den Alterungsprozessen sind die Meiler auch nicht mehr auf dem aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik. Dies betrifft vor allem die Sicherheitstechnik, wie Brandschutz und Notstromversorgung. 

3. Atomkraftwerke sind nicht gegen Flugzeugabstürze geschützt. 

Als Biblis gebaut wurde, hatte niemand damit gerechnet, dass jemand mal ein Flugzeug als Bombe benutzen würde. Seit dem 11. September 2001 wissen wir, dass es Menschen gibt, die zu allem bereit sind. Seitdem schwebt eine mal mehr, mal weniger konkrete Terrorgefahr wie ein Damoklesschwert über uns. Was, wenn sich terroristische Gruppen ein Atomkraftwerk als Ziel aussuchen? Fakt ist: die Sicherheitsbehälter vieler deutscher Atomkraftwerke würden nicht einmal dem Absturz eines Kleinflugzeugs standhalten. Von einem Passagierflugzeug oder einem Raketenangriff ganz zu schweigen. Ein solcher Angriff würde unweigerlich zur Kernschmelze führen. Die freigesetzte Strahlung wäre für die Bevölkerung im weiten Umkreis des Atomkraftwerks tödlich. Nicht auszumalen, was so etwas für die Rhein-Main-Neckar-Region in unmittelbarer Nähe von Biblis bedeuten würde. 

4. Ein Atomkraftwerk hat keinen Not-Aus.

Viele Atomkraftwerke verfügen zwar über eine Schnellabschaltung, das Wort „schnell“ ist aber irreführend. Auch nachdem die Kettenreaktion gestoppt wurde, produzieren die Brennstäbe weiter Hitze, die sogenannte Nachzerfallswärme. Die Temperatur steigt ohne Kühlung um 20 bis 60°C pro Minute. Fällt die Kühlung aus, etwa weil die Stromversorgung unterbrochen ist, ist der Reaktor nur noch schwer zu beherrschen, und es kann zu einer Kernschmelze kommen. Die Temperatur und der Druck im Reaktor steigen so stark an, dass über ein Ventil Dampf abgelassen werden muss. Dieser enthält radioaktive Stoffe. Zudem besteht die Gefahr einer Wasserstoffexplosion, die die Lage am havarierten Reaktor weiter verschlimmert. Die Ereignisse im japanischen Atomkraftwerk Fukushima 1 zeigen, dass auch mit modernster Technik die Reaktoren im Ernstfall nicht mehr zu kontrollieren sind. Mehr Infos...

5. Ein Super-GAU in einem hiesigen Atomkraftwerk hätte noch schlimmere Folgen als Tschernobyl.

Die Folgen eines Reaktorunfalls in Deutschland wären schlimmer als in Tschernobyl. Ein Szenario: das Atomkraftwerk Biblis. Anders als Tschernobyl ist Biblis kein Graphit-Reaktor. Die Strahlung würde nicht durch ein extrem heißes Graphitfeuer in hohe Atmosphärenschichten transportiert, sondern im direkten Umkreis niedergehen. Deutschland ist heute viel dichter besiedelt als die Gegend um Tschernobyl 1986. Biblis steht am Rande des Rhein-Main und Rhein-Neckar Gebiets. Insgesamt wären ca. 15 Millionen Menschen von einer Umsiedlung betroffen und würden ihre Heimat und Arbeit verlieren. Ein großer Teil unseres Landes wäre auf unabsehbare Zeit weder bewohn- noch passierbar. Der finanzielle Schaden wird auf 2,5 bis 5,5 Billionen Euro geschätzt. Die sozialen und politischen Folgen wären überhaupt nicht abzuschätzen. 

6. Kinder haben ein erhöhtes Krebsrisiko, wenn in ihrer Nähe ein Atomkraftwerk steht.

Radioaktivität und Krebs sind ein unzertrennliches Paar. Es hat eine Weile gedauert, bis sich dieser Zusammenhang den Menschen erschloss. Immer wieder gab es Berichte, dass sich im Umkreis von Atomkraftwerken die Krebsfälle häufen. Mainzer Wissenschaftler haben 2007 den Zusammenhang zwischen Blutkrebs bei Kindern und der Nähe von Atomkraftwerken nachgewiesen. 2010 hat sich eine italienische Studie ebenfalls mit dem steigenden Krebsrisiko in der Umgebung von Atomkraftwerken beschäftigt. Auch sie hat gezeigt, dass im Umkreis von Atomkraftwerken das Krebsrisiko signifikant höher ist. 

7. Eine Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken verhindert Investitionen und Forschung bei den Erneuerbaren Energien. 

Atomkraftwerke sind unheimlich träge. Ihnen fehlt die notwendige Flexibilität, um die schwankende Leistung von Solar- und Windenergie auszugleichen. So laufen heute schon bei starkem Wind viele Windräder im Leerlauf. Bleiben die Reaktoren noch länger am Netz, fehlt der Anreiz, weiter in erneuerbare Energien zu investieren. Da zu viel Atom- und Kohlestrom im Netz ist, laufen Wind-, Wasser- und Sonnenwirte Gefahr, ihren Strom nicht los zu werden. Je länger die Atomkraftwerke Strom produzieren, desto schwieriger wird es, Geld für die notwendigen Investitionen in Speicher- und Transporttechnik aufzubringen. Die Atomkraftwerke werden so zu Bremsklötzen beim Umbau unserer Energieversorgung. Mehr Infos...

8. Von den längeren Laufzeiten für Atomkraftwerke profitieren nur die Energiekonzerne.

Sinken durch die Verlängerung der Atomlaufzeiten die Strompreise? Das Öko-Institut in Darmstadt hat mal nachgerechnet. Kurze Antwort: nein! Im Vergleich mit anderen europäischen Ländern konnten sie keinen Zusammenhang zwischen dem Anteil an Atomenergie an der Stromversorgung und dem Strompreisniveau feststellen. Der Strompreis in Deutschland entwickelte sich unabhängig von den Stillstandszeiten der Atomkraftwerke. Vielmehr bedeuten die Laufzeitverlängerungen, dass Investitionen in erneuerbare Energien zurückgehen. Wir wären also länger von fossilen Brennstoffen und dem Import von Uran abhängig. Deren Preise werden in Zukunft noch stärker steigen. Daher ist langfristig bei einer Laufzeitverlängerung mit einem Anstieg der Strompreise zu rechen. Den Atomkonzernen spült die Laufzeitverlängerung für jedes AKW täglich eine Millionen Euro in die Kassen.  

9. Neue Atomkraftwerke rechnen sich nicht. 

Für Investoren ist die wichtigste Frage: bringt meine Anlage Rendite? Diese Frage stellten sich Analysten der Citigroup in Bezug auf Investitionen bei Atomkraftwerken. Anlass der Analyse war der Plan der britischen Regierung, neue Kernkraftwerke zu bauen. Das Ergebnis der Finanzfachleute der Citigroup ist eindeutig. Hier sollte nicht investiert werden. Weil: 1. Die Atomtechnologie so kontrovers ist, dass mit zeitlichen und finanziellem Mehraufwand bei der Planung gerechnet werden muss. 2. Sind die erwarteten Baukosten mit 5,6 Milliarden Euro zu hoch. 3. Die Grenzkosten für eine MWh Strom eines Atomkraftwerks sind zu hoch. 4. Atomkraftwerke sind sehr anfällig für Ausfälle. Ein halbes Jahr Stillstand würde etwa 100 Millionen Euro kosten. 5. Die hohen Entsorgungskosten. Fazit: wenn das Atomkraftwerk nicht massiv beim Bau, der Stromabnahme und Entsorgung staatlich subventioniert wird, ist eine Investition nicht sinnvoll. 

10. Die Atombranche kassiert Milliardensubventionen. 

Jede Kilowattstunde Atomstrom wird mit etwa vier Cent subventioniert. Bei den Erneuerbaren Energien beträgt die Subvention nur zwei Cent. Vier Cent, das klingt ja nicht viel. Wenn aber bedacht wird, wie viel Strom deutsche Meiler seit ihrer Inbetriebnahme produziert haben, kommt eine beachtliche Summe zusammen. Da die Meiler längst abgeschrieben sind, klingelt es mit jeder produzierten Kilowattstunde in der Kasse der Betreiber. Bisher hat der Staat 204 Milliarden Euro Steuergeld in die Atomwirtschaft gesteckt. Und es kommen weitere Kosten auf uns zu. Die Entsorgung der Brennstoffe und die Rückholung des Atommülls aus der maroden Asse. Es wird mit weiteren Kosten für den Staat von 100 Milliarden Euro gerechnet. 
Atomkraftwerksbetreiber müssen nur eine Haftpflichtversicherung über 2,5 Milliarden Euro nachweisen. Darüber hinaus haftet der Betreiber mit seinem gesamten Kapital. EnBW, E.on, RWE und Vattenfall verfügen zusammen über 40 Milliarden Euro Kapital. Diese Summe würde bei weitem nicht ausreichen, um die durch einen GAU entstehenden Schäden zu decken. Für alle Schäden, die darüber hinausgehen, haftet der Staat und damit der Steuerzahler. Die Prämien für eine Haftpflichtversicherung, die die geschätzte Schadenssumme von 2,5 bis 5,5 Billionen Euro abdecken würde, wären so teuer, dass sich der Betrieb von Atomkraftwerken nicht mehr rentieren würde. Das Einspringen des Staates im Schadensfall sorgt dafür, dass die Kraftwerksbetreiber diese Versicherungen nicht abschließen müssen. Diese Haftungsgarantie des Staates ist eine implizite Subvention.

11. Atommüll stellt noch für eine Million Jahre eine strahlende Gefahr dar. 

Von einer heute eingelagerten Tonne Plutonium sind nach 240.000 Jahren (zehn Halbwertszeiten) noch ein Kilogramm übrig. Schon wenige Milligramm Plutonium sind tödlich. Das Plutonium stellt also noch für viele hunderttausend Jahre eine tödliche Gefahr dar. Es kann nicht davon ausgegangen werden, dass die Gesellschaft über einen Zeitraum von einer Millionen Jahre ein Endlager betreiben und bewachen kann, daher muss das Endlager für mindestens eine Million Jahre sicher und endgültig versiegelt sein. Das Auswahlverfahren für ein mögliches Endlager muss höchsten wissenschaftlichen Ansprüchen genügen.  Jeder Fehler bei der Endlagersuche wäre daher fatal, da eine Rückholung der Abfälle in diesem Szenario nicht möglich wäre. 

12. Bis heute gibt es kein sicheres Endlager für hochradioaktiven Müll aus Atomkraftwerken. 

Bis jetzt gibt es lediglich Zwischenlager. So steht der hoch radioaktive Müll teilweise unter freiem Himmel. Die Deutschen lagern ihren Atommüll in Hallen beim umstrittenen Salzstock Gorleben zwischen und die Niederländer suchen vorerst gar nicht nach einer Lösung. In Finnland wird zwar derzeit ein Endlager ins Granitgestein gebohrt, doch auch hier ist die Gefahr eines Wassereinbruchs nicht auszuschließen. Ein Endlager müsste den Atommüll für mindestens 1.000.000 Jahre sicher einschließen. Über 200.000 Tonnen hochradioaktiven Mülls warten bis jetzt auf ein sicheres Endlager. Mit jedem Jahr Laufzeit kommen aus den 17 deutschen Reaktoren rund 400 Tonnen Atommüll dazu. Auf der ganzen Welt sind derzeit insgesamt über 400 Reaktoren in Betrieb. Mehr Infos...

13. Auch im Salzstock Gorleben gibt es Wasser. 

Nicht nur in der Asse, auch im Salzstock Gorleben droht Gefahr durch Salzlauge. Es ist schon lange bekannt, dass sich im Salzgestein Flüssigkeitsblasen mit Salzlauge befinden. Dabei handelt es sich, anders als in der Asse nicht um eindringendes Wasser aus dem Deckgestein, sondern um sogenanntes fossiles Wasser, dass seit 250 Millionen Jahren im Salzgestein eingeschlossen ist. Trotzdem würde auch dieses eindringende Wasser die Behälter beschädigen, radioaktive Stoffe ausspülen, und es käme zu chemischen Reaktionen, bei denen Wasserstoff freigesetzt würde. Kritiker sehen auch einen Schwachpunkt in der sogenannten Gorlebenrinne. Sie ist eine Verschiebung im Deckgestein die während der letzten Eiszeit entstanden ist. 

14. Auch die Castor-Behälter, in denen der Atommüll transportiert wird, geben radioaktive Strahlung ab.

Beim Castortransport im November 2008 von der französischen Wiederaufbereitungsanlage La Hague in das Zwischenlager Gorleben fanden neben den offiziellen Messungen, Messungen im Auftrag von Greenpeace statt. Die Messungen fanden in einer Entfernung von 14 Metern vom Castorbehälter entfernt statt. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass die Neutronenstrahlung um den Faktor 500 gegenüber der natürlichen Strahlung erhöht war. Diese Werte liegen zwar noch unter den Grenzwerten, die Gutachter merkten aber an, dass die Grenzwerte nicht unumstritten sind. Es wurde zudem festgestellt, dass die Strahlenbelastung sich gegenüber dem Transport von 2005 erhöht hat. 

15. Das Versuchsendlager Asse säuft schon nach 20 Jahren ab und die Sanierung wird mit Steuergeldern bezahlt. 

Die Asse ist marode und der denkbar schlechteste Ort, um radioaktiven und giftigen Müll zu lagern. In den 1960er und 70er Jahren entsorgte die Atomindustrie unter dem Deckmantel der Forschung billig ihren Müll in der Asse. Sie ließen ihre abgebrannten Brennstäbe von der Wiederaufbereitungsanlage Karlsruhe wiederaufbereiteten. Während die aufgearbeiteten Brennstäbe wieder in die AKW kamen, war das abgespaltene Plutonium nun Forschungsmüll. Jetzt müssen die mindestens 126.000 Fässer geborgen werden. Dabei weiß niemand so genau, was in den Fässern schlummert. Die Asse ist ständig von einem massiven Wassereinbruch bedroht. Schon jetzt sickern täglich zwölf Kubikmeter Wasser in das Bergwerk. Und das Wasser wird zu einer massiven Bedrohung. Es besteht die Gefahr, dass radioaktive und giftige Stoffe ausgespült werden und so ins Grundwasser gelangen. Die Feuchtigkeit bedroht die Stabilität der Kammern. Korrosion und Zersetzungsvorgänge werden beschleunigt, und es entstehen explosive Gase wie Wasserstoff und Methan.Nun muss die Asse saniert werden. Für die Asse zahlen die Atomkonzerne 1,9 Millionen Euro, während die Sanierung wahrscheinlich 2 bis 4 Milliarden Euro kosten wird. An der Stilllegung von Morsleben haben sich die Atomkonzerne mit 85 Millionen Euro beteiligt. Die tatsächlichen Kosten lagen jedoch bei 2,3 Milliarden Euro. Die Differenz wurde aus dem Steuersäckel beglichen. Der Steuerzahler muss also für die Altlasten der Atomindustrie gerade stehen. 

16. Die reichhaltigen und gut zugänglichen Uranvorräte werden schon in wenigen Jahrzehnten zur Neige gehen.

2009 wurden weltweit 50.500 Tonnen Uran abgebaut. Der Bedarf lag gleichzeitig bei 65.000 Tonnen. Das Defizit kann derzeit noch mit Lagerbeständen und ausgeschlachteten Atomwaffen gedeckt werden. Wiederaufbereitete Brennstäbe decken gerade mal vier Prozent des Bedarfs. Der „Peak-Uran“ war schon in den 1980er Jahren mit einer Förderleistung von 70.000 Tonnen erreicht. Eine Mine in Kanada, die zehn Prozent der welweiten Förderleistung brachte, ist nach einem Felssturz und Wassereinbruch geschlossen. Länder wie Deutschland, Frankreich und auch bald die USA sind vollkommen von Importen abhängig. Mit dem steigenden Uranpreis werden immer unrentablere Vorkommen ausgebeutet. Dadurch steigen die jetzt schon enormen Folgekosten für Mensch und Umwelt durch Strahlenbelastung und Naturverbrauch. Vor allem in Entwicklungsländern wird Uran ohne Rücksicht auf Mensch und Natur abgebaut. Mehr Infos...

17. Beim Uranabbau in ärmeren Ländern werden die Menschenrechte mit Füßen getreten.

Neben Gold und Diamanten schlummern auch Uranerze im afrikanischen Boden. Der französische Atomkonzern Areva baut seit über 40 Jahren in Arlit (Niger) Uran ab. Im Firmenvideo präsentiert Areva eine heile Welt. Die Mine sorge für Arbeit und Wohlstand und die Sicherheitsstandards entsprächen denen in Europa und den USA. Umweltschützer, Menschenrechtsaktivisten und Journalisten vor Ort bewerten die Lage jedoch völlig anders. Sie sprechen von ungenügendem Schutz der Arbeiter und von einem unverantwortlichen Umgang mit der Umwelt. Der radioaktive Schutt wird unter freiem Himmel gelagert und durch den Wind weit in der Umgebung verbreitet. Die Strahlung belastet so Gewässer, Böden, Tiere und Pflanzen und gefährdet damit die Lebensgrundlagen der Bevölkerung. Vom Reichtum der Bodenschätze kommt bei der Bevölkerung nichts an, die Schürfrechte werden über ihre Köpfe hinweg vergeben. 

18. Strom aus Atomkraftwerken ist keineswegs zuverlässig. 

„Wo soll der Öko-Strom herkommen, wenn die Sonne nicht scheint oder der Wind nicht weht?“ Mit diesem Mantra der Versorgungssicherheit argumentieren Atombefürworter immer wieder gegen erneuerbare Energien. Doch auch Atomstrom ist nicht unabhängig vom Wetter. Die meisten deutschen Meiler kühlen ihre Reaktoren mit Flusswasser. Das heizt die Flüsse auf. In langen Wärmeperioden kann so die Temperatur in den Flüssen stark ansteigen. Dies führt zu einem Sauerstoffmangel im Wasser, und das Gewässer droht umzukippen. Bei einem Grenzwert von 28°C dürfen die Atomkraftwerke kein Kühlwasser mehr in die Flüsse leiten und müssen demzufolge abgeschaltet werden. Auch die komplizierte, gefährliche und dadurch anfällige Technologie in den Atomkraftwerken führt immer wieder dazu, dass Atomkraftwerke keinen Strom produzieren. 

19. Eine Verlängerung von Laufzeiten ist verfassungswidrig.

Die Verlängerung der Laufzeiten der Atomkraftwerke ist verfassungswidrig. So ist jedenfalls die Meinung einiger Verfassungsrechtler. BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN, die SPD und Umweltverbände klagen daher auch vor dem Bundesverfassungsgericht gegen das Atomgesetz der schwarz-gelben Regierung. Sie sehen die Schutzpflicht des Staates nach Art. 2 Abs. 2 und Art. 14 Abs. 1 GG verletzt. Zudem sind die Länder von einer Laufzeitverlängerung direkt betroffen, so dass das Atomgesetz im Bundesrat zustimmungspflichtig gewesen wäre. Die Bundesregierung hat das Gesetz ohne Zustimmung des Bundesrats durchgeboxt. Mehr Infos...

20. Atomkraft ist nicht klimaneutral.

Gerne führen Atomkraftlobbyisten das Argument vom „Klimaschützer Atomkraft“ ins Feld. Das ist nur auf den ersten Blick plausibel. Richtig ist: Bei der Produktion von Atomstrom wird deutlich weniger CO2 ausgestoßen als bei Kohlestrom. Aber: Der Weiterbetrieb von Atomkraftwerken verhindert, dass erneuerbare Energien ausgebaut und wirklich saubere Techniken genutzt werden. Atomstrom verstopft die Netze und verhindert den Ausbau der Erneuerbaren. Eine Laufzeitverlängerung behindert auch dringend notwendige Investitionen in klimafreundlichere Energien. Schon jetzt reduzieren Stadtwerke Investitionen in hocheffiziente Kraftwerke, und der Aufbau von Offshore-Windanlagen steht still. Außerdem: Müssten zusätzlich 1000 Atommeiler gebaut werden, um weltweit relevant den CO2-Ausstoß zu senken. Dafür sind weder das nötige Uran noch die finanziellen Mittel vorhanden, geschweige denn von einer Endlagerlösung für den abgebrannten Kernbrennstoff. Letztendlich: Auch Atomenergie produziert CO2, nämlich beim Uranabbau und Transport. Diesen Posten kalkulieren die Atomkonzerne nicht mit in ihre CO2 Bilanzen ein. Um das Uranoxid aus dem Erz zu lösen werden Millionen Liter Wasser und Schwefelsäure benötigt. Die Rückstände verdunsten unter freiem Himmel und zurück bleibt ein hochgiftiger Schlamm.

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Heute: Defekte Brennstäbe

Vattenfall musste weitere Pannen zugeben. Grüne Demonstranten forderten die endgültige Abschaltung von Krümmel!

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Atomausstieg

Unsere Position zum Thema Atomausstieg.

Tschernobyl ist nicht vergessen

Den Atomausstieg vorantreiben. Beschluss des Parteirats zum Tschernobyl-Gedenktag

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Stromlücke durch Atomstrom

Frankreich muss Unmengen an Strom importieren. Ein Interview mit Rebecca Harms

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Der Atomkraft geht der Brennstoff aus

Astrid Schneider über die Knappheit der weltweiten Uranvorkommen, die Importabhängigkeit Deutschlands und die Gefahren des schnellen Brüters.

Kommentare

Miko
05-10-11 20:55
In insgesamt zwanzig Punkten acht vorsätzliche Lügen und ebensoviele Halbwahrheiten unterzubringen ist wirklich beachtlich - siehe diverse Vorredner - und lohnt der Gegendarstellung schon nicht mehr, denn hier handelt es sich um lupenreine Glaubensfragen. Mit den Zeugen Jehovas diskutiert man auch nicht, auch nicht über Kartoffelsalat.

Der beste Satz ist allerdings:

"Atomstrom verstopft die Netze und verhindert den Ausbau der Erneuerbaren".

Das ist - pardon - fast schon Julius-Streicher-Schreibe.

Haltet bitte mal eine Minute inne, schweigt und reflektiert euer Demokratieverständnis.
Sofern ihr eine demokratische Partei sein wollt, versteht sich.
pro pro-natur
04-10-11 08:16
Energie ist nicht erneuerbar.(1. Hauptsatz der Thermodynamik)
Energie kann nur umgewandelt werden. z.B. thermische Energie in elektrische Energie.

Aber solche Begriffe kommen ja auch nur zustande, weil fachfremde Gremien und Aktivisten meinen, sie wüssten besser wie man Strom herstellt als Ingeneure es wissen.

Wusstet ihr eigentlich schon, dass die "erneuerbaren Energien" mit Gaskraftwerken gepuffert werden?
Also wenn gerade Strom benötigt wird und gerade die Windkraftwerke zu wenig Energie erzeugen, dann springen diese Gaskarftwerke an.

Die Grünen nennen diesen Vorgang ENERGIEEFFIZIENZ.

Also ein Ausbau der "Erneuerbaren" auf 100% würde immer noch einen Mix aus Gaskraft und Windkraft bedeuten.

Und dafür die Gegend zubetonieren und die Wirtschaft vor die Wand fahren?

Nein Danke!

Pro Windrad braucht man mindestens 1200 Tonnen Stahlbeton.
Melanie
19-09-11 15:03
Es ist klar, dass außer der Windkraft auch Sonnenenergie und Wasserkraft -- Energie (und somit auch potentielle Stromliveranten sind)aber: Sind diese Energiequellen( mit dem Blick auf Produktions- und Wartungskosten)überhaupt effizient? ( auch langfristig?) und vor allem WO sollen solche klimaschonenden Kraftwerke gebaut werden?
Rhein und Ems könnten noch ein par Wasserkraftwerke
"verkraften" allerdings sind Flüsse wie die Mosel schon so "zugestaut" dass man sich fragen muss was hier gemacht werden soll. Winkraft funktioniert auch nur dann, wenn Wind vorhanden ist. Was ist bei Flaute? Wie soll die Energie effizient verteilt werden
(ohne Überschuss und / oder mangel) Speichern? aber wie?
und Wäre diese möglichkeit dann immernoch Rentabel?

Bevor mann darauf losrennt sollte man VORHER die Augenbinde abnehmen!
Otto
14-09-11 11:05
Aktivisten wissen immer alles besser als die, die sowas studiert haben. Einbildung ist nämlich auch eine Bildung vor allen wen man sonst keine hat
pro-natur
07-09-11 20:48
Energie ist nicht erneuerbar.(1. Hauptsatz der Thermodynamik)
Energie kann nur umgewandelt werden. z.B. thermische Energie in elektrische Energie.

Aber solche Begriffe kommen ja auch nur zustande, weil fachfremde Gremien und Aktivisten meinen, sie wüssten besser wie man Strom herstellt als Ingeneure es wissen.

Wusstet ihr eigentlich schon, dass die "erneuerbaren Energien" mit Gaskraftwerken gepuffert werden?
Also wenn gerade Strom benötigt wird und gerade die Windkraftwerke zu wenig Energie erzeugen, dann springen diese Gaskarftwerke an.

Die Grünen nennen diesen Vorgang ENERGIEEFFIZIENZ.

Also ein Ausbau der "Erneuerbaren" auf 100% würde immer noch einen Mix aus Gaskraft und Windkraft bedeuten.

Und dafür die Gegend zubetonieren und die Wirtschaft vor die Wand fahren?

Nein Danke!

Pro Windrad braucht man mindestens 1200 Tonnen Stahlbeton.
Pro Atomkraft
24-07-11 19:17
Wer Natur und Umwelt einigermaßen in Einklang bringen will, kann nur für Atomkraft sein.
Lest euch nur Berichte vom Umweltaktivist Stewart Brand durch
Kohlekraft - Nein Danke
22-07-11 09:06
Heute vorgestrige Kohlekraftwerke zu bauen, die nochmal 40 Jahre das Klima belasten sollen, ist ein Schlag ins Gesicht für eine ambitionierte Energiewende, die 2050 zum Großteil Erneuerbare vorsieht. Kohle, der Klimakiller Nr.1, ist noch mörderischer als die Atomkraft. Insbesondere die Menschen aus nachfolgenden Generationen und auch heute schon aus Regionen wie Bangladesch und dem Horn von Afrika leiden unter der globalen Erwärmung.
Eine klimafreundliche Energiewende muss weltweit gedacht werden. In China boomt die Kohle leider und der weltweite CO2-Ausstoß steigt kontinuierlich an. Wir dürfen aber nicht die kompletten Weltvorräte der billigen Kohle verbrennen, da dies den Klimawandel ausser Kontrolle bringen würde. Überschreiten wir einen Schwellenwert, verselbstständigt sich die globale Erwärmung durch die Freisetzung von Methan im schmelzenden Permafrost.
Jakomo
19-07-11 18:04
Himmel hilf!!

So viel Unsinn, unseriöse Berichterstattung und Ausblendung jeglicher Realitäten kann man nur bei den Grünen finden - oder bei den Kreationisten aus den USA.

Mal abgesehen von dem ganzen Nonsens:
Ihr müsst Euch schon mal entscheiden ob ihr für oder gegen die Natur seid. Jeder AKW-Gegner ist GEGEN die Natur, denn es gibt keine(!) Energiegewinnung die weniger Schädlich auf die natürlichen Kreisläufe einwirkt.
Da ihr das vielleicht im Grunde wisst (so wie es auch echte Klimaforscher und Umweltschützer wissen, die ihr ja sehr gerne nicht erwähnt) kommt ihr natürlich um solch einen Nonsens und Panik (statt Naturschutz) nicht drum herum.. Da lieber schnell eine Sonnenblume malen...

Man könnte sich im Kreis übergeben, wenns nicht so dramatisch wäre, was für ein Unheil ihr anrichtet.
Schämt Euch dafür den Umweltschutz so zu missbrauchen und unsinnig mit den Ängsten der Leute zu spielen!
Manfred
16-07-11 21:33
Kennt der Verfasser der 20 Punkte die Subventionen de EEG Anlagen nicht, oder passt es nicht in die Berichterstattung, dass jedes KW erzeugten PV Stromes mit durchschnittlich 30 Cent gefördert wird und zwar garantiert auf 20 Jahre!!
Ist schon mutig, einen solch schlecht recherchierten Text abzuliefern. Was soll man aber auch erwarten, von Leuten die noch nie einen Windpark von der Nähe gesehen haben, alleine e.on investiert in den nächsten 3 Jahren über 4 Milliarden € in offshore Windparks. Das nützt allerdings wenig, wenn für jeden benötigten Kilometer Leitung gegen hauptsächlich grüne Ortsverbände gekämpft werden muß. Strom lässt sich nicht durch die Luft übertragen, er soll aber immer und überall verfügbar sein,natürlich ohne Störungen.
Hans
27-06-11 11:52
@123

Der erste Preis für den dümmsten Kommentar geht an Sie.
Kommentar

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