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Eine junge Pflegerin hält die Hände einer älteren Dame.
Wir wollen dafür sorgen, dass Pflegebedürftige selbstbestimmt im vertrauten Umfeld leben können und ihre Angehörigen sowie Pflegerinnen und Pfleger entlastet werden. Foto: © iStock / PeopleImages

Wir sorgen für gute Pflege

Grüne Pflegepolitik stellt den Menschen in den Mittelpunkt. Unsere Aufmerksamkeit gilt den Menschen, die auf Pflege oder Unterstützung angewiesen sind. Sie sollen selbstbestimmt und gut versorgt in ihrem vertrauten Umfeld leben können. Genauso liegen uns diejenigen am Herzen, die sich um die Pflege einer nahestehenden Person kümmern. Sie wollen wir entlasten. Und wir haben die Situation derjenigen im Blick, die in Pflege- und Gesundheitsfachberufen arbeiten. Sie verdienen mehr Anerkennung, Wertschätzung und bessere Arbeitsbedingungen.

Die Lebenserwartung steigt in Deutschland. Das ist eine gute Nachricht. Die Bevölkerungspyramide steht damit allerdings auf dem Kopf. Während die Zahl der älteren Menschen stetig ansteigt, schrumpft die Zahl der Kinder und Jugendlichen. Für die Pflege bedeutet das: zu wenige Pflegepersonen versorgen immer mehr Pflegebedürftige.

Das bekommen diejenigen zu spüren, die sich privat um die Pflege einer nahestehenden Person kümmern. Immer noch werden annähernd drei Viertel aller Pflegebedürftigen zu Hause versorgt, teilweise mit Hilfe eines Pflegedienstes. Doch immer mehr Familien wohnen weit voneinander entfernt. Außerdem sind die pflegenden Angehörigen zu einem großen Teil selbst schon in gehobenem Alter und es sind oft Frauen. Mit der steigenden Frauenerwerbstätigkeit verschärft sich für sie das Problem der Vereinbarkeit von Pflege und Beruf. Bislang finden Menschen, die die Pflege einer nahestehenden Person übernehmen, noch zu wenig Unterstützung. Das wollen wir ändern: Für sie schaffen wir deswegen mehr Angebote, die sie entlasten und unterstützen. Dabei denken wir nicht nur an Familienmitglieder. Denn oft sind es Nachbarinnen, Bekannte oder Freunde, die sich um die Pflege eines Menschen kümmern. So unterstützen wir mehr Menschen bei der Pflege.

Die andere Gruppe, die die steigende Arbeitsbelastung zu spüren bekommt, sind professionelle Pflegekräfte. In den allermeisten Stationen und Pflegediensten besteht bereits ein chronischer Personalmangel. Viele Pflegekräfte in Deutschland kämpfen jeden Tag gegen Zeitdruck und schlechte Arbeitsbedingungen. Von der Bundesregierung werden sie bisher alleine gelassen: Die Personalnot in der Pflege ist ein ungelöstes Problem. Wie in anderen Frauenberufen fehlt es an gesellschaftlicher Anerkennung und gerechter Bezahlung. Mit einem umfassenden Maßnahmenpaket wollen wir hier umgehend gegensteuern: mit fairer Bezahlung, ausreichend Personal und mehr Mitsprache.

Zu Recht fragen sich viele Menschen: Werde ich im Alter gut versorgt sein? Finde ich noch eine gute Pflege? Das wollen wir sicherstellen. Pflegebedürftige Menschen sollen selbstbestimmt und so lange wie möglich in ihrem vertrauten Umfeld leben können. Dafür brauchen sie ein vielfältiges und gutes Angebot an Pflege und Unterstützung sowie persönliche Beratung.

Schon gewusst?

Das haben wir vor: So verbessern wir die Pflege in Deutschland konkret

  1. Wir wollen pflegebedürftigen Menschen ein möglichst selbstbestimmtes Leben ermöglichen. Dafür setzen wir auf ein vielfältiges Angebot an Pflege und Betreuung vor Ort. Alternative Wohnformen wie generationsübergreifendes Wohnen und Pflege-WGs wollen wir stärker fördern. Damit pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen die für sie passenden Angebote finden, schaffen wir einen Rechtsanspruch auf umfassende Beratung durch unabhängige Fall-Manager und –Managerinnen. Die Qualität von Pflege muss für alte Menschen und ihre Angehörigen einfacher zu erkennen sein. Da hat sich der heutige Pflege-TÜV als unbrauchbar erwiesen. Wir setzen auf ein neues Bewertungssystem, das sich nach der tatsächlichen Ergebnis- und Lebensqualität richtet. Zudem wollen wir ein unabhängiges und multidisziplinär besetztes Institut für Qualität in der Pflege errichten.
  2. Wer für einen pflegebedürftigen Menschen Verantwortung übernimmt, hat mehr Unterstützung und Wertschätzung verdient. Mit der grünen PflegeZeit Plus bieten wir deshalb einen dreimonatigen Lohnersatz und jährlich eine 10-tägige bezahlte Freistellung, wenn kurzfristig Unterstützung nötig wird. Dieses Angebot steht nicht nur Familienmitgliedern, sondern auch Nachbarinnen, Freunden oder Bekannten zur Verfügung, die sich um eine pflegebedürftige Person kümmern. Um pflegende Angehörige in ihrem Alltag zu unterstützen, wollen wir Beratung und Information, flexible Tages- und Nachtpflege sowie Hol- und Bringdienste ausbauen.
  3. Für professionelle Pflegekräfte bringen wir zügig ein umfassendes Maßnahmenpaket gegen den Fachkräftemangel auf den Weg, das den Pflegeberuf attraktiver macht. Mit einem Sofortprogramm schaffen wir in Krankenhäusern umgehend mehr Pflegestellen. Um eine faire Bezahlung in der Pflege voranzubringen, werden wir uns bei den Tarifpartnern für einen Tarifvertrag Soziales stark machen. Um mehr Personal in die Krankenhäuser und Einrichtungen der Altenpflege zu bekommen, muss man erst einmal den Bedarf richtig ermitteln. Dafür fehlt bis heute eine wissenschaftliche Grundlage. Deshalb muss auf Bundesebene zügig ein Personalbemessungsinstrument erarbeitet und verbindlich eingeführt werden. Wir setzen für uns verbindliche Regelungen zur Personalausstattung ein, die sich am tatsächlichen Bedarf orientieren.
  4. Wir wollen Mitspracherechte für Pflege- und Gesundheitsberufe in den Selbstverwaltungsgremien des Pflege- und Gesundheitssystems sicherstellen. So können diese Berufsgruppen ihre Erfahrungen und Sichtweise besser einbringen.
  5. Um die Pflege nachhaltig und solidarisch zu finanzieren, schlagen wir die grüne Bürgerversicherung für die Pflege vor. Daran beteiligen sich alle Bürgerinnen und Bürger nach ihren finanziellen Möglichkeiten und alle Einkommensarten werden berücksichtigt. Die Leistungen der Pflege-Bürgerversicherung werden regelmäßig an die Lohn- und Inflationsentwicklung angepasst. Damit wirken wir einseitigen Kostensteigerungen für Pflegebedürftige entgegen.

FAQ: Häufig gestellte Fragen

Wie stehen die Grünen zum Thema Pflegeausbildung?

Wir beschäftigen uns im Bundestag bereits seit 2011 mit einer Reform der Pflegeberufe. Neue Anforderungen in der Versorgung, neue wissenschaftliche Erkenntnisse und neue Aufgaben für die Pflegekräfte erfordern eine moderne Ausbildung, die auf diese Herausforderungen vorbereitet. Dabei war uns von Anfang an wichtig, Ausbildung finanziell abzusichern.

In der Pflegeausbildung muss es gemeinsame Lernzeiten der Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege geben und gleichzeitig müssen ihre spezifischen Fachkenntnisse erhalten bleiben. Die große Koalition hat sich in dieser Wahlperiode bis zum Schluss um das Thema der Pflegeausbildung gestritten. Erst in letzter Minute gab es einen Kompromissvorschlag zwischen gemeinsamer und getrennter Ausbildung. Damit hat die Große Koalition wertvolle Zeit vertan, um Lösungen zu suchen, die in der Praxis tragen. Wir haben die Reform der Pflegeausbildung der großen Koalition im Bundestag abgelehnt, weil zu viele Fragen zur Umsetzung noch offen sind, weil die Pflegeberufe durch die Reform nicht attraktiver werden und weil nicht gesichert ist, dass die speziellen Kenntnisse der Alten- und Kinderkrankenpflege auf Dauer erhalten bleiben.

Wie wollen die Grünen dafür sorgen, dass auch pflegebedürftige Menschen lange wie möglich in ihrer vertrauten Umgebung bleiben können?

Wir wollen, dass Menschen auch im Alter oder wenn sie Pflege bedürfen, möglichst lange in ihrer vertrauten Umgebung leben können. Dafür sind die Kommunen sehr wichtig, hier spielt sich der Alltag ab und hier werden Versorgungslücken oft als erstes sichtbar. Wir wollen die Kommunen stärken. Sie sollen mehr Gestaltungsmöglichkeiten bekommen, um lebendige Nachbarschaften zu schaffen, die für Bewohner jeden Alters attraktiv sind und Menschen auch bei Pflegebedürftigkeit auffangen. Kommunen sind die richtige Ebene, um Hilfe und Pflegeangebote vor Ort zu vernetzen und aufeinander abzustimmen. Dazu gehören für uns vielfältige und flexible Angebote an Pflege und Betreuung wie Tages-, Nacht- oder Kurzzeitpflege und mehr alternative Wohn- und Lebensformen wie Pflege-WGs oder Mehrgenerationenhäuser. Mit dem Ausbau des KfW-Programms „Altersgerecht umbauen“ tragen wir dazu bei, dass mehr Menschen in ihrer Wohnung bleiben können.

Unterscheiden sich grüne Vorschläge zur Vereinbarkeit von Pflege und Beruf überhaupt von denen aus dem SPD-Familienministerium?

Es gibt wesentliche Unterschiede. Heute haben Angehörige nur einmal den Anspruch, bis zu zehn Tage der Arbeit fernzubleiben, um die Pflege zu organisieren. Wir sagen: Dieser Anspruch besteht jährlich und die Tage können flexibler in Anspruch genommen werden. Wenn Angehörige heute über einen längeren Zeitraum ihre Arbeitszeit verringern, bleibt ihnen nur ein Darlehen, um den Verdienstausfall zu kompensieren. Wir sagen: Wir unterstützen für drei Monate mit einer Lohnersatzleistung. Auch wenn die frühere Ministerin Schwesig manches angekündigt hat: Sie hat es als zuständige Ministerin nicht umgesetzt. Und ganz wesentlich: die Pläne von Schwesig richten sich nur an Familienmitglieder. Nachbarinnen und Freunde sind von den Angeboten ausgeschlossen. Wir nehmen hingegen alle Menschen in den Blick, die für eine pflegebedürftige Person Verantwortung übernehmen.

Auf hellblauem Hintergrund der Text "Unsere Themen" zwischen zwei Balken, darunter "Von A bis Z - alles auf einen Blick!". Wahlprogramm Grüne. Bundestagswahl.