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Ein junges blondes Mädchen legt in einem Supermarkt frisches Gemüse in den Einkaufswagen. Im Hintergrund sieht man frische, grüne Salatköpfe auf einer Ablage.
Wir wollen gutes und gesundes Essen ohne Gift und Gentechnik und eine verständliche Kennzeichnung von Lebensmitteln für Verbraucherinnen und Verbraucher. Foto: © iStock / asiseeit

Wir sorgen für gesundes Essen

Wir Grüne streiten für gutes Essen ohne Gift und Gentechnik. Immer mehr Menschen legen Wert auf regionale, nachhaltige und gesunde Lebensmittel. Wir wollen, dass sie ein gutes und vielfältiges Angebot haben. Verbraucherinnen und Verbraucher wollen wissen, was in ihren Lebensmitteln drin ist. Deswegen setzen wir uns für eine verständliche Kennzeichnung von Lebensmitteln ein. Kinder sollen in Kitas und Schulen mit gutem und gesundem Essen versorgt werden.

Wer sich morgens auf die selbstgebackenen Brötchen vom Bäcker freut, wird heute immer öfter enttäuscht: Backwaren stammen häufig aus industriellen Brotfabriken. Immer mehr Lebensmittel werden industriell hergestellt. Damit verschwinden nicht nur viele kleine bäuerliche Betriebe, Metzgereien und Bäckereien, sondern auch die Vielfalt an Lebensmitteln. Durch den hohen Preisdruck landen Produkte oft minderer Qualität zu Dumpingpreisen auf unseren Tellern. Zuletzt gab es Ende Mai einen Aufschrei über den Preis von 1,99 Euro für das 600 Gramm Schweinenackensteak bei Aldi. Wie kann so eine Landwirtschaft funktionieren?

Unterschiede in der Herstellung und der Qualität sind für die Verbraucherinnen und Verbraucher oft kaum zu erkennen. Wenn natürlicher Geschmack immer mehr durch Aromen, Zucker, Salz und Fett ersetzt wird, steigen auch die Risiken für unsere Gesundheit. Ernährungsbedingte Krankheiten wie Übergewicht, Diabetes und Bluthochdruck nehmen weltweit zu. Heute ist Übergewicht in Deutschland eines der größten Krankheitsrisiken für Kinder. Und wir leisten es uns, elf Millionen Tonnen genießbarer Lebensmittel im Jahr wegzuwerfen.

Deshalb wollen wir eine Politik für gesunde und gute Ernährung: für gutes Essen, Nachhaltigkeit und konsequenten Verbraucherschutz. Wir setzen auf Vielfalt aus der Region, auf Nachhaltigkeit und Geschmack. Wir setzen uns dafür ein, dass Saatgutsorten, alte Haustierrassen und handwerkliche Lebensmittelproduktion erhalten bleiben. Die Nachfrage nach Biolebensmitteln steigt – wir wollen diesen Trend unterstützen. Wir sorgen dafür, dass Bioprodukte aus der Region im Regal zu finden sind und nicht immer mehr Bioimporte. Gutes Essen beginnt für die Kleinsten: Wir wollen, dass alle Kinder gleichermaßen zu ihrem Recht auf gutes Essen kommen. Die Lösung ist eine gesunde und leckere Kindergarten- und Schulverpflegung für alle. In Kita und Schule sollen Kinder auch lernen können, was ihnen gut tut. Wir wollen sie vor aggressivem Marketing für ungesunde Dickmacher schützen. Dass Kinder unerfahren und leichter zu manipulieren sind, darf nicht ausgenutzt werden.

Verbraucherinnen und Verbraucher sollen wissen, was drin ist: Wir wollen umfassend und verständlich informieren – zum Beispiel über Nährwerte, Herkunft der Lebensmittel und Art der Tierhaltung. Sicherheit geht vor: Bei der Lebensmittelsicherheit setzen wir auf strenge gesetzliche Vorgaben und Kontrollen, beispielsweise für den Einsatz von Antibiotika und Pestiziden ebenso wie für Schadstoffe in der Lebensmittelverpackung. Denn gute Lebensmittel dürfen kein Privileg sein.

Schon gewusst?

Das haben wir vor: So sorgen wir für gute und gesunde Lebensmittel

  1. Gutes Essen von Anfang an: Unser Ziel ist gesunde Kita- und Schulernährung überall in Deutschland. Dafür unterstützen wir die Länder mit einem Bundesprogramm. Die Schulvernetzungsstellen wollen wir ausbauen, um Schulen und Kitas noch besser zu beraten. Die Qualität des Essens wollen wir durch verbindliche Standards garantieren. Wir sorgen mit Förderprogrammen dafür, dass mehr regionale und Bio-Lebensmittel auf den Tisch kommen. Gutes vegetarisches und veganes Essen sollte zum alltäglichen Angebot gehören. Gemeinsam mit den Ländern wollen wir Ernährungs- und Verbraucherbildung zum festen Bestandteil des Unterrichts machen. Lebensmittelwerbung, die sich an Kinder richtet, wollen wir durch klare Regeln einschränken. Kitas und Schulen sollen frei von PR-Aktionen sein.
  2. Wissen, was drin ist: Wir wollen alle tierischen Produkte so kennzeichnen, dass die Verbraucherinnen und Verbraucher wissen, wie die Tiere gehalten wurden. So ist es bei der erfolgreichen Eierkennzeichnung bereits der Fall. Außerdem wollen wir eine Nährwertampel durchsetzen, die schnell und leicht verständlich über den Energie-, Fett-, Zucker- und Salzgehalt informiert. Mit verbindlichen Definitionen der Begriffe „vegetarisch“ und „vegan“ sorgen wir dafür, dass auch Vegetarier und Veganerinnen Klarheit beim Einkauf haben. Wenn tierische Produkte bei der Herstellung verwendet wurden, soll dies gekennzeichnet sein. Ein Hygienebarometer an Restaurant- und Imbisstüren soll Transparenz über die Hygienebedingungen schaffen.
  3. Sichere Lebensmittel: Gemeinsam mit den Ländern wollen wir die Lebensmittelüberwachung stärken und den globalen Strukturen des Warenhandels anpassen. Dafür sollen in allen Ländern interdisziplinäre Spezialeinheiten eingerichtet werden, die sensible, überregional tätige Lebensmittelunternehmen kontrollieren. Dies ist beispielsweise in Niedersachsen oder Baden-Württemberg bereits der Fall. Wir werden endlich sicherstellen, dass die Behörden darüber informieren, wenn Mängel entdeckt werden.
  4. Weniger Lebensmittel verschwenden: Wir wollen die Lebensmittelverschwendung halbieren – so wie es auch die UN-Nachhaltigkeitsziele vorsehen. Dafür werden wir eine nationale Strategie aufstellen und Lebensmittelhandel und –produktion in die Pflicht nehmen. Für alle Beteiligten der Lebensmittelkette soll es verbindliche Ziele geben, weniger Lebensmittel zu verschwenden. Supermärkte ab einer gewissen Größe sollen nicht verkaufte, aber noch gute Lebensmittel kostenlos zur Verfügung stellen. Menschen, die Lebensmittel aus dem Müll retten, sollen nicht bestraft werden.

Bilanz der Großen Koalition

Ernährungsminister Christian Schmidt hat sich zum Handlanger der Lobbyinteressen der großindustriellen Lebensmittelwirtschaft gemacht. Ernährung ist Privatsache – mit diesem Credo hat er in den vergangenen Jahren alles abgeblockt. Sogar dann, wenn es um gesundheitliche Risiken geht, wie beispielsweise beim Abgabeverbot für stark koffeinhaltige Energydrinks an Jugendliche unter 16 Jahren. Auch beim gesundheitlichen Verbraucherschutz gab es nur Stillstand: Weder hat er etwas gegen Schadstoffe in Spielzeug unternommen noch gegen hormonelle Schadstoffe in Kosmetika. 

Die Große Koalition hat noch nicht einmal die Vereinbarungen des Koalitionsvertrags umgesetzt: Weiterhin können die Länder nicht über festgestellte Hygienemissstände informieren, weil sie die angekündigte Überarbeitung des Lebens- und Futtermittelgesetzbuchs gestoppt hat. Fehlanzeige auch bei der versprochenen Verbesserung der Herkunftskennzeichnung von Lebensmitteln und bei der Ausweitung der Gentechnikkennzeichnung.

Gegen Lebensmittelverschwendung hat Ernährungsminister Christian Schmidt bereits 2015 eine nationale Strategie angekündigt – auf die warten wir immer noch. Verlässliche Daten, verbindliche Reduktionsziele für alle Akteure in der Lebensmittelkette – alles Fehlanzeige, obwohl sich alle Bundestagsfraktionen bereits vor fünf Jahren auf diese Maßnahmen geeinigt hatten. Weil der Minister sich an Handel, Lebensmittelwirtschaft und Gastronomie nicht ran traut, sollen es allein die Verbraucherinnen und Verbraucher ausbaden.

Auch zum Thema Schulverpflegung gab es hauptsächlich PR. 2,3 Millionen Euro für Plakate und eine Broschüre, die ganze 300mal heruntergeladen wurde. Besser hätte die Große Koalition dafür gesorgt, dass Kinder aus armen Familien am Schulessen teilnehmen können und sie von der Zuzahlung vom Schulessen befreit. Und die Schulvernetzungsstellen bangen weiter um ihre Existenz.

FAQ: Häufig gestellte Fragen

Wollen uns die Grünen vorschreiben, was wir essen sollen?

Im Gegenteil. Wir Grünen wollen dafür sorgen, dass Verbraucherinnen und Verbraucher ein gutes und vielfältiges Angebot haben. Es muss leichter werden, sich für regionale und ökologische Lebensmittel und mehr Tierschutz zu entscheiden. Deshalb fordern wir klare Kennzeichnungen: Wer einkauft, soll wissen, was drin ist und woher Lebensmittel kommen. Manche Dinge gehören allerdings einfach verboten: Tierquälerei, Naturzerstörung, Gift und Gentechnik im Essen. Immer mehr Menschen haben die Nase voll von Lebensmittelskandalen. Sie wünschen Schweinen und Hühnern ein artgerechtes Leben und unseren Bäuerinnen und Bauern ein gutes Auskommen. Für sie und mit ihnen kämpfen wir.

Werden Lebensmittel teurer, wenn die Grünen regieren?

Viele Menschen haben genug von Skandalen und Gift im Essen. Sie sind bereit, für gutes und gesundes Essen einen fairen Preis zu zahlen. Das hat bei den Eiern geklappt – heute sind fast alle Eier aus Freilandhaltung. Wir wollen gutes Essen zu fairen Preisen, die sich Verbraucherinnen leisten können und Bauern ein Auskommen sichern. Selbst die Gutachten der Bundesregierung zeigen: die nötigen Veränderungen sind bezahlbar und führen nur zu moderaten Preissteigerungen. Um ALG-II-Haushalte zu entlasten, wollen wir den Regelsatz erhöhen. Darüber hinaus wollen wir gutes Kita- und Schulessen fördern. Davon profitieren gerade Kinder aus armen Familien.

Wie stehen die Grünen zu einer Zucker- oder Fettsteuer?

Bei der Prävention von Übergewicht setzen wir auf andere Instrumente: Wir wollen besser aufklären, gutes Kita- und Schulessen fördern und Verbraucher- und Ernährungsbildung stärken. Eine Nährwertampel für Lebensmittel soll besser informieren und Werbung für ungesunde Lebensmittel, die sich an Kinder richtet, wollen wir einschränken.

Trauen sich die Grünen nach dem Veggie-Day nichts mehr?

Ganz im Gegenteil, wir streiten weiter für besseres Essen. Wir gehen ran an die Missstände in der Landwirtschaft, wir wollen aus der industriellen Massentierhaltung aussteigen. Das ist ein Riesenprojekt. Auch der Umbau zu einer grünen Landwirtschaft mit weniger Agrarchemie und mehr regionaler Versorgung ist ein großes und aufwändiges Projekt. Wir scheuen dabei keine Konflikte mit der Agrarlobby. Dabei wollen wir mutige Gesetze für Stall und Produktion – nicht für den Küchentisch.

Auf hellblauem Hintergrund der Text "Unsere Themen" zwischen zwei Balken, darunter "Von A bis Z - alles auf einen Blick!". Wahlprogramm Grüne. Bundestagswahl.