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Zwei Kisten voller Äpfel.
Wir wollen eine grüne Landwirtschaft, die sich an der Gesundheit der Menschen und dem Schutz unserer Umwelt ausrichtet. Foto: © iStock/beaer_photo

Wir sorgen für gesunde Lebensmittel ohne Gift und Tierquälerei

Grüne kämpfen für gutes und gesundes Essen ohne Gift, Gentechnik und Tierquälerei. Wir wollen eine grüne Landwirtschaft, die sich an der Gesundheit der Menschen und dem Schutz unserer Umwelt ausrichtet. Sie muss Milliarden Menschen ernähren und die Lebensgrundlagen von morgen erhalten. Darum wollen wir aus der industriellen Massentierhaltung aussteigen und die industrielle Landwirtschaft umbauen. Tierleid, Güllefluten, verschmutztes Wasser, zunehmend unfruchtbare Böden, Artensterben, Gift auf dem Acker und im Essen sind ihre Folgen. Deshalb kämpfen wir für eine grüne Agrarwende.

Es ist eine der zentralen ökologischen Fragen unserer Zeit: Wie stellen wir unsere Lebensmittel her und wie verbrauchen wir sie? Die heute vorherrschende industrielle Landwirtschaft zerstört auf lange Sicht unsere Böden, verschmutzt unser Wasser und bedroht unsere Artenvielfalt. Sie gefährdet damit die nachhaltige Versorgung der Menschheit mit Lebensmitteln. Quälerische Massentierhaltung, Monokulturen, Güllefluten und massenweise chemisch-synthetischer Dünger, Insekten- und Ackergifte: All das ist auf lange Sicht extrem schädlich für unsere Lebensgrundlagen. Deshalb wollen wir Grüne eine Agrarwende.

Wir wollen eine Landwirtschaft, die mit der Natur arbeitet und nicht gegen sie, die Tiere würdig behandelt, das Klima schützt und die Artenvielfalt bewahrt. Eine Landwirtschaft, in der Bäuerinnen und Bauern ein gutes Auskommen haben und faire Preise erhalten, in der Bauernhöfe nicht zu riesigen Agrarfabriken wachsen müssen, um zu überleben. Umwelt- und Tierschutz dürfen kein Wettbewerbsnachteil sein, den erhöhten Aufwand wollen wir daher ausgleichen und belohnen. Neben einer grundsätzlichen Umverteilung der Agrarfördermittel ist die transparente Kennzeichnung der Lebensmittel zentral. Verbraucherinnen und Verbraucher wollen Tierschutz und regionale Lebensmittel. Wir wollen, dass sie beim Einkauf schnell sehen können, wo und unter welchen Bedingungen Lebensmittel erzeugt wurden. Wir fördern eine Landwirtschaft ohne Gentechnik, Antibiotikamissbrauch und Unmengen an Pestiziden. Unser Leitbild bleibt der ökologische Landbau. Aber auch die konventionelle Landwirtschaft muss auf der gesamten Fläche umweltverträglicher werden.

Das haben wir vor: So gestalten wir grüne Landwirtschaft

  1. Raus aus der industriellen Massentierhaltung: Wir wollen die industrielle Massentierhaltung in den nächsten 20 Jahren beenden. Mit schärferen Gesetzen sorgen wir für eine artgerechte Tierhaltung, so dass Tiere mehr Platz, Auslauf, Licht und Beschäftigung bekommen. Wir beenden Kükentöten, Amputationen und Qualzucht. Schweine dürfen ihren Ringelschwanz behalten. Puten dürfen nicht mehr so gezüchtet werden, dass sie unter ihrem eigenen Gewicht zusammenbrechen.
  2. Mehr Geld für Grüne Landwirtschaft: Wir wollen die Fördergelder für die Landwirtschaft umschichten. Öffentliches Geld nur noch für gesellschaftliche Leistungen. Statt agrarindustriellen Fleischfabriken fördern wir eine bäuerlich-ökologische Landwirtschaft ohne Ackergifte, Tierleid und Gentechnik. 1 Mrd. € jährlich könnte man schon heute schnell umleiten.
  3. Kein Gift und keine Gentechnik in der Landwirtschaft: Glyphosat ist ein Ackergift, mit dem heute Unkraut bekämpft wird. Es ist gesundheitsgefährdend und es ist heute einer der  größten Killer der Artenvielfalt im ländlichen Raum. Neonicotinoide sind Insektengifte, mit denen Schädlinge bekämpft werden. Sie verursachen massenhaftes Bienensterben. Solche Stoffe wollen wir abschaffen. Für alle Pestizide brauchen wir striktere Zulassungsverfahren. Nur für Mensch und Natur wirklich unbedenkliche Stoffe dürfen eingesetzt werden. Wir wollen den Einsatz von Pestiziden (Insekten und Ackergifte) eindämmen, fordern eine Abgabe auf Pestizide und fördern die Forschung zu einer pestizidarmen Landwirtschaft. Wir werden ein Gentechnikgesetz auflegen, das unsere Äcker und unsere Teller frei von Gentechnik hält, auch wenn sie sich als „neu“ tarnt.
  4. Lebensmittel für die Verbraucherinnen und Verbraucher besser kennzeichnen: Wir kennzeichnen tierische Produkte (Fleisch, Wurst, Milch, Käse) so, dass die Bürgerinnen und Bürger wissen, was sie kaufen. Wir tun das klar und verlässlich – so wie es bei Eiern schon erfolgreich ist. Künftig muss daher auf der Packung gut sichtbar sein, wo und wie die Tiere gehalten wurden: „0“ für ökologische Tierhaltung, „1“ für mehr Platz und Zugang ins Freie, „2“ für mehr Platz und höhere Anforderungen an den Stall, „3“ für die gesetzlichen Mindeststandards

Bilanz der Großen Koalition

Die Bilanz nach vier Jahren Agrarpolitik von Union und SPD: ungebremstes massenhaftes Tierleid, ungebremste Wasser- und Umweltverschmutzung, ungebremstes Sterben von Bauernhöfen.

Schwarz-Rot setzt weiter auf unwirksame, freiwillige Absprachen statt mehr Tierschutz endlich gesetzlich zu verankern. So kündigte Landwirtschaftsminister Christian Schmidt 2014 eine „Tierwohl-Offensive“ an, die aber nur Gesprächsrunden und unverbindliche Absprachen brachte. Auch das freiwillige „Tierwohllabel“ ist ein Flop: Es gibt zwar ein Werbebudget aber keine Kriterien. Ob das Label kommt, steht in den Sternen. Auch werden trotz anderslautender Versprechen von Minister Schmidt noch immer jährlich 45 Millionen Küken geschreddert.

Gab es 2006 deutschlandweit noch rund 105.000 Milchviehbetriebe, waren es 2016 nur noch rund 70.000. Das Höfesterben geht weiter. Noch immer werden im Stall massenhaft Reserveantibiotika eingesetzt, die für Menschen überlebenswichtig sind. So werden Keime resistent und bisher lebensrettende Medikamente versagen im Notfall beim Menschen.

Noch immer ist die Nitratbelastung unseres Wassers durch zu viel Stickstoffdünger viel zu hoch. Doch die Reform des Düngerechts wurde von der Bundesregierung zunächst immer wieder verschleppt und danach weichgespült. Unser Grundwasser ist nicht wirksam geschützt. Die EU-Kommission klagt deswegen gegen Deutschland. Und die Zulassung von Glyphosat oder Genmais in Brüssel ließ die große Koalition unwidersprochen passieren.

FAQ: Häufig gestellte Fragen

Wollen uns die Grünen vorschreiben, was wir essen sollen?

Wir wollen dafür sorgen, dass Verbraucherinnen und Verbraucher ein gutes und vielfältiges Angebot haben. Es muss leichter werden, sich für regionale und ökologische Lebensmittel und mehr Tierschutz zu entscheiden. Deshalb klare Kennzeichnungen: Wer einkauft, soll wissen, was drin ist und woher Lebensmittel kommen. Aber manche Dinge gehören einfach verboten: Tierleid, Naturzerstörung, Gift und Gentechnik im Essen. Immer mehr Menschen haben die Nase voll von Lebensmittelskandalen. Sie wünschen Schweinen, Hühnern und anderen Tieren ein artgerechtes Leben und unseren Bäuerinnen und Bauern ein gutes Auskommen. Für sie und mit ihnen kämpfen wir.

Die Grünen würden sich nach dem Veggie-Day nichts mehr trauen.

Wir gehen ran an die Missstände in der Landwirtschaft, an die Strukturen. Wir wollen aus der industriellen Massentierhaltung aussteigen, das ist ein Riesenprojekt. Auch der Umbau zu einer grünen Landwirtschaft mit weniger Agrarchemie und mehr regionaler Versorgung ist eine große Aufgabe. Wir scheuen dabei auch Konflikte mit der Agrarlobby nicht. Dabei wollen wir mutige Gesetze für Stall und Produktion – nicht für den Küchentisch.

Öko und Tierschutz würden sich nur Reiche leisten können.

Das stimmt nicht. Der wissenschaftliche Beirat für Agrarpolitik hat ausgerechnet, dass deutliche Verbesserungen beim Tierschutz zu moderaten Preisanstiegen von 3-6% führen würden. Tierschutz heißt auch Menschenschutz, denn das Fleisch kranker Tiere macht auch uns krank. Auch die Ärmsten müssen sich gute Lebensmittel leisten können. Höhere Hartz 4-Sätze und ein gutes Schul- und Kitaessen sollten das sicherstellen. Wir wollen gutes Essen für alle.

Dumpingpreise sind erkauft durch Tierqual, Naturzerstörung. Und sie treiben immer mehr Bäuerinnen und Bauern in den Ruin. Billige Preise sind nicht sozial, wenn dafür Menschen am Schlachtband oder auf der Erntemaschine wie moderne Sklaven behandelt werden. Umfragen zeigen: 90 Prozent der Menschen wollen mehr Tier- und Umweltschutz. Und die allermeisten wären auch bereit, etwas mehr für Lebensmittel zu bezahlen, wenn klar ist, dass Tiere besser gehalten wurden und die Umwelt geschont wurde.

Sind die Grünen die „Feinde der Bauern“?

Im Gegenteil. Wir stehen an der Seite aller Bäuerinnen und Bauern, die im Einklang mit der Natur arbeiten. Sie sind unsere Partnerinnen und Partner für gutes Essen, eine gentechnikfreie Landwirtschaft und regionale Produkte. Wir wollen bäuerliche Betriebe unterstützen, die umwelt- und tierverträglich wirtschaften. Gerade Bäuerinnen und Bauern leiden unter der verfehlten Agrarpolitik der schwarzroten Koalition – und sind die ersten, deren Gesundheit durch gefährliche Pestizide Schaden nimmt. Die Einkommen sind im Keller, die vergangenen vier Jahre waren vor allem eine Zeit des Höfesterbens.

Glaubt Ihr wirklich, Ökobauern könnten die ganze Welt ernähren?

Die internationale Datenlage zeigt: Nur eine umweltfreundliche, regional angepasste Landwirtschaft kann die Versorgung der wachsenden Weltbevölkerung mit Lebensmitteln in Zeiten des Klimawandels sicherstellen. Gentechnik und Pestizide schaden hingegen unseren Lebensgrundlagen – und machen Bäuerinnen und Bauern abhängig von den Agrarkonzernen.