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Ein älteres Pärchen steht in liebevoller Umarmung am Fenster und blickt hinaus.
Wir wollen eine solidarische Alterssicherung, eine Versicherung für alle BürgerInnen und eine Garantierente gegen Altersarmut - damit niemand sich vor Altersarmut fürchten muss. Foto: © dpa / Vladimir Godnik

Wir sorgen für eine stabile Rente und ein gutes Leben im Alter

Wir Grüne wollen eine Alterssicherung, die für alle Menschen funktioniert und in der alle solidarisch füreinander einstehen. Alle sollen sicher sein können, dass sich die Rentenbeiträge auszahlen und im Alter keine Armut droht. Dafür stabilisieren wir das Rentenniveau und bauen die gesetzliche Rente zu einer Versicherung für alle Bürgerinnen und Bürger um. Wir führen eine Garantierente gegen Altersarmut ein. Frauen unterstützten wir dabei, eine eigenständige Altersvorsorge aufzubauen. Wir machen Betriebsrente und private Vorsorge (Riester) attraktiver – besonders für Geringverdienende.

Viele Menschen machen sich Gedanken darüber, ob ihre Rente für einen guten Ruhestand reicht. Wer heute nur wenig verdient, bekommt später vielleicht nur eine sehr kleine Rente. Selbständige haben oft nicht genug Geld um ausreichend vorzusorgen. Viele arbeiten lange Jahre nur in Teilzeit, besonders Frauen, und sammeln dabei nicht genügend Rentenansprüche an. Und die Zahl der Rentnerinnen und Rentner steigt in den nächsten Jahren an. Viele Menschen haben Angst vor Armut im Alter. Für manche ist das Problem heute schon real.

Die gute Nachricht ist: Die gesetzliche Rentenversicherung ist besser als ihr Ruf. Dennoch müssen wir einiges tun, um unser System der Altersvorsorge solide und zukunftssicher zu machen. Die jetzige Bundesregierung aus CDU/CSU und SPD hat das sträflich vernachlässigt.

Unsere Altersvorsorge steht auf drei Säulen: Die gesetzliche Rentenversicherung, die Betriebsrente und die private Altersvorsorge. Wir Grüne streben in allen drei Säulen Reformen an, damit das System langfristig sicher bleibt. 

Die gesetzliche Rentenversicherung ist die mit Abstand wichtigste Säule der Alterssicherung. Wer über viele Jahrzehnte für das Alter vorsorgt, braucht und will die Sicherheit, dass sich die Vorsorge im Alter auch auszahlt. Deshalb sollte das Rentenniveau nicht weiter sinken. Wir achten darauf, dass die eingezahlten Beiträge zur Rentenversicherung und die ausgezahlten Leistungen in einem angemessenen Verhältnis stehen. Damit kann auch die junge Generation weiter Vertrauen in die Rentenversicherung haben. Wenn ab 2030 die geburtenstarken Jahrgänge („Babyboomer“) in Rente gehen, könnte der Beitragssatz zur Rentenversicherung sehr schnell auf über 22 Prozent steigen und das Rentenniveau würde Schritt für Schritt auch für Beschäftigte mit langen Erwerbszeiten nicht mehr zum Leben reichen. Darauf müssen wir uns vorbereiten. Um Rentenniveau und Beitragssatz zu stabilisieren, wollen wir Hürden für Frauen am Arbeitsmarkt abbauen und Schritt für Schritt alle Bürgerinnen und Bürger in die Rentenversicherung einbeziehen – auch Abgeordnete, Selbständige  und Beamte.

Doch die großen Herausforderungen wird selbst eine starke Rentenversicherung nicht allein stemmen können. Daher spielen auch die ergänzende Betriebsrente und die private Altersvorsorge eine wichtige Rolle.

Schon gewusst?

Das haben wir vor: So sorgen wir für ein solides und solidarisches Rentensystem

  1. Wir stabilisieren das Rentenniveau. Dabei achten wir darauf, dass die eingezahlten Beiträge zur Rentenversicherung und die ausgezahlten Leistungen in einem angemessenen Verhältnis stehen. Damit kann auch die junge Generation weiter Vertrauen in die Rentenversicherung haben.
  2. Eine Rente für alle: Mit der Grünen Bürgerversicherung wollen wir die bestehenden Ungerechtigkeiten beenden. Alle  Bürgerinnen und Bürger werden unter der Berücksichtigung aller Einkunftsarten in die gesetzliche Rentenversicherung einbezogen. So sind sie gut abgesichert und versorgt und beteiligen sich entsprechend ihres Einkommens an der Finanzierung. Vor allem für viele Selbständige ist das ein Riesenschritt hin zu mehr sozialer Sicherheit. Und langfristig sorgt es dafür, dass die Rentenversicherung stabil und verlässlich finanziert ist. Mit der Grünen Bürgerversicherung in der Rente ließe sich eine starke positive Wirkung auf Rentenniveau und Beitragssatz erreichen. Wir wollen in einem ersten Schritt zur Bürgerversicherung die nicht anderweitig abgesicherten Selbständigen, Minijobberinnen und Minijobber, Langzeitarbeitslose und Abgeordnete in die gesetzliche Rentenversicherung einbeziehen.
  3. Bessere Altersvorsorge für Frauen: Frauen sollen sich im Berufsleben genauso verwirklichen können wie Männer. Das ist gerecht und es schützt Frauen vor Armut im Alter. Dazu muss Familien- und Erwerbsarbeit besser vereinbar werden. Frauen dürfen am Arbeitsmarkt nicht länger benachteiligt werden. So wird es ihnen möglich eigene Renten zu erarbeiten und sich eigenständig sozial abzusichern.
  4. Wir wollen eine „Garantierente“ einführen, die Altersarmut verhindert: Langjährig Versicherte, also Menschen, die den größten Teil ihres Lebens gearbeitet haben, Kinder erzogen, andere Menschen gepflegt oder sonstige Anwartschaften in der Rentenversicherung erworben haben, sollen im Alter eine Rente beziehen, die oberhalb der Grundsicherung liegt - ohne Bedürftigkeitsprüfung und ohne Anrechnung von betrieblicher und privater Altersvorsorge.
  5. Wir wollen auch die private und betriebliche Altersvorsorge stärken. Kapitalgedeckte Altersvorsorge kann man deutlich billiger und deutlich gewinnträchtiger machen als das heute geschieht. Wir wollen deshalb einen „Bürgerfonds“ in öffentlicher Verwaltung einführen, den wir für die betriebliche wie auch die private Vorsorge öffnen. Alle Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber sollen künftig ihren Beschäftigten eine Betriebsrente anbieten und sie dabei mit einem eigenen Arbeitgeberbeitrag unterstützen. Die öffentliche Förderung der privaten Altersvorsorge soll in Zukunft vor allem Geringverdienenden zugutekommen.
  6. Flexible Übergänge in die Rente: Grundsätzlich halten wir an der Rente mit 67 fest. Wir wollen aber, dass Menschen selbst entscheiden können, wann sie in Rente gehen wollen. Dazu fördern wir eine echte Altersteilzeit durch eine attraktive Teilrente ab 60 Jahren, die insbesondere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in belastenden Berufen zugutekommt. Für Menschen, die länger arbeiten wollen, soll sich das lohnen – u.a. durch bessere Hinzuverdienstregeln. Wer allein aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig in Rente gehen muss, darf nicht mehr durch Abschläge bestraft werden.

Bilanz der Großen Koalition / Andere Parteien

Die CDU/CSU hat im Jahr 2015 die sogenannte „Mütterrente“ ausgebaut. Damit werden Erziehungszeiten für Kinder, die vor 1992 geboren wurden, höher angerechnet. Das Anliegen ist ehrenwert, hätte aber aus Steuern finanziert werden müssen. Es ist eine versicherungsfremde Leistung, mit der die CDU/CSU Wahlkampf gemacht hat auf dem Rücken eines ohnehin angespannten Rentensystems. Das war kurzsichtig, populistisch und unsolide.  Noch schlimmer wird das, wenn man die derzeitige Rhetorik der CDU/CSU hört: Angela Merkel und ihre Partei sehen bei der Rentenversicherung keinerlei Handlungsbedarf und erteilen anderen Parteien bei dem Thema eine Art Redeverbot. Das ist unverantwortlich. 

Nicht minder egoistisch und verantwortungslos agierte die SPD. Auch die sogenannte „Rente mit 63“, eine Klientelbedienung für zumeist gutsituierte Facharbeiterinnen und Facharbeiter wurde aus der Rentenkasse finanziert. Wirklich von Altersarmut bedrohte Menschen hatten gar nichts davon. Und die Folgen tragen alle Rentnerinnen und Rentner und auch die Beitragszahlerinnen und Beitragszahler. Das Rentenniveau wird durch diese Maßnahmen stärker sinken als es ohne sie gesunken wäre. Und auch der Beitragssatz könnte sonst niedriger ausfallen.

SPD und CDU/CSU haben in den letzten vier Jahren nicht genug für die Stärkung der gesetzlichen Rentenversicherung und nichts mit Blick auf Bürgerversicherung, Rentenniveau und Altersarmut getan. Beim Schutz gegen Altersarmut waren die letzten vier Jahre verlorene Jahre. Die „Solidarrente“ hat es zwar in den Koalitionsvertrag geschafft, richtig gekämpft hat die SPD nicht dafür. Den Druck auf Beitragssatz und Rentenniveau haben sie noch verstärkt. Union und SPD haben weder die Altersarmut, noch das sinkende Rentenniveau noch die schlechte private Altersvorsorge unter Kontrolle bekommen.

Auch die LINKE macht sich keine ernsthaften Gedanken über die Zukunft der Alterssicherung. So fordert sie etwa eine Rückkehr zu einem durchschnittlichen Rentenniveau von 53 Prozent. Damit würde der Beitragssatz in der Rentenversicherung aber bis 2045 auf 29,4 Prozent steigen. Das wäre unverantwortlich.

FAQ: Häufig gestellte Fragen

Sind die Grünen nicht verantwortlich für Altersarmut, weil sie Hartz 4 miterfunden, den Niedriglohnsektor geschaffen und die Rente mit 67 unterstützt haben?

Die Höhe der Rente hängt von der Höhe des Arbeitseinkommens ab. Der beste Schutz vor Altersarmut ist eine sozialversicherte Beschäftigung mit gutem Lohn. Darum sind Langzeitarbeitslose und Frauen besonders von Altersarmut bedroht. Darum ist es so wichtig, dass Frauen sich im Beruf genauso verwirklichen können wie Männer. Und darum müssen wir mehr dafür tun, dass alle Menschen gute Zugänge zu Bildung und zum Arbeitsmarkt bekommen.

Besonders von Armut bedroht sind Menschen, die gar nicht in den Schutz der Sozialversicherungen einbezogen sind – wie viele Selbstständige und Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht bis zur Regelaltersgrenze arbeiten können. Darum brauchen wir flexiblere Übergänge in die Rente.

Wie sollen Menschen mit niedrigen Löhnen jemals eine auskömmliche Rente erlangen?

Wir Grüne wollen dafür sorgen, dass die Menschen nicht in unsicheren oder prekären unterbezahlten Verhältnissen arbeiten müssen. Wir wollen Familie und Beruf in Einklang bringen, so dass beide Eltern arbeiten können. Wir setzen uns dafür ein, dass Frauen endlich genauso gut bezahlt werden wie Männer. Auch wenn wir das Rentenniveau stabilisieren, reicht das noch nicht für alle Menschen mit niedrigen Einkommen oder Erwerbsunterbrechungen. Gerade Geringverdienerinnen und Geringverdiener haben auch bei einem stabilen Rentenniveau keine Chance, sich eine Rente oberhalb des Grundsicherungsniveaus zu erarbeiten. Wir setzen uns deshalb für die Einführung einer Garantierente ein. Langjährig Versicherte, also Menschen, die den größten Teil ihres Lebens gearbeitet haben, Kinder erzogen, andere Menschen gepflegt oder sonstige Anwartschaften in der Rentenversicherung erworben haben, sollen im Alter eine Rente beziehen, die oberhalb der Grundsicherung liegt - ohne Bedürftigkeitsprüfung und ohne Anrechnung von betrieblicher und privater Altersvorsorge.

Lassen die Grünen mit ihrer Rentenpolitik nicht die Jungen im Stich, deren Beiträge immer weiter steigen?

Für heute und morgen ist es wichtig, dass Beitragssatz und Rentenniveau in einem angemessenen Verhältnis bleiben. Auch Junge fragen, ob ihren Beiträgen in Zukunft noch Renten gegenüber stehen werden, die zum Leben reichen und den Sparbeitrag lohnen, den sie zu leisten haben. Mit einer Grünen Bürgerversicherung in der Rente ließe sich eine starke positive Wirkung auf Rentenniveau und Beitragssatz erreichen. Dann wären alle gut abgesichert und könnten sich entsprechend ihres Einkommens an der Finanzierung beteiligen.

Predigen grüne Abgeordnete nicht Wasser und trinken selber Wein?

Wir wollen, dass alle in die Rentenversicherung einbezogen werden, auch Abgeordnete. Schon bei den ersten Schritten zu einer Bürgerversicherung würden wir auch Abgeordnete in die Versicherung einbeziehen. Die Vorsorge für das Alter ist in Deutschland aus historischen Gründen stark nach Berufsstand gegliedert. Das ist leider bis heute so und betrifft also auch unsere Abgeordneten. Wir wollen diesen Zustand beenden. Besonders die Unterschiede zwischen gesetzlicher Rentenversicherung und  der Versorgung der Abgeordneten sind immer wieder Gegenstand politischer Debatten und von Kritik.

Auf hellblauem Hintergrund der Text "Unsere Themen" zwischen zwei Balken, darunter "Von A bis Z - alles auf einen Blick!". Wahlprogramm Grüne. Bundestagswahl.