Header bestehend aus Logo und aktuellem Thema

Text: "Zweitstimme Grün am 24.9.: Für Umwelt und Gerechtigkeit." Daneben ein Kreis mit einem blauen Kreuz drin.

Hauptinhalte

Ein kleines Mädchen springt von einem Felsen in die ausgestreckten Arme ihres Papas.
Wir wollen Familien finanziell unterstützen und Kinderarmut entschlossen bekämpfen. Foto: © Getty / heatheralvis

Wir holen Kinder aus der Armut und fördern Familien

Familien sind so vielfältig wie das Leben. Wir Grüne unterstützen alle Familien - ob mit oder ohne Trauschein, alleinerziehend oder verpartnert. Familien leisten viel. Viele sind mit ihrem Alltag und Leben zufrieden. Doch immer mehr Eltern machen sich finanzielle Sorgen oder ihnen droht zwischen Familie und Beruf die Puste auszugehen. Mit unserem grünen Familienbudget wollen wir Familien mit zusätzlich 12 Milliarden Euro pro Jahr entlasten und die Kinderarmut verringern. Wir schaffen in den nächsten Jahren weitere 350.000 Krippen- und Kitaplätze und regeln gesetzlich, dass ausreichend Erzieherinnen und Erzieher für unsere Kinder da sind.

Öfter wirklich mit voller Aufmerksamkeit für die Kinder da zu sein, sich mit Ruhe den pflegebedürftigen Eltern zu widmen oder einfach mal Zeit für sich zu haben, um sich aus den Mühen des Alltags heraus zu begeben. Das wünschen sich immer mehr Eltern. Immer mehr Frauen und Männer möchten sich auch die Aufgaben in der Familie oder die Arbeit im Haushalt partnerschaftlich teilen.

In den vergangenen Jahren wurden viele Kita- und Krippenplätze geschaffen. Dieser Ausbau der Angebote für die Kinder ist ein großer Erfolg. Aber bis 2020 werden weitere 350.000 Plätze gebraucht. Uns ist wichtig, dass es sich um Plätze in richtig guten Krippen, Kitas und Kindergärten handelt. Eltern wollen mit einem guten Gefühl zur Arbeit fahren und ihre Kinder gut versorgt wissen. Kinder brauchen Fachkräfte, die ihnen Zeit widmen und sie individuell fördern. Leider hat sich die Qualität der Angebote seit Jahren nicht wirklich verbessert. Und es gibt zu wenige Erzieherinnen und Erzieher für unsere Kinder. Das wollen wir Grüne ändern.

Das Einkommen von Familien und die Chancen von Kindern sind in Deutschland ungerecht verteilt. Auch in unserem wohlhabenden Land haben Familien oft nicht genug Geld für ein gutes Leben. Gut 2,5 Millionen Kinder leben in Armut. Besonders Alleinerziehende sind oft arm. Das ist ein trauriges Bild für unser wohlhabendes Land. Wir wollen die viel zu hohe Kinderarmut bekämpfen und sorgen dafür, dass alle Kinder gleich gute Chancen im Leben erhalten.

Wir Grüne sorgen dafür, dass Familien mehr Unterstützung erhalten: Mit einer ausreichenden Zahl wirklich guter Kitas und Schulen, die allen Kindern helfen, ihre Potenziale zu entfalten. Dazu muss es eine verbindliche Regelung geben, wie viele Kinder von einer Erzieherin oder einem Erzieher betreut werden. Mit der Einschulung darf das ganze Arrangement in der Familie nicht zusammenbrechen. Daher wollen wir den Ausbau von Ganztagsschulen vorantreiben bzw. einen Anspruch auf Hortbetreuung schaffen. Wir stehen für eine wirksame Familienförderung, die Kinderarmut verhindert und Familien entlastet. Dazu wollen wir mit dem grünen Familienbudget Familien künftig jährlich mit 12 Mrd. Euro zusätzlich unterstützen. Neue Arbeitszeitmodelle sollen helfen, dass die Arbeit besser ins Leben passt. Dazu wollen wir das Elterngeld zur KinderZeit Plus weiter entwickeln und die PflegeZeit Plus einführen.

Wir machen eine Politik, die Familien in allen Formen und Modellen unterstützt. Deshalb sorgen wir dafür, dass die finanzielle Absicherung von Kindern und Familien nicht länger vom Lebensmodell der Eltern abhängt. Den sozialen Eltern, also Menschen, die wie in vielen Patchwork-Familien langfristig Verantwortung für ein Kind übernehmen, ohne dessen leibliche Eltern zu sein, fehlt ein rechtlicher Rahmen für ihre Familienform. Und das, obwohl sie feste Wegbegleiterinnen bzw. Wegbegleiter ihrer Kinder sind. Hier wollen wir das Familienrecht weiterentwickeln.

Schon gewusst?

Das haben wir vor: So entlasten wir Familien und verhindern Kinderarmut

  1. Wir werden ein Familienbudget von jährlich 12 Mrd. Euro auflegen, um Familien insgesamt stärker zu fördern und Kinderarmut zu lindern. Das Familien-Budget besteht aus drei Reformteilen. Mit uns werden die Regelsätze für Kinder in der Grundsicherung so bemessen, dass sie den tatsächlichen Bedarf decken, auch den für Teilhabe am sozialen Leben, an Bildung, Kultur und Mobilität. Mit unserem Kindergeld-Bonus garantieren wir, dass Kinder in Familien mit geringem Einkommen und von Alleinerziehenden bekommen, was sie zum Leben brauchen – und zwar aus einer Hand und ohne es beantragen zu müssen. Eltern mit geringen Einkommen erhalten den Kindergeld-Bonus in voller Höhe. Bei höherem Einkommen der Eltern wird der Betrag abgeschmolzen. In der Kindergrundsicherung werden Kindergeld und Steuerfreibeträge für Kinder zusammengefasst. Damit beenden wir die Ungerechtigkeit, dass sich die staatliche Unterstützung für Kinder am Einkommen ihrer Eltern bemisst, und wir entlasten Familien mit mittlerem Einkommen. Diese neue Kindergrundsicherung sollte mit der Einführung einer Individualbesteuerung mit einem übertragbaren Grundfreibetrag verknüpft werden. Eltern, die heute bereits verheiratet oder verpartnert sind, können zwischen dem alten Ehegattensplitting und dem neuen Familientarif plus Kindergrundsicherung wählen. Der Familientarif sieht eine individuelle Besteuerung der Partner mit doppeltem Grundfreibetrag vor. Das heutige Bildungs- und Teilhabepaket erreicht sein Ziel nicht und soll deswegen abgeschafft werden. Wir wollen stattdessen die bisherigen Leistungen für die betroffenen Kinder zum Teil durch einen vom Bund finanzierten kostenfreien Zugang zu den entsprechenden Angeboten und zum Teil im Regelsatz gewähren.
  2. Wir wollen verhindern, dass Eltern die Puste ausgeht. Daher wollen wir mit unserer KinderZeit Plus das Elterngeld weiter entwickeln, flexibilisieren und verlängern: Jeder Elternteil hat Anspruch auf acht Monate Unterstützung. Weitere acht Monate können die Eltern frei untereinander aufteilen. Im ersten Lebensjahr des Kindes können beide Eltern – nacheinander oder gleichzeitig – vollständig aus dem Beruf aussteigen. Danach wird eine Reduzierung der Arbeitszeit finanziell abgefedert. Um sich das Mehr an Zeit für die Familie leisten zu können, gleichen wir das geringere Einkommen mit einer Lohnersatzleistung aus. Außerdem wollen wir das bestehende Recht auf Teilzeit um ein Rückkehrrecht auf den alten Stundenumfang ergänzen. Zudem wollen wir das Recht auf Home-Office als Ergänzung zum Büroarbeitsplatz einführen.
  3. Mit uns Grünen wird es mehr und vor allem wirklich gute Kita-Angebote und Schulen geben. Unser Ziel sind gute Kitas überall. Mindeststandards für die Qualität wollen wir gesetzlich festlegen – damit Erzieherinnen und Erzieher ausreichend Zeit für die Kinder, für Vor- und Nachbereitung und Elterngespräche haben. Eine Erzieherin oder ein Erzieher sollen künftig höchstens drei Kinder unter drei Jahren bzw. höchstens zehn ältere Kinder betreuen. Kinder sollen ab dem zweiten Lebensjahr bis zur Einschulung einen Rechtsanspruch auf ein ganztägiges Angebot frühkindlicher Bildung und Betreuung bekommen. Grundsätzlich ist unser Ziel, beitragsfreie Bildung von Anfang an zu ermöglichen– so auch in Kitas. Da es aber noch vielerorts an Angeboten mangelt und die Qualität so verbesserungsbedürftig ist, wollen wir zunächst sicherstellen, dass keinem Kind wegen der Kita-Gebühren der Zugang zu Bildung verwehrt wird. Wir wollen deutlich mehr Ganztagsschulen schaffen, um weiterhin gute Betreuung zu gewährleisten bzw. einen Anspruch auf Hortbetreuung schaffen. Der Bund soll dafür mit den Ländern zusammenarbeiten dürfen und diesen Ausbau mitfinanzieren (Abschaffung des Kooperationsverbots).

Bilanz der Großen Koalition / Andere Parteien

Die schwarz-rote Koalition und Familienministerin Katarina Barley wollen uns glauben lassen, sie hätten für die Kinder und Familien in Deutschland viel bewegt. Aber der Schein trügt. Die Lücke zwischen den Bedürfnissen bzw. Problemen von Familien und der Wirklichkeit ist in vielen Bereichen deutlich größer geworden.

Keine Antworten auf erschreckend hohe Kinderarmut: 2,5 Millionen Kinder sind in Deutschland seit vielen Jahren von Armut bedroht. Weder ihre Bildungschancen noch ihre Lebenssituation haben sich verbessert. Das gilt auch für die Arbeitsmarktintegration der nicht erwerbstätigen Eltern und die Einkommenssituation der vielen „Aufstocker“-Eltern. Die Große Koalition hat es verpasst, Chancengerechtigkeit zu erhöhen und den sozialen Zusammenhalt zu stärken.

Zu wenig für Kita-Qualität und Bildung: Eine bessere Kindertagesbetreuung überall in Deutschland – von diesem Versprechen aus dem Koalitionsvertrag ist die große Koalition weit entfernt. Die Bundesmittel für den Kitaausbau reichen angesichts des realen Bedarfs an Angebot und Qualität bei Weitem nicht. So hat noch nicht einmal jedes dritte Elternpaar mit Kindern unter drei Jahren einen Betreuungsplatz.

Mehr Zeit für Familie ist kein Thema für die schwarz-rote Koalition: Vier Jahre lang warb Manuela Schwesig mit ihrer „Familienarbeitszeit“. Aber sie hat nichts Konkretes vorgelegt. Die Union blockiert ein Rückkehrrecht auf Vollzeit. Damit bleibt es schwierig, Arbeitszeit befristet zu reduzieren. Einmal Teilzeit - immer Teilzeit; das ist die Realität für viele Frauen. Und für viele Männer ist es ein Hindernis, wenn sie eine Weile für die Familie kürzer treten möchten.

Die AfD macht Bevölkerungspolitik – keine Familienpolitik. Sie ordnet die Belange von Müttern und Vätern dem „Erhalt des deutschen Staatsvolkes“ unter. Antworten auf die Probleme und Bedürfnisse von Familien gibt sie nicht. Familien bestehen für die AfD nur aus Vater, Mutter und Kindern. Alleinerziehende, Regenbogenfamilien oder gleichgeschlechtliche Partnerschaften sind bei der AfD nicht gerne gesehen.

FAQ: Häufig gestellte Fragen

Wollen die Grünen alle Eltern und vor allem Mütter den Zwängen des Arbeitsmarktes unterwerfen?

Nein. Wir orientieren uns an den Bedürfnissen der Eltern und Kinder. Sie sollen wählen können, was für sie das passende Lebensmodell ist. Die Unterstützung muss unabhängig davon für alle Familien gleich gut sein.

Die Wünsche und Bedürfnisse sind nicht bei allen Eltern und Kindern gleich. Während 46 Prozent der Eltern von Kindern zwischen einem und drei Jahren sich ein Kinderbetreuungsangebot wünschen, nimmt nur ein Drittel der Kinder ein Angebot wahr. Diese Lücke zwischen Wunsch und Wirklichkeit möchten wir schließen.

Knapp die Hälfte der Mütter wünscht sich eine längere Arbeitszeit und 79 Prozent der Väter wünschen sich mehr Zeit für die Familie. Andere Eltern wollen oder können der Kinder wegen nicht Vollzeit arbeiten oder wünschen sind in manchen Lebensphasen ihre Arbeitszeit zu reduzieren. Wir wollen Eltern dabei unterstützen, ihre Wünsche zu verwirklichen und Arbeitszeit flexibler zu gestalten.

Wollen die Grünen etwa die Ehe abschaffen?

Familien sind inzwischen so vielfältig wie das Leben selbst: Es gibt verheiratete Paare mit Kindern, Alleinerziehende, Patchwork-Familien, nichteheliche Familien, Regenbogenfamilien, Pflegefamilien. Wir GRÜNE machen eine Politik, die Familien in allen Formen und Modellen unterstützt. Für uns ist Familie ist da, wo Kinder sind und wo Menschen füreinander Verantwortung übernehmen.

Für viele dieser heute selbstverständlichen Familienkonstellationen gibt es keinen klaren Rahmen, der ihre Rechte benennt und ihre Familienform absichert. Wir wollen das Familienrecht weiterentwickeln und für diese Familien ein Angebot schaffen, das sie in ihrer Verantwortung als Eltern rechtlich stärkt (Rechtsinstitut der elterlichen Mitverantwortung). Damit wollen wir klar regeln, welche Rechte und Pflichten, beispielsweise in der Schule, beim Arztbesuch oder im Alltag, aber auch welche Verantwortung für das Kind die leiblichen und die nicht leiblichen, aber miterziehenden Eltern haben.

Darüber hinaus wollen wir mit dem Pakt für das Zusammenleben eine neue Rechtsform schaffen, die das Zusammenleben zweier Menschen, die füreinander Verantwortung übernehmen, unabhängig von der Ehe rechtlich absichert.

Interessieren sich die Grünen nur für die Besserverdienenden?

Nein. Armut schmerzt und grenzt aus. Kinderarmut ist immer Familienarmut. Kinder dürfen nicht zu den Leidtragenden des fehlenden Einkommens der Eltern werden. Um der Kinderarmut zu begegnen, wollen wir mehrere Maßnahmen ergreifen:

Das beste Mittel gegen Kinderarmut bleibt nach wie vor die Erwerbstätigkeit der Eltern. Deshalb ist es so wichtig, dafür zu sorgen, dass Beruf und Familie vereinbar sind.

Die Hartz 4-Regelsätze für Kinder müssen so hoch sein, dass sie den tatsächlichen Bedarf decken – und zwar auch den für Teilhabe an Bildung, Kultur und Mobilität.

Kinder aus Familien mit niedrigem Einkommen und Alleinerziehende sollen künftig eine bedarfsdeckende Unterstützung aus einer Hand erhalten – einen Kindergeld-Bonus. Er soll nicht beantragt werden müssen und auch nicht befristet sein.

In keinem anderen Land hängt der Bildungserfolg so stark vom Geldbeutel der Eltern ab. Die Förderung von Kindern in einer Kita kann ihre Bildungschancen deutlich verbessern. Allerdings kommt es auf die Qualität der Angebote an. Deswegen wollen wir Mindeststandards in einem Gesetz verbindlich festlegen – und Länder und Kommunen finanziell unterstützen.

Homeoffice, Teilzeit, Rückkehrrecht – Überfordert all das nicht die Unternehmen?

Nein. In aller Regel profitieren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wie Arbeitgeber von Maßnahmen zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. In Zeiten des Fachkräftemangels haben die meisten Unternehmen ein Interesse daran, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu halten. Die fortschrittlichen unter ihnen erhöhen durch familienfreundliche Angebote ihre Attraktivität, um Fachkräfte zu halten oder neue zu gewinnen.

Es sind oftmals auch die Maßnahmen, die es Eltern ermöglichen, sich die Aufgaben im Haushalt und in der Verantwortung gegenüber den Kindern partnerschaftlicher zu teilen, die ihnen den Wiedereinstieg ins Erwerbsleben erleichtern oder die Familie und Beruf überhaupt ermöglichen. Arbeitgeber, die Eltern verlieren, weil die Vereinbarkeit von Familie und Beruf nicht gelingt, müssen viel Geld und Zeit aufwenden, um die Stellen neu zu besetzen. Eine hohe Fluktuation in der Belegschaft ist selten im Interesse der Arbeitgeber.

Eltern brauchen daher ein bundesweit einheitliches Angebot bzw. ein einheitliches Regelwerk. Vielen Eltern ist eine phasenweise Reduzierung der Wochenarbeitsstunden nur mit einem Lohnersatz möglich. Unser Modell KinderZeit Plus macht genau das.

Auf hellblauem Hintergrund der Text "Unsere Themen" zwischen zwei Balken, darunter "Von A bis Z - alles auf einen Blick!". Wahlprogramm Grüne. Bundestagswahl.