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Putin wäre der falsche Preisträger

Zu seinem Austritt aus dem Kuratorium der Quadriga erklärt Cem Özdemir, Bundesvorsitzender von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN:

„Der Quadriga-Preis sollte nach meinem Verständnis an Personen verliehen werden, die sich besonders um die Demokratie und ihre Förderung verdient gemacht haben. Frühere Preisträgerinnen und Preisträger sind Michail Gorbatschow, Bärbel Bohley und Václav Havel. Wladimir Putin sehe ich nicht in dieser Reihe. Vor diesem Hintergrund habe ich mich im Kuratorium strikt gegen eine Ehrung von Putin ausgesprochen und deutlich gemacht, dass er aus meiner Sicht weder für den Preis qualifiziert ist, noch der Zeitpunkt vertretbar wäre angesichts der anstehenden Präsidentschaftswahlen in Russland. Berichte, ich hätte mich bei dieser konkreten Frage enthalten, sind nachweislich falsch und entbehren jeder Grundlage. Vielmehr habe ich in einer Sitzung des Kuratoriums am 15. Juni einer Ehrung von Putin widersprochen. Der Ehrung der anderen Preisträgerinnen und Preisträger, die heute von der Quadriga bekanntgegeben werden, habe ich zugestimmt.

Wladimir Putin soll für seine Verdienste für die Verlässlichkeit und Stabilität der deutsch-russischen Beziehungen ausgezeichnet werden. Die Verbesserung und die Stärkung der partnerschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Russland liegen im großen Interesse beider Staaten und Europas. Doch beinhaltet die Verleihung des Quadriga-Preises, trotz verschiedener Jahresthemen, auch immer die Würdigung der individuellen Verdienste um die Demokratie und ihre Förderung. Der Einsatz für die Demokratie ist aus meiner Sicht das Fundament, auf dem eine Ehrung stattfindet, gerade angesichts eines Preises, der schon im Titel und durch den Tag der Preisverleihung am 3. Oktober deutlich macht, welchen Geist er atmet. Es ist kein außergewöhnlicher Vorgang, dass Preisträgerinnen und Preisträger nicht immer das Wohlwollen aller Mitglieder eines Gremiums finden. Doch herrscht – auch nach einer Besprechung der Kuratoriumsmitglieder gestern – offenbar weiterhin eine derart unterschiedliche Einschätzung über die Verdienste von Wladimir Putin für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit, dass ich der Geschäftsführung angesichts dieser Meinungsverschiedenheit mitgeteilt habe, meine Mitgliedschaft niederzulegen und mich aus dem Kuratorium zurückzuziehen.“

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Kommentare

michael
27-09-11 16:17
schade finde ich den Austritt.Zu putin sage ich nur,er war immer der der die Fäden in der Hand hielt.Es war doch nur eine Zwangspause.In meinen Augen gibt es keine Demokratie in Russland und ist auch nicht beabsichtigt.Sehe ich das nur so oder darf man es der Wirtschaft zu liebe nicht laut äussern?Für die Förderung der Wirtschaft muss man ja so einige Brocken schlucken und das nicht unbedingt zum zusätzlichem Wohle der Arbeitnehmer.
g.j.
26-07-11 14:51
Aber die Türkei soll Mitglied der EU werden, trotz der massiven Menschenrechtsverletzungen, typisch für Sie und Ihre Partei
h.g.
24-07-11 07:54
War 2004 Recep Tayyip Erdogan etwa eine besserer Preiträger.
Wenn man an seine höchst bedenklichen und Integrationsfeindlichen Reden in Köln und vieles andere mehr denkt, wohl kaum.
Oder Hamid Karzai im gleichen Jahr, der wohl ein ebenso
ungeeigneter Preisträger war.
Mir ist nicht bekannt ob Herr Cem Özdemir seinerzeit Mitglied des Kuratoriums war, falls er an der Ernennung dieser beiden erwähnten Zeitgenossen jedoch beteiligt war, ist seine jetzige Haltung kaum nachvollziehbar, es sei denn er hatte andere Gründe bei denen man vieleicht ins Grübeln kommen könnte.
Ansonsten frage ich mich warum er einem Kuratorium überhaupt beigetreten ist, dass solche Personen als Preiträger nominiert, bei dem ein Putin durchaus ins Bild passen würde. Herr Özdemir, üblicherweise wird eine solche Haltung als scheinheilig bezeichnet und passt durchaus zu der Partei, der sie vorstehen.
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