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Cem Özdemir zum OECD-Bildungsbericht

Zum heute vorgestellten OECD-Bericht „Bildung auf einen Blick 2017“erklärt Cem Özdemir, Spitzenkandidat von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN:

„Das Selbstlob von Ministerin Wanka kann nicht verdecken, dass Bildungsaufstieg in Deutschland für viel zu viele Kinder ein leeres Versprechen bleibt. Wir vergeuden Talente und enttäuschen Hoffnungen, in dem wir Kindern Wege verbauen anstatt sie zu unterstützen. Es ist unfassbar, dass Frau Wanka die Ungerechtigkeit gegenüber Kindern, deren Eltern nicht studiert haben, noch nicht einmal anerkennt.

Unsere Kitas, Schulen und Hochschulen müssen zu Kathedralen der Zukunft werden. Hier entscheidet sich, ob unser Land stark bleibt und gerechter wird. Dazu braucht es gute Ganztagsschulen, die Benachteiligungen ausgleichen. Es braucht außerdem dringend eine länderübergreifende Strategie gegen den Lehrermangel, unter dem Schulen in der ganzen Republik leiden.

Bisher trägt die Digitalisierung zu einer Verschärfung der Ungleichheit bei. Sie findet nämlich überwiegend zuhause statt. Das sinnvolle Nutzen digitaler Medien darf nicht weiter vor allem von der Herkunft und Bildung der Eltern abhängen. Deshalb brauchen wir eine umfassende Digitalisierungsstrategie für die Schulen, denn mit kompetenten Lehrern und gutem Zugang gelingt dort individuelle Förderung.

Die nächste Bundesregierung darf sich nicht mehr hinter dem Kooperationsverbot verstecken. Es muss weg. Wenn es die Möglichkeit eines bundesweiten Volksentscheids gäbe, dann wäre das Kooperationsverbot schon längst abgeschafft. Eine große Mehrheit in der Bevölkerung verlangt hier zurecht eine Veränderung. Sie schätzen den Föderalismus und wünschen sich auch keinen sturen Zentralismus. Aber sie haben kein Verständnis für ideologische Grabenkriege auf dem Rücken ihrer Kinder.“