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Atomare Vergangenheit hinter uns lassen

Zum 31. Jahrestag des Reaktorunglücks von Tschernobyl erklärt Simone Peter, Bundesvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN:

„Die Nuklearkatastrophe in Tschernobyl hat vor 31 Jahren vielen Menschen die Augen vor den Gefahren der Atomkraft geöffnet. Noch heute sind die gesundheitlichen, sozialen und ökologischen Folgen spür- und sichtbar: eine hohe Zahl an zusätzlichen Krebserkrankungen in den Staaten der ehemaligen Sowjetunion sowie die starke radioaktive Kontaminierung der Region um Tschernobyl. Die Folge war eine beinahe beispiellose Bewegung in Deutschland, die das Ende des Atomzeitalters einforderte.

Trotz des beschlossenen Atomausstiegs haben wir die atomare Vergangenheit noch nicht endgültig hinter uns gelassen. Die Produktion riesiger Mengen von Atommüll wird uns über viele Generationen belasten und grenznahe, störanfällige Atomkraftwerke in Belgien, Frankreich oder der Schweiz sind alltägliche Risiken auch für deutsche Regionen. Fortwährende Pannen in den französischen Schrottreaktoren in Fessenheim und Cattenom, aber auch in Tihange und Doel in Belgien sowie systematische Mängel dokumentieren seit Jahren deren Gefährlichkeit.

Die Bundesregierung muss sich deshalb bei unseren Nachbarn vehement für die Schließung der Pannenreaktoren einsetzen. Zudem müssen die Anrainerstaaten ein Mitspracherecht bei den Sicherheitsanforderungen von Atomanlagen wie Kraftwerken oder Endlagern erhalten. Außerdem ist die deutsche Brennelementelieferung in die überalterten Reaktoren der Nachbarstaaten zu stoppen und endlich eine höhere Haftung und Deckungsvorsorge für den Fall eines Unfalls festzulegen. Opfer eines Super-GAUs würden derzeit für Schäden weitgehend alleine aufkommen müssen. Auch der europäische EURATOM-Vertrag, der mit Milliarden Steuergeldern Atomenergie in den EU-Staaten fördert, gehört endlich abgeschafft!“