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Steffi, wir haben Dir vor genau fünf Monaten zu 46.000 grünen Parteimitgliedern gratuliert. Was ist seitdem geschehen?
Seitdem ist der Mitgliederzustrom nicht abgebrochen und wir haben inzwischen schon wieder 2000 Mitglieder mehr. Es ist schon beeindruckend, wie sich das entwickelt und es ist kein Ende abzusehen. Im September hab ich mich über den eintrittsstärksten Monat gefreut. Und dann kam der Oktober und hat das ganze noch einmal getoppt: 524 Eintritte in einem Monat. Das ist fantastisch.
Wie erklärst du dir diesen rasanten Zuwachs?
Das hängt viel mit unserem Wahlkampf zusammen. Da hat man uns zugeschrieben, dass wir die glaubwürdigste Partei von allen sind. Und dass die Versprechen der schwarz-gelben Koalition nur Worthülsen und zum teil glatte Lügen waren, sieht man jetzt nur zu gut.
Und da glaube ich, dass sich die Leute genau anschauen, wo kann ich wie etwas gegen schwarz-gelbe Politik unternehmen? Und dann kommen sie zu uns. Wir machen Front gegen den Ausstieg aus dem Atomausstieg und wir kämpfen weiter für eine Klimaschutzpolitik, die ihren Namen auch verdient. Das sieht man jetzt in Kopenhagen – bei Frau Merkel spielt Klimapolitik nicht mal die zweite Geige, sondern sie muss, wenn es drauf ankommt, draußen bleiben.
Im Bundestag stellen die Grünen aber derzeit die kleinste Fraktion. Wie passt das zusammen?
Wir sind mit so vielen Abgeordneten im Deutschen Bundestag wie nie zuvor. Das ist erst einmal ein Grund zur Freude und ein Auftrag an eine kritische, hörbare und erfolgreiche Oppositionsarbeit.
Aber natürlich haben auch die anderen dazugewonnen. Der FDP ist es gelungen, die Union zu „kannibalisieren“. Sie hat die meisten Stimmen von CDU und CSU abgezogen, weil sie als Funktionsargument die Aussicht auf eine Koalition mit Frau Merkel hatte. Dieses Funktionsargument fehlte uns am Ende vielleicht. Aber der Erfolg war historisch und darauf bauen wir auf!
Was erwartet denn ein Neumitglied vor Ort?
Das ist ganz unterschiedlich. Die Stärke der Grünen ist trotz der steigenden Mitgliederzahlen in den Regionen noch sehr unterschiedlich. Aber neben regelmäßigen Kreismitgliederversammlungen gibt es noch sehr viele Möglichkeiten, sich einzubringen. Viele Kreisverbände veranstalten Stammtische, jetzt im Vorfeld von Kopenhagen machen auch noch viele Aktionen, um verbindliche Ergebnisse des Kyoto-Nachfolgegipfels zu fordern.
Und wenn man zum Beispiel in Nordrhein-Westfalen Mitglied geworden ist, steckt man schon wieder mitten in den Wahlkampfvorbereitungen, denn im Mai ist in NRW eine wichtige Landtagswahl, wo wir wieder unbedingt stärker werden und die schwarz-gelbe Regierung beenden wollen.
Die Grünen hatten Ende der neunziger mal noch mehr Mitglieder als heute. Was passierte dann?
Das stimmt, aber weit weg von unserem Höchststand sind wir nicht mehr. Wir hatten 1999 noch knapp 50.000 Mitglieder. Aber in der Regierungszeit haben wir, gerade wegen der Entscheidungen rund um die ersten Auslandseinsätze der Bundeswehr Mitglieder verloren. Das war keine einfache Zeit – aber wir haben uns diese Entscheidungen auch nie leicht gemacht und die Debatten immer offen und vor allem extrem streitfreudig ausgetragen. Es konnte also jeder sehen, wie hart bei uns an Entscheidungen gearbeitet wird. Und viele Mitglieder, sicher nicht alle, die damals ausgetreten sind, sind auch wieder zurückgekommen. Weil sie sehen, dass wir immer noch die beste aller Partei sind.
Stell Dir doch mal bitte das typische Grünen-Mitglied vor. Wie sieht er oder sie aus?
Das typische Grünen-Mitglied gibt es nicht. Wir sind sehr verschieden, aber uns verbinden gemeinsame Anliegen. Wie zum Beispiel die Sorge um die Zukunft unseres Planeten und der Kampf gegen Atomkraft. Grüne Mitglieder machen sich stark gegen den Klimawandel und gegen soziale Ungerechtigkeiten. Am Ende sind es gemeinsame Werte, die uns verbinden. Werte wie Solidarität und Verantwortung für kommende Generationen, Gleichberechtigung und Freiheit.
Ich finde übrigens am spannendsten, dass die neuen Mitglieder überdurchschnittlich jung sind. Wir sind die im Durchschnitt jüngste Partei im Bundestag, aber die Neumitglieder sind durchschnittlich nochmal 10 Jahre jünger. Damit verändert sich vieles. Und das macht unsere Partei so spannend!