Zusammen hält besser

Vom 16. - 18. November 2012 findet die 34. Ordentliche Bundesdelegiertenkonferenz in Hannover statt. „Uns geht es um eine gerechtere, um eine bessere Gesellschaft, um mehr Zusammenhalt statt Ellenbogen“, sagt Steffi Lemke im Interview. Dieser Parteitag ist der Start in den Wahlkampf.

Steffi Lemke an einem Redepult, grüner Hintergrund, Foto: gruene.de (CC BY-NC 3.0)
„Uns geht es um eine gerechtere, um eine bessere Gesellschaft, um mehr Zusammenhalt statt Ellenbogen“, sagt Steffi Lemke im Interview über die Themen des Parteitages am kommenden Wochenende in Hannover. Foto: gruene.de (CC BY-NC 3.0)

gruene.de: Was bedeutet das Motto der diesjährigen Bundesdelegiertenkonferenz?
Steffi Lemke: Der Parteitag steht unter dem Motto "Zusammen hält besser". In unserem Land geht es nicht gerecht zu, seit Jahren wachsen Ungleichheit, soziale Spaltung und Ausgrenzung. Verunsicherung, Abstiegs- und Zukunftsängste sind inzwischen in allen Bevölkerungsschichten vorhanden, während ein kleiner Teil der Bevölkerung immer größere Vermögen anhäuft. Dem müssen wir entgegentreten. Die Regierung Merkel hat Gerechtigkeit im schwarzen Loch versenkt. Sie rettet Banken und private Vermögen, während den Kommunen das Geld für Schwimmbäder und Kindergärten fehlt. Sie macht milliardenschwere Wahlgeschenke an ihre Klientel und sie tut nichts gegen Hungerlöhne, Altersarmut, Pflegenotstand und gegen ungerechte Bildungschancen. Wir GRÜNE aber wollen das ändern. Wir kämpfen für eine offene und durchlässige Gesellschaft, in der jeder Mensch seinen Platz findet, egal woher er kommt. Uns geht es um eine gerechtere, um eine bessere Gesellschaft, um mehr Zusammenhalt statt Ellenbogen.

Was wird der inhaltliche Schwerpunkt dieses Parteitages sein?
Der inhaltliche Schwerpunkt liegt wie gesagt auf der Sozial- und andererseits auf der Europapolitik. Und natürlich stehen die Wahlen u.a. zum Bundesvorstand und Parteirat an. Bei der sozialpolitischen Debatte wollen wir klar machen: Wir brauchen bessere öffentliche Einrichtungen, denn nur gute öffentliche Einrichtungen schaffen Teilhabechancen für alle. Und wir brauchen eine menschenwürdige und verfassungsgerechte Existenzsicherung.
Wir wissen aber auch, dass nicht alles sofort geht. Und deshalb gilt für uns, dass wir keine Luftbuchungen und leeren Versprechungen machen. Wir stehen dafür, das Machbare zuerst zu tun, ohne dabei das Wünschenswerte aus den Augen zu verlieren. Wir haben uns auf den Weg gemacht, ein konsequent durchgerechnetes Wahlprogramm zu schreiben und wir werden diesen Weg bis zum Programmparteitag im April 2013 weiterschreiten. Und in der Europapolitik werden wir erneut deutlich machen, dass wir GRÜNE zu Europa stehen. Wir stellen uns gegen die Kürzung des EU-Haushaltes, gegen ein Europa der Hinterzimmerpolitik und gegen ein Europa der Renationalisierung – unser Europa ist ein demokratisches Europa, mit einem gestärktem Parlament und mehr Mitbestimmung durch die Bürger. Es gilt weiterhin: nur ein Mehr und nicht ein Weniger an Europa ist der richtige Weg! Und nicht zuletzt haben wir mit 52 Anträgen zum Tagesordnungspunkt „Verschiedenes“ noch eine Fülle anderer Punkte auf der Agenda. Hier werden die Delegierten entscheiden, welche 15 Anträge behandelt werden sollen.

Zuletzt: Welche Stimmung erwartest Du auf diesem Parteitag, auch im Hinblick auf die Wahlen des Bundesvorstandes und des Parteirats?
Ich denke, der Parteitag wird auch mit unseren personellen Entscheidungen ein Signal der Geschlossenheit senden. Wir sind alle getragen von dem gemeinsamen Wunsch, die Regierung Merkel abzulösen. Diese Geschlossenheit wird sich in Wahlergebnissen ausdrücken,  aber vor allem auch in der Stimmung auf diesem Parteitag, quasi der emotionalen Zustimmung. Davon abgesehen erwartet uns außerdem wieder ein dichtes Programm in den kommenden Tagen. Eines ist daher sicher: Dieser Parteitag wird knallvoll!

Klicke auf die Buttons, um das jeweilige Netzwerk zu aktivieren. Beachte, dass dadurch persönliche Daten an Facebook, Twitter oder Google übertragen werden.

http://www.gruene.de/uploads/tx_rsmttnewsext/Juergen-katrin-225x130.jpg

Die BDK 2012 in Bildern

Wir zeigen euch den Parteitag in Bild und Text.

http://www.gruene.de/uploads/tx_rsmttnewsext/20110607_Abstimmung_BDK_225x130_02.jpg

Es wird ein guter Parteitag

Ein Interview mit Steffi Lemke über eine demokratische Diskussion mit der Basis und Merkels verpasste Chance eines gesellschaftlichen Konsens.

http://www.gruene.de/uploads/tx_rsmttnewsext/BDK_2011_Stimmkarte_225x130_02.jpg

Grüne Mitglieder bestimmen Prioritäten

Im Juni 2013 können alle grünen Mitglieder ihre zehn favorisierten Projekte für die Bundestagswahl 2013 auswählen.

http://www.gruene.de/uploads/tx_rsmttnewsext/Steffi-Lemke225x130.JPG

Der Parteitag wird spannend

Steffi Lemke zu den Kernthemen der BDK, kontroversen Debatten und neuen Beteiligungsmöglichkeiten für die Delegierten.

http://www.gruene.de/uploads/tx_rsmttnewsext/Halle111125KUZ070_225x130.jpg

Neue grüne Phase

Die 33. BDK wird inhaltlich vielschichtig und arbeitsintensiv. Am ersten Tag standen das Gedenken an die Neonazi-Morde und die Europa-Debatte im Mittelpunkt.

Kommentare

Matthias
18-11-12 11:27
Zum Start in den Wahkampf, kann ich euch nur sagen, dass ihr ihn für mich schonbeendet habt, mit euren Beschlüssen habt ihr euch - für mich - unwählbar gemacht und ich muss mir nach vielen Jahren eine andere Partei suchen.
Ihr habt die Signifikanz der Beschneidunsfrage völlig unter schätzt. Es ist, wie auch fast alle Redner betonten, eine Frage der Grundrechte und ihr behandelt sie kurz nach 23h und entscheidet euch dazu euch nicht zu entscheiden. Wenn aber eine Partei, der Grundrechte immer wichtig waren, jetzt zu Feige ist eindeutig Position zu beziehen, dann hat bei euch die Religion gegen die Menschenrechte gewonnen. Das wird ja auch ganz deutlich, wenn man sich die Antragsteller ansieht.Und die Krone setzt dann noch Claudia der Sache auf, mit einem völlig hysterischen Beitrag in einer ansonsten sehr bemüht zurückhaltenden Debatte. Diese 3 Minuten verkörperten für mich, was ich an den Grünen hasse und was ich überwunden glaubte: Ich vertrete meine Meinung um so lauter und aufgeregter, je weniger ich sie begründen kann; ich lasse meine Meinung doch nicht von fakten stören; Frauen sind die besseren Menschen. Wer sich auch nur ein bisschen schlau gemacht hat, hat schon längst herausgefunden, dass es bei Mädchen verschiedene Stufen der Beschneidung gibt, von denen einige durchaus mit der Beschneidung von Jungen zu vergleichen sind, während andere erheblich schlimmer sind. Dies zu leugnen und Mädchen generell als unantastbar zu erklären ist absolut sexistisch, wenn es nicht auch für Jungen gilt. Was in den debatten, nicht nur gestern immer völlig verkannt wird, ist die Wirkung dieser Debatten auf die Kinder und Jugendlichen. Nicht jeder von ihnen kennt und versteht die feinen Unterschiede in der Beschneidung von Jungen und Mädchen, und so kommt nur als Essenz der Debatte bei ihnen an: Mädchen sind schützenswert, Jungen sind nichts wert.
Schon durch die Ablehnung der Gleichstellung beim Sorgerecht habt ihr klar gemacht, dass ihr keine Partei der Gleichberechtigung seid und euch Frauenrechte über Männerrechte gehen. Die einzige Chance als Mann, dass ihr euch für seine Rechte interessiert, da muss er schon schwul sein.Und weil das bei Kindern noch nicht fest steht, interessieren euch Jungenrechte noch viel weniger als Männerrechte.
Und so seid ihr nun als Partei, die sich in Grundrechtsfragen vor Entscheidungen drückt und damit gegen die Grundrechte stellt, als Partei, die gegen Gleichberechtigung und für die Bevorzugung von Frauen eintritt, als Partei für die Mädchen hui und Jungen pfui sind und als Partei die Religion über die Grundrechte stellt und Kirchenfuntionäre and ie Parteispitze, absolut unwählbar geworden. Schade! Hatte ich mich doch so gefreut endlich unter einem grünen Ministerpräsidenten und einem grünen Oberbürgermeister zu leben, aber das wird dann wohl auch nur jeweils eine Amtszeit sein.
Gast
15-11-12 13:54
An Wolfgang

Wenn mit dem Feminismus die Frauen gegen die Männer aufgehetzt werden, wenn Umweltaktivisten gegen Unternehmer wettern oder Zugezogene gegen Einheimische (Benachteiligung) oder Ärmere gegen Wohlhabendere (soziale Ungerechtigkeiten) oder Linke gegen Rechte.Wenn alles zum Feind deklariert wird so wie es die Grünen tun und letztendlich der Mensch als Bestandteil der Natur zum (zu beseitigenden) Störenfried umdeklariert wird, dann bricht der Zusammenhalt in der Gesellschaft auseinander. Schuld am Zerfall der Gesellschaft sind meiner Ansicht nach das private Geldsystem, welches durch Zinsen zu einer automatischen Umverteilung zu den 1% der Gesellschaft führt und damit jeden der 99% in einen egoistischen Existenzkampf zwingt. Schuld sind auch die abhängigen marionettenhaften Medien und Politiker aller Parteien, die verschiedene Gruppen der Gesellschaft gegeneinander aufhetzen um vom Betrug durch die 1% privater Geldschöpfer abzulenken. CDU aber auch Grüne bilden da keine Ausnahme.
Dieter
14-11-12 22:17
Uns geht es angeblich um:
- wohlkingende worthülsen
- wohlkingende worthülsen
- wohlkingende worthülsen

aber tatsächlich eintreten tun wir für...
- die Verdrängung des deutschen Volkes und seiner Kultur
- die Entrechtung des Einzelnen zu Gunsten des EU Zentralstaates
- die Enteignung aller Bürger für die Eurorettung (tatsächlich Bankenrettung)
- die Erhöhung der Gewinne der 1% durch die Klimasteuer
- die Zerstörung der Natur durch Bioenergie Monokulturen, Windparks, Geothermie
- die Bevormundung durch "Politische Korrektheit, Gender und Feminismus"
- die Zerstörung der Wirtschaft durch Energiewende und Globalisierung,
usw.
Wolfgang Luth
14-11-12 22:11
Ich bin auch der meinung das die gesellschaft immer mehr auseinander triffet und das es an der politik der cdu-fdp leigt , der zusammen halt wie es ihn früher gab ist schon lange vorbei , dabei ist es aber leichter wen alle an einem strang ziehen und es gerechter zugehen würde
Kommentar

Wir freuen uns auf Meinungen zu diesem Artikel. Bitte beachtet unsere Nutzungsbedingungen.
Die Kommentarfunktion dient nicht dazu, direkt mit uns Kontakt aufzunehmen oder Fragen zu stellen. Dafür haben wir ein Kontaktformular.



CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz

Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.