Ziel: Dritte Kraft bei Mitgliederzahlen

2011 war für BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN das erfolgreichste Jahr in ihrer Geschichte. In diesem Jahr will die Partei viele neue Mitglieder gewinnen. Ein Interview von Steffi Lemke mit der Leipziger Volkszeitung, 6. Januar 2012.

Porträtfoto von Steffi Lemke
Steffi Lemke, politische Bundesgeschäftsführerin von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN.

FDP und Linke brechen bei den Mitgliederzahlen ein. Die Grünen schnorren sich gesund. Soll 2012 so gesehen noch erfolgreicher als 2011 werden?
Steffi Lemke: Moment, mit Schnorren hat das überhaupt nichts zu tun. Der Mitgliederzuwachs fällt uns nicht in den Schoß, sondern ist ein Erfolg unserer Arbeit. Wir kämpfen glaubwürdig für unsere Anliegen wie den Schutz der Umwelt und soziale Gerechtigkeit. Dass es bei der FDP momentan nichts mehr gibt, was für politisch interessierte Menschen attraktiv scheint, ist offensichtlich. Und bei der Linkspartei weiß man auch nicht, woran man ist. Ewige Opposition oder doch mal regieren? Also: Ich bin sicher, dass wir auch 2012 viele neue Mitglieder gewinnen werden. Dafür werden wir uns ins Zeug legen.

Sind FDP und Linkspartei dieses Jahr nicht nur mitgliedermäßig "fällig"?
Das Jahr 2011 hat uns an den Wahlurnen als dritte Kraft etabliert. Das soll bald auch für die Mitgliederzahlen gelten. Wir wollen in diesem Jahr die FDP überholen. Denn wenn Grün stärker wird, brauchen wir auch mehr Mitglieder. Die FDP hat sich selbst ins politische Nirwana bewegt. Ich traue Herrn Rösler nicht zu, dass er den Weg zurück findet. Die FDP hat sich selbst überflüssig gemacht. Und für die Linkspartei entscheidet sich bei der Landtagswahl in Schleswig-Holstein, ob sie gesamtdeutsch Politik machen wird oder nicht. Ich bin da skeptisch.

Bieten die Grünen dem guten Zweig der Liberalen Asyl, wenn es so weit ist?
Ich habe nicht den Eindruck, dass es bei der FDP viele Mitglieder gibt, die unser Programm gut finden. Aber natürlich sind alle, die sich für den Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen, für Gerechtigkeit, Demokratie und  Frieden einsetzen, bei uns herzlich willkommen. Egal, in welcher demokratischen Partei sie zuvor ihre Heimat gesehen haben.

 

Mitgliederzahlen zum Jahresende 2011

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: 59.019

FDP: 63.416 (nach einer Umfrage der Frankfurter Rundschau)

Linkspartei: 69.800 (nach internen Schätzungen, zitiert von der Frankfurter Rundschau)

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51825 sind jetzt grün

Nie zuvor hatte BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN so viele Mitglieder. "Es ist großartig, wie sich unsere Partei gerade entwickelt", sagt Steffi Lemke.

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Zustrom bricht nicht ab

Schwarz-gelbe Lügengeschichten bringen politisch Interessierte zu den Grünen

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Abwahl von Schwarz-Gelb beginnt

Auf dem Länderrat in drei Tagen soll ein deutliches Zeichen gegen die falsche Politik der schwarz-gelben Koaltionen in NRW und Bund gesetzt werden.

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30 grüne Jahre (17): Grüne Jugend

Wie hat alles mit der Grünen Jugend angefangen? Tarek Al-Wazir erinnert sich. Wie ist die Jugendorganisation heute aufgestellt? Gesine Agena und Max Löffler über die Gegenwart. Teil 17 der "Grünen Geschichte(n)".

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Die BDK 2012 in Bildern

Wir zeigen euch den Parteitag in Bild und Text.

Kommentare

Andreas
13-01-12 10:39
Die Zahl der Neumitglieder steigt sicherlich an, die Partei ist jedoch in keinster Weise darauf vorbereitet diese neuen Mitglieder zu integrieren. Die einseitige Begünstigung besonders junger weiblicher Neumitglieder (die im Kern auch nicht zu kritisieren ist) steht im krassen Gegensatz zu der Behandlung von enttäuschten Mitglieder anderer Parteien die nun zu den Grünen beigetreten sind. Man kann allenfalls von Duldung reden, Potentiale werden nicht erkannt , es herrscht ein Verdrängungswettbewerb und Sicherung der Positionen. Unter solchen Vorraussetzungen wird der Auftrieb auch wieder schnell in einen Abtrieb münden. Ihr müßt euch öffnen in allen KVs und Ortsverbänden, in vielen wird jedoch gemauert und Diskussionen unterdrückt...schade eigentlich
Frank
06-01-12 17:19
Peinlich, peinlich, so ein Interview. Entweder hat Frau Lemke die Parteienlandschaft nicht verstanden, oder sie kann schlichtweg nicht rechnen. Sowohl SPD, CDU als auch CSU haben sechsstellige Mitgliederzahlen. Davon (und somit von der Aussicht auf Rang 3) sind die Grünen noch weit entfernt.
h.g.
06-01-12 15:36
Ich will den Damen ja nicht zu nahe treten, aber Frau Lemke scheint ebenso wie Frau Roth und einigen anderen Grünen unter Realitätsverlust und Vergangenheuitverdrängung zu leiden. Damit gleichen sie sich mittlerweile ihren politschen Gegnern an.
Was Frau Lemcke als "Erfolg unserer Arbeit" bezeichnet, war überwiegend Panikmache(Fukushima,Klimawandel)und Provokationen.
Um nur ein Beispiel zu nennen:
Stuttgart 21, aber hier hat das Volk dann wohl doch letztendlich gegen Euch abgestimmt, obwohl Ihr immer den Anschein erwecken wolltet, dass Ihr hier die Mehrheit vertretet.
Was die soziale Gerechtigkeit anbelangt, kann ich mich über
Frau Lemckes Erinnerungsdefizit nur wundern. Wer hat denn Regierungsverantwortung auf Bundesebene in Koalition mit der SPD gehabt, als ein noch nie dagewesener Sozialabbau in der Geschichte der BRD getätigt wurde ? Falls es den Grünen aus Wahltaktischen Gründen entfallen sein sollte, es waren die Grünen. Hartz 4, Rente mit 67, faktische Rentenkürzungen, usw. Der normale Arbeitnehmer wurde also ganz schön über den Tisch gezogen, während die Abgeordneten,
und Minister in Bund und Ländern immer noch ihre Privilegien genießen und sich schon nach relativ kurzer Amtszeit auf satte Pensionen freuen könen, von denen der "Normalarbeitende" auch nach über 40 Berufsjahern nu träumen kann, obwohl er für sein Altersgeld bis dahinkräftig gezahlt hat.Mir ist nicht bekannt, dass sich dagegen Grüne überzeugend dagegen gewehrt haben.
Also erst einmal in der Vergangenheit blättern Ursachen und Wirkung richtig analysieren. Ob man sich den o.e. Artikel
dann noch guten Gewissens noch leisten kann, wage ich zu bezweifeln.
Nach anfängliche guten Ansätzen, seit Ihr mittlerweile eine
"ganz normale Partei" geworden. Von Glaubwürdigkeit, wie Frau Lemke behauptet, ist nach meiner Meinung kaum noch etwas übriggeblieben
Kommentar

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