Warum Zweitstimme GRÜN?

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Ausschlaggebend für Sitzverteilung BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Bundestag ist die Zweitstimme. Sollten BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN beispielsweise landesweit 10% der Wählerstimmen bekommen, werden von insgesamt 598 Abgeordneten etwa 60 von ihnen ein grünes Mandat haben.

Die Erststimme entscheidet über den Wahlkreis

Mit der Erststimme wird eine Direktkandidatin oder ein Direktkandidat im Wahlkreis gewählt. Es gewinnt die Person, die die meisten Stimmen erhält. Die Hälfte aller Abgeordneten der Parteien wird über Direktmandate gewählt. Normalerweise hat aber die Erststimme auf die Sitzverteilung der Parteien im Bundestag und damit die Mehrheitsverhältnisse wenig Einfluss.

Sonderfall Überhangmandate

Ein Sonderfall tritt ein, wenn eine Partei durch Erststimmen mehr Direktmandate erreicht hat, als Ihr nach Ihrem Zweitstimmenergebnis eigentlich zustehen. Sie erhält in diesem Fall zusätzliche Sitze im Parlament – Überhangmandate.

Ein (fiktives) Beispiel: die CDU erhält in NRW knapp 35% der Stimmen, dies entspräche 22 Abgeordneten. Allerdings gewinnt sie in 24 Wahlkreisen in NRW das Direktmandat. Dann würde sich die Gesamtzahl der Abgeordneten der Union im Bundestag um zwei erhöhen und hätte zwei Abgeordnete mehr, als ihr nach dem Zweistimmenverhältnis zustehen würden.

Bei dieser Bundestagswahl könnten CDU und CSU besonders viele Direktmandate gewinnen und dadurch auf bis zu 20 Überhangmandate kommen. Es kann sogar passieren, dass eine schwarz-gelbe Mehrheit nur aufgrund dieser Überhangmandate zustande bekommt – ein Missstand, der laut Bundesverfassungsgericht eigentlich abgeschafft werden muss.

Was soll ich tun?

Die unabhängige Plattform wahlrecht.de  empfiehlt grünen Sympathisanten,  die Schwarz-Gelb verhindern wollen, mit der Zweitstimme GRÜN zu wählen. Wo die CDU auf Überhangmandate hoffen kann, empfiehlt wahlrecht.de die Wahl des aussichtsreichsten Konkurrenten der CDU/CSU.

Wo Überhangmandate für welche Partei realistisch sind, erfahren Sie hier.

Gibt es GRÜNE Chancen auf Direktmandate?

2002 hat Hans-Christian Ströbele als bisher einziger grüner Kandidat in Berlin den Wahlkreis Berlin-Friedrichshain–Kreuzberg direkt gewonnen. Ströbele verteidigte diesen Wahlkreis 2005 und tritt auch 2009 wieder an – mit sehr guten Chancen. Weil GRÜN in vielen Gegenden seit 2005 deutlich stärker geworden ist, haben bei dieser Wahl auch andere grüne Kandidatinnen und Kandidaten Chancen auf ein Direktmandat, so zum Beispiel der Bundesvorsitzende Cem Özdemir in Stuttgart, wo die GRÜNEN bei der Kommunalwahl 2009 zum ersten Mal stärkste Partei wurden.

Wo immer sich ein grüner Direktkandidat oder eine grüne Direktkandidatin ernsthafte Chancen auf die Mehrheit im Wahlkreis ausrechnet, sollten GRÜNEN-Anhänger natürlich mit beiden Stimmen GRÜN wählen.

Am wichtigsten aber bleibt die Zweitstimme. Deshalb gilt: Zweitstimme grün!

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Kommentare

Grüngrüngrün
24-09-09 17:55
Liebe Webmaster von gruene.de: Bitte überprüft DRINGEND eure Kommentarfunktion, weil diese im Internet Explorer 8 offenbar nicht funktioniert!
Jonas
24-09-09 16:26
Hallo Jeanette,

ich habe auch zuerst überlegt, ob ich die Piraten wählen soll. Ich habe auf www.wahl-o-mat.de den Wahltest der BPB gemacht und habe mit Erschrecken festgestellt, dass die Piraten zu vielen Themen schlicht überhaupt keine oder eine stark abweichende Position haben. O-Ton: "Das Thema ist innerhalb der Partei stark umstritten. Wir können deshalb leider keine eindeutige Aussage zu dem Thema treffen."

Das fand ich doch ganz schön schwach für eine Partei, die sich angeblich so sehr für unsere Rechte einsetzt und eine klare Position vertritt. Mach doch den Test mal selbst - bin sicher, dass du ähnliche Erfahrungen machen wirst :)

LG, Jonas
Julia schläft Seelig
24-09-09 16:21
Es gibt natürlich auch noch die Möglichkeit, die Zweitstimme einer anderen Partei zu geben, um die Grünen in Sachen Bürgerrechte wenigstens kurzfristig daran zu erinnern, dass sie nicht die CDU sind.

7 Jahre #fail in der Regierung und 4 Jahre #fail in der Opposition sollten eigentlich Grund genug sein, darüber nachzudenken, ob orange (Piraten) nicht das bessere Grün ist.

Damit sich die Grünen beim Abstimmen gelegentlich mal wieder an ihr Programm erinnern.
Kai
24-09-09 15:43
Ich bin 33 Jahre alt Vater einer 4-jährigen Tochter. Bislang war mir nicht so wichtig, wer gerade reagiert, auch über Atomstrom habe ich mir keine großen Gedanken gemacht. Meine Einstellung hierzu hat sich jedoch schlagartig geändert. Es kann wirklich nicht sein, dass einige wenige Generationen einen strahlenden Atommüll hinterlassen, der möglicherweise noch hunderten von nachfolgenden Generationen gefährlich werden könnte. Und das zu einer Zeit wenn Uran schon lange aufgebraucht sein wird und Atomkraftwerke nur noch im technischen Museum vorkommen. Ich wähle dieses mal die Grünen, weil ich nur dieser Partei wirklich abnehme, dass sie es ernst meint mit dem Atomausstieg. Einen Wunsch hätte ich noch an die Grünen, ich las neulich im Spiegel, das die Firma Kali und Salz als Abfallprodukt eine salzhaltige Schlacke produziert, die sich mittlerweile zu einem astronomischen Berg angehäuft hat. Dieser löst sich jedes Jahr durch Regenfall ein kleines Stücken mehr auf. Laut dem Bericht soll der Berg jedoch noch stehen, wenn das Salz schon lange abgebaut sein wird, und auch Kali und Salz nur noch Geschichte ist. Hier muss auch was passieren.

Ich drücke Ihnen die Daumen, dass Sie weit über 10% der Stimmen bekommen werden.

Viele Grüsse aus Tostedt
Kai Verholen
Jeanette
24-09-09 12:56
Hallo ihr Lieben,

ich stehe vor einem Dilemma. Ich will dieses Jahr unbedingt die Piratenpartei wählen, denn nur wenn diese genug Stimmen bekommt, wird den großen Parteien klar, dass informationelle Selbstbestimmung für einige Leute wichtig ist.

ABER: ich will auf jedenfall auch die Grünen wählen, denn es ist die einzige der großen Parteien die beriffen hat worum es in Zukunft geht.

LEIDER lebe ich in NRW und werde mit meiner Erst- und Zweitstimme wohl nicht sinnvoll 'wirtschaften' können.

Hat jemand eine rettende Idee?
Robert
19-09-09 20:36
Könnten Sie die Passage

"...abgeschafft werden muss (hier auf unser schönes Erklärstück verlinken)."

noch verlinken ;)
War auf der Suche nach Informationen, wie die Grünen das Problem mit den Überhangmandaten lösen wollen.

Vielen Dank!
Redaktion
19-09-09 00:32
Hallo Arndt,

wir stehen als eigenständige politische Kraft zur Wahl und nicht als Anhängsel einer Koalitionskonstellation. Deshalb stellen wir selstverständlich in jedem Wahlkreis einen Direktkandidaten oder eine Direktkandidatin auf und machen den Wählern damit das politische und personelle Angebot, das sie zu Recht von uns erwarten. Die Entscheidung, welche Person sie aus ihrem Wahlkreis im Bundestag vertreten soll, obliegt den Wählern - einschließlich taktischer Erwägungen.

Für Anhängerinnen und Anhänger der Grünen gilt grundsätzlich: Beide Stimmen für GRÜN. Dennoch kann es unter Umständen sinnvoll sein, mit der Erststimme auch Kandidaten einer anderen Partei zu wählen - zum Beispiel um Überhangmandate der CDU/CSU zu verhindern. Dies erläutert der o.s. Text.

Viele Grüße
Die Redaktion
Arndt
18-09-09 20:58
Ich verstehe nicht, dass Sie empfehlen, in den Wahlkreisen, in denen ein Direktmandat für Grüne Kandidaten unwahrscheinlich ist, z.B. SPD mit der Erststimme zu wählen. Warum stellen Sie denn dann überhaupt einen eigenen Kandiadaten auf? Die Stimmen für diesen - wenn ein Sieg offensichtlich unwahrscheinlichen ist - sind doch für den Kandidaten der SPD dann verloren, so dass es wahrscheinlicher ist, dass bspw. die CDU gewinnt?
Hoffe es ist verstädnlich
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