Katrin Göring-Eckardt und Jürgen Trittin gewinnen die Urwahl

Die grünen Mitglieder haben entschieden: Katrin Göring-Eckardt und Jürgen Trittin sind das grüne Spitzenduo für die Bundestagswahl 2013. Das teilte Steffi Lemke am 10. November 2012 in einer Pressekonferenz in den Berliner Uferstudios mit. Knapp 60.000 Mitglieder von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN waren in den vergangenen zwei Monaten erstmals aufgerufen, ihre Spitzenkandidatinnen und Spitzenkandidaten zu wählen. Die Beteiligung an dieser Urwahl war mit 61,73 Prozent großartig.


Pressekonferenz mit dem grünen Spitzenduo, Katrin Göring-Eckardt und Jürgen Trittin


Das grüne Spitzenduo

Katrin Göring-Eckardt

Katrin Göring-Eckardt, 1966 im thüringischen Friedrichroda geboren, studierte Theologie und engagierte sich in der Kirchenbewegung der DDR. 1989 war sie Mitbegründerin von BÜNDNIS 90, dessen Zusammenschluss mit den westdeutschen Grünen sie mit verhandelte. In der Thüringer Landtagsfraktion arbeitete Göring-Eckardt bis 1994 Referentin für Frauenpolitik, anschließend war sie Landesvorsitzende in Thüringen (1995-1998 sowie 2002-2007) und Beisitzerin im Grünen-Bundesvorstand (1996-1998). Seitdem gehört sie der grünen Bundestagsfraktion an, deren Vorsitzende sie von 2002 bis 2005 war. Außerdem ist Katrin Göring-Eckardt seit sieben Jahren Vizepräsidentin des Bundestags. Neben ihrer politischen Arbeit ist Göring-Eckardt weiterhin in der Kirche aktiv und seit 2009 Vorsitzende der Synode der Evangelischen Kirche Deutschland.

Jürgen Trittin

Der gebürtige Bremer Jürgen Trittin begann sein politisches Engagement in der Schülerbewegung der 60er. An der Uni Göttingen studierte er Sozialwissenschaften und war im AStA und als Hausbesetzer tätig. Seit 1980 Mitglied der Grünen machte er in Göttingen Kommunalpolitik, bevor er 1984 in die niedersächsische Landespolitik ging, zunächst als Pressesprecher der Landtagsfraktion, dann als Fraktionsvorsitzender. Von 1990 bis 1994 war Trittin Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten in Niedersachsen und von 1994 bis 1998 Bundessprecher der Grünen. Als Minister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit der rot-grünen Bundesregierung brachte Trittin den Atomausstieg und das Erneuerbare Energien Gesetz auf den Weg. Seit 2009 steht der 58-Jährige an der Spitze der grünen Bundestagsfraktion.

Steffi Lemke mit der Bekanntgabe des Urwahl-Ergebnisses

“Mit diesem Ergebnis hat die grüne Basis Jürgen Trittin und Katrin Göring-Eckardt den politischen Auftrag zur Ablösung der Regierung Merkel erteilt", sagte Steffi Lemke bei der Bekanntgabe des Spitzenduos. "Die beiden Spitzenkandidaten werden nun gemeinsam mit dem Bundesvorstand und der ganzen grünen Partei für das beste grüne Wahlergebnis 2013 kämpfen."

Die Wählerinnen und Wähler konnten bei der Urwahl maximal zwei Stimmen vergeben. An zwei Frauen, an eine Frau und einen Mann oder auch nur an eine Person. Würden alle Wähler ihre zwei Stimmen verteilen, wäre die Summe die prozentualen Ergebnisse 200 Prozent. Deswegen ist es auch möglich, dass bei den weiblichen Kandidatinnen mehr als 100 Prozent der Stimmen anfallen. Die insgesamt an 200 Prozent fehlenden Stimmen ergeben sich aufgrund der Möglichkeit der Enthaltung, der "Nein"-Stimme oder weil nur eine Stimme von zwei Stimmen vergeben wurde.


BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN ist die erste Partei Deutschlands, die ihre Mitglieder in einer Urwahl über ihre Spitzenkandidaten hat abstimmen lassen. Das Ergebnis ist bindend. Damit ist die Urwahl ein Beispiel für gelebte Basisdemokratie.

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Wer steht zur Wahl?

Übersicht der Kandidatinnen und Kandidaten für das grüne Spitzenduo.

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Die BDK 2012 in Bildern

Wir zeigen euch den Parteitag in Bild und Text.

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Anpacken! Füreinander!

Der Grünen-Parteitag startete am ersten Tag mit den Spitzenkandidaten, kämpfenden Niedersachsen, einem Grünen-Oberbürgermeister, der politischen Rede von Cem Özdemir und der Debatte zur Außenpolitik.

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Die Urwahl in Zahlen

Wie viele Briefe wurden verschickt oder wer hat die Urwahl-Unterlagen bereits nach Berlin zurückgeschickt? Wir zeigen Euch die Zahlen.

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Jetzt wird gemeinsam gerockt

Der Grünen-Bundesvorstand wurde komplett im Amt bestätigt. Alle sechs Mitglieder erhielten starke Ergebnisse.

Kommentare

ZweiFrauenja-zweiMännernein?
16-11-12 10:16
Ist es richtig, daß in dem Parteiprogramm der Grünen, die Wahl "mindestens einer Frau " an der Parteispitze festgeschrieben ist (zwei Frauen ja, zwei Männer nein?!) ?
Wenn ja, weisen für mich die Grünen (mit denen ich in Fragen von Umweltschutz und Energiepolitik sympathisiere) antidemokratische, und tendenziell männerfeindliche Züge auf...
Denn nach meinem Verständnis heißt es im Grundgesetz sinngemäß, daß niemand aufgrund seines Geschlechts "diskriminiert" werden darf, gilt das nicht auf für politische Ämter ?
Meiner Meinung gibt es ohnehin in westlichen Demokratien keine "Diskrimierung" von Frauen ( auch wenn die Medien uns jeden Tag ein solches Bild suggerieren),
wohl aber eine, für mich schon länger abzeichnende "tolerierte Benachteiligung" von Jungen und Männern. Wer weiterhin an gesellschaftlichen Entwicklungen "vorne"(auch als Partei) mitspielen will, wird sich auch mit diesen Fragestellungen befassen müssen....
Volker Stahl
16-11-12 09:34
Ich finde das Wahlergebnis sehr gut und wünsche den Spitzenkandidaten viel Ruhe und Gelassenheit bei Ihrer schweren Aufgabe. Erschrocken bin ich über die teilweise polemischen und undemokratischen Kommentare. Gerade für uns Grüne sollte es doch selbstverständlich sein ein so deutliches Wahlergebnis zu akzeptieren. Die Grüne Basis hat die Richtung - konstruktive Sachpolitik an Stelle von linken Radikalpositionen gestärkt.
Gast
14-11-12 22:05
An h.g.
Dir sei vergeben weil "man" oder "mann" ursprünglich Mensch bedeutet.
(Germanen, Alemannen)
Auch die Bezeichnungen mit männlichem Artikel wie "der Gast" usw. drücken nicht aus, dass es sich um eine männliche Person handeln muss. Nur die Grünen müssen überall ein "in" oder "innen" anhängen (wie hohl würde Gästinnen klingen) weil angeblich die Frau in den Bezeichnungen benachteigt würde.
Vielleicht hatten es unsere Vorfahren mit der Bezeichnung Mann= Mensch einfach so gemeint: Der Mann ist ein normaler Mensch und die Frau etwas Besonderes. Aber darauf kommen die Grünen nicht, die an allem was zu meckern haben und nach dem Motto: "Kritik aus Prinzip" handeln.
h.g.
14-11-12 20:28
Wie kann man eigentlich so naiv sein , zu glauben, dass es sich bei diesem feministischen Wahlmodus um eine demokratische Wahl gehandelt hat ?
Vieleicht ist bei einigen Nachhilfeuntericht in Sachen Demokrtaie und Verfassung
erforderlich. Das dies auch noch als lebendige Demokratie verkauft werden soll
ist eigentlich eine Dreistigkeit, aber wie man sieht , fallen immer noch etliche darauf herein. Soviel zum mündigen Bürger (sorry politisch-dämlich-korrekt solte hier Bürgerinnen und Bürger stehen, man(frau auch) möge mir vergeben)).
Gabi-"Grünen-Mitglied 03/89-11/12
14-11-12 18:57
Igor, wie kommen sie zu der irrigen Annahme hier in der BRD hätten wir einen laizistischen Staat? Solange die herrschenden Regierungen der Kirche jedes Jahr Milliarden Euro für 200 Jahre alte "Ansprüche" zahlen, Kindergärten, Krankenhäuser etc.zwar unter dem Deckmantel der Kirchen firmieren aber von den Gemeinden und den Krankenkassen finanziert werden, Kinder schon ab der Grundschule von staatl.bezahlten "Religionslehren" indoktriniert werden, Theologen an staatlichen Universitäten ,mit den Steuern auch von konfessionslosen Mitbürgern , "ausgebildet" werden,Bischöfe ihre Appanage vom Staat erhalten- sind wir noch Lichtjahre von einem laizistischen Staat entfernt! Und mit solchen "Kirchenfrauen-und Männer" wie Frau G.-E. ,Gauck und Konsorten ist die Chance daran etwas zu ändern nicht größer geworden.Die "Kirchenlobby" ist leider immer noch viel zu mächtig, als das sich die Politiker trauen sich mit ihnen anzulegen-siehe die neue Gesetzesvorlage zur Beschneidung.
Die "Grünen" sind damals als Protestpartei angetreten um diese ganze konservative Politik aufzumischen- und sie standen "links"!- nun sind sie -durch solche Führungsleute wie Göring-E.,Kretschmann etc. i n d e r M i t t e angekommen-und damit nicht mehr meine Partei und auch nicht mehr für mich wählbar.Kirchen-und Parteifunktionär- das geht gar nicht.
Dieter
14-11-12 15:12
Nun wendet sich die Grüne Basis gegen die gewählte Spitzenkandidatin weil Sie Christin ist egal ob Sie für Umweltschutz oder andere Grüne Ziele steht. Das haben die Grünen nun von ihrer Stigmatisierung des Konservativen (Bewahrenden). Für die Grünen sind folgende Gruppen wie Menschen zweiter Klasse und daher zu benachteiligen:
- Männer
- Heterosexuelle
- Deutsche Einheimische
- Heimatliebende
- Hellhäutige
- Christen
- Unternehmer
- politische "Rechte"
Nun schlägt die Gehirnwäsche zurück. Da kann ich nur laut lachen.
Gast
13-11-12 14:25
Ich stimme Freddy voll zu. Das geht schon weit über Gleichberechtigung hinaus und ist eine umgedrehte Benachteiligung.

Zudem sind Trittin Grüne) und Steinbrück (SPD) als jeweilige Kanzlerkandidaten beide von den Bilderbergern vorselektiert. Mit Demokratie hat das sowieso nicht mehr viel zu tun. Letzendlich wird uns nur noch ein Anschein von Demokratie präsentiert. (Wie beim Geld da haben wir auch nur noch einen Geld-Schein anstatt echtes Geld mit Wertaufbewahrungsfunktion)
Gabi-"Grünen-Mitglied 03/89-11/12
13-11-12 11:38
Oh meine "Grüne Partei" was ist aus dir geworden? Eine dritte C-Partei!
Mit der Wahl der rechtskonservativen mit EU-Ökolabel ausgestatteten EKD Kirchenpolitikerin zur Spitzenkandidatin habt ihr nichts mehr mit der Partei zu tun , der ich vor 23 Jahren beigetreten bin.Meine Austrittserklärung erfolgte noch am Sonntagabend.
Igor
13-11-12 11:25
Leute bleibt mal auf dem Teppich! Jemanden nicht zu wählen weil er/sie sich kirchlich engagiert ist ja mal voll daneben. KGE ist nicht der Staat und auch nicht die Kirche und somit auch der Laizismus nicht in Gefahr. Dasselbe gilt für all diejenigen, die meinen grün nicht mehr wählen zu können, weil jetzt ein Linker, eine Realo, ein Mann, eine Frau, eine Ossi oder ein Wessi im Spitzenduo vertreten ist. Kümmert Euch doch wenigstens mal ein bisschen um Inhalte! Genau das ist es übrigens, was ich (nicht sonderlich frommer Katholik, Mann und Wessi) an KGE so schätze: Sie denkt nicht in Schubladen, grenzt bei Diskussionen nicht aus, sondern sucht konstruktiv und sachlich nach guten Lösungen - mit allen, die dazu beitragen wollen. Und so interpretiere ich auch ihr gutes Wahlergebnis, bzw. das eher magere von Claudia Roth und Renate Künast, die zwar stets an vorderster Front das grüne Fähnchen hochhalten, aber meiner Meinung nach nicht unbedingt für ihre sachliche und konstruktive Art bekannt sind.

Jürgen Trittin halte ich ebenfalls für eine gute Wahl. Als Umweltminister hat er seine Gestaltungsfreiräume im Gegensatz zu vielen anderen durchaus konstruktiv zu nutzen gewusst. Er kann überzeugen und versteht es seine Ideale auch in die Tat umzusetzen. In dem Sinne halte ich ihn auch für die passende Person an Frau Göring-Eckardts Seite. Ich sehe ein grünes Spitzenduo, das gute Chancen und Möglichkeiten hat, grüne Positionen weiter in unserer Gesellschaft zu verankern.

Ein großes Lob geht aber auch an die Bewerber von der Parteibasis, die den Prominentenbonus' der Top 4 nicht gescheut haben und bewiesen haben, dass Demokratie lebt, dass es auch Alternativen gibt und uns um unseren Nachwuchs nicht Angst und Bange sein muss! Danke und alles Gute Euch allen.
Freddy
12-11-12 21:49
Diese Wahl war undemokratisch! Was ist das für eine Partei, bei der mit 2 Wahlstimmen wohl zwei Frauen gewählt werden können ,aber nicht zwei Männer!!
Was sind das für "Männer" in dieser Partei, die sich das gefallen lassen???
Schämt ihr euch nicht? Fürchterlich.......
Kommentar

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