Fleischeslust
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Johannes Hollenhorst fragt:
Der "Club of Rome" hat bereits zum 2. Mal deutlich gemacht, dass es kein unendliches Wachstum gibt. Wie stehst du zu der Wachstumsfrage und könntest du dir (wenn du Wachstum kritisch gegenüber stehst) Handlungsalternativen in der Wirtschaftspolitik vorstellen die zu einem verminderten und gleichzeitig sozialverträglichem Wachstum führen, wenn ja welche wären das.
Ja.
a) Mit der Finanztransaktionssteuer sollte soziale und ökologische Arbeit gefördert werden
b) Mehr Nachhaltigkeit bei Konsumgütern und Investitionsgütern, Anhebung der gesetzlichen Garantie von 2 Jahre auf 5 Jahre
c) bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf
d) Entlastung des Faktors Arbeit durch stärkere Besteuerung von Kapitalvermögen bzw. Kapitaleinkünften
Lieber Johannes Hollenhorst,
das Wachstumsthema ist mir sehr wichtig. Die Aufgabe GRÜNER Politik sehe ich zuerst einmal darin, immer wieder auf das ökologisch Notwendige hinzuweisen, anstatt in vorauseilender Zurückhaltung zu überlegen, was denn vermittelbar und umsetzbar ist. Vor allem muss es uns darum gehen, zu zeigen, dass Lebensqualität und Zufriedenheit nicht allein von rein ökonomischem Wachstum abhängen. Die Studie "Das GRÜNE BIP", welche die GRÜNEN in Schleswig-Holstein haben erstellen lassen, zeigt genau das. Und: Gesundheit, kulturelle Angebote, vor allem auch Beteiligungsmöglichkeiten und eine unzerstörte Natur gehören eben auch ganz entscheidend dazu!
Wirtschaftspolitische Handlungsalternativen dürfen sich nicht allein auf mehr technologische Effizienz konzentrieren, denn sie allein löst die Probleme nicht. Deshalb muss es umso mehr darum gehen, Fortschritt innovativ zu bestimmen und mit neuen Werten zu füllen. Dazu gehört auch die Soziale Frage: Verteilung und Lebensstil dürfen nicht zu Lasten der Ärmeren gehen, nicht hier und auch nicht dort, wo Menschen unter unserem Lebensstil, zum Beispiel unter dem Fleischkonsum, leiden. Hier gibt es keine einfachen Lösungen, nur eine gesellschaftliche Debatte über die Wachstumsfrage kann nachhaltige Veränderungen bewirken.
Viele Grüße
Katrin Göring-Eckardt
Tolle Frage, zumal wir Grünen seit der Euro-Schulden-Krise auch auf Wachstum ohne Ende zu setzen scheinen (Video: Prinzip Hoffnung), um eine Rechtfertigung zu haben weiter Schulden mit Schulden/Haftungen zu bekämpfen. Doch die Märkte sind gesättigt, wir gehen in unserem Müll und Giftstoffen unter und gefährden täglich mehr unsere Lebensglücksgrundlage. Ein nachhaltiges Wachstum in bestimmten Bereichen ist möglich ist: Branchen wie erneuerbare Energien, nachhaltige Landwirtschaft, Bildung dürfen gerne wachsen. Andere Branchen wie Kohleabbau und Billig-Konsum müssen verschwinden. Als junger Mensch sehe ich große, grüne Potenziale im digitalen Konsum, also in Musik, E-books, Filmen und Computerspielen (Die Romane des 21. Jahrhunderts: Ein Beispiel). All diese Güter können in Zukunft von uns allen – bei grüner Energieversorgung CO2-frei – herstellt, geteilt und ver- und gekauft werden. Digitales Wachstum ist da gut, wo es analogen Pendel- und Produktionswahnsinn ablöst. Dieses grüne Wachstum im Ausgleich zur Schrumpfung alter, nicht nachhaltiger Strukturen wird aber nicht ausreichen, um aus größeren Zins- und Schuldenzwang herauszukommen. Daher ist meines Erachtens jede Neuverschuldung mit der Hoffnung auf zukünftiges Wachstum fahrlässig, denn dieses Wachstum kann nur mit einem Raubbau unserer Lebensgrundlage ermöglicht werden. Ich würde der Wachstumsfalle versuchen zu entgehen, indem man schädliches Wachstum ausbremst (Steuern), grünes Wachstum fokussiert (Breitbandausbau & Bildung) und Überschüsse – solange noch vorhanden – konsequent für den Schuldenabbau verwendet um jedem Wachstumszwang durch Schuldzins zu entgehen.
Ich bin davon überzeugt, dass unser Wachstumsbegriff veraltet ist. Er ist neoliberal geprägt und umfasst nur ökonomisches Wachstum. Doch ein drittes Auto für den Haushalt ist in meinen Augen kein Wachstum. Wir brauchen einen Wachstumsbegriff der soziales und ökologisches Wachstum miteinbezieht. Ein Ansatz in der Wirtschaft ist meiner Meinung nach eine Internalisierung von Umweltkosten in Produktpreise. Außerdem müssen politische Anreize gesetzt werden um einen ressourcensparenden Lebensstil zu fördern, wie dies bereits in der Vergangenheit beispielsweise mit einem Dosenpfand, einem Glühbirnenverbot oder dem Emissionszertifikatehandel geschehen ist. Gleichzeitig müssen Unternehmen dazu gebracht werden, dass die Produkte die sie verwenden und verkaufen umwelt- und sozialverträglich hergestellt wurden. Es ist nicht nur Aufgabe von NGOs, sondern auch der Politik hierfür zu sorgen.
Eine alleinig auf Konsum ausgerichtete Gesellschaft ist nicht zukunftsfähig. Wir erreichen die Grenzen unserer Wegwerfgesellschaft.
Anderes Wachstum notwendig: gemeinwirtschaftliche Betriebe speziell im praktischen Umweltschutz, Sanierung öffentlicher Anlagen, Wiederverwertung von Sekundärrohstoffen und soziale Dienstleistung; Arbeitsplätze im öffentlichen Dienst vorrangig für ältere Arbeitnehmer; Kitaarbeitsplätze für Mütter/Väter als Recht auf Arbeit für die Zukunft
Der erste Bericht des Club of Rome ist vor 40 Jahren erschienen – sicher ist: Noch einmal 40 Jahre können wir mit dem Umbau unserer Wirtschaftsweise nicht warten. Denn dann ist die Klimakatastrophe brutalste Realität! Schon heute leiden viele unter Dürre und anderen Wetterextremen.
Ich finde: Wir haben als viertgrößtes Industrieland die Verantwortung, Vorbild für die ökologische Transformation im 21. Jahrhundert zu sein. Dafür machen wir Grüne uns stark, die Energiewende ist Teil davon. Ich will die politische Auseinandersetzung über die Frage, wie wir wirtschaften, uns ernähren und uns fortbewegen weiter zuspitzen.
Ich bin dabei überzeugt, dass wir einen anderen Wachstumsbegriff brauchen, der auch gesellschaftliche und ökologische Indikatoren beinhaltet. Fleisch zu produzieren und zu exportieren, führt zum Beispiel national und international zu massiven externen Kosten – solche Effekte müssen wir in den Blick nehmen.
Natürliche Ressourcen sind endlich. Ebenso gibt es eine Grenze, wie viele CO2-Emissionen unsere Welt verkraften kann. Diese banale Erkenntnis muss endlich Eingang in die Art unseres Lebens und Wirtschaftens finden. Eine nachhaltige Gesellschaft wird Fortschritt definitiv nicht allein durch neue Technologien erreichen. Wer das behauptet, hat die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts nicht verstanden. Um zu verhindern, dass Rebound-Effekte jeden Effizienzgewinn an anderer Stelle wieder auffressen, müssen wir ganz bewusst Lebensstile diskutieren und ändern. Weniger kann mehr sein!
Zitat aus meiner Bewerbung:
_Wenn die Staatsausgaben __*heute nicht aus der Wertschöpfung*__gedeckt werden können, wird das __*auch später nicht möglich*__sein. Das wissen zwar alle Verantwortlichen. Es regiert sich aber viel bequemer, wenn man wider besseres Wissen auf ein ewiges Wirtschaftswachstum setzt._
__
_Deutschland und Europa dürfen keine Schulden mehr machen und müssen Defizite endlich von den Reichen abdecken lassen und zwar nicht in Form von Staatsanleihen, sondern von Steuern von nicht nur 1,5 %._
Dann ist auch kein Wachstum mehr nötig.
Ich denke, dass die derzeitige Vorstellung von Wachstum völlig in Frage gestellt werden muss. Ein gutes Beispiel hierfür ist die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko.
Die zur Beseitigung der Schäden bisher, und noch anstehenden Kosten, werden nach heutigen Vorstellungen zur Wachstumssteigerung heran gezogen. Dies ist nur eins von vielen Beispielen. Es kann doch nicht sein, dass Kapitaleinsatz ohne realistische Wertschöpfung als Wachstumsfaktor deklariert werden kann.
So kann es durchaus möglich sein, dass allein ein Verzicht von sinnlosen Gütertransporten wie Wasser von Süd nach Nord und Milch von Nord nach Süd auch ein gesellschaftliches Wachstum bedeutet.
Wachstum bedeutet für mich nicht nur das Umschaufeln von Geld sondern auch das Erreichen sozialer Errungenschaften, wie Glück u. Zufriedenheit. Unser Wirtschaftssystem ist am Ende und muss reformiert werden. Wir brauchen einen neuen dritten Weg und Wirtschaftswissenschaftler die die Energie haben, über neue Wege nachzudenken.
Die Erhaltung des Lebens erfordert Ausgleich und Nachhaltigkeit. Ökologie und Ressourcen-Management sind hierfür unverzichtbar. Auf Ebene der Europäischen Union sollte in der Nachfolge der 2001 ausgelaufenen Montanunion eine entsprechende Institution zum Leben erweckt werden.
In der Wirtschafts- und Finanzpolitik müssen bestimmte Regelkreise geändert werden, damit die Anforderungen , die sich aus den Erkenntnissen des Club of Rome ergeben, erfüllt werden. Andernfalls greifen die – stärkeren – Regelkreise aus mathematischer Logik, Natur und Umwelt ein und regeln die Entwicklung über entsprechende Katastrophenszenarien.
Ökologisch stehen hierbei die Herstellung geschlossener Rohstoffkreisläufe und die Erhaltung geschlossener Kreisläufe im Naturhaushalt im Mittelpunkt. In ihnen manifestieren sich die „Grenzen des Wachstums“. Das grundlegende Gesetz lautet: Eine Steigerung von Wachstum bedeutet in diesem überlebensfähigen System der „geschlossenen Kreisläufe“ eine Erhöhung des „Durchsatzes“, also der Geschwindigkeit, mit welcher die Ressourcen die jeweiligen geschlossenen Kreisläufe durchlaufen.
Zum Einstieg in die Nachhaltigkeit ist eine Änderung derjenigen Gesetze des Finanz- und Dividenden-Systems erforderlich, die heute zu Überschuldung („Staatsverschuldung“) und Ausplünderung von Menschen und Ressourcen etc. führen. Der Marktmechanismus der Wirtschaft regelt nur bestimmte Bereiche optimal und bedarf daher der Ergänzung nach den Vorgaben aus den Erkenntnissen des Club of Rome.
Ich distanziere mich vom überholten, rein quantitativen Wachstumsbegriff, der in einen Teufelskreis führt, indem er die Grundlagen unseres Wirtschaftens zerstört. Eine solche Politik verfestigt bestehende krisenhafte Verhältnisse, statt sie zu überwinden. Ich kritisiere eine menschliche Hybris, die sich in der überkommenen Fortschritts- und Wachstumsideologie und einer Art des Wirtschaftens ausdrückt, die noch viel zu wenig nachhaltig produziert und konsumiert und viele Kosten auf die ärmsten Länder abschiebt. Ich bin überzeugt, dass wir die ökologischen Notwendigkeiten, vor denen wir heute stehen, mehr und besser vermitteln können, als viele denken. Dass Wachstum um des Wachstums willen grundverkehrt ist, kann man den Bürgerinnen und Bürgern erklären – wenn auch nicht einem Philipp Rösler, der noch nicht einmal den "Club of Rome" mitbekommen hat. Und es liegt an uns, vorzuleben, dass ein anderer Lebensstil auch Vorteile bringt – ein Mehr an Muße, ein Mehr an Zeit fürs Miteinander und ein Mehr an Zufriedenheit. Wir Grüne müssen aber auch zeigen, wo wir mehr Wachstum wollen – bei den Erneuerbaren Energien, bei Umwelt- und Klimaschutz und in Bereichen, die die ökologische Transformation der Industriegesellschaft vorantreiben. Auch ein Wachstum an Menschenrechten anstatt des Shareholder Value steht bei uns im Vordergrund. Ein solches Wachstumskonzept bezieht auch soziale Faktoren wie die ungerechte Vermögensverteilung oder Ausgaben für Bildung und Gesundheit mit ein.
An alle Fragesteller:
1. Rhetorische Fragen werden grundsätzlich mit Ja beantwortet.
2. Fragen an die „Parteispitze“ beantwortet natürlich die Parteispitze.
3. Eine Legislaturperiode dauert 4 Jahre:
u. Laufzeitbeendigung der AKW/Energiewende durch erneuerbare Energien und Energieeffizienz, Ökopfennig auf Atomstrom + Internalisierung der Kosten(mehrjährige Atommülllagerung, Fälligkeit ab dem ersten Tag der Lagerung, da kommt ganz schön was zusammen)
m. Keine militärischen Auslandseinsätze, aber: pacta sunt servanda, nie ohne UN-Mandat(Kosovo) und nie deutsche Waffen gegen deutsche Soldaten
w. Wertvolle Ackerfläche dient der Ernährung, nicht den Mineralölkonzernen
e. Grundeinkommen/-rente, Finanzierung durch Target II - Salden; Wiedereinführung der Vermögenssteuer, außer für Grünen-Wähler
l. Professionelle Klärung der Verantwortung Grüner Profis für Hartz IV + künftige Altersarmut sowie völkerrechtswidriger Kriegsbeteiligung
t. Bankenpfennig auf alle Finanztransaktionen, Rabatt nur für Hotelbesitzer
s. Urwahl für alle Parteiämter +Mandatslisten bei B90, insbesondere nach der Verhöhnung der Basis durch die Selbsternennung des Bundesvorsitzenden zum Spitzenkandidat am 18.9.12 (http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.interview-mit-cem-oezdemir-ich-will-mich-voll-reinhaengen.94dfc232-8dbc-46d5-847c-9cd764d25536.html)
c. Änderung des Urheberrechts, unter besonderer Berücksichtigung der Einkommenssituation aller Künstler(Grundeinkommen) + gegen die Kriminalisierung großer Teile der Bevölkerung, es gelte der Grundsatz „Vergüten statt verfolgen“ und natürlich Datenschutz
h Einhaltung internationaler Versprechen (pacta sunt servanda), insbesondere in der Entwicklungspolitik, zum Erhalt der deutschen Glaubwürdigkeit gegenüber Griechenland in der Zukunft
u. Es gelte das Verursacher- und das Konnexitätsprinzip
t. Ärzte in den öffentlichen Dienst, Mandatsbeschränkung auf 2 Legislaturen
z. Schaun mer mal, ob es für o.g. Koalitionspartner gibt + natürlich Ökologie
4. Künftiger Ehrenworte wegen werde ich keine Steuererklärung veröffentlichen.
5. Bei Interesse an Beratungsmandaten oder Vorträgen nehmen Sie bitte Email-Kontakt auf.
Sollten meine oben genannten Positionen im Konflikt mit Ihren Firmeninteressen stehen, so zögern sie nicht und teilen mir dies einfach mit. Ein grünes Hemd ist stets griffbereit, für die mögliche Berufung zur Atlantik-Brücke bzw. Bilderberg-Konferenz sogar Anzug nebst Smoking vom deutschen Hersteller-garantiert hunzinger- -kredit- und -vortragsfrei erworben.
Mit freundlichen Grüßen
Hans-Jörg Schaller,
Ich teile die Auffassung des „Club of Rome“, dass kein unendliches Wachstum möglich ist. In den Industrienationen sind wir eigentlich schon an diesem Punkt angelangt. Wachstum wird es dann nur noch im Rahmen der Inflation geben. Falls ich Deine Frage richtig deute: Ich sehe keine Notwendigkeit in die Wirtschaft einzugreifen, um das Wachstum zu verringern. Konjunkturprogramme sind in der Regel für die Katz, Japan hat sich seit der Immobilienkrise extrem verschuldet und es hat nichts gebracht. Sozialverträgliches Wachstum können wir nur durch eine sozialgerechte Steuerpolitik und eine maßvolle Haushaltspolitik erreichen, die eine konsequente Rückführung der Schulden ermöglicht. Nur so haben wir in einigen Dekaden den finanziellen Spielraum um sozialverträglich zu wirtschaften.
Fakt ist: Die Wachstumsrate ist in den entwickelten Gesellschaften in letzten Jahrzehnten immer weiter gefallen. Wir müssen unsere Ziele ohnehin mit weniger Wachstum erreichen. Zentral ist es, dass wir nicht nachlassen beim Versuch, die absolute Entkopplung zwischen volkswirtschaftliche Wertschöpfung und Material- und Ressourcenverbrauch zu schaffen. Dazu müssen in allen Bereichen ökologisch motivierte und berechnete, strikte und ambitionierte absolute Grenzen für Emissionen und Ressourcenverbrauch festgelegt werden, die die technologische Entwicklung vorantreiben und Reboundeffekte begrenzen, wie wir es beim Emissionshandel durchgesetzt haben. Ressourceneffizienz wird so zur Folge von Emissionsbegrenzungen und nicht zum Ersatz. So etwas gibt es natürlich nur mit Grünen an der Regierung.
Die strukturelle Abhängigkeit unseres Wirtschaftssystems von Wachstum ist ein Problem. Sie resultiert aus dem Produktivitätsfortschritt, der Rationalisierung auf dem Arbeitsmarkt, dem Wachstumstreiber Staatsverschuldung und der steigenden Ungleichheit unserer Gesellschaft, die den Aufstieg der unteren Schichten nur über ständiges Gesamtwachstum organisieren kann. Man kann und sollte weiter versuchen, diese systemische Wachstumsabhängigkeit zu verringern. Durch Umverteilung, mehr öffentlich geförderte Jobs, mehr Jobs im Dienstleistungs- und Wissensbereich. Aber: Das sind sehr langfristige und schwer umsetzbare Reformen.
Lieber Johannes Hollenhorst,
ich habe mich relativ aktuell in meinem Essay "Das Wachstumsschiff" mit diesen Themen beschäftigt und versucht, neue Perspektiven zu beschreiben. Gerne schicke ich dir und anderen Interessierten diesen Text zu. Meine Schlussfolgerung ist, dass nur eine Gesundschrumpfung unsere moderne, demokratische, plurale Gesellschaft und die in ihr verwirklichten Werte erhalten kann. Als Messwerte für diesen Schrumpfungsvorgang sehe ich vor allem den Ressourcenverbrauch und die Bevölkerungszahl. Dass es zu einer Verhaltensänderung der überwiegenden Mehrheit allein aus Vernunftsgründen kommt, halte ich für extrem unwahrscheinlich; deshalb plädiere ich für eine Veränderung "von oben nach unten", d.h. dass die einsichtigen Regierungen Anreize schaffen, weniger Ressourcen zu verbrauchen und weniger Nachkommen zu zeugen. Ein historisches Beispiel für ein solches Gelingen hat Jared Diamond in seinem Buch "Kollaps" am Beispiel der Insel Tukopia beschrieben. Falls wir es nicht schaffen, bewusst zu einer Schrumpfung zu kommen, habe ich den Verdacht, dass das "Gesamtsystem" dies bewerkstelligen wird - also dass systemimmanente Kräfte und Wechselwirkungen uns als dominante Spezies dazu zwingen werden. Die ersten Hinweise darauf sind ja bereits erkennbar. Ich wäre aber neugierig, welche Gedanken und Lösungsvorschläge du oder andere Experten zu diesem Themenkreis haben und würde mich über einen Austausch freuen.
Viele Grüße, Werner Winkler
Dass ein unendliches Wachstum auf einer begrenzten Erde nicht stattfinden kann, dürfte jedem einleuchten. Aus diesem Grund müssen sich auf lange Sicht die wirtschaftlichen und sozialen Strukturen der Gesellschaft entsprechend darauf einstellen.Verbrauch und Konsum müssen durch nachhaltige Erzeugung von Verbrauchsgüternund 100% nachhaltige Erneuerbare Energien gedeckt werden. Die diversen Lebensformen der Erde, ihre Lebensräume und die gesamte Fläche der Erde sind nicht Verbrauchsgüter, sondern konstante begrenzte Elemente, die auch für uns Menschen die Lebensgrundlage bilden. Es muss unser obererste Ziel sein, diese zu erhalten.