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Streitbar und leidenschaftlich

Joachim Gauck habe die Kraft, dem Amt des Bundespräsidenten wieder Würde und Respekt zu verleihen, sagt Claudia Roth. Deutschland brauche in dem Amt des Bundespräsidenten keinen besseren Menschen, aber doch eine moralische Autorität, die über der Tagespoltik stehe, so die grüne Bundesvorsitzende. Und nicht zuletzt sei Joachim Gauck ein Mensch, der zu Dialog und Kontroverse einlade, sagt Claudia Roth. <br /><br />Das Amt des Bundespräsidenten lebe von der Kraft des Wortes und der Autorität des Amtsinhabers, sagt Cem Özdemir. Joachim Gauck sei eine streitbare Persönlichkeit, mit deren Äußerungen BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sicher auch in Zukunft nicht immer einverstanden sein würden, so der grüne Bundesvorsitzende. Doch Joachim Gauck habe die Chance, die Einheit zu vollenden - mit Ost und West, oben und unten sowie Zuwanderern und ihre Nachfahren.

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Gauck soll es werden

CDU/CSU, FDP, SPD und GRÜNE haben sich am Sonntagabend auf den 72-Jährigen als gemeinsamen Kandidaten geeinigt.

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Freude am Diskurs

Joachim Gauck diskutierte mit der Grünen-Spitze über seine Pläne für die Präsidentschaft.

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Glückwunsch, Christian Wulff! Danke, Joachim Gauck!

Christian Wulff wurde am 30. Juni 2010 von der 14. Bundesversammlung zum Bundespräsidenten gewählt. Wir blicken auf drei Wochen zurück, in denen Kandidat Joachim Gauck die Herzen und Köpfe der Menschen erreichte.

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Ein parteiübergreifender Kandidat muss her

Claudia Roth und Cem Özdemir fordern, dass die schwarz-gelbe Koalition und die Opposition gemeinsam einen neuen Bundespräsidenten finden.

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Ein Präsident für alle

Grüne und SPD nominieren Joachim Gauck als Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten. Im Gegensatz zu Wulff ist Gauck ein Angebot an alle Demokraten.

Kommentare

28-02-12 15:59
@Peter

1. Dem letzten Kandidaten haben NICHT alle zugestimmt.

2. Einen Verfall der Demokratie sehe ich eher durch Schwarz - Gelb vorangetrieben als durch die Grünen. Immerhin haben sie die S21 Volksabstimmung mit ermöglicht.

3. Das mit der DDR zu vergleichen ist wirklich weit hergeholt. In der DDR wäre jede Kritik im Vorfeld einer Wahl schwer bestraft worden. Das ist hier wie du siehst absolut nicht der Fall.

4. Die Demokratie ist eh eine Showveranstaltung, in Wahrheit regiert Geld die Welt. Daran können die Grünen ad Hoc auch nichts ändern. Sie können nur für ihre Ziele werben, wie jede andere Partei. Wenn die Menschen zu blöd, zu uninformiert oder zu ängstlich sind am System grundlegend was zu ändern und der CDU/SPD Partei eine Zweidrittelmehrheit geben kann man sie auch nicht dazu zwingen.

5. Dass die Grünen auch die Linke scharf attackiert finde ich auch nicht gut. Das sollten sie lassen, damit gewinnen sie keinen Blumentopf.

6. Eine Partei kann immer nur so intelligent agieren wie ihre Wähler sie lassen. Wenn Merkel jetzt Beifall für ihren "tollen" Europakurs bekommt kann man sich ausrechnen wie viele Stammtischwähler diesen Unsinn unterstützen. Über die Wähler der Grünen bin ich mir nicht ganz im klaren. Wenn du als Grünen Mitglied nicht verstehst, dass ein Mensch nicht immer ganz deine Meinung vertreten muss zweifle ich an DEINEM Demokratieverständnis. Es ist gerade gut wenn ein streitbarer Präsi kommt, weil nicht Gauck entscheidet, sondern diejenigen die er zum Nachdenken anregt, und das kann eben auch im Widerspruch zu dem stehen was Gauck sagt. Bist du so intelligent, dass du diesen Gedanken verstehst? Oder willst du einfach immer nur gleich und sofort das was du willst ohne Diskussion? Kannst du machen, bringt aber nix. Es ist eben immer ein längerer Prozess, bis sich viele Menschen darüber klar sind, was passieren muss. Ich wünschte auch oft, dass die Menschen nicht so träge sind aber sie sind es eben. Da muss man Geduld haben, und sich darüber freuen wenn ein Präsi kommt der nicht wegen jeder Kritik den Kopf einzieht oder der Kritik erst gar nicht ernst nimmt. Letztenendes ist es egal was Gauck denkt. Er schafft nur den Freiraum für eine offene Diskussion. Verglichen mit der blassen, aalglatten Erscheinung eines Wulffs ist das ein klarer Fortschritt.
Peter
28-02-12 12:32
Herr Özdemir soll das ein Witz sein? Ihr geißelt die Linke dafür dass sie eine Gegenkandidatin aufstellt, und nicht euren "Präsidenten" wählen möchte? Dann wird noch gefaselt, von "Bekenntnis zu diesem Staat".

Was ist das für ein Demokratieverständnis? Ein Kandidat, bei dem dann alle zustimmen dürfen?
Wie in der DDR? Und das verlangt ihr ausgerechnet von den Linken?

Die Demokratie ist dabei sich abzuschaffen und ihr liebe Grünen (ich bin noch Mitglied, aber wohl nicht mehr lange) seid an vorderster Front dabei.
Gauck repräsentiert nicht die Wähler der Grünen, Gauck ist ein Last-Minute-Bürgerrechtler.
Aber seis drum, das stört nicht. Was stört, ist euer vor die Hunde gegangenes Demokratieverständnis.

Passend dazu versucht man den Menschen die Wahl im Jemen, bei der es nur einen Kandidaten für die Präsidentschaft gibt als "demokratisch" zu verkaufen, während am selben Tag die Abstimmung über die syrische Verfassung, wie mangelhaft diese auch sein mag (das dürfen wir in Deutschland nicht einmal), als Farce bezeichnet wird.

Deutlicher kann man es kaum machen, welchen Stellenwert das Volk in der Europäischen Union inzwischen hat, und wohl auch bei euch Parteikadern.
Volksabstimmungen stören nur. Demokratische Wahlen sind eine Formalie, ....
wenn man sich schon an Gegenkandidaten stört bzw. mangelnde einstimmigkeit beklagt.

Peinlich!

Ein enttäuschter (bald nicht mehr-)Grüner
Michael Graupner
28-02-12 08:38
Sehr geehrte Damen und Herren,

auf einer Lesung hat Herr Gauck gesagt: "...das geht Euch nichts an." Privat ist privat. Sobald er aber ein öffentliches Amt übernehmen will, ist das nicht mehr privat. Wieso musste Herr Wulff 400 Fragen den Medien beantworten und Gauck kanzelt die Bürgerinnen und Bürger autoritär ab.
Wir sind empört, dass Herr Gauck als ev. Pfarrer mit einer anderen Frau liiert ist. Das war vielleicht vor 50 Jahren schwierig, sich als Pfarrer scheiden zu lassen, aber heutzutage sicherlich nicht mehr. Da sind wir schon moderner geworden. Aber es ist nicht modern, als Verheirateter mit einer Geliebten das höchste deutsche Repräsentantenamt zu bekleiden. Darüber sind wir entrüstet. In diesem Fall wäre uns Herr Özdimir lieber gewesen, weil er in geordneten Verhältnissen lebt.
Herr Gauck ist für uns in seiner autoritären altersstarrsinnigen Art und Weise nicht akzeptabel.
Mit freundlichen Grüßen
M.Graupner
Helmut Krüger
27-02-12 14:44
Ich empfinde Joachim Gauck als gute Wahl, der ist mutig, unerschrocken und es geht keinesfalls darum, ihm beizupflichten. Kurzum: Es werden streitbare Zeiten bevorstehen, gerade angesichts der Äußerungen, die er tatsächlich gemacht hat oder ihm (bei flüchtig Lesenden) auch nur in den Mund gelegt werden.

An die Einigkeit, dass alle von ganzem Herzen für ihn stimmen werden, die mit dem Parteibuch der ihn nominierenden Parteien ausgestattet sind, daran glaube ich allerdings nicht. Also sollte diese Gewissensentscheidung auch freigegeben werden und ich denke auch, Joachim Gauck würde weit eher mit einem ehrlichen als mit einem taktischen Ergebnis leben können und wollen.

Das Beste wäre, alle Stimmberechtigten setzten sich in der Bundesversammlung alphabetisch hin, nicht sortiert nach Parteien oder nach Bundesland und stimmten dann auf diese Weise ab. Auch wenn ich die Abstimmungen zur Präimplantationsdiagnostik und zur embryonalen Stammzellenforschung mir anders gewünscht hätte, so waren sie doch von der Art und Weise genauso Sternstunden wie die Abstimmung zur Hauptstadtfrage.
pelayo
27-02-12 13:04
Ich bin den Grünen sehr, sehr dankbar für den BP Kandidaten Gauck. Endlich einer, der Dinge dezidiert beim Namen nennt, die man so gerne verschweigen möchte, weil sie nicht ins eigene Weltbild passen. Hier werden sich noch einige wundern, und auch der "Betroffenheits-Claudia" wird noch das infantile Lachen vergehen. Vielen Dank!
Konny
26-02-12 18:05
Warum wird das Thema Familienverhältnisse des Herrn Gauck aus den Medien herausgehalten ? Meiner Meinung nach ist dies der entscheidende Kritikpunkt und disqualifiziert ihn für dieses Amt.

Das Problem wäre weniger die wilde Ehe - wenn er seine Lebensgefährtin aus allen offiziellen politischen Angelegenheiten heraushält. Dies sollte eh generell bei allen Ehe-, Lebenspartnern von politischen Amtsträgern der Fall sein, denn die Partner wurden ja schließlich nicht gewählt. Frau Merkel z.B. macht das ganz richtig. Das große Problem bei Herrn Gauck ist, daß er noch mit einer anderen Frau verheiratet ist. In diesem Amt sollte er nun einmal Vorbild auch in dieser Hinsicht sein und den vorherrschenden moralischen Ansichten entsprechen.

Und es gibt auf der Welt genügend Staaten, die für konservative Einstellungen stehen – ob nun katholisch, islamisch oder was auch immer. Wie könnte er uns dort außenpolitisch würdig vertreten ? Wie sollte sich denn z. B. der Papst unserem obersten Volksvertreter gegenüber verhalten ? Könnte er ihn empfangen ? Vor Gott und dem Gesetz ist Herr Gauck verheiratet, aber er will mit einer anderen Frau repräsentieren. Meiner Meinung nach ein Unding.

Herr Gauck dürfte, denke ich, sich nur für das Amt als Bundespräsident zur Verfügung stellen, wenn er als geschiedener Mann zur Wahl antritt und, im Falle eines Falles, seine Lebenspartnerin aus dem Amt heraushält. Dies dürfte aber zeitlich wohl nicht mehr zu regeln sein.
Andreas
25-02-12 00:48
Ja klar, die Grünen tauschen einen konservativen Wulff gegen einen rechtskonservativen Linkenhasser namens Gauck. Unsere Parteispitzen sind richtige Helden ... mir ist schlecht!!!!
FaSi
25-02-12 00:01
Ich bin alles andere als ein Gauck-Unterstützer und kann mir nicht erklären warum die Grünen diesen Mann so bejubeln. Ein Neoliberaler durch und durch- gegen Occupy und für ein "Weiter so!". Nein- ich halte ihn für eine schlechte Wahl. Eine Schande, dass ich mit der Kungel-Entscheidung leben muss und nicht selbst mitbestimmen darf. Wie wäre es mit der Direktwahl? Von grüner Seite höre ich hierzu aber nichts. Ein weiterer Skandal: Jürgen Trittin und seine Pöbelei gegenüber einem taz-Artikel. Was hat Yücel denn so schlimmes getan? Polemisiertz- gegen den angeblichen "Konsenspräsidenten". In einer Demokratie scheinbar nur erlaubt, wenn es nicht gegen die "ganz große Koalition" geht. Dieses Verhalten und die gesamte Debatte um die Wahl der bzw. des neuen Bundespräsidentin_en haben mir mal wieder deutlich vor Augen geführt, dass auch die Grünen scheinbar weiterhin für Establishment und Kunbgelrunden zur Verfügung stehen. Nichts gelernt aus den rot-grünen Schröder/Fischer-Jahren? Mir bleibt nur mit Bedauern zu sagen: leider wird Gauck neuer Bundespräsident und leider sind die Grünen für mich nicht mehr wählbar.
Michael
23-02-12 07:51
Ja, wir sind jetzt alle Gauck!!!! (Frei nach Willem II: Ick kenne jetzt nur noch Deutsche!).
Thanthalas
22-02-12 10:18
Ob sich hier auch die Nachricht durchsetzen wird, dass Gauck falsch zitiert wird?
Kommentar

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